Die technische Rückmeldung eines Lieferanten enthält drei Anmerkungen: Die Griffverstärkung überlappt das Logo, der Mantelzuschnitt des Bechers braucht für die Seitennaht zusätzlich 2 mm, und die Pouch-Verbundfolie muss fünf Tage aushärten, bevor sie geschnitten wird. Jede dieser Anmerkungen verwendet einen Begriff aus der Weiterverarbeitung, und jede kann Druckdaten, Stückpreis oder Liefertermin verändern. Dieses Glossar zur Verpackungsherstellung definiert die Fachbegriffe der Weiterverarbeitung, die in Lieferantenfeedback, Produktionsspezifikationen, Auditnotizen aus Werksbesuchen und Angebotsanmerkungen auftauchen. Es deckt Papierbeutel und Papiertragetaschen, Pappbecher und Speisebehälter, Faltschachteln, Wellpappkartons, Kunststoffbeutel, Pouches, Servietten und Einschlagpapiere sowie das anschließende Verpacken ab.

Es richtet sich an Einkäufer, Verpackungsingenieure, Qualitätsmanager und Designer, die keine Weiterverarbeitungsmaschinen bedienen, aber verstehen müssen, was auf ihnen geschieht. Die Prozessabfolgen werden in den Ratgebern zur Herstellung von Verpackungen Schritt für Schritt erläutert. Diese Seite erklärt das Vokabular, das jene Ratgeber verwenden.

So nutzen Sie dieses Glossar der Verpackungsherstellung

Jeder Eintrag beginnt mit dem deutschen Fachbegriff. Dahinter stehen in Klammern der englische Originalbegriff, eine gebräuchliche Abkürzung, wo vorhanden die niederländische (NL) Entsprechung sowie die britische oder US-Variante, sofern sie abweicht. Die Definition erklärt, was der Begriff bedeutet, wie der Prozess abläuft oder gemessen wird und warum er für Kosten, Qualität oder Konformität relevant ist. Übliche Werte sind mit „typischerweise“ gekennzeichnet, weil Maschinen, Materialien und Weiterverarbeiter variieren; die tatsächlichen Einstellungen für einen Auftrag werden bei Angebot und technischer Prüfung bestätigt. Wo eine andere Seite ein Thema vertieft, verweist eine Zeile „Siehe:“ darauf.

Diese Seite ist eines von fünf Unterglossaren des Verpackungsglossars. Druckverfahren, Farb- und Druckdatenbegriffe stehen im Glossar Druck und Druckvorstufe. Papier-, Karton-, Folien- und Beschichtungssorten finden Sie im Glossar Verpackungsmaterialien. Prüfmethoden und Fehlerbezeichnungen enthält das Glossar Prüfung, Qualität und Fehlerbilder. EPR, Umweltaussagen und Handelsbegriffe behandelt das Glossar Regulierung, Nachhaltigkeit und Handel.

Die Tabelle zeigt, welche Maschinenfamilien welche Produktgruppen der Website herstellen, damit Sie erkennen, welche Abschnitte für einen Auftrag relevant sind.

ProduktHaupt-WeiterverarbeitungsrouteGlossarabschnitte
Papiertragetaschen, To-go-Tüten und LebensmittelbeutelRollenverarbeitung mit Schlauchmaschine und Bodenleger oder bogenverarbeitende bzw. manuelle FertigstellungHerstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen
Pappbecher und runde SpeisebehälterBedrucken und Stanzen der Mantelzuschnitte, anschließend Becher- oder BehälterformungPappbecher und Speisebehälter
Faltschachteln, Burgerboxen und To-go-BoxenBogendruck, Flachbettstanzen, FaltschachtelklebenWeiterverarbeitung von Bogenkarton
Pizzakartons und VersandkartonsWellpappenanlage, anschließend Bedrucken, Stanzen, Falten und KlebenWellpappe und Wellpappkartons
Kunststofftragetaschen und Lebensmittelbeutel aus KunststoffBlasfolienextrusion, Bedrucken, BeutelherstellungFolienextrusion, Kunststoffbeutel und flexible Verpackungen
Pouches und VerbundfolienBedrucken, Kaschieren, Aushärten, Schneiden, PouchherstellungFolienextrusion, Kunststoffbeutel und flexible Verpackungen
Servietten, fettdichte EinschlagpapiereRollendruck, Prägen und Falten oder Querschneiden, ZählenTissue, Servietten und Einschlagpapier

Allgemeine Weiterverarbeitung und Produktion

Diese Begriffe gelten für alle Produkttypen: wie Rollen und Bahnen gehandhabt werden, wie Aufträge eingerichtet werden und wie Effizienz und Ausschuss gemessen werden.

Zuschnitt (Blank; Nutzen)

Ein Zuschnitt ist ein einzelnes flaches, auf seine Endkontur gestanztes Teil mit Rill- oder Falzlinien, das zur fertigen Verpackung gefaltet, geklebt oder geformt wird. Faltschachtelzuschnitte, Mantelzuschnitte für Becher (Cup Fans) und Wellpappzuschnitte entstehen alle durch Stanzen bedruckter Bogen oder Bahnen. Die Zuschnittgröße und die Anzahl der Zuschnitte, die auf eine Bogen- oder Bahnbreite passen, bestimmen maßgeblich die Materialausbeute und damit den Stückpreis.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Umrüsten (Changeover; SMED; Rüstzeit; NL: omsteltijd)

Umrüsten ist die Arbeit und Zeit, die nötig ist, um eine Produktionslinie von einem Auftrag auf den nächsten umzustellen: die bisherigen Klischees, Stanzformen, Rollen oder Formate entfernen, die neuen einsetzen und die Maschine einstellen. SMED (Single-Minute Exchange of Die), eine von Shigeo Shingo entwickelte Methode, zielt darauf, Umrüstzeiten auf unter zehn Minuten zu senken, indem möglichst viele Vorbereitungen in die Zeit verlegt werden, in der die Maschine noch läuft. Umrüstzeit ist verlorene Produktionszeit; kurze Umrüstungen machen kleinere Auflagen und häufige Motivwechsel daher wirtschaftlicher.

Siehe: Was die Mindestbestellmenge bestimmt

Weiterverarbeiter (Converter; Verarbeiter)

Ein Weiterverarbeiter ist ein Unternehmen, das Grundmaterialien wie Papierrollen, Kartonbogen, Folie oder Wellpappe durch Bedrucken, Schneiden, Kaschieren, Formen, Falten und Kleben zu fertigen Verpackungen verarbeitet. Weiterverarbeiter kaufen ihre Substrate in der Regel bei Papierfabriken, Kartonherstellern oder Folienextrudeuren ein, obwohl einige Hersteller von Kunststoffbeuteln und Folien ihre Folie selbst extrudieren. Wenn ein Käufer von einem Verpackungshersteller spricht, meint er in der Regel einen Weiterverarbeiter.

Siehe: Den richtigen Verpackungshersteller auswählen

Weiterverarbeitung (Converting; Verarbeitung)

Weiterverarbeitung ist die Gesamtheit der Arbeitsschritte, die ein Grundmaterial nach dem Verlassen der Papierfabrik oder des Extruders in einen fertigen Verpackungsartikel verwandeln. Typische Schritte sind Bedrucken, Beschichten, Kaschieren, Rollenschneiden, Querschneiden, Stanzen, Falten, Kleben, Schweißen und Formen. Der Begriff trennt die Arbeit des Weiterverarbeiters von der Materialherstellung davor und vom Abfüllen und Verpacken danach beim Markeninhaber.

Siehe: Herstellung von individuell bedruckten Verpackungen

Hülse (Core; Rollenhülse)

Eine Hülse ist das meist spiralförmig gewickelte Papprohr, auf das Papier, Folie oder Verbund zur Rolle aufgewickelt wird. Gängige Innendurchmesser sind 76 mm (3 in) und 152 mm (6 in). Hülsendurchmesser, Wandstärke und maximaler Rollendurchmesser müssen zur Abwicklung beim Käufer passen; Rollenspezifikationen für Einschlag- oder Verpackungsmaschinen sollten sie daher angeben.

Schnittregister (Cut-to-Register; registergenauer Schnitt)

Schnittregister bedeutet, dass Schneiden, Rillen, Siegeln oder Formen an der richtigen Position zum Druckmotiv erfolgen. Auf rollenverarbeitenden Maschinen liest ein Sensor eine aufgedruckte Marke (Registermarke) und korrigiert die Bahn, sodass jeder Schnitt an derselben Stelle des Rapports liegt. Ein ungenaues Schnittregister zeigt sich als Logos, die über Felder hinauslaufen, ungleichmäßige Ränder oder durch eine Siegelnaht angeschnittenen Text; Toleranzen für die Platzierung von Druckdaten nahe an Schnitten und Falzen werden deshalb mit dieser Schwankung im Blick festgelegt.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Inline und Offline

Inline bedeutet, dass zwei oder mehr Arbeitsgänge, zum Beispiel Bedrucken und Beutelherstellung, auf einer durchgehenden Linie laufen, sodass das Material von einer Stufe zur nächsten gelangt, ohne umgewickelt oder gestapelt zu werden. Offline bedeutet, dass jeder Arbeitsgang auf einer eigenen Maschine läuft, mit Rollen oder Paletten an Zwischenprodukten dazwischen. Inline-Linien sind schneller und handhaben weniger Material, brauchen aber längere Einrichtzeiten und eignen sich für große Auflagen; Offline-Routen sind flexibler und erlauben unterschiedliche Druckverfahren, Aushärtezeiten oder Kontrollen zwischen den Schritten.

Mutterrolle (Jumbo Reel; Parent Reel; Mother Reel; Tambour)

Eine Mutterrolle ist die breite Rolle mit großem Durchmesser, die eine Papiermaschine, ein Folienextruder, eine Druckmaschine oder eine Kaschieranlage erzeugt, bevor sie in schmalere Rollen geschnitten wird. Mutterrollen können an einer Papiermaschine mehrere Meter breit sein und werden durch Rollenschneiden auf die Breiten zugeschnitten, auf denen Weiterverarbeitungsmaschinen laufen. Werden die Breiten der fertigen Rollen so geplant, dass sie mit wenig Randbeschnitt in die Breite der Mutterrolle passen, sinkt der Materialausschuss.

Einrichten (Make-ready; US makeready; Rüsten)

Einrichten ist die Vorbereitung einer Druck- oder Weiterverarbeitungsmaschine für einen Auftrag: Klischees oder Werkzeuge montieren, Farbe und Register auf Sollwerte bringen und Makulatur fahren, bis verkaufsfähige Ware entsteht. Zeit und Material dafür sind pro Auftrag weitgehend konstant, was ein Hauptgrund dafür ist, dass individuell bedruckte Verpackungen Mindestbestellmengen haben. An Stanzen gehört auch das Einsetzen der Rillmatrize und das Einstellen des Schneiddrucks dazu; an Beutel- und Becherautomaten umfasst es das Einstellen der Formatteile sowie der Leim- oder Siegeleinstellungen.

Siehe: Was die Mindestbestellmenge bestimmt; Kostentreiber bei Verpackungen

OEE (Overall Equipment Effectiveness; Gesamtanlageneffektivität)

OEE misst, wie produktiv eine Maschine während der geplanten Produktionszeit läuft, berechnet als Verfügbarkeit × Leistung × Qualität. Die Verfügbarkeit erfasst Stillstände und Umrüstungen, die Leistung das Fahren unterhalb der Nenngeschwindigkeit, die Qualität Ausschuss und Nacharbeit; ein OEE von etwa 85 % wird in der Serienfertigung häufig als Weltklasse genannt. Für Käufer erklärt der OEE, warum die Nenngeschwindigkeit einer Maschine ein schlechter Maßstab für die tatsächliche Ausbringung ist und warum häufige kurze Auflagen pro Stück mehr kosten.

Rolle (Reel; UK reel; US roll; NL rol)

Eine Rolle ist eine auf eine Hülse gewickelte Länge aus Papier, Karton, Folie oder Verbund. Rollen werden nach Material, Breite, Außendurchmesser oder Länge, Hülsendurchmesser, Wickelrichtung (Druckseite innen oder außen) und Lage des Drucks relativ zum Abwickelende spezifiziert. Die Rollenverarbeitung (bahnverarbeitend) ist in der Regel schneller als die Bogenverarbeitung und wird für Beutel, Becher, Folien und flexible Verpackungen eingesetzt.

Rapportlänge (Repeat Length; Druckrapport; Abschnittlänge)

Die Rapportlänge ist der Abstand entlang der Bahn, nach dem sich Druckmotiv und Schnittbild wiederholen. Auf Flexo- und Tiefdruckmaschinen ergibt sie sich aus dem Umfang des Formzylinders oder des Sleeves, auf Beutel-, Pouch- und Querschneidemaschinen aus der Abschnittlänge jedes Artikels. Passt die Artikellänge zu einem verfügbaren Rapport, entsteht kein Leerraum zwischen den Artikeln, der Material verschwendet und die Kosten beeinflussen kann.

Querschneiden (Sheeting; Bogenschneiden)

Querschneiden ist das Schneiden einer Rolle in flache Bogen festgelegter Länge auf einem Querschneider. Karton wird für Offsetdruck und Stanzen in Bogen geschnitten, und bedrucktes fettdichtes Papier oder MG-Papier wird zu Einschlagbogen quergeschnitten. Genaues Querschneiden hängt von Bahnspannung und Schnittregister ab; bei bedruckten Einschlagpapieren muss der Schnitt auf jedem Bogen an derselben Stelle relativ zum Motiv liegen.

Siehe: Größen von Burger-Einschlagpapier

Rollenschneiden (Slitting and Rewinding; Längsschneiden und Umwickeln)

Rollenschneiden ist das Schneiden einer breiten Rolle in Längsrichtung in schmalere Rollen auf einer Rollenschneid- und Umwickelmaschine. Gängige Schneidverfahren sind der Rasierklingenschnitt für Folien, der Scherenschnitt mit rotierenden Ober- und Untermessern für Papier, Verbunde und die meisten Verpackungsmaterialien sowie der Quetschschnitt für einige Papiere und Vliesstoffe. Saubere Schnittkanten und gleichmäßiges Wickeln sind wichtig, weil raue Kanten Staub und Bahnrisse verursachen und schlecht gewickelte Rollen teleskopieren oder auf der nächsten Maschine unruhig laufen.

Klebestelle (Splice; fliegender Rollenwechsel; Stoßklebung)

Eine Klebestelle ist die Verbindung, an der das Ende einer Bahn mit dem Anfang der nächsten verbunden wird, meist mit Klebeband. Ein automatischer Rollenwechsler stellt bei voller Geschwindigkeit einen fliegenden Rollenwechsel her, damit die Linie nicht stoppt, wenn eine Rolle leer läuft. Klebestellen sind eine häufige Ursache für Ausschuss und Maschinenstopps in der Folgeverarbeitung; daher legen Spezifikationen für Rollen, die auf den Einschlag- oder Verpackungsmaschinen des Käufers laufen, oft eine maximale Anzahl von Klebestellen pro Rolle und eine Kennzeichnungsmethode für jede Klebestelle fest.

Abwicklung und Aufwicklung (Unwind and Rewind)

Die Abwicklung ist die Station am Anfang einer rollenverarbeitenden Maschine, die die einlaufende Rolle hält und das Material unter kontrollierter Spannung in die Linie führt; die Aufwicklung ist die Station am Ende, die das fertige Material auf eine neue Hülse wickelt. Viele Linien haben zwei Abwickelarme und einen automatischen Rollenwechsler, sodass Rollen ohne Stillstand gewechselt werden können. Die Spannungseinstellungen an Ab- und Aufwicklung beeinflussen, wie fest, eben und stabil die fertige Rolle ist.

Makulatur (Waste; Anfahrmakulatur; laufender Ausschuss; Ausschuss)

Makulatur ist Material, das nicht zu verkaufsfähiger Ware wird: Einrichtmakulatur, solange der Auftrag auf Farbe und Register gebracht wird, laufender Ausschuss durch Klebestellen, Bahnrisse und aussortierte Fehlteile sowie geplanter Beschnitt an Rändern und Stanzgittern. Weiterverarbeiter kalkulieren in ihrer Materialberechnung in der Regel einen Ausschussanteil ein, der bei kleinen Auflagen relativ höher ausfällt, weil die Anfahrmakulatur pro Auftrag weitgehend konstant ist. Der Großteil der Papier- und Kartonmakulatur wird zum Recycling gepresst, ist aber dennoch eingekauftes Material und ein Kostenfaktor.

Siehe: Kostentreiber bei Verpackungen

Materialbahn (Web; Bahn)

Eine Materialbahn ist eine durchgehende Länge Material, etwa Papier, Karton, Folie oder Verbund, die von einer Abwicklung durch eine Maschine läuft. Zu den bahnverarbeitenden Prozessen zählen Flexo- und Tiefdruck, Kaschieren, Rollenschneiden, Beutelherstellung und das Stanzen von Mantelzuschnitten für Becher. Der Begriff grenzt diese Prozesse von der Bogenverarbeitung ab, bei der jeder Bogen einzeln gehandhabt wird.

Bahnspannung (Web Tension; Bahnzug)

Die Bahnspannung ist die Zugkraft, die auf eine laufende Bahn wirkt, meist in Newton oder Newton pro Meter Bahnbreite gemessen und über Tänzerwalzen, Kraftmessdosen sowie Bremsen oder Antriebe geregelt. Zu hohe Spannung dehnt Folie und dünnes Papier, was das Register zwischen Druck und Schnitt verschiebt und die Artikellänge verändert; zu niedrige Spannung führt zu Falten, seitlichem Verlaufen der Bahn und lockeren Rollen. Eine stabile Spannungsregelung ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einer gut geführten Linie und einer, die schwankende Beutel, Pouches oder Einschlagpapiere liefert.

Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen

Begriffe für SOS-Beutel, Flachbeutel, Satchel-Beutel, To-go-Tüten und Papiertragetaschen mit Griffen. Die Produktionsabfolge wird in Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen erläutert.

Blockboden (Block Bottom)

Ein Blockboden ist ein rechteckiger, flacher Beutelboden, der durch Falten und Verkleben des Endes eines seitengefalteten Schlauchs entsteht, sodass der Beutel beim Öffnen aufrecht steht. Bei Tragetaschen und Lebensmittelbeuteln wird der Begriff oft gleichbedeutend mit SOS-Boden oder Quadratboden verwendet; in der industriellen Sackherstellung bezeichnet er einen verklebten rechteckigen Boden, häufig mit Abdeckblatt, an Mehrlagensäcken. Ein vollflächiges Leimbild, eine Bodenverstärkung oder ein Bodenkarton verteilen die Last und verhindern, dass sich ein Blockboden unter Gewicht öffnet.

Siehe: SOS-Beutel: Aufbau und Einsatz

Bodenkarton (Bottom Board; Bodeneinlage)

Ein Bodenkarton ist ein loses oder verklebtes Kartonstück im Boden eines Papierbeutels, das den Boden eben hält und die Last verteilt. Er ist bei handgefertigten und hochwertigen Tragetaschen üblich sowie bei To-go-Tüten, die Boxen oder Behälter tragen müssen, ohne durchzuhängen. Ein Bodenkarton bedeutet zusätzliches Material und mitunter einen manuellen Arbeitsschritt; er sollte daher im Angebot festgelegt und nicht nachträglich ergänzt werden.

Siehe: Papiertragetaschen: Grammatur im Überblick

Bodenverstärkung (Bottom Patch)

Eine Bodenverstärkung ist ein zusätzliches Papierstück, das über oder in den gefalteten Boden eines Beutels geklebt wird, um ihn zu verstärken und Lücken in der Faltung zu schließen. Sie wird bei Beuteln für höhere Belastung sowie bei Beuteln für fettige oder feuchte Lebensmittel eingesetzt, bei denen ein unverstärkter Boden eine wahrscheinliche Schwach- oder Leckstelle ist. Ein Bodenleger mit Verstärkungsaggregat bringt sie inline auf.

Bodenleger (Bottomer)

Ein Bodenleger ist der Maschinenabschnitt oder die eigene Maschine, die aus einem abgelängten Schlauchstück den Boden eines Papierbeutels oder -sacks formt. Er öffnet das Schlauchende, faltet es in die Bodenform, trägt Leim auf und presst es zu; je nach Maschine entsteht ein SOS-, Block-, Pinch- oder Flachboden. Auf modernen Rollenbeutellinien laufen Schlauchmaschine und Bodenleger inline als eine Maschine.

Siehe: Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen

Abschnitt (Cut-off; Zackenschnitt; Geradschnitt)

Der Abschnitt ist der Querschnitt, der jede beutellange Schlauchlänge von der durchgehenden Bahn trennt; die Form des Messers gibt der Beutelöffnung ihre Kante. Ein Zackenschnitt ergibt die vertraute Oberkante von Einkaufs- und SOS-Beuteln, lässt sich leicht öffnen und kaschiert kleine Registerschwankungen; ein Geradschnitt ergibt eine sauberere Kante und wird für bedruckte Tragetaschen mit Kopffalz bevorzugt. Die Abschnittlänge legt außerdem die Beutelhöhe vor einem eventuellen Kopffalz fest.

Siehe: SOS-Beutel: Aufbau und Einsatz

Griffloch (Die-cut Handle; ausgestanzter Griff, Papiertasche)

Ein Griffloch an einer Papiertasche ist eine durch den oberen Rand von Vorder- und Rückwand gestanzte Grifföffnung, meist hinter einer Verstärkung oder einem umgeschlagenen Kopf. Es erspart einen separaten Griff und ergibt eine flache Tasche aus Monomaterial, konzentriert aber die Last am Rand des Schlitzes; Form des Schlitzes, Abstand zur Oberkante und Breite der Verstärkung entscheiden daher, ob es einreißt. Taschen mit Griffloch brauchen meist zusätzliche Höhe, damit nutzbarer Tragraum bleibt.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen

Flachbeutel (Flat Bag; Papierflachbeutel)

Ein Flachbeutel ist ein Papierbeutel ohne Seitenfalten, der vollständig flach liegt und durch Falten eines Bogens oder Schlauchs und Verkleben von Seitennaht und Boden entsteht. Flachbeutel werden für Backwaren, Sandwiches, Apothekenartikel und Handelsware eingesetzt; die Variante mit Seitenfalten (Seitenfaltenbeutel) fasst mehr Volumen, hat aber weiterhin einen schmalen gefalteten Boden. Flach- und Seitenfaltenbeutel werden typischerweise auf schnelllaufenden Rollenmaschinen aus leichten MG- oder MF-Papieren hergestellt.

Siehe: Größen von Papier-Lebensmittelbeuteln; Bäckertüten im Überblick

Flachhenkel (Flat Handle; Flachbandgriff)

Ein Flachhenkel ist eine Schlaufe aus gefaltetem Papierband, die an den oberen Innenrand einer Tasche geklebt wird, meist mit Enden, die ihre eigenen Verstärkungen bilden. Er wird inline auf rollenverarbeitenden Taschenmaschinen angebracht und ist günstiger als ein gedrehter Kordelgriff, weshalb er bei To-go-Tüten und Fast-Food-Taschen verbreitet ist. Bei schweren Lasten sind Flachhenkel weniger bequem, weil die schmale Bandkante in die Hand drückt.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen

Handgefertigte Tragetasche (Hand-finished Bag)

Eine handgefertigte Tragetasche ist eine Tasche, deren letzte Arbeitsschritte, typischerweise Bodenverklebung, Einsetzen eines Bodenkartons, Stanzen der Löcher und Einziehen von Kordel- oder Bandgriffen, von Hand statt auf einer automatischen Linie erfolgen. Diese Route eignet sich für schwerere gestrichene oder kaschierte Papiere, besondere Veredelungen und kleine Auflagen, doch die Arbeitskosten machen den Stückpreis deutlich höher als bei maschinell gefertigten Taschen. Handgefertigte Taschen sind typisch für den Luxuseinzelhandel und weniger für die Gastronomie.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen

Griffverstärkung (Handle Patch)

Eine Griffverstärkung ist das Papierstück, das an den oberen Innenrand einer Tasche geklebt wird und einen gedrehten oder flachen Griff verankert. Auf automatischen Linien formt das Griffaggregat Griff und Verstärkungen aus Papierstreifen und Kordel und klebt sie auf die Bahn, bevor die Tasche geformt wird. Der Bereich der Verstärkung nimmt innen Platz ein und zeichnet sich als leicht dickere Zone ab; Druckdaten nahe am oberen Feldrand sollten das berücksichtigen.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen

Pinch-Bottom-Verschluss (Pinch Bottom)

Ein Pinch-Bottom-Verschluss ist ein Beutel- oder Sackverschluss, bei dem das gestufte Ende des Schlauchs umgefaltet und flach verklebt wird, ohne dass ein rechteckiger Boden entsteht. Pinch-Bottom-Beutel sind bei Mehrlagensäcken sowie einigen Lebensmittel- und Tiernahrungsbeuteln verbreitet, weil der Verschluss gut abdichtet und nach dem Befüllen mit Hotmelt verschlossen werden kann. Anders als SOS-Beutel stehen sie auf der Theke nicht offen.

Rollenbeutelmaschine (Reel-fed Bag Machine; Web-fed Bag Machine)

Eine Rollenbeutelmaschine verarbeitet eine Papierrolle, meist bedruckt, in einem Durchlauf zu fertigen Beuteln: Schlauch formen, ablängen und Boden formen, bei Tragetaschen oft mit einem Inline-Griffaggregat. Sie läuft mit hoher Geschwindigkeit bei geringem Personalaufwand und eignet sich für große Mengen an SOS-, Flach-, Satchel- und Henkelbeuteln aus Kraft- und MG-Papieren. Formatteile begrenzen jede Maschine auf einen Bereich von Breiten, Seitenfalten und Höhen, weshalb es Standardgrößenbereiche gibt.

Siehe: Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen

Verstärkungsstreifen (Reinforcement Card; Kopfverstärkung)

Ein Verstärkungsstreifen ist ein Streifen aus Karton oder schwerem Papier, der innen in den oberen Rand einer Tasche geklebt wird, um die Öffnung zu versteifen und Grifflasten zu verteilen. Er ist Standard bei Taschen mit durch gestanzte Löcher gezogenen Kordelgriffen und bei Taschen mit Griffloch, wo das Loch sonst die Papierwand einreißen würde. Breite und Grammatur gehören zur Beutelspezifikation und sollten bei hohen Lasten bestätigt werden.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen

Eingezogene Kordel (Rope Handle)

Eine eingezogene Kordel ist eine Schnur aus Papier, Baumwolle, Polypropylen oder anderer Faser, die durch gestanzte Löcher im oberen Taschenrand gezogen und innen hinter einem Verstärkungsstreifen verknotet oder befestigt wird. Solche Griffe werden bei handgefertigten Taschen in der Regel von Hand angebracht. Eine Polypropylenkordel an einer Papiertasche bringt einen anderen Werkstoff ein, was Bewertungen der Recyclingfähigkeit beeinflussen kann; für eine Papiertasche aus Monomaterial ist eine Papierkordel daher die risikoärmere Wahl.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen; Vorschriften für Papiertragetaschen nach Markt

Satchel-Beutel (Satchel Bag; UK)

In Großbritannien bezeichnet ein Satchel Bag meist einen Papierbeutel mit flachem, rechteckigem Boden und ohne Griffe, ähnlich einem SOS-Beutel, wie ihn Bäckereien, Feinkostgeschäfte und Imbisse verwenden. Der Begriff wird unscharf gebraucht; ein Angebot für Satchel Bags sollte daher die Konstruktion nennen: Tiefe der Seitenfalte, Bodentyp und ob der Beutel selbstständig steht. In den USA heißt derselbe Beutel meist einfach SOS- oder Square-Bottom-Bag.

Siehe: SOS-Beutel: Aufbau und Einsatz

Bogenbeutelmaschine (Sheet-fed Bag Machine)

Eine Bogenbeutelmaschine formt Beutel aus einzelnen bedruckten Bogen statt aus einer Rolle: Sie faltet sie zu einem Schlauch, klebt die Seitennaht und formt den Boden, bei Griffen häufig mit halbautomatischen oder manuellen Schritten. Sie verarbeitet schwerere Papiere, gestrichene und kaschierte Bogen sowie Veredelungen, die bogenweise gedruckt oder aufgebracht werden, typischerweise von etwa 120 g/m² bis weit über 200 g/m². Die Route kostet pro Beutel mehr als die Rollenfertigung, erlaubt aber Offsetdruck, Folienkaschierung, Folienprägung und hochwertige Griffe.

Siehe: Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen

Seitenfalte (Side Gusset)

Die Seitenfalte ist die nach innen gelegte Falte an jeder Seite eines Beutels, die sich beim Öffnen zur Tiefe entfaltet. Bei Papierbeuteln wird die Seitenfalte von der Schlauchmaschine gefaltet; ihre Tiefe ergibt zusammen mit Breite und Höhe die Beutelgröße, angegeben als Breite × Seitenfalte × Höhe in Millimetern. Die Tiefe der Seitenfalte bestimmt die Bodenfläche und damit, wie breit Artikel wie Speiseboxen oder Behälter flach hineinpassen.

Siehe: Größen von Papiertragetaschen; Größen von To-go-Tüten

SOS-Boden (SOS Bottom; selbstöffnender Quadratboden)

Ein SOS-Boden ist der flache, rechteckige, gefaltete und verklebte Boden eines selbstöffnenden Sacks (SOS), den ein Bodenleger aus einem seitengefalteten Schlauch formt. Wird der Beutel mit einem Ruck aufgeschlagen, entfaltet sich der Boden zu einer ebenen Standfläche, und die Seitenfalten lassen ihn frei stehen, was sich für das Befüllen an der Theke eignet. Leimbild und Papierfestigkeit an den Bodenfalten sind die wichtigsten Faktoren dafür, wie viel Gewicht ein SOS-Beutel trägt.

Siehe: SOS-Beutel: Aufbau und Einsatz

Daumenausschnitt (Thumb Notch; Thumb Cut)

Ein Daumenausschnitt ist ein kleiner halbkreis- oder V-förmiger Einschnitt in der Beutelöffnung, meist an der Vorderseite, der das Greifen einer Wand und das Öffnen des Beutels erleichtert. Er ist bei SOS- und Flachbeuteln üblich und wird inline vom Abschnittmesser oder einer separaten Stanze erzeugt. Druckdaten nahe der Oberkante sollten den Bereich des Ausschnitts von wichtigem Text freihalten.

Kopffalz (Top Fold; Turnover; Top Hem)

Ein Kopffalz oder Umschlag ist das nach innen gefaltete und verklebte Papierband an der Beutelöffnung, das die Öffnung verstärkt und eine saubere, fertige Kante ergibt. Er ist bei Tragetaschen mit Griffen und bei hochwertigen Taschen Standard und überdeckt dort auch Griffverstärkungen oder den Verstärkungsstreifen. Ein Kopffalz verändert die bedruckte Höhe des Felds; Stanzkonturen zeigen daher, ob die Beutelhöhe vor oder nach dem Falz angegeben ist.

Siehe: Größen von Papiertragetaschen

Schlauchmaschine (Tube Former; Tuber; Schlauchformer)

Die Schlauchmaschine ist der Maschinenabschnitt, der eine flache Papierbahn zu einem durchgehenden Schlauch faltet, die Längsnaht (Seitennaht) verklebt und bei Bedarf die Seitenfalten faltet. Der Schlauch wird anschließend vom Abschnittmesser auf Beutellänge geschnitten und an den Bodenleger übergeben. Breite des Nahtleims, Laufrichtung des Papiers und Lage des Drucks relativ zur Naht müssen an der Schlauchmaschine eingestellt werden, weshalb die Druckdaten für Beutel der Stanzkontur des Weiterverarbeiters für die jeweilige Größe folgen.

Siehe: Herstellung von Papierbeuteln und Papiertragetaschen

Gedrehter Papierkordelgriff (Twisted Handle)

Ein gedrehter Papierkordelgriff ist eine Schlaufe aus gedrehter Papierkordel, deren Enden zwischen zwei Papierverstärkungen verklebt sind und die an der Innenseite des oberen Randes einer Tragetasche befestigt wird. Auf automatischen Linien dreht ein Griffaggregat Papierstreifen zu Kordel, formt Schlaufe und Verstärkungen und bringt sie auf die Bahn auf, bevor der Schlauch geformt wird. Gedrehte Kordelgriffe liegen bei schwereren Lasten runder und bequemer in der Hand als Flachhenkel, kosten pro Stück aber mehr.

Siehe: Grifftypen bei Papiertragetaschen; Individuell bedruckte Papiertragetaschen

Pappbecher und Speisebehälter

Begriffe für einwandige, doppelwandige und Ripple-Becher, Suppen- und Speisebehälter sowie deren Deckel. Die vollständige Abfolge steht in Herstellung von Pappbechern und Speisebehältern.

Bodenrändelung (Bottom Knurling; Bodenbördelung)

Die Bodenrändelung ist der Schritt an einer Becher- oder Behälterformmaschine, der den Boden versiegelt. Der untere Rand der Becherwand wird nach innen über den Rand der Bodenscheibe gefaltet, und ein beheiztes Rändelrad presst die Lagen unter Druck zusammen, wobei die Beschichtung verschmilzt. Zu wenig Hitze oder Druck sind hier eine häufige Ursache für schleichende Undichtigkeiten am Boden, weshalb Dichtigkeitsprüfungen an Mustern auf die Bodennaht fokussieren.

Siehe: Herstellung von Pappbechern und Speisebehältern

Bodenmaterial (Bottom Stock; Bodenrolle)

Bodenmaterial ist der beschichtete Karton, aus dem die Böden von Bechern und Behältern gestanzt werden, meist als schmale Rolle der Formmaschine zugeführt. Es ist häufig ein leichterer Karton als die Becherwand und auf der Seite beschichtet, die dem Füllgut zugewandt ist. Die Barriere des Bodens muss zu der der Wand passen; ein PE-freier oder dispersionsbeschichteter Becher braucht daher auch ein kompatibles Bodenmaterial.

Siehe: Innenbeschichtungen für Pappbecher

Becherformmaschine (Cup Forming Machine; Cup Machine)

Eine Becherformmaschine macht aus bedruckten, gestanzten Mantelzuschnitten und einer Rolle Bodenmaterial fertige Becher. Sie wickelt jeden Zuschnitt um einen konischen Formdorn und siegelt die Seitennaht, stanzt und setzt die Bodenscheibe ein, faltet und rändelt den Boden und rollt den Rand. Behälterformmaschinen für Suppenbecher und Speiseschalen arbeiten ebenso, mit größeren Durchmessern und schwererem Karton; jede Maschine fährt nur einen begrenzten Größenbereich, wobei zwischen den Größen Formatteile gewechselt werden.

Siehe: Herstellung von Pappbechern und Speisebehältern; Individuell bedruckte Pappbecher

Becherkarton (Cupstock; Cupboard)

Becherkarton ist Karton, der speziell für das Formen von Bechern und runden Behältern hergestellt wird, typischerweise 170-350 g/m², aus Frischfasern und masseleimt, damit keine Flüssigkeit in die Schnittkanten zieht. Er ist innen beschichtet und für Kaltgetränkebecher auf beiden Seiten, mit PE oder einer wässrigen Dispersionsbarriere. In der Weiterverarbeitung wird Becherkarton auf Rollen oder Bogen bedruckt und anschließend zu Mantelzuschnitten gestanzt.

Siehe: Innenbeschichtungen für Pappbecher; Glossar Verpackungsmaterialien

Stanzen der Becherzuschnitte (Die-cutting of Cup Blanks)

Das Stanzen der Becherzuschnitte ist der Arbeitsgang, der bedruckten Becherkarton zu gebogenen Mantelzuschnitten (Cup Fans) schneidet, meist auf einer Flachbett- oder Rotationsstanze. Die Zuschnitte werden auf dem Bogen oder der Bahn verschachtelt, um den Beschnitt zu verringern, und die Stanzform muss genau zum Formdorn der Formmaschine und zur Bechergröße passen. Die Genauigkeit zwischen Druck und Schnitt in diesem Schritt entscheidet, ob das Motiv an der Seitennaht sauber zusammentrifft.

Siehe: Pappbecher bedrucken

Ummanteln bei Doppelwand- und Ripple-Bechern (Double Wall and Ripple Wrapping)

Das Ummanteln ist der Arbeitsgang, der einem geformten einwandigen Becher eine äußere Isolierschicht hinzufügt, entweder inline oder auf einer separaten Ummantelungsmaschine. Bei einem doppelwandigen Becher wird ein glatter bedruckter Kartonmantel mit einem dünnen Luftspalt um den Innenbecher geklebt; bei einem Ripple-Becher ist der Mantel ein geprägtes, geriffeltes Papier, das den Innenbecher nur an den Rippen berührt. Die zusätzliche Schicht und der zusätzliche Arbeitsschritt erhöhen den Stückpreis, und der Mantel trägt den Druck, weshalb der Innenbecher oft unbedruckt ist.

Siehe: Unterschiede zwischen einwandigen, doppelwandigen und Ripple-Bechern

Heißluftsiegeln (Hot Air Sealing)

Heißluftsiegeln ist ein Verfahren zum Siegeln der Seitennaht oder des Bodens eines Bechers, bei dem erhitzte Luft auf die beschichteten Flächen geblasen wird, bis die Beschichtung schmilzt, und die Flächen dann zusammengepresst werden. Es ist an Becher- und Behälterformmaschinen für PE-beschichteten Karton weit verbreitet. Lufttemperatur, Verweilzeit und Druck müssen zur Beschichtung passen; der Wechsel von PE auf eine Dispersions- oder PLA-Beschichtung erfordert daher meist neue Siegeleinstellungen und Versuche.

Siehe: Innenbeschichtungen für Pappbecher

Deckelpassung (Lid Fit)

Die Deckelpassung beschreibt, wie sicher ein Deckel auf dem Randwulst eines Bechers oder Behälters einrastet und wie gut er gegen Auslaufen abdichtet. Sie hängt vom Außendurchmesser des Rands, von Form und Gleichmäßigkeit des Wulsts sowie von Design und Material des Deckels ab, weshalb Deckel und Becher nach Größe und oft auch nach Lieferant abgestimmt werden. Eine schlechte Deckelpassung führt bei der Lieferung zu Auslaufen und abspringenden Deckeln; Deckel sollten daher an Produktionsmustern des tatsächlichen Bechers getestet werden.

Siehe: Deckel für Speisebehälter aus Karton

Formdorn (Mandrel)

Der Formdorn ist das konische Formwerkzeug an einer Becher- oder Behälterformmaschine, um das der Mantelzuschnitt gewickelt und gesiegelt wird. Seine Maße bestimmen oberen und unteren Durchmesser sowie die Konizität des Bechers, sodass jede Bechergröße ihren eigenen Formdornsatz braucht. Formdornwerkzeuge sind ein Grund dafür, dass Becher in festen Größenbereichen angeboten werden und eine neue Größe Werkzeuginvestitionen erfordert.

Stapelung (Nesting; Stapelhöhe; Vereinzeln)

Stapelung ist das Ineinanderstellen von Bechern oder Behältern für Verpackung und Transport; das Vereinzeln (Denesting) ist ihre erneute Trennung von Hand oder maschinell. Die Stapelhöhe pro Stück hängt von der Konizität des Bechers und einer Stapelschulter oder einem Ring ab, die verhindern, dass sich die Becher verklemmen. Eine gute Stapelung verringert das Transportvolumen, während fest verkeilte Becher den Service verlangsamen und Ränder beschädigen können.

Siehe: Größen von Pappbechern

PE-Extrusionsbeschichtung (PE Extrusion Coating; PE-Beschichtung)

Die PE-Extrusionsbeschichtung ist das Verfahren, bei dem geschmolzenes Polyethylen niedriger Dichte aus einer Breitschlitzdüse als dünner durchgehender Film auf Karton aufgetragen wird, der durch einen Kühlwalzenspalt läuft. Bei Becherkarton liegen die PE-Auftragsgewichte typischerweise im Bereich von 12-20 g/m² pro beschichteter Seite und sorgen für Wasserbeständigkeit und Siegelfähigkeit. PE-beschichtete Becher und Behälter gelten nach den EU- und UK-Vorschriften für Einwegkunststoffe als kunststoffhaltig.

Siehe: Barrierebeschichtungen für Papierverpackungen; Innenbeschichtungen für Pappbecher

Pressformschale (Press-formed Tray; gepresster Kartonbehälter)

Eine Pressformschale ist eine Kartonschale oder ein Teller, die in einer beheizten Form aus einem einzelnen flachen Zuschnitt geformt wird, wobei sich an den Ecken oder rund um die Wand Falten bilden. Anders als geformte Becher hat sie keine Seitennaht, was an den Ecken die Fett- und Flüssigkeitsbeständigkeit unterstützt. Der Karton ist meist beschichtet, und die Falten werden unter Hitze und Druck fest gepresst.

Randwulst (Rim Curl; Rim Roll; Rollrand)

Der Randwulst ist der gerollte obere Rand eines Bechers oder Behälters, der entsteht, indem die Becherwand nach außen und unten zu einem festen Wulst gerollt wird. Er verleiht der Öffnung Steifigkeit, eine angenehme Trinkkante und den Sitz für den Deckel. Schwankungen im Wulstdurchmesser sind eine häufige Ursache schlechter Deckelpassung.

Siehe: Deckel für Speisebehälter aus Karton

Seitennaht (Side Seam; Überlappung der Becherseitennaht)

Die Seitennaht ist die senkrechte Überlappung, an der die beiden Enden eines Mantelzuschnitts zur Becherwand verbunden werden. Sie ist wenige Millimeter breit und wird mit Heißluft oder Ultraschall gesiegelt. Die Druckdaten müssen die Überlappung berücksichtigen, die einen Teil des einen Motivendes verdeckt, sowie die freiliegende Kante innen; deshalb ist Becherkarton masseleimt gegen das Aufsaugen an der Kante.

Siehe: Pappbecher bedrucken

Mantelzuschnitt (Sidewall Blank; Cup Fan)

Ein Mantelzuschnitt (Cup Fan) ist das gebogene, flache Stück bedruckten Becherkartons, das zur Becherwand wird. Seine Bogenform ergibt sich aus der Abwicklung eines Kegels; damit eine Motivlinie am fertigen Becher als waagerechter Kreis erscheint, muss sie daher dem Bogen des Zuschnitts folgen, und eine gerade Linie auf dem Zuschnitt erscheint am Becher gekrümmt. Die Druckdaten für Becher werden deshalb auf einer verzerrten Vorlage des Mantelzuschnitts angelegt, die der Weiterverarbeiter für genau diese Größe liefert.

Siehe: Pappbecher bedrucken

Ultraschallsiegeln (Ultrasonic Sealing)

Ultraschallsiegeln verbindet die Seitennaht eines Bechers oder Behälters durch hochfrequente mechanische Schwingungen, üblicherweise um 20 kHz, die an der Grenzfläche zwischen den beschichteten Flächen Wärme erzeugen. Die Wärme entsteht nur dort, wo sie gebraucht wird; das Verfahren siegelt daher schnell mit wenig Energie und eignet sich für einige Beschichtungen, die sich mit Heißluft schwer siegeln lassen. Die Siegelqualität hängt von Sonotrodendruck, Amplitude und Beschichtung ab und wird deshalb je Material eingestellt und geprüft.

Weiterverarbeitung von Bogenkarton

Begriffe für das Stanzen, Ausbrechen und Faltschachtelkleben von Faltschachteln, Burgerboxen und To-go-Boxen. Die Route ist in Herstellung von Faltschachteln und To-go-Boxen beschrieben.

Nutzentrennen (Blanking)

Nutzentrennen ist das Trennen gestanzter Zuschnitte voneinander und vom verbleibenden Bogenrahmen am Auslauf einer Flachbettstanze, sodass sie als Stapel einzelner Zuschnitte zum Kleben bereitliegen. Ohne Trennstation werden die Zuschnitte von Hand oder auf einem separaten Nutzentrenngerät aus dem Bogen gelöst. Das Nutzentrennen setzt voraus, dass die Haltepunkte zwischen den Zuschnitten sauber brechen, was die Platzierung der Haltepunkte im Stanzformdesign beeinflusst.

Kaltfolie (Cold Foil; Kaltfolientransfer)

Kaltfolie bringt eine metallisierte Schicht auf, indem ein UV-härtender Klebstoff im Motivbereich gedruckt und anschließend ein Folienträger aufkaschiert und abgezogen wird, sodass das Metall nur dort übertragen wird, wo Klebstoff liegt. Das Verfahren läuft inline auf entsprechend ausgestatteten Offset- oder Flexodruckmaschinen, braucht keine beheizte Prägeform und kann mit Prozessfarben überdruckt werden, um farbige Metalleffekte zu erzielen; es ergibt aber meist eine weniger erhabene, etwas weniger brillante Veredelung als Heißfolie. Siehe: Veredelung von Faltschachteln.

Rillmatrize (Counter; Gegenform; Rillkanalplatte)

Eine Rillmatrize ist die Platte oder der Satz von Kanalstreifen, die gegenüber den Rilllinien an einer Stanze montiert sind und jeder Rille einen Kanal bieten, in den der Karton gepresst wird. Kanalbreite und -tiefe werden nach der Kartonstärke und der Rilllinienstärke gewählt; als Faustregel gilt eine Kanalbreite von etwa dem 1,5-Fachen der Kartonstärke plus der Rilllinienbreite. Eine falsche Rillmatrize führt zu gebrochenen Rillen, schwachen Falzen oder Schachteln, die aufspringen.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Automatikboden (Crash-lock Bottom; Auto-Bottom; Crashlockboden)

Ein Automatikboden ist ein Schachtelboden, der auf der Faltschachtelklebemaschine vorgeklebt wird, sodass er beim Aufrichten der flach liegenden Schachtel in einen verriegelten, ebenen Boden springt. Das Verkleben der Bodenklappen erfordert eine Faltschachtelklebemaschine mit Crashlock-Aggregaten (Rückfalz), weshalb er in der Herstellung mehr kostet als ein Steckboden, beim Verpacken aber Zeit spart. Er trägt schwereren Inhalt als ein Steckboden.

Siehe: Faltschachtel-Bauformen

Rilllinie (Creasing Rule)

Eine Rilllinie ist ein stumpfkantiges Stahlband in einer Stanzform, das eine Falzlinie in den Karton drückt, ohne ihn zu schneiden. Rilllinien sind etwa um die Kartonstärke niedriger als Schneidlinien und werden mit Kanälen in der Rillmatrize gepaart. Breite, Tiefe und Lage der Rille entscheiden, wie sauber und genau eine Schachtel faltet und, bei Recycling- oder gestrichenen Kartons, ob die Oberfläche bricht.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Stanzform (Cutting Die; NL: stansmes)

Eine Stanzform ist das Werkzeug, typischerweise in eine Trägerplatte eingesetzte Stahllinien, das bedruckte Bogen in einem Hub zu Zuschnitten schneidet und rillt; Stanzen ist dieser Arbeitsgang. Eine Stanzform wird pro Größe und Bauform gefertigt, verursacht einmalige Werkzeugkosten und kann bei Wiederholaufträgen erneut verwendet werden. Stanzformen für Flachbettstanzen sind eben; Werkzeuge für Rotationsstanzen sind gebogene Stanzbleche oder massive gravierte Zylinder.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln; Kostentreiber bei Verpackungen

Hoch- und Tiefprägung (Embossing and Debossing; NL: preeg)

Beim Hochprägen wird eine Fläche des Kartons oder Papiers erhöht, beim Tiefprägen unter die Oberfläche gedrückt, mit einem passenden Paar aus Patrize und Matrize unter Druck, oft mit Wärme. Tiefe, Schärfe und die Frage, ob der Effekt registergenau zum Druck liegt, hängen von Kartonstärke, Faserart und Qualität der Prägeform ab; starke Prägungen können gestrichene Oberflächen brechen lassen oder dünnen Karton schwächen. Siehe: Veredelung von Faltschachteln.

Faltschachtelklebemaschine (Folder-gluer)

Eine Faltschachtelklebemaschine faltet gestanzte Zuschnitte entlang ihrer Rillen, trägt Klebstoff auf und presst die verklebten Verbindungen, sodass die Schachtel flach liegend und aufrichtbereit die Maschine verlässt. Eine Geradlinien-Faltschachtelklebemaschine fertigt einfache Schachteln mit Seitennaht; Maschinen mit Crashlock-Aggregaten fertigen Schachteln mit Automatikboden; 4- und 6-Punkt-Konfigurationen fertigen Schalen und Boxen, die an den Ecken verklebt sind, etwa einige Burger- und To-go-Boxen. Geschwindigkeit und Einrichtzeit der Faltschachtelklebemaschine sind bei komplexen Bauformen ein wesentlicher Teil der Schachtelkosten.

Siehe: Faltschachtel-Bauformen; Individuell bedruckte Faltschachteln

Klebstoffe an der Faltschachtelklebemaschine (Kaltleim und Hotmelt)

Faltschachtelklebemaschinen arbeiten entweder mit Kaltleim, typischerweise einer wasserbasierten PVAc- oder ähnlichen Emulsion, die per Leimrad oder Düse aufgetragen wird, oder mit Hotmelt, der heiß aus einem beheizten Tank aufgetragen wird. Kaltleim ist die Regel für Seitennähte von Faltschachteln und ergibt nach dem Trocknen starke, faserreißende Verbindungen; Hotmelt bindet sofort und eignet sich für gestrichene oder schwierige Oberflächen und das schnelle Eckenkleben. Klebstoffe für Lebensmittelverpackungen sind Teil der Bewertung für den Lebensmittelkontakt, weshalb ihre Art in der Spezifikation festgehalten wird.

Siehe: Konformität von Lebensmittelkontaktverpackungen

Klebelasche (Glue Flap)

Eine Klebelasche ist das schmale Feld an einer Kante eines Schachtel- oder Kartonzuschnitts, das mit dem gegenüberliegenden Feld verklebt wird, um die Seitennaht zu schließen. Auf einer Stanzkontur ist sie bei Faltschachteln meist 12-20 mm breit und an den Enden abgeschrägt, damit sie die Falzung nicht behindert. Die Klebelasche bleibt normalerweise dort unbedruckt oder lackfrei, wo Klebstoff aufgetragen wird, weil Beschichtungen die Haftung des Leims verhindern können.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Greiferrand (Gripper Margin; Gripper Edge)

Der Greiferrand ist der unbedruckte Streifen an der Vorderkante eines Bogens, an dem die Greifer einer Bogendruckmaschine oder Stanze den Bogen halten und transportieren, typischerweise etwa 10 mm. In ihm kann weder ein Zuschnitt noch Druck liegen; er wird daher vom Weiterverarbeiter bei der Berechnung der Bogengröße und der Zahl der Zuschnitte je Bogen berücksichtigt.

Heißfolienprägung (Hot Foil Stamping; Heißfolie; NL: foliedruk)

Bei der Heißfolienprägung wird eine metallisierte oder pigmentierte Schicht mit einer beheizten Metallform, Druck und Verweilzeit von einem Trägerfilm auf das Substrat übertragen, als separater Durchlauf oder auf einer kombinierten Präge- und Stanzmaschine. Formtemperatur, Druck und Geschwindigkeit müssen zu Substrat und Foliensorte passen; das Verfahren ergibt glänzende, scharfe Metallflächen, bringt aber Werkzeugkosten und einen zusätzlichen Produktionsschritt mit sich, und große metallisierte Flächen können Bewertungen der Recyclingfähigkeit von Papier beeinflussen. Siehe: Veredelung von Faltschachteln.

Fabrikationsnaht (Manufacturer's Joint)

Die Fabrikationsnaht ist die Naht, an der die beiden Enden eines Schachtel- oder Wellpappzuschnitts vom Weiterverarbeiter verbunden werden, normalerweise durch Kleben auf einer Faltschachtelklebemaschine und bei manchen Wellpappkartons durch Heften oder Bandverschluss. Sie wird von der Klebelasche und dem gegenüberliegenden Feld gebildet und liegt meist an einer hinteren Ecke. Ihre Festigkeit ist wichtig für Verpackungslinien und für Schachteln, die von Hand schnell aufgerichtet und befüllt werden.

Haltepunkte (Nicks; Ties)

Haltepunkte sind kleine Lücken in einer Schneidlinie, die winzige ungeschnittene Stege hinterlassen, typischerweise einen Bruchteil eines Millimeters breit, und jeden Zuschnitt bis zum Ausbrechen und Nutzentrennen im Bogen halten. Ohne sie würden Zuschnitte herausfallen und die Stanze blockieren. Haltepunkte hinterlassen kleine sichtbare Spuren an der Schnittkante, weshalb ihre Lage bei hochwertigen Faltschachteln abseits sichtbarer Kanten vereinbart wird.

Nutzen pro Bogen (Number Up; Ups; Step-and-repeat)

Die Nutzenzahl gibt an, wie viele Zuschnitte auf einem bedruckten Bogen oder über eine Bahnbreite platziert werden, zum Beispiel „8 Nutzen“. Der Weiterverarbeiter wählt sie nach Bogengröße, Format von Druck- und Stanzmaschine, Zuschnittform und danach, wie gut sich die Zuschnitte verschachteln lassen. Mehr Nutzen pro Bogen senken die Kosten je Schachtel, erhöhen aber die Stanzformkosten; das Layout ist deshalb Teil des Angebots und nichts, was Käufer üblicherweise vorgeben.

Siehe: Kostentreiber bei Verpackungen

Perforationslinie und Schnitt-Rill-Linie (Perforating Rule; Cut-crease Rule)

Eine Perforationslinie ist eine Schneidlinie mit regelmäßigen Lücken, die eine Reihe kurzer Schnitte für Abreißfunktionen erzeugt, während eine Schnitt-Rill-Linie Schnitte und Rillungen abwechselt, sodass schwerer Karton leichter faltet. Beide werden in Faltschachtel-Stanzformen für Aufreißstreifen, Entnahmeöffnungen und leicht faltbare Felder eingesetzt. Das Verhältnis von Schnitt zu Steg bestimmt, wie leicht die Linie reißt; es wird daher vor der Produktion an Mustern getestet.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Flachbettstanze (Platen Die Cutter; Flatbed Die Cutter)

Eine Flachbettstanze schneidet und rillt Bogen zwischen einer flachen Stahllinien-Stanzform und einer flachen Gegenplatte, die sich in einem senkrechten Hub schließen, ähnlich einer Presse. Automatische Flachbettstanzen führen Bogen einzeln zu und brechen Abfall meist inline aus und trennen die Nutzen. Sie ist die Standardmaschine für Faltschachteln und für präzise Wellpapparbeiten wie Versand- und Pizzakartons und erreicht eine höhere Genauigkeit als das Rotationsstanzen, bei geringerer Geschwindigkeit.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Vorbrechen (Pre-break; Prefolding)

Vorbrechen ist ein Schritt an der Faltschachtelklebemaschine, bei dem ausgewählte Rillen, meist die späteren Kanten der Schachtel, vor dem Kleben um 180 Grad gefaltet und zurückgeklappt werden. Es senkt die Kraft, die zum Öffnen der flach liegenden Schachtel nötig ist, und erleichtert das Aufrichten auf automatischen Verpackungslinien. Schachteln für schnelle Kartoniermaschinen verlangen häufig das Vorbrechen bestimmter Rillen.

Rotationsstanze (Rotary Die Cutter)

Eine Rotationsstanze schneidet und rillt Material zwischen einem rotierenden Stanzzylinder und einem Gegenzylinder, sodass das Material kontinuierlich durchläuft, statt für jeden Hub anzuhalten. Sie ist deutlich schneller als eine Flachbettstanze und wird inline an Rollendruckmaschinen für Mantelzuschnitte, Etiketten und einige Faltschachteln sowie an Wellpappenlinien eingesetzt. Rotationsstanzformen sind in der Herstellung teurer, und das Register ist meist weniger präzise als bei einer Flachbettstanze.

Bandstahlschnitt (Steel Rule Die; Bandstahlstanzform)

Ein Bandstahlschnitt ist eine Stanzform, die durch Biegen von Schneid- und Rilllinien und deren Einsetzen in lasergeschnittene Schlitze einer Stanzplatte, meist aus Sperrholz, entsteht. Neben die Linien geklebtes Auswerfergummi drückt das Material nach jedem Hub von den Schneidkanten. Standardlinien werden in Punkt gemessen (2 pt entsprechen etwa 0,7 mm Stärke) und sind üblicherweise 23,8 mm hoch; Stanzformen können neu bestückt werden, wenn die Schneidkanten verschleißen.

Siehe: Stanzkonturen, Stanzformen und Musterbau bei Faltschachteln

Ausbrechen (Stripping)

Ausbrechen ist das Entfernen von Abfallstücken, etwa Fensteröffnungen, Ausschnitten und Beschnitt zwischen den Zuschnitten, aus einem gestanzten Bogen. Automatische Flachbettstanzen erledigen das in einer Ausbrechstation mit oberen und unteren Ausbrechwerkzeugen, die zur jeweiligen Stanzform passen; andernfalls erfolgt es von Hand. Ausbrechwerkzeuge gehören bei komplexen Formen und Fenstern zu den Werkzeugkosten.

Fenstereinkleben (Window Patching)

Fenstereinkleben ist das Aufkleben eines klaren Folienstücks über eine gestanzte Fensteröffnung an einem Faltschachtel- oder Beutelzuschnitt, auf einer Fenstereinklebemaschine oder mit einem Einklebeaggregat. Die Folie ist typischerweise PET, OPP oder eine Zellulose- oder kompostierbare Folie, von der Rolle geschnitten und um den Fensterrand geklebt. Die Folie bringt einen zweiten Werkstoff ein, der für das Recycling gegebenenfalls getrennt werden muss; Fenstergröße und Folientyp sind daher Teil der Spezifikation zu Nachhaltigkeit und Lebensmittelkontakt.

Siehe: Papierbeutel mit Sichtfenster; Faltschachtel-Bauformen

Wellpappe und Wellpappkartons

Begriffe aus der Wellpappenanlage und der Weiterverarbeitung von Wellpappe zu Pizzakartons, Versandkartons und Umkartons. Die Abfolge wird in Herstellung von Wellpappverpackungen erläutert.

Casemaker

Ein Casemaker ist eine Maschine, die Wellpappbogen bedruckt, schlitzt, rillt, faltet und zu regulären Schlitzkartons verklebt. Der Begriff wird sowohl für ältere Linien aus Drucker, Schlitzer und Falter als auch für moderne Flexo-Folder-Gluer verwendet; er bezieht sich daher meist auf die Herstellung von Versandkartons und nicht auf gestanzte Bauformen. Der Druck auf einem Casemaker besteht typischerweise aus einer bis wenigen Flexofarben auf der fertigen Wellpappe.

Wellpappenanlage (Corrugator)

Eine Wellpappenanlage ist die Linie, die aus Rollen von Deckenpapier und Wellenstoff Wellpappe herstellt: Sie formt die Wellen, verklebt die Lagen mit Stärke, trocknet und härtet die Pappe aus und rillt, schneidet und trennt sie anschließend zu Bogen. Das vordere Ende der Linie, wo die Pappe geformt und verklebt wird, heißt Nassteil; das hintere Ende, wo sie geschnitten wird, Trockenteil. Die Einstellungen der Wellpappenanlage bestimmen Planlage, Verbundfestigkeit und Stärke der Pappe, die wiederum Druck und Schachtelfestigkeit beeinflussen.

Siehe: Herstellung von Wellpappverpackungen

Quetschung (Crush; Board Crush; Dickenverlust)

Quetschung ist der Verlust an Wellpappstärke durch Druck auf die Wellen, etwa in Druck- oder Einzugswalzen, beim Stanzen oder bei schlechter Handhabung. Gequetschte Wellen verringern Kantenstauchwiderstand und Stapelstauchwiderstand der Schachtel, auch wenn sie nicht sichtbar sind. Weiterverarbeiter begrenzen die Quetschung, indem sie Walzenspalte auf die Pappenstärke einstellen; das ist ein Grund dafür, dass Druck- und Stanzqualität bei Wellpappe mit Zielkonflikten verbunden sind.

Siehe: Wellpappsorten für Versandkartons

Doppelkaschierung (Double Backer)

Die Doppelkaschierung ist der Abschnitt der Wellpappenanlage, in dem das zweite Deckenpapier auf die einseitige Bahn geklebt wird und die Wellen verschließt, sodass einwellige Pappe entsteht, oder in dem mehrere einseitige Bahnen zu zweiwelliger Pappe vereint werden. Anschließend läuft die Pappe zwischen beheizten Platten und Bändern, die die Stärke verkleistern und die Verbindung trocknen. Ungleichmäßige Hitze oder ungleichmäßiger Druck sind hier eine häufige Quelle von Verzug und schwacher Verbindung.

Flexo-Folder-Gluer (FFG)

Ein Flexo-Folder-Gluer ist eine Wellpapp-Weiterverarbeitungsmaschine, die im Flexodruck bedruckt, schlitzt und rillt, wahlweise rotationsstanzt, faltet und Kartons in einem Durchlauf verklebt. Er ist die Hauptmaschine für bedruckte reguläre Schlitzkartons und einfache Kartons bei hoher Geschwindigkeit. Der Druck auf einem FFG wird direkt auf die Wellpappe aufgebracht (Post-Print), sodass feine Details im Vergleich zur Litho-Kaschierung begrenzt sind.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Welle (Flute; Wellenprofil)

Eine Welle ist die im Wellenstoff geformte Wellenlinie, und der Wellenbuchstabe beschreibt ihre Höhe und Teilung. Typische Stärken bei einwelliger Pappe sind etwa 0,8-1,0 mm bei der F-Welle, 1,1-1,8 mm bei E, 2,5-3,2 mm bei B und 3,5-4,5 mm bei C, wobei die genaue Stärke von Wellpappenanlage und eingesetzten Papieren abhängt. Wellen werden zwischen beheizten Wellenwalzen im Single Facer geformt, und jedes Wellenprofil braucht seinen eigenen Walzensatz.

Siehe: Wellpappsorten für Versandkartons; E-Welle oder B-Welle bei Pizzakartons

Leimlinien (Glue Lines)

Leimlinien sind die schmalen Linien aus Stärkekleber, die auf die Wellenspitzen aufgetragen werden und den Wellenstoff mit den Deckenpapieren der Wellpappe verbinden. Breite, Durchgängigkeit und Verbundfestigkeit hängen von Stärkeauftrag, Hitze und Geschwindigkeit an der Wellpappenanlage ab. Zu viel Stärke oder ein dünnes Deckenpapier können sich als sichtbare Linien auf der bedruckten Oberfläche abzeichnen, und schwache oder fehlende Leimlinien führen zur Delamination.

Deckenpapier (Liner; Linerboard; Decke)

Ein Deckenpapier ist eine flache Papierlage, die außen oder innen auf die Wellen der Wellpappe geklebt wird. Deckenpapiere sind typischerweise Kraftliner (überwiegend Frischfaser) oder Testliner (überwiegend Recyclingfaser), oft mit weißer oder gestrichener Deckschicht zum Bedrucken. Die Deckenpapiere tragen den Druck und den Großteil der Berstfestigkeit; bei Pizzakartons liegt die Grammatur des Deckenpapiers häufig im Bereich von etwa 120-200 g/m² je Lage.

Siehe: Glossar Verpackungsmaterialien; Wellpappsorten für Versandkartons

Litho-Kaschierung (Litho-lamination; Litho-Lam)

Litho-Kaschierung bedeutet, einen Papierbogen im Offsetdruck zu bedrucken und anschließend auf Wellpappe zu kaschieren, wodurch die Druckqualität des Vierfarbdrucks mit der Festigkeit der Wellpappe kombiniert wird. Der bedruckte Deckbogen wird auf einer Bogenkaschiermaschine auf einseitige oder fertige Wellpappe geklebt und anschließend gestanzt. Sie wird für hochwertige Pizzakartons, Versandkartons und Displayverpackungen verwendet und vermeidet den größten Teil des Waschbretteffekts, der beim Direktdruck auf grobe Wellen auftritt.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Wellenstoff (Medium; Fluting; Corrugating Medium)

Der Wellenstoff ist das Papier, das zwischen den Deckenpapieren der Wellpappe zu Wellen geformt wird. Es handelt sich typischerweise um ein Recycling- oder halbchemisches Wellenstoffpapier; bei Pizzakartons liegt der Wellenstoff typischerweise bei etwa 100-150 g/m². Der Wellenstoff gibt der Pappe ihre Stärke und einen großen Teil ihrer Stauchfestigkeit; ein schwacher Wellenstoff zeigt sich daher in geringer Quetsch- und Stapelfestigkeit.

Siehe: Glossar Verpackungsmaterialien

Direktdruck auf Wellpappe (Post-print)

Post-Print bedeutet, direkt auf fertige Wellpappe zu drucken, meist im Flexodruck in ein bis drei Farben, auf einem Flexo-Folder-Gluer oder einer separaten Druckmaschine. Das Verfahren eignet sich für kurze und mittlere Auflagen und braucht keine besondere Pappe, doch der Druck auf die Wellen begrenzt feine Details und kann Waschbretteffekt und Quetschung verursachen. Die meisten standardmäßig bedruckten Pizzakartons sind im Post-Print gedruckt.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Vordruck auf Wellpappe (Pre-print)

Pre-Print bedeutet, das Deckenpapier vor dem Wellen auf der Rolle zu bedrucken, meist im hochwertigen Flexo- oder Tiefdruck. Die bedruckte Rolle läuft dann als äußeres Deckenpapier auf der Wellpappenanlage und ergibt feineren Druck als Post-Print, ohne den separaten Schritt der Litho-Kaschierung. Weil das Deckenpapier gedruckt wird, bevor die Pappe entsteht, eignet sich Pre-Print für sehr große Mengen mit stabilen Motiven.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Rotationsstanzen von Wellpappe (Rotary Die Cutting)

Beim Rotationsstanzen von Wellpappe laufen die Bogen zwischen einem Zylinder mit gebogener Stahllinien-Stanzform und einem polyurethanbezogenen Gegenzylinder hindurch. Es ist schnell und eignet sich für große Mengen einfacher gestanzter Kartons, doch die gebogene Stanzform und der Gegenzylinder ergeben weniger präzise Schnitte und Rillen als eine Flachbettstanze. Die Gegenzylinderbezüge verschleißen und werden regelmäßig nachgeschliffen oder ersetzt.

Single Facer (Einseitenmaschine)

Der Single Facer ist der Abschnitt der Wellpappenanlage, der die Wellen formt und mit dem ersten Deckenpapier verklebt. Der Wellenstoff wird erhitzt und bedampft, zwischen ineinandergreifenden Wellenwalzen geformt, Stärke wird auf die Wellenspitzen aufgetragen, und eine Andruckwalze oder ein Band verbindet das Deckenpapier mit ihnen; es entsteht einseitige Wellpappe. Einseitige Wellpappe wird auch für sich allein als Umwicklung und bei der Litho-Kaschierung verwendet.

Schlitz- und Rillstation (Slotter-scorer; Printer-slotter)

Eine Schlitz- und Rillstation ist der Weiterverarbeitungsabschnitt für Wellpappe, der die Schlitze zwischen den Klappen eines Kartonzuschnitts schneidet und Rilllinien zum Falten eindrückt. Schlitze lassen die Klappen ohne Ausbeulen falten, und die Rillen sind breite Falzlinien, die zur Stärke der Wellpappe passen. Bei regulären Schlitzkartons ersetzt dies das Stanzen, was die Werkzeugkosten niedrig hält.

Stärkekleber (Starch Adhesive)

Stärkekleber ist der an Wellpappenanlagen verwendete Klebstoff, typischerweise aus Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke mit Natronlauge und Borax, der unter Hitze verkleistert und die Verbindung bildet. Die meisten Systeme arbeiten nach dem Stein-Hall-Verfahren (mit Trägerstärke) oder als trägerloses System (No-Carrier). Die Stärke ist günstig und repulpierbar, beeinträchtigt das Recycling der Wellpappe daher in der Regel nicht.

Verzug (Warp; Wellpappenverzug)

Verzug ist das Wölben von Wellpappbogen aus der Ebene, verursacht durch ein Ungleichgewicht von Feuchte oder Spannung zwischen den Deckenpapieren, meist durch ungleichmäßige Erwärmung an der Wellpappenanlage oder durch wechselnde Umgebungsfeuchte. Verzogene Bogen laufen schlecht in Druck- und Stanzmaschinen und verursachen Registerfehler, Quetschung und Staus. Das Klimatisieren der Pappe vor der Weiterverarbeitung und die Kontrolle der Hitze an der Wellpappenanlage sind die wichtigsten Gegenmaßnahmen.

Waschbretteffekt (Washboarding)

Der Waschbretteffekt ist ein sichtbares Wellenmuster auf bedruckter Wellpappe, bei dem das Deckenpapier den darunterliegenden Wellen folgt; er fällt bei groben Wellen und dunklen oder glänzenden Vollflächen am stärksten auf. Feinere Wellen, schwerere Deckenpapiere oder Litho-Kaschierung verringern ihn. Weil er ebenso aus dem Pappenaufbau wie aus dem Druck entsteht, wird er am besten in der Designphase geklärt.

Siehe: Pizzakartons bedrucken; Wellpappsorten für Versandkartons

Folienextrusion, Kunststoffbeutel und flexible Verpackungen

Begriffe von der Folienextrusion über Druck und Kaschierung bis zur Beutel- und Pouchherstellung. Die Routen sind in Herstellung von Kunststoffbeuteln und -tragetaschen und Herstellung flexibler Pouches beschrieben.

Beutelmaschine für Folie (Bag Making Machine)

Eine Beutelmaschine für Folie verarbeitet eine Rolle bedruckter Schlauch- oder Flachfolie durch Siegeln, Schneiden und, wenn nötig, Stanzen von Griffen zu fertigen Beuteln. Die Maschinentypen sind nach den Nähten benannt, die sie erzeugen, etwa Bodennaht-, Seitennaht- und Hemdchenbeutelmaschinen, und viele enthalten Aggregate zum Einlegen von Seitenfalten, zum Wicketing (Aufstapeln auf Drahtbügel) und zum Griffstanzen. Die gewählte Maschine bestimmt Konstruktion und Siegelnahtfestigkeit des Beutels; sie richtet sich daher nach der Beutelform und nicht umgekehrt.

Siehe: Grifftypen bei Kunststofftragetaschen; Individuell bedruckte Kunststofftragetaschen

Aufblasverhältnis (Blow-up Ratio; BUR)

Das Aufblasverhältnis ist bei der Blasfolienextrusion der Durchmesser der aufgeblasenen Folienblase geteilt durch den Durchmesser der Düse, typischerweise etwa 2:1 bis 4:1. Ein höheres Verhältnis dehnt die Folie stärker in Querrichtung und gleicht so ihre Festigkeit zwischen Maschinen- und Querrichtung an. Das Aufblasverhältnis beeinflusst daher, wie ein Beutel reißt und wie gut er Durchstoßen widersteht, und es verändert die Flachlegebreite, die die Linie herstellen kann.

Siehe: Beutel aus LDPE, HDPE und Recycling-PE

Blasfolienextrusion (Blown Film Extrusion)

Bei der Blasfolienextrusion wird Polyethylen oder ein anderes Polymer in einem Extruder aufgeschmolzen, durch eine ringförmige Düse gepresst und mit Luft zu einer hohen Blase aufgeblasen, die gekühlt, flachgelegt und als Schlauch aufgewickelt oder zu Flachfolie aufgeschnitten wird. Sie ist das Standardverfahren für Tragetaschen und die meiste PE-Verpackungsfolie. Das Verfahren legt Foliendicke, Breite und Orientierung fest und damit Festigkeit, Klarheit und Reißverhalten.

Siehe: Herstellung von Kunststoffbeuteln und -tragetaschen

Bodennahtbeutel (Bottom Seal Bag)

Ein Bodennahtbeutel wird aus einem flachgelegten oder seitengefalteten Schlauch hergestellt, indem der Boden quer versiegelt und die Oberseite abgeschnitten wird; die Seiten sind damit die gefalteten Kanten des Schlauchs ohne Seitennähte. Bodennähte sind fest und auslaufsicher, was sich für Müllsäcke, Obst- und Gemüsebeutel und viele Tragetaschen eignet. Eine Bodennahtmaschine erzeugt typischerweise eine breitere Naht als die Schweißraupe einer Seitennahtmaschine.

Gießfolie (Cast Film; Castfolie)

Gießfolie wird hergestellt, indem geschmolzenes Polymer durch eine Breitschlitzdüse auf eine gekühlte, polierte Walze extrudiert wird, die es sehr schnell abkühlt. Im Vergleich zur Blasfolie hat Gießfolie bessere Klarheit und Dickengleichmäßigkeit und wird mit höheren Geschwindigkeiten produziert, hat aber eine weniger ausgeglichene Orientierung. Gegossene Polypropylen-Siegelfolien (CPP) und Stretchfolie sind typische Gießprodukte.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches

Koextrusion (Co-extrusion; Co-ex)

Bei der Koextrusion werden zwei oder mehr Polymerschmelzen aus getrennten Extrudern in eine Düse geführt, sodass in einem Schritt eine mehrlagige Folie entsteht, typischerweise mit drei, fünf, sieben oder mehr Lagen. Jede Lage kann eine eigene Aufgabe haben, etwa Druckoberfläche, Barriere, Kern mit Rezyklatanteil oder Siegelschicht. Koextrudierte Folien sind in der Regel leichter zu recyceln als Verbunde aus unterschiedlichen Materialien, wenn alle Lagen zur selben Polymerfamilie gehören.

Siehe: Recyclingfähige Monomaterial-Pouches

Coronavorbehandlung (Corona Treatment)

Die Coronavorbehandlung erhöht die Oberflächenenergie einer Kunststofffolie, indem sie durch eine elektrische Hochspannungsentladung geführt wird, die die Oberfläche oxidiert, sodass Druckfarben, Beschichtungen und Klebstoffe sie benetzen und haften. Sie wird meist inline nach der Extrusion und oft noch einmal unmittelbar vor dem Bedrucken angewendet, weil die Behandlung mit der Zeit nachlässt. Unzureichende oder nachgelassene Coronavorbehandlung ist eine häufige Ursache für schlechte Farbhaftung und abreibende Druckfarbe auf Beuteln.

Siehe: Kunststofftragetaschen bedrucken

Aushärtung (Curing; Kaschier-Aushärtung)

Die Aushärtung ist der Zeitraum nach der Klebstoffkaschierung, in dem der Klebstoff seine chemische Reaktion abschließt und die volle Verbundfestigkeit erreicht. Lösemittelfreie Polyurethanklebstoffe brauchen typischerweise mehrere Tage, oft zwei bis sieben je nach System, bevor der Verbund geschnitten oder zu Pouches verarbeitet wird. Die Aushärtung lässt außerdem restliche reaktive Bestandteile wie Isocyanate abreagieren; deshalb sind Prüfungen auf primäre aromatische Amine (PAA) bei Lebensmittelverpackungen an die Aushärtezeit gekoppelt, und deshalb haben kaschierte Pouches längere Lieferzeiten als Beutel aus Einschichtfolie.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches; Lieferzeiten bei Verpackungen

Extrusionsdüse (Die)

Eine Extrusionsdüse ist das geformte Metallwerkzeug, durch das die Polymerschmelze den Extruder verlässt: eine Ringdüse für Blasfolie und eine Breitschlitzdüse für Gießfolie und Extrusionsbeschichtung. Düsenspalt sowie Düsendurchmesser oder -breite legen die Ausgangsmaße der Schmelze fest, und die Temperaturführung der Düse beeinflusst die Dickengleichmäßigkeit. Düsenstreifen, also Streifen durch Beschädigungen oder Ablagerungen an den Düsenlippen, sind ein sichtbarer Folienfehler.

Dyn-Wert (Dyne Level; Oberflächenenergie)

Der Dyn-Wert ist die Oberflächenenergie einer Folie, gemessen in Dyn pro Zentimeter oder Millinewton pro Meter (mN/m) mit Testtinten oder -stiften, zum Beispiel nach ISO 8296 oder ASTM D2578. Unbehandeltes Polyethylen liegt typischerweise bei etwa 30-31 mN/m; Bedrucken braucht typischerweise etwa 38-42 mN/m, Kaschieren oft einen ähnlichen oder höheren Wert. Eine Dyn-Prüfung vor dem Bedrucken ist ein schneller Weg, um zu bestätigen, dass die Coronavorbehandlung noch wirkt.

Siehe: Kunststofftragetaschen bedrucken

Extrusionskaschierung (Extrusion Lamination)

Die Extrusionskaschierung verbindet zwei Bahnen, etwa eine bedruckte Folie mit Alufolie oder Papier, indem zwischen ihnen in einem Kühlwalzenspalt eine dünne Schicht geschmolzenes Polymer, meist LDPE, extrudiert wird. Die Polymerschicht dient zugleich als Klebstoff und als Teil des Aufbaus, und es ist keine Aushärtezeit für einen Klebstoff nötig. Sie wird für Papier/PE-, Alu- und Folienverbunde eingesetzt, bei denen eine dickere Verbindungsschicht akzeptabel ist.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches

Frostgrenze (Frost Line; Frostlinienhöhe)

Die Frostgrenze ist die Zone oberhalb einer Blasfoliendüse, in der die geschmolzene Blase abkühlt und erstarrt; sie ist als Wechsel von klarer zu trüberer Folie sichtbar. Ihre Höhe, durch Kühlluft und Ausstoß bestimmt, beeinflusst Orientierung, Klarheit und Zähigkeit der Folie. HDPE-Folie wird oft in Langhalsfahrweise mit hoher Frostgrenze gefahren, um Festigkeit aufzubauen.

Dickenband (Gauge Band)

Ein Dickenband ist eine Spur der Folie, die durchgehend dicker oder dünner ist als der Rest der Bahn, verursacht durch Schwankungen um die Düse oder in der Kühlung. Liegt es immer an derselben Stelle, baut es sich in der aufgewickelten Rolle als harte Erhebung oder weiche Zone auf und verursacht Falten und Registerprobleme. Blasfolienlinien oszillieren oder drehen die Düse oder den Abzug, um Dickenbänder über die Rollenbreite zu verteilen.

Siehe: Dicke von Kunststofftragetaschen: µm, Gauge und mil

Heizbackensiegeln (Hot-bar Sealing; Dauerwärmesiegeln)

Beim Heizbackensiegeln werden Folienlagen zwischen Backen gepresst, die dauerhaft auf einer festgelegten Temperatur gehalten werden; gesiegelt wird durch Wärme, Druck und Verweilzeit. Es ist schnell und das Standardverfahren für Verbunde und Pouches, deren hitzebeständige Außenlagen vor dem Ankleben an den Backen schützen. Siegeltemperatur, Druck und Zeit werden für jeden Aufbau eingestellt und durch Siegelnahtfestigkeitsprüfungen kontrolliert.

Heißschneidesiegeln (Hot-knife; Trennschweißen)

Ein Heißmesser ist eine beheizte Klinge, die zwei oder mehr Folienlagen in einer Bewegung durchtrennt und die Kanten versiegelt, wodurch eine schmale Schweißraupe entsteht. Es wird an Seitennahtbeutelmaschinen eingesetzt und ergibt Beutel mit sauberen Kanten und ohne Siegelrand. Die Festigkeit der Schweißraupe hängt von Klingentemperatur und Folientyp ab und ist meist geringer als bei einer breiten Bodennaht.

Impulssiegeln (Impulse Sealing)

Beim Impulssiegeln wird ein dünnes Heizelement durch einen elektrischen Impuls kurz erhitzt, während die Backen geschlossen sind, und kühlt anschließend unter Druck ab, bevor sich die Backen öffnen. Weil die Naht noch eingespannt abkühlt, ergibt das Verfahren feste Nähte bei dickem PE und bei Folien, die an dauerhaft heißen Backen kleben würden. Es ist langsamer als das Heizbackensiegeln und an Beutelmaschinen für dickere Folien sowie an manuellen oder halbautomatischen Siegelgeräten in Gastronomiebetrieben verbreitet.

Kaschierklebstoff (Laminating Adhesive)

Ein Kaschierklebstoff ist der Klebstoff, mit dem Folien, Alufolie oder Papier zu einem Verbund verbunden werden, typischerweise ein Zweikomponenten-Polyurethansystem in lösemittelhaltiger oder lösemittelfreier Form, bei einigen Anwendungen auch wasserbasierte Systeme. Die Wahl des Klebstoffs beeinflusst Verbundfestigkeit, Hitze- und Chemikalienbeständigkeit, Aushärtezeit und Eignung für den Lebensmittelkontakt. Bei Lebensmittel-Pouches gehören die Konformitätsangaben des Klebstofflieferanten zur Dokumentation des Verbunds.

Siehe: Konformität von Lebensmittelkontaktverpackungen

Kaschierung (Lamination; Klebstoffkaschierung; NL: lamineren)

Kaschierung bedeutet bei flexiblen Verpackungen, zwei oder mehr Bahnen, etwa eine bedruckte PET-Folie mit PE oder Alufolie, auf einer Kaschiermaschine zu einem mehrlagigen Material zu verbinden. Die Hauptrouten sind die lösemittelhaltige, die lösemittelfreie und die Extrusionskaschierung. Der Konterdruck auf der Innenseite der Außenfolie mit anschließender Kaschierung schützt den Druck im Inneren des Aufbaus. In der Faltschachtel-Weiterverarbeitung bedeutet Folienkaschierung, eine dünne Folie als Veredelung auf bedruckten Karton aufzubringen.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches; Veredelung von Faltschachteln

Verschweißen von Griffverstärkungen (Patch Handle Welding)

Beim Verschweißen von Griffverstärkungen wird vor dem Stanzen des Griffs ein separates verstärkendes Folienstück um den Griffbereich einer Kunststofftragetasche durch Wärmeschweißen aufgebracht. Die Verstärkung verdoppelt die Wand an der Stelle der größten Belastung, sodass eine Tasche mit Patch-Griff mehr trägt als eine einfache Tasche mit Griffloch aus derselben Folie. Schlaufengriffe, also separate Folienschlaufen, die an den Taschenrand geschweißt werden, werden ähnlich angebracht.

Siehe: Grifftypen bei Kunststofftragetaschen

Pouchmaschine (Pouch Making Machine)

Eine Pouchmaschine verarbeitet bedruckte Verbundrollen zu fertigen Pouches, indem sie Bahnen faltet oder kombiniert, Bodenfalten einsetzt, Zipper und Ventile aufbringt, siegelt, einkerbt und schneidet. Formate wie Dreiseitensiegelbeutel, Standbodenbeutel und Flachbodenbeutel erfordern unterschiedliche Maschinenkonfigurationen. Die Pouchqualität hängt von der Dichtigkeit der Siegelnähte, einem genauen Register zwischen Druck und Siegelnaht und gleichbleibenden Abmessungen für die Abfülllinie des Käufers ab.

Siehe: Pouch-Formate; Herstellung flexibler Pouches

Seitennahtbeutel (Side Weld Bag; Seitenschweißbeutel)

Ein Seitennahtbeutel wird aus gefalteter Folie hergestellt, indem die beiden Seiten mit einem Heißmesser versiegelt und geschnitten werden; der Boden ist damit der Falz, und die Seiten tragen schmale Schweißraupen. Seitennahtmaschinen laufen schnell und ergeben saubere Kanten, was sich für bedruckte Tragetaschen, Versandbeutel und Brotbeutel eignet. Seitennähte sind meist schwächer als eine Bodennaht; Beutel für höhere Belastung verwenden daher oft eine Bodennahtkonstruktion.

Schneiden von Folie und Verbund (Slitting; Film and Laminate)

Beim Schneiden von Folien und Verbunden werden breite bedruckte oder kaschierte Rollen auf die fertigen Breiten geschnitten, die für die Pouchherstellung, Schlauchbeutelmaschinen oder die Verpackungslinie des Käufers benötigt werden, meist mit Rasierklingen- oder Scherenmessern auf einer Rollenschneid- und Umwickelmaschine. Toleranz der Schnittbreite, Wickelspannung, Kennzeichnung von Klebestellen und Wickelrichtung werden für automatische Maschinen festgelegt. Bei Verbunden folgt das Schneiden auf die Aushärtung.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches

Lösemittelhaltige Kaschierung (Solvent-based Lamination)

Bei der lösemittelhaltigen Kaschierung wird ein in Lösemittel, typischerweise Ethylacetat, gelöster Klebstoff auf eine Bahn aufgetragen, das Lösemittel in einem Trockenkanal verdampft und dann die zweite Bahn aufgepresst. Das Verfahren verarbeitet ein breites Spektrum von Aufbauten, darunter anspruchsvolle Retorten- und Hochbarriereverbunde, und baut Verbundfestigkeit schnell auf. Es erfordert Lösemittelhandhabung und Emissionskontrolle, und Restlösemittelgehalte werden bei Lebensmittelverpackungen geprüft.

Lösemittelfreie Kaschierung (Solventless Lamination)

Bei der lösemittelfreien Kaschierung wird ein Zweikomponenten-Polyurethanklebstoff mit 100 % Feststoffgehalt ohne Lösemittel in sehr dünnen Schichten aufgetragen und die Bahnen werden ohne Trockenkanal zusammengeführt. Sie verbraucht weniger Energie, vermeidet Lösemittelemissionen und ist heute für viele Lebensmittelverbunde die gängigste Route. Der Klebstoff braucht eine Aushärtezeit, typischerweise mehrere Tage, bevor geschnitten und zu Pouches verarbeitet wird.

Siehe: Verbundstrukturen und Barriereeigenschaften bei Pouches

Dreiseitensiegelbeutel (Three-side Seal; 3SS; flacher Pouch)

Ein Dreiseitensiegelbeutel ist ein flacher Pouch, der vom Weiterverarbeiter an drei Seiten gesiegelt und an der vierten zum Befüllen offen gelassen wird, die dann der Abpacker versiegelt. Er ist der einfachste Pouch in Herstellung und Befüllung und verbraucht am wenigsten Material, steht aber nicht auf. Siegelnahtbreiten, Einrisskerben und ein eventueller Zipper werden zusammen mit den Pouchmaßen festgelegt.

Siehe: Pouch-Formate

Ventilapplikation (Valve Application)

Die Ventilapplikation ist das Anbringen eines Einweg-Entgasungsventils an einem Pouch oder Beutel durch Heißsiegeln oder Kleben, meist an der Pouchmaschine oder als Inline-Aggregat. Das Ventil lässt Kohlendioxid aus frisch geröstetem Kaffee entweichen und begrenzt zugleich eindringenden Sauerstoff. Position des Ventils, das darunter gestanzte Loch und seine Verträglichkeit mit dem Verbund werden in der Phase der Druckdaten festgelegt.

Siehe: Pouch-Merkmale

Wicketing (Wicket-Beutel)

Beim Wicketing werden Beutel durch gestanzte Löcher in einer Kopfleiste auf einen Drahtbügel (Wicket) gestapelt, sodass sie an der Theke oder an einer Abpackmaschine einzeln geöffnet und befüllt werden können. Wicket-Beutel sind für Bäckerei- und Obst- und Gemüsebeutel sowie einige To-go-Tüten verbreitet. Der Beutel braucht eine zusätzliche Kopfleiste und gestanzte Löcher; das Wicketing wird daher bei der Konstruktion des Beutels festgelegt.

Zipper-Applikation (Zipper Application)

Die Zipper-Applikation ist das Einsiegeln eines wiederverschließbaren Zipperprofils in einen Pouch an der Pouchmaschine, typischerweise durch Heißsiegeln der Zipperflansche an die Innenwände knapp unterhalb der oberen Siegelnaht. Der Zipper muss zur Siegelschicht des Pouches passen, und seine Position beeinflusst die Füllhöhe und den Platz für die Einrisskerbe. Press-to-Close-Zipper sind am häufigsten; Schieber- und kindergesicherte Typen brauchen spezielle Maschinenaggregate.

Siehe: Pouch-Merkmale

Tissue, Servietten und Einschlagpapier

Begriffe für bedruckte Servietten und quergeschnittene fettdichte oder MG-Einschlagpapiere. Der Prozess ist in Herstellung von fettdichten Einschlagpapieren und bedruckten Servietten beschrieben.

Gezählte Pakete (Counted Packs; Zählen und Stapeln)

Gezählte Pakete sind Stapel aus Servietten, Einschlagpapieren oder Bogen, die in einer festen Stückzahl geliefert werden, etwa 50, 100 oder 500 pro Paket, gebildet von einem Zähl- und Stapelaggregat am Ende einer Weiterverarbeitungslinie. Stückzahl, Paketformat und die Frage, ob Pakete mit Banderole versehen, folienverpackt oder verkartonnt werden, gehören zur Spezifikation. Genaue Zählung ist für das Befüllen von Spendern und die Bestandsführung über viele Standorte wichtig.

Siehe: Größen von Burger-Einschlagpapier

Prägung von Tissue (Embossing; Tissue Embossing)

Die Tissueprägung presst ein Muster zwischen einer gravierten Stahlwalze und einer Gummi- oder Stahlgegenwalze in das Serviettentissue. Sie erhöht Volumen, Weichheit und Saugfähigkeit, kann ein dekoratives Muster oder Logo tragen und dient auch dazu, die Lagen zu verbinden. Die Prägung ist ein anderer Arbeitsgang als die Prägung als Veredelung bei Faltschachteln.

Siehe: Bedruckte Servietten

Falzformen (Fold Formats; 1/4-Falz, 1/8-Falz, Buchfalz)

Falzformen sind die Faltmuster, die Servietten im Falzaggregat einer Weiterverarbeitungslinie erhalten. Ein 1/4-Falz faltet den Bogen zweimal zu einem Quadrat mit einem Viertel der Fläche und ist für Lunchservietten üblich; ein 1/8-Falz fügt weitere Falze hinzu und ist bei Dinnerservietten verbreitet; Buchfalze und andere Varianten eignen sich für Besteckservietten. Der Falz bestimmt, welcher Teil des Bogens oben liegt, sodass die Druckposition auf dem flachen Bogen davon abhängt.

Siehe: Serviettengrößen und Falzarten

Interfold

Interfold ist ein Faltmuster, bei dem jede Serviette oder jeder Bogen so gefaltet ist, dass sie die nächste überlappt, sodass beim Herausziehen aus einem Spender die folgende bereitsteht. Das Interfolden erfolgt auf einem eigenen Interfolder und nicht auf Standard-Serviettenfaltlinien. Interfold-Servietten müssen zu Falz und Größe passen, die der Spender erwartet.

Siehe: Spenderservietten

Servietten-Weiterverarbeitungslinie (Napkin Converting Line)

Eine Servietten-Weiterverarbeitungslinie wickelt Mutterrollen aus Tissue oder Airlaid ab, bedruckt sie inline, meist im Flexodruck in ein bis vier Farben, prägt und verbindet die Lagen, schneidet und faltet die Servietten und zählt sie zur Verpackung in Stapel. Jede Linie verarbeitet einen begrenzten Bereich an Größen und Falzarten. Das Druckregister auf einer Serviettenlinie ist weniger eng als auf Karton oder Folie, weshalb feine Details auf Tissue vermieden werden.

Siehe: Bedruckte Servietten; Individuell bedruckte Servietten

Lagenverbindung (Ply Bonding)

Die Lagenverbindung hält die zwei oder drei Lagen einer mehrlagigen Serviette zusammen, meist durch eine mechanische Kantenprägung entlang der Ränder oder durch ein flächiges Prägemuster, bei einigen Produkten auch durch Leimkaschierung. Eine schwache Lagenverbindung lässt die Lagen im Gebrauch auseinandergehen, was am Tisch billig wirkt. Eine schnelle Kontrolle an Mustern besteht darin, eine feuchte Ecke zu reiben und zu sehen, ob sich die Lagen trennen.

Siehe: 1-lagige, 2-lagige, 3-lagige und Airlaid-Servietten

Verpacken, Palettieren und Versand

Begriffe am Linienende, die bestimmen, wie fertige Verpackungen ankommen und wie sie sich lagern lassen. Palettenstandards und Lieferbedingungen werden in Verpackungen aus der Türkei beziehen behandelt.

Bündeln (Bundling)

Bündeln ist das Zusammenfassen einer gezählten Menge flacher Artikel, etwa Beutel, Zuschnitte oder gefalteter Schachteln, zu einem Bündel, das von einer Papierbanderole, Folie oder Umreifung gehalten wird. Die Bündelgröße beeinflusst, wie leicht das Personal Ware an der Theke handhabt und wie viele Einheiten in jeden Umkarton passen. Gebündelte Mengen werden in der Packspezifikation zusammen mit der Kartonanzahl angegeben.

Packmenge pro Umkarton (Case Count; Pack Count)

Die Packmenge pro Umkarton ist die Anzahl fertiger Artikel in jedem Versandkarton und steht in Spezifikationen oft zusammen mit Bündelgröße, Kartonmaßen und Kartons pro Palette. Sie beeinflusst Frachteffizienz, Lagerung und die Ausgabe der Ware an die Standorte. Einheitliche Packmengen für alle Standorte einer Kette vereinfachen Bestellung und Bestandskontrolle.

Siehe: Leitfaden Angebotsanfrage für Verpackungen

Klimatisieren (Conditioning)

Klimatisieren ist das Lagern von Papier, Karton oder Verpackungen bei kontrollierter Temperatur und Feuchte, damit sich ihr Feuchtegehalt vor Weiterverarbeitung, Prüfung oder Gebrauch stabilisiert; die Standard-Prüfatmosphäre für Papier und Karton ist 23 °C und 50 % relative Luftfeuchte nach ISO 187. Karton, der aus einem kalten Container in ein warmes Lager gebracht wird, kann Feuchte aufnehmen und sich verziehen; Paletten bleiben daher am besten eingepackt, bis sie Raumtemperatur erreicht haben. In der Folienverarbeitung wird der Begriff auch für das Lagern von Verbunden während der Aushärtung verwendet.

Siehe: Glossar Prüfung, Qualität und Fehlerbilder

Kantenschutz (Edge Protectors; Corner Boards)

Kantenschutzwinkel sind L-förmige Streifen aus kaschierter Pappe, die an die senkrechten Ecken einer Palettenladung unter Umreifung oder Stretchfolie gesetzt werden. Sie verteilen den Druck der Umreifung, schützen die Kartonecken vor Beschädigung und geben der Ladung etwas vertikale Steifigkeit. Sie werden häufig für Exportsendungen bedruckter Verpackungen festgelegt, bei denen Kartons mehrfach umgeschlagen werden.

Palettiermuster (Pallet Pattern; Säulenstapelung; Verbundstapelung)

Ein Palettiermuster ist die Anordnung der Kartons in jeder Lage einer Palette. Bei der Säulenstapelung liegen die Kartons direkt übereinander, sodass ihre Ecken die Last tragen und die Stauchfestigkeit erhalten bleibt; bei der Verbundstapelung werden die Lagen wie ein Mauerwerk gedreht, was die Stabilität erhöht, die Stauchfestigkeit aber erheblich senken kann. Kartons sollten nicht über den Palettenrand überstehen, was die Stapel ebenfalls schwächt.

Siehe: Wellpappsorten für Versandkartons

Palettieren (Palletising; US palletizing; NL palletiseren)

Palettieren ist das Aufbauen fertiger Kartons oder Bündel zu einer stabilen Ladung auf einer Palette, von Hand oder per Roboter, nach festgelegtem Muster, Höhe und Gewicht. Palettentyp (zum Beispiel Europalette 1200 × 800 mm, UK 1200 × 1000 mm oder US 48 × 40 in), maximale Ladehöhe und Kennzeichnung gehören zur Lieferspezifikation des Käufers. Die Palettenauslastung beeinflusst die Frachtkosten pro Stück bei Exportsendungen erheblich.

Siehe: Verpackungen aus der Türkei beziehen

Schrumpfen (Shrink Wrapping; Schrumpffolie)

Beim Schrumpfen wird ein Bündel oder Pack in eine schrumpffähige Folie, typischerweise Polyethylen oder Polyolefin, eingeschlagen und durch einen Heißluftkanal geführt, sodass sie sich eng um den Inhalt zieht. Es wird für Packs aus Bechern, Deckeln und anderen Artikeln eingesetzt, die Staubschutz und eine feste, stabile Einheit brauchen. Auf Paletten sind Schrumpfhauben eine Alternative zum Stretchwickeln.

Umreifen (Strapping)

Umreifen ist das Binden von Kartons oder Bündeln oder einer ganzen Palettenladung mit gespannten Bändern aus Polypropylen, Polyester oder, bei schweren Lasten, Stahl. Es hält Ladungen während der Handhabung zusammen und wird oft mit Kantenschutz kombiniert, damit die Bänder die Kartonecken nicht eindrücken. Zu straffes Umreifen kann die oberste Kartonlage beschädigen; die Spannung wird daher auf die Verpackung abgestimmt.

Stretchwickeln (Stretch Wrapping; Stretchfolie)

Beim Stretchwickeln wird eine Palettenladung gesichert, indem dehnbare LLDPE-Folie unter Spannung um sie gewickelt wird, von Hand oder auf einem Drehteller- oder Dreharm-Wickler. Maschinenwickler strecken die Folie vor, typischerweise um 150-300 %, bevor sie die Ladung erreicht, was den Folienverbrauch senkt und die Haltekraft erhöht. Wickelmuster, Deckblatt und Foliendicke werden nach Ladung und Transportweg gewählt.

Begriffe in Spezifikationen und Lieferantenrückmeldungen verwenden

Die meisten Begriffe der Weiterverarbeitung erreichen einen Käufer an drei Stellen: auf einer Stanzkontur mit Anmerkungen wie Klebelasche, Überlappung der Seitennaht oder Bereich der Griffverstärkung; in einer technischen Prüfung, die eine Maschinenbeschränkung nennt, etwa maximale Seitenfalte, Aushärtezeit oder Formdorngröße; und in einer Packspezifikation, die Packmenge pro Umkarton, Palettiermuster und Umwicklung regelt. Wer diese Anmerkungen vor der Druckfreigabe richtig liest, vermeidet Nachdrucke und Verzögerungen.

Eine Angebotsanfrage, die Format, Größe und Konstruktion (zum Beispiel SOS-Boden, gedrehter Papierkordelgriff, Kopffalz), Material und Beschichtung, Druckverfahren, Veredelung und Verpackungsanforderungen nennt, lässt sich zwischen Lieferanten direkt vergleichen. Der Leitfaden Angebotsanfrage für Verpackungen enthält die vollständige Checkliste, und die Produktseiten, von individuell bedruckten To-go-Tüten und individuell bedruckten Speisebehältern aus Karton bis zu individuell bedruckten Pizzakartons und individuell bedruckten Standbodenbeuteln, zeigen, welche Konstruktionsentscheidungen für das jeweilige Format wichtig sind.

Hinter diesem Glossar steht 9 Packaging, ein in Istanbul ansässiger Hersteller und Exporteur bedruckter Verpackungen für Geschäftskunden, mit Erfahrung in der Belieferung von Fast-Food-Betrieben und Restaurantketten. Ist eine Anmerkung zur Weiterverarbeitung auf einer Stanzkontur, einem Proof oder einem Wettbewerbsangebot unklar, senden Sie sie mit Ihrer Anfrage über unsere Kontaktseite; sie wird bei der technischen Prüfung erläutert.