Individuell bedruckte Faltschachteln
Eine bedruckte Faltschachtel entsteht aus einer Folge zusammenhängender Entscheidungen: Die Kartonsorte begrenzt Druck und Veredelung, die Bauform bestimmt, wie schnell sich die Schachtel befüllen lässt, und Lebensmittelkontakt engt die Kartonauswahl weiter ein.
Am Ende muss die Schachtel auf der Verpackungslinie, im Regal und bei den Recyclingvorgaben des Abnehmers bestehen, ohne das Budget zu sprengen. Diese Seite geht die Entscheidungen in der Reihenfolge durch, in der eine Faltschachtel konstruiert wird, damit aus einem Briefing eine angebotsreife Spezifikation wird.
Als B2B-Hersteller und Exporteur bedruckter Verpackungen mit Sitz in Istanbul (Türkei) beliefert 9 Packaging Geschäftskunden. Wir verfügen über Erfahrung mit Verpackungen für Fast-Food-Betriebe und die Systemgastronomie. Faltschachteln für Backwaren, Süßwaren und trockene Lebensmittel im Handel liegen da nahe, ebenso Produktverpackungen für Marken außerhalb des Lebensmittelbereichs.
Wofür werden Faltschachteln eingesetzt?
Faltschachteln sind bedruckte Kartonverpackungen, die flach liegend geliefert und erst am Abpackort aufgerichtet werden. Sie nehmen Handelsprodukte auf, die vor allem Regalwirkung und leichten Schutz brauchen, keine Transportfestigkeit. Muss eine Verpackung allein den Paketversand überstehen, ist meist Wellpappe die richtige Wahl (siehe individuell bedruckte Versandkartons mit Steckdeckel).
Typische Anwendungen:
- Backwaren im Handel: Torten- und Kuchenschachteln, Schachteln für Kekse und Gebäck, Sichtfensterschachteln, die das Produkt zeigen
- Süßwaren: Schokoladenschachteln, Pralinenschachteln, saisonale Geschenkverpackungen, Hülsen über Schalen
- Trockene Lebensmittel: Tee, Kaffee, Cerealien, Nudeln, Reis, Gewürze, Nahrungsergänzungsmittel (oft mit Innenbeutel)
- Kosmetik und Körperpflege: Faltschachteln mit Einsteckverschluss für Tiegel, Tuben und Flaschen
- Handel und Promotion: Produktschachteln, Probierpakete, Thekendisplays
- Gastronomiemarken mit Handelssortiment: abgepackte Saucen, Gewürzmischungen oder Tiefkühlprodukte unter der Marke eines Restaurants
Heiße Speisen, die an der Theke verpackt werden, bilden eine eigene Produktfamilie mit anderen Anforderungen an Karton, Beschichtung und Belüftung. Mehr dazu auf den Seiten zu individuell bedruckten Burgerboxen und individuell bedruckten To-go-Boxen.
Welche Kartonsorte eignet sich für bedruckte Faltschachteln?
Für die meisten Faltschachteln im Handel fällt die Wahl zwischen Faltschachtelkarton (FBB) aus Frischfasern, der im Verhältnis zu seinem Gewicht sehr steif ist, und Chromoduplexkarton (WLC) aus Recyclingfasern, der günstiger ist, für dieselbe Steifigkeit aber mehr Grammatur benötigt. Vollzellstoffkarton (SBS) wird für hochwertige Veredelungen und die sauberste Oberfläche gewählt, Kraftkarton (CKB/SUS) für Festigkeit und Feuchtebeständigkeit. Lebensmittelkontakt und Geruchsempfindlichkeit entscheiden die Frage oft noch vor den Kosten.
Die Sortenbezeichnungen stammen aus unterschiedlichen Traditionen. Europäische Kartonfabriken und Verarbeiter verwenden häufig die Kurzzeichen nach DIN 19303 (GC, GZ, GD, GT), während Einkäufer in den USA von SBS, CRB und CUK sprechen. Die Tabelle stellt sie einander gegenüber.
| Karton | Kurzzeichen und Bezeichnungen | Fasern | Oberseite und Rückseite | Steifigkeit je Gramm | Eignung für Lebensmittelkontakt | Typische Anwendungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FBB (Faltschachtelkarton) | GC1 (weiße Rückseite), GC2 (cremefarbene Rückseite); „Frischfaserkarton“ | Frischfaser: Deckschichten aus gebleichtem Zellstoff, Mittellage aus Holzstoff | Gestrichene weiße Oberseite; weiße oder cremefarbene Rückseite | Hoch (voluminöse Mittellage) | Gut für trockene und geruchsempfindliche Lebensmittel; geringe Geruchs- und Geschmacksbeeinflussung bei entsprechender Spezifikation | Süßwaren, Tiefkühlkost, Kosmetik, Pharma, hochwertige trockene Lebensmittel |
| SBS / SBB (Vollzellstoffkarton) | GZ nach DIN 19303; SBS (USA), SBB (EU) | Durchgehend gebleichter Frischfaser-Zellstoff | Sehr weiß, glatt; weiße Rückseite | Mittel (dichteres Gefüge) | Sehr gut; verbreitet für direkten und indirekten Lebensmittelkontakt | Luxusverpackungen, Kosmetik, Pharma, Schokolade, starke Prägungen und Folienveredelung |
| WLC (Chromoduplexkarton) | GD1/GD2/GD3 (graue Rückseite), GT1/GT2/GT3 (weiße oder cremefarbene Rückseite); CRB in den USA | Recyclingfasern mit weißer Deckschicht | Gestrichene weiße Oberseite; graue oder weiße Rückseite | Niedriger (höhere Grammatur für gleiche Steifigkeit nötig) | Für viele Lebensmittel ohne Barriere nur eingeschränkt geeignet, wegen Mineralöl und anderer Rückstände aus Recyclingfasern | Non-Food-Handel, Spielwaren, Haushaltswaren, Schuhkartons; Lebensmittel mit innenliegender Barriere |
| CKB / SUS (Kraftkarton) | Gestrichener ungebleichter Kraftkarton (CKB, CUK), Solid Unbleached Sulphate (SUS) | Ungebleichte Frischfaser (Kraftzellstoff), teils mit gebleichter Deckschicht | Braune oder gestrichene weiße Oberseite; braune Rückseite | Hoch; sehr hohe Weiterreiß- und Berstfestigkeit | Gut; eingesetzt für Tiefkühl- und Kühlware | Multipacks, Tiefkühlkost, schwere Produkte, Markenauftritt im Naturlook |
Sortenbezeichnungen unterscheiden sich je nach Kartonfabrik, und die Kurzzeichen beschreiben Klassen statt konkreter Produkte. Der genaue Karton wird deshalb im Angebot und bei der technischen Prüfung bestätigt. Den vollständigen Vergleich einschließlich Weiße, Kartonstärke und Kostenlogik finden Sie in unserem Vergleich von FBB, SBS und WLC. Zu Papieren statt Kartons (Kraftpapier, einseitig glattes MG-Papier, fettdichtes Papier) siehe unseren Überblick über Papiersorten für Verpackungen.
Kartonstärke oder Grammatur
Die Grammatur (g/m²) gibt an, wie viel Fasermaterial im Bogen steckt; die Kartonstärke (Dicke in µm oder in US-Points, wobei 1 pt = 0,001 in = 25,4 µm) sagt deutlich mehr darüber aus, wie steif sich die Schachtel anfühlt. Die Biegesteifigkeit steigt mit der Dicke stark an, daher kann ein voluminöser FBB mit 270 g/m² einen dichteren Recyclingkarton mit 300 g/m² übertreffen. Faltschachteln für den Handel liegen typischerweise zwischen etwa 250 und 450 g/m²: kleine Kosmetikschachteln am unteren Ende, schwerere Produkte, große Flächen oder Automatikböden am oberen. Legen Sie den Karton stets über Sorte, Grammatur und Kartonstärke gemeinsam fest, und fordern Sie die Steifigkeitswerte der Kartonfabrik an, wenn die Schachtel große, nicht gestützte Flächen hat.
Welche Bauform passt zu Ihrem Produkt und Ihrer Verpackungslinie?
Die Faltschachtel mit gegenläufigem Einsteckverschluss ist der Standard für leichte Produkte, weil sich die Zuschnitte platzsparend auf dem Druckbogen anordnen lassen und die Schachtel von Hand schnell geschlossen ist. Schachteln mit Automatikboden kommen zum Einsatz, wenn der Inhalt schwerer ist oder die Packgeschwindigkeit zählt: Der vorgeklebte Boden rastet mit einer einzigen Bewegung ein. Hülsen und Schalen eignen sich für Süßwaren, Backwaren und Geschenkverpackungen, bei denen Präsentation und Zugänglichkeit im Vordergrund stehen.
| Bauform | Verschluss | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Gegenläufiger Einsteckverschluss (RTE) | Einstecklaschen oben und unten an gegenüberliegenden Seiten | Leichte Handelsprodukte, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel | Untere Lasche kann sich bei schwerem Inhalt öffnen |
| Gleichläufiger Einsteckverschluss (STE) | Beide Laschen an derselben Seite angelenkt | Sichtfensterschachteln, saubere Frontansicht | Benötigt mehr Karton auf dem Bogen als RTE |
| Steckboden (1-2-3-Boden) | Ineinandergreifende Bodenklappen, von Hand gefaltet | Mittelschwere Produkte, kleine bis mittlere Auflagen | Langsamer aufzurichten als ein Automatikboden |
| Automatikboden (Crashlockboden) | Vorgeklebter Boden springt beim Aufrichten in Position | Schwerere Produkte, Gläser, Flaschen, schnelleres Packen von Hand | Mehr Klebestellen; Stanzform und Einrichten der Faltschachtelklebemaschine teurer |
| Klebeverschluss | Verklebte Verschlussklappen | Automatische Kartonierlinien (Cerealien, trockene Lebensmittel) | Erfordert Klebstoff oder Heißleim beim Abpacken |
| Hülse (Sleeve) | Offene Röhre über einer Schale oder dem Produkt | Süßwaren, Multipacks, Promotion-Umverpackungen | Produkt muss durch die Schale oder einen engen Sitz gehalten werden |
| Schale (4- oder 6-Punkt-verklebt) | Aufgerichtete Schale, oft mit Deckel oder Hülse | Feingebäck, Pralinen, Geschenksets | Größerer Zuschnitt; mehr Karton pro Stück |
| Displayschachtel | Abreiß- oder Klappdeckel, für Theke oder Regal | Impulsartikel, Probierpackungen | Perforation muss Transportsicherheit und leichtes Öffnen ausbalancieren |
Europäische Faltschachtelhersteller ordnen diese Konstruktionen nach dem ECMA-Code, dem Gegenstück zum FEFCO-Code für Wellpappe. Eine ECMA-Referenz neben der Zeichnung hilft dem Verarbeiter, ersetzt aber keine bemaßte Stanzkontur. Verschlüsse, Staublaschen, Verriegelungsschlitze, Aufhängelaschen und Einsätze erläutert unser Leitfaden zu Bauformen von Faltschachteln. Konstruktionen speziell für Burger (Klappboxen, Burgerboxen mit Automatikverschluss) behandelt ein eigener Beitrag zu Bauformen von Burgerboxen.
Wie werden Faltschachteln bedruckt?
Die meisten Faltschachteln werden im Bogenoffsetdruck gefertigt, weil er feine Raster, genaue Farbwiedergabe und wirtschaftliches Einrichten bei mittleren bis hohen Auflagen bietet. Tiefdruck kommt bei sehr hohen, wiederkehrenden Mengen zum Einsatz, bei denen sich die Zylinderkosten auf Millionen von Schachteln verteilen. Kleinauflagen, Prototypen und versionierte Motive deckt der Digitaldruck ohne Druckplatten ab.
| Verfahren | Einsatzbereich | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Bogenoffsetdruck | Mittlere bis hohe Auflagen; Standard in der Faltschachtelindustrie | Feine Details, CMYK plus Sonderfarben, Dispersions- oder UV-Lack inline | Kosten für Druckplatten und Einrichten je Version |
| Tiefdruck (Rollendruck) | Sehr hohe, stabile Mengen (große FMCG-Marken, Auflagen wie bei Tabakwaren) | Gleichbleibende Farbe über lange Auflagen, Metallic- und Spezialfarben, Inline-Weiterverarbeitung | Hohe Zylinderkosten; Änderungen der Druckdaten langsam und teuer |
| Flexodruck (Rollendruck) | Einige Faltschachteln in hoher Auflage sowie Flüssigkeitsverpackungen | Stanzen und Veredelung inline | Auf Faltschachtelkarton in der Regel gröbere Raster als im Offsetdruck |
| Digitaldruck (Toner oder Inkjet) | Kleinauflagen, Produkteinführungen, saisonale oder regionale Versionen, Muster | Keine Druckplatten, schnelle Motivwechsel, variable Daten | Höhere Stückkosten bei großen Mengen; Veredelungsoptionen teils eingeschränkter |
Sonderfarben (Pantone-Referenzen, im DACH-Raum auch HKS) sind bei Faltschachteln wichtig, weil Markenfarben auf großen, einfarbigen Flächen stehen, auf denen Farbabweichungen im CMYK-Druck sichtbar werden. Unser Leitfaden Pantone oder CMYK bei Verpackungen erklärt, wann sich die zusätzliche Druckplatte einer Sonderfarbe lohnt. Den übergreifenden Vergleich der Verfahren für alle Produkte finden Sie unter Flexo-, Offset-, Tief- und Digitaldruck im Vergleich.
Welche Veredelungen eignen sich für Faltschachteln?
Dispersionslack schützt die meisten Faltschachteln kostengünstig und hält den Karton gut recyclingfähig. Folienkaschierungen, darunter matt und Soft-Touch, erzielen die stärkste Haptik, bringen aber eine Kunststoffschicht ein, die die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen kann. Heißfolienprägung, Hoch- und Tiefprägung sowie partieller UV-Lack setzen gezielte Akzente im Regal und verhindern in der Regel nicht, dass die Schachtel mit dem Altpapier recycelt wird; die endgültige Einstufung der Recyclingfähigkeit hängt jedoch von den Kriterien für recyclinggerechtes Design der PPWR ab.
| Veredelung | Wirkung | Hinweis zur Recyclingfähigkeit |
|---|---|---|
| Dispersionslack | Scheuerschutz, glänzend, seidenmatt oder matt; inline aufgetragen | Für das Papierrecycling in der Regel neutral |
| UV-Lack | Hochglanz oder matt; harte Oberfläche | In der Regel unproblematisch; für Lebensmittelverpackungen migrationsarme Systeme verwenden |
| Folienkaschierung (glänzend, matt, Soft-Touch) | Strapazierfähigkeit, Farbtiefe, Haptik | Bringt eine Kunststofffolie ein; kann die Einstufung der Recyclingfähigkeit verschlechtern |
| Heißfolienprägung / Kaltfolie | Metallische oder holografische Flächen | Kleine Folienflächen werden beim Auflösen im Pulper in der Regel toleriert |
| Hochprägung / Tiefprägung | Erhabenes oder vertieftes Relief | Kein zusätzliches Material |
| Partieller UV-Lack | Gezielter Glanzkontrast | In der Regel unproblematisch |
Reihenfolge der Veredelungsschritte, Kosten, Alternativen zur Folienkaschierung und die Eignung der Kartonsorten behandelt unser Leitfaden zur Veredelung von Faltschachteln.
Sichtfenster, Einsätze und Zusatzfunktionen
Ein ausgestanztes Sichtfenster zeigt dem Käufer das Produkt und ist bei Back- und Süßwarenschachteln verbreitet. Es kann offen bleiben oder mit einer transparenten Fensterfolie hinterklebt werden, die innen in die Schachtel eingeklebt wird. Fensterfolien bestehen typischerweise aus PET, PP oder Folien auf Cellulosebasis. Einsätze (Trennstege, Halterungen oder Schalen aus Karton) fixieren Gläser, Pralinen oder Sets aus mehreren Artikeln. Weitere Optionen sind Aufreißstreifen zum leichten Öffnen, Aufhängelaschen für Lochwände, perforierte Entnahmeöffnungen und Originalitätssiegel.
Jede Zusatzfunktion verändert die Stanzkontur und oft auch das Kleben oder Fenstereinkleben. Beschreiben Sie diese Elemente deshalb bereits im Briefing, statt sie nach Freigabe der Konstruktion zu ergänzen. Empfehlungen zur Recyclingfähigkeit bevorzugen in der Regel kleine, leicht abtrennbare Fenster oder, wo das Produkt es zulässt, eine reine Stanzöffnung ohne Folie.
Faltschachteln für Backwaren, Süßwaren und andere Lebensmittel
Für Lebensmittelschachteln gelten dieselben konstruktiven Regeln wie für andere Faltschachteln, hinzu kommen jedoch zwei Anforderungen: Karton und Druckfarben müssen für den Lebensmittelkontakt geeignet sein, und die Schachtel darf weder Geruch noch Geschmack oder Mineralölrückstände auf das Lebensmittel übertragen. Frischfaserkarton (FBB oder SBS) ist der übliche Ausgangspunkt für unverpackte oder lange haltbare Lebensmittel. Recyclingkarton wird dort eingesetzt, wo eine funktionelle Barriere ihn vom Lebensmittel trennt.
Faltschachteln für Backwaren im Handel
Torten- und Kuchenschachteln brauchen eine saubere, lebensmittelgeeignete Innenseite und bei butter- oder sahnehaltigen Produkten Fettbeständigkeit, sei es durch den Karton selbst, eine Barrierebeschichtung oder eine Einlage aus fettdichtem Papier. Sichtfensterschachteln sind bei Kuchen und Keksen verbreitet. Kurze Haltbarkeit und gekühlte Lagerung verringern das Risiko einer Mineralölmigration im Vergleich zu trockenen Waren, die monatelang gelagert werden. Direkter Kontakt erfordert dennoch einen Karton, der für das jeweilige Lebensmittel als geeignet erklärt ist. Papierbeutel für lose Backwaren behandelt die Seite zu individuell bedruckten Papierbeuteln für Lebensmittel.
Faltschachteln für Süßwaren
Schokolade nimmt Gerüche leicht auf. Süßwarenschachteln werden deshalb meist aus Frischfaserkarton mit geruchsarmen Druckfarben und Lacken gefertigt. Sensorische Prüfungen nach der Normenreihe EN 1230, zu der auch der für Schokolade verbreitete Robinson-Test gehört, sind eine häufige Anforderung von Markenherstellern. Typische Konstruktionen sind Hülsen über Schalen, Schachteln aus Schale und Deckel, die wie eine feste Kartonage wirken, sowie saisonale Geschenkverpackungen mit Heißfolienprägung und Hochprägung.
Trockene Lebensmittel und Mineralöl
Trockene Lebensmittel mit großer Oberfläche und langer Haltbarkeit (Reis, Nudeln, Cerealien, Mehl, Kakaopulver) sind einer Mineralölmigration aus Recyclingkarton am stärksten ausgesetzt, da MOSH und MOAH auch ohne direkten Kontakt über die Gasphase übergehen können. Derzeit gibt es keinen verbindlichen EU-weiten Grenzwert für die Migration von Mineralöl aus Verpackungen, und die Frage wird geprüft; Markenhersteller und Handel legen daher häufig eigene Spezifikationen fest. Übliche Lösungen sind Frischfaserkarton, ein Innenbeutel mit Barriere oder ein Karton mit integrierter funktioneller Barriere. In Deutschland führt die Druckfarbenverordnung eine Positivliste für Druckfarben auf Lebensmittelkontaktmaterialien ein, die ab dem 1. Januar 2027 gilt. Das vollständige technische Bild zeigt unser Leitfaden zu Mineralölbarrieren und lebensmittelgeeigneten Faltschachteln.
Konformitätsunterlagen für Lebensmittelschachteln
In der EU legt die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 die allgemeine Sicherheitsanforderung an Lebensmittelkontaktmaterialien fest. Die GMP-Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 regelt die gute Herstellungspraxis, unter anderem, dass Druckfarben von der Außenseite nicht auf die Lebensmittelseite übergehen. Für Papier und Karton gibt es keine harmonisierte EU-Einzelmaßnahme, daher erwarten Einkäufer in der Regel eine Erklärung mit Bezug auf die Verordnung 1935/2004 und die BfR-Empfehlung XXXVI. Ab dem 12. August 2026 beschränkt zudem die EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung (EU) 2025/40) PFAS in Lebensmittelverpackungen, was für fettbeständige Backwarenschachteln relevant ist. Welche Pflichten gelten, hängt von Ihrer Rolle und dem Lebensmittel ab; klären Sie dies mit Ihrer Compliance-Beratung. Die regulatorischen Einzelheiten finden Sie in unseren Leitfäden zu rechtlichen Anforderungen an Lebensmittelkontaktverpackungen und zu PFAS-freien Lebensmittelverpackungen.
Herstellung einer individuellen Faltschachtel: von der Stanzkontur bis zur Palette
Eine individuell bedruckte Faltschachtel durchläuft Konstruktion, Werkzeugbau, Druck, Veredelung, Stanzen und Kleben, bevor sie flach liegend ausgeliefert wird. Die meisten Verzögerungen und Mehrkosten gehen auf die ersten beiden Schritte zurück, in denen Konstruktion und Stanzkontur festgelegt werden.
- Briefing und Konstruktion: Produktmaße, Gewicht, Packverfahren und Bauform werden abgestimmt; ein Verpackungsentwickler zeichnet die Stanzkontur im CAD.
- Leermuster: Ein unbedrucktes Muster wird auf einem Musterschneidetisch geschnitten, um Passform, Verschluss und Halt des Produkts zu prüfen.
- Druckdaten auf der Stanzkontur: Die Gestaltung wird auf der freigegebenen Stanzkontur platziert, mit Beschnittzugabe, Sicherheitsabständen und Veredelungen (Folie, partieller UV-Lack, Prägung) auf separaten Ebenen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zur Vorbereitung von Druckdaten für Verpackungen.
- Proof: Ein digitaler oder gedruckter Proof bestätigt Farbe, Texte und Positionierung, bevor die Druckplatten hergestellt werden.
- Werkzeugbau: Für die Bogenaufteilung werden eine Bandstahl-Stanzform und eine Rillmatrize gefertigt, bei Bedarf auch Folienpräge- und Prägewerkzeuge.
- Druck und Lackierung im Bogenoffsetdruck (oder im Tief- bzw. Digitaldruck), anschließend offline Folienkaschierung, Heißfolienprägung oder Prägung.
- Stanzen und Rillen, danach Ausbrechen des Abfalls aus dem Bogen.
- Fenstereinkleben (falls vorgesehen) sowie Falten und Kleben (Längsnaht, Automatikboden oder Eckverklebung).
- Prüfung, flache Verpackung und Palettierung.
Stanzkonturen, Stanzformen, Rillung und Prototyping erläutert unser Leitfaden zu Stanzkonturen, Stanzformen und Strukturmustern für Faltschachteln. Muster- und Freigabestufen behandelt der Beitrag zur Qualitätskontrolle bei Verpackungen.
Sind bedruckte Faltschachteln recyclingfähig?
Faltschachteln aus Karton werden in Europa, Großbritannien und den USA verbreitet über das Altpapier recycelt. Unkaschierte, lackierte Schachteln sind in der Regel der einfachste Fall. Kunststoffkaschierungen, große Fensterfolien, dicke Barrierebeschichtungen und Lebensmittelreste erschweren das Recycling und können künftige Bewertungen der Recyclingfähigkeit beeinflussen.
Nach der EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung (EU) 2025/40) müssen alle in der EU in Verkehr gebrachten Verpackungen ab dem 1. Januar 2030 die Recyclingfähigkeitsstufe A, B oder C erreichen. Die Kriterien für recyclinggerechtes Design sollen bis 2028 vorliegen, und die Gebühren der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) werden nach Stufe moduliert. Da die detaillierten Kriterien für Faltschachteln noch nicht veröffentlicht sind, sollten heutige Konstruktionsentscheidungen, wo das Produkt es zulässt, Karton aus Monomaterial bevorzugen. Mehr dazu in unserem Überblick zur EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Für Umweltaussagen auf der Verpackung gilt: Die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel schränkt allgemeine Umweltaussagen ab dem 27. September 2026 ein. Was zulässig ist, erläutert unser Leitfaden zu Aussagen über Recyclingfähigkeit, Kompostierbarkeit und biologische Abbaubarkeit.
Faltschachtel, Versandkarton, Beutel oder To-go-Box?
Wählen Sie eine Faltschachtel, wenn das Produkt Regalpräsentation und leichten Schutz braucht und in einem Umkarton transportiert wird. Ein Versandkarton aus Wellpappe ist die richtige Wahl, wenn die Verpackung allein versendet wird. Zum Beutel greifen Sie, wenn das Produkt lose ist, eine Barriere benötigt oder Gewicht und Frachtvolumen wichtiger sind als Steifigkeit.
| Wenn das Produkt ... | Empfehlung |
|---|---|
| im Regal steht und in Umkartons ausgeliefert wird | Faltschachtel |
| per Paketdienst direkt an Endkunden geht | Individuell bedruckte Versandkartons mit Steckdeckel |
| lose oder rieselfähig ist oder bei geringem Packungsgewicht eine Feuchtigkeits- oder Sauerstoffbarriere braucht | Individuell bedruckte Standbodenbeutel |
| eine heiße Speise ist, die an der Theke ausgegeben oder geliefert wird | Burgerboxen oder To-go-Boxen |
Manche Produkte kombinieren Formate, etwa einen Beutel oder Innenbeutel in einer Faltschachtel: Der Beutel übernimmt die Barriere, die Schachtel sorgt für Stabilität und Präsentationsfläche.
Begriffe nach Markt
Einkäufer und Lieferanten bezeichnen dieselbe Faltschachtel je nach Markt unterschiedlich. Die folgenden Begriffe helfen, eine bestehende Spezifikation oder ein Lieferantenangebot richtig zuzuordnen.
| Markt | Gängige Begriffe |
|---|---|
| Deutschland und Österreich | Faltschachtel (Plural Faltschachteln), „Faltschachteln bedruckt“; Frischfaserkarton vs. Recyclingkarton; Stanzform; Druckfreigabe |
| Niederlande und Flandern | vouwdoos / vouwdozen, „vouwdozen bedrukt“; karton; verpakking op maat (individuelle Verpackung); oplage (Auflage) |
| Großbritannien | printed cartons, product boxes; „bespoke“ meint meist eine individuelle Konstruktion oder Größe; boxboard; FBB, SBB und WLC als Sortenbezeichnungen |
| USA | folding cartons, paperboard boxes, custom product boxes; SBS, CRB (coated recycled board) und CUK/SUS (ungebleichter Kraftkarton); Kartonstärke in Points (pt) statt in µm |
Bedruckte Faltschachteln bei 9 Packaging bestellen
Wir arbeiten mit Geschäftskunden, die Faltschachteln nach eigener Spezifikation fertigen lassen. Kartonsorte, Format, Druckverfahren, Veredelung und Auftragsaufteilung bestimmen gemeinsam Mindestbestellmenge und Stückpreis. Beides wird im Angebot und bei der technischen Prüfung festgelegt, nicht über eine feste Preisliste.
Die Einkaufsthemen behandeln eigene Leitfäden:
- Was eine vollständige Angebotsanfrage enthält: Leitfaden zur Angebotsanfrage für Verpackungen
- Wie Mindestmengen festgelegt werden: Mindestbestellmengen (MOQ) bei Verpackungen
- Was den Stückpreis bestimmt und wie Sie Angebote vergleichbar machen: Kostentreiber bei Verpackungen
- Zeitplanung für Druckdaten, Werkzeuge, Produktion und Fracht: Lieferzeiten für Verpackungen
- Zoll, Dokumente und Einfuhrumsatzsteuer beim Einkauf aus Istanbul: Verpackungen aus der Türkei beziehen
Welche Angaben wir für Ihr Faltschachtel-Angebot benötigen
Ein präzises Briefing verkürzt den Angebotsprozess und vermeidet eine Neukalkulation nach dem ersten Muster. Senden Sie so viele der folgenden Angaben wie vorhanden; offene Punkte lassen sich in der technischen Prüfung klären.
- Produkt: Inhalt, Abmessungen (L x B x H) und Gewicht sowie ob es sich um ein Lebensmittel handelt (verpackt oder unverpackt, trocken, fetthaltig, gekühlt oder tiefgekühlt)
- Bauform: Einsteckverschluss, Automatikboden, Hülse, Schale oder Display, alternativ ein vorhandenes Muster oder eine Stanzkontur als Vorlage
- Innenmaße der Schachtel mit Angabe der Öffnungsseite
- Kartonwunsch: FBB, SBS, WLC oder Kraftkarton, Grammatur oder Kartonstärke, falls bekannt, sowie Anforderungen an Frischfaser oder Barriere
- Druck: Anzahl der Farben, Sonderfarben, Innendruck und ob mehrere Versionen oder Artikel (SKUs) dieselbe Konstruktion nutzen
- Veredelung: Lackart, Folienkaschierung, Heißfolienprägung, Prägung, partieller UV-Lack, Sichtfenster
- Packverfahren: von Hand oder auf einer automatischen Kartonierlinie (bei automatischer Linie bitte die Maschinenspezifikation beifügen)
- Menge je Motiv und erwartetes Jahresvolumen
- Bestimmungsland und Lieferbedingungen
- Benötigte Unterlagen: Konformitätserklärung für den Lebensmittelkontakt, Prüfberichte, Material- und Gewichtsangaben für die EPR-Meldung
Senden Sie Ihre Faltschachtel-Spezifikation an 9 Packaging, um ein Angebot und eine technische Prüfung zu erhalten.
Verpackungssets nach Branche
- Verpackungen für Bäckereien und Bäckereiketten: das vollständige Verpackungssortiment für Bäckereien und wie sich dieses Produkt darin einfügt
Ratgeber zu diesem Produkt
Faltschachteln
- Faltschachtelarten: Einsteckverschluss, Automatikboden, Hülse und Tray Faltschachtelarten im Vergleich: Einsteckverschluss, 1-2-3-Boden, Automatikboden, Klebeverschluss, Hülse, Tray und Display mit Auswahlregeln.
- FBB, SBS oder WLC: Faltschachtelkarton richtig auswählen FBB, SBS und WLC im Vergleich: Codes GC1, GC2, GZ, GD2 und GT, Frischfaser oder Recyclingfaser, Steifigkeit, Dicke und g/m², Weißgrad, Lebensmitteleignung.
- Veredelung von Faltschachteln: Kaschierung, Folienprägung, Prägung, partieller UV-Lack und Lack Veredelung von Faltschachteln im Vergleich: Dispersions- und UV-Lack, Folienkaschierung, Heiß- und Kaltfolie, Prägung und partieller UV-Lack.
- Mineralölmigration aus Verpackungen: Barrieren für lebensmittelsichere Faltschachteln Mineralölmigration aus Verpackungen: MOSH und MOAH im Recyclingkarton, gefährdete Lebensmittel, funktionelle Barrieren und die EU-Vorgaben im Überblick.
- Stanzkontur Faltschachtel: Stanzform und Prototypenbau Von der Stanzkontur zur Faltschachtel: Linienarten, Nutzenlayout, Stanzform, Rillmatrize, Weißmuster und was die Werkzeugkosten bestimmt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Faltschachtel und einem Wellpappkarton?
Eine Faltschachtel besteht aus einem einzigen massiven Kartonbogen, typischerweise mit 250 bis 450 g/m², wird in hoher Qualität bedruckt und ist für die Präsentation im Regal ausgelegt. Ein Wellpappkarton hat zwischen den Deckenpapieren eine gewellte Mittellage, die für den Versand eine deutlich höhere Stapel- und Stauchfestigkeit bietet. Handelsprodukte werden in der Regel in Faltschachteln verpackt und für den Transport in Umkartons aus Wellpappe zusammengefasst.
Ist Recyclingkarton für Lebensmittelschachteln sicher?
Das kann er sein, abhängig vom Lebensmittel und von der Barriere. Recyclingkarton kann Mineralöl und andere Rückstände aus früherer Nutzung enthalten, die in Lebensmittel übergehen können, vor allem in trockene, lange haltbare Produkte. Markenhersteller setzen für solche Lebensmittel typischerweise Frischfaserkarton, einen Innenbeutel mit Barriere oder Karton mit funktioneller Barriere ein. Die endgültige Wahl sollte durch eine Konformitätserklärung und bei Bedarf durch Migrationsprüfungen abgesichert sein.
Lassen sich Faltschachteln auch innen bedrucken?
Ja. Der Innendruck erfolgt in der Regel auf der Rückseite des Bogens in einem zweiten Durchgang oder auf einer Maschine, die beide Seiten bedrucken kann. Er eignet sich für Gebrauchshinweise, Werbebotschaften oder einen Überraschungseffekt beim Öffnen. Recyclingkarton mit grauer Rückseite nimmt Innendruck weniger sauber an als Karton mit weißer Rückseite oder Frischfaserkarton. Kartonwahl und Innengestaltung sollten deshalb gemeinsam entschieden werden.
Welche Faltschachtel-Bauform ist am wirtschaftlichsten?
Eine Faltschachtel mit gegenläufigem Einsteckverschluss ist meist am wirtschaftlichsten: Die Zuschnitte lassen sich eng auf dem Druckbogen anordnen, sie benötigt nur eine gerade Klebenaht und lässt sich ohne Spezialausrüstung von Hand schließen. Automatikböden, eckverklebte Schalen, Sichtfenster und Einsätze erhöhen die Kosten, da jeweils zusätzlicher Karton, Werkzeuge oder Klebeschritte anfallen.
Braucht jedes Schachtelformat eine eigene Stanzform?
Ja, jede eigenständige Stanzkontur benötigt eine eigene Bandstahl-Stanzform, und eine Änderung von Maßen oder Konstruktion bedeutet normalerweise eine neue Stanzform. Änderungen der Druckdaten bei gleicher Konstruktion erfordern das nicht, sodass mehrere Motive oder Sorten dieselbe Stanzform nutzen können. Stanzformen lassen sich in der Regel lagern und für Nachbestellungen wiederverwenden. Deshalb senkt eine Standardisierung der Formate über ein Sortiment hinweg die Werkzeugkosten.
Welcher Karton bietet die weißeste Druckoberfläche?
Vollzellstoffkarton (SBS/SBB) bietet in der Regel die weißeste und glatteste Oberfläche auf beiden Seiten, da er vollständig aus gebleichtem Zellstoff besteht. Gestrichener Faltschachtelkarton (FBB) hat eine ähnlich helle Oberseite mit weißer oder cremefarbener Rückseite. Chromoduplexkarton hat eine gestrichene weiße Oberseite, aber eine graue oder hellere Rückseite aus Recyclingfasern und typischerweise eine etwas geringere Weiße.
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