Der Proof kommt mit drei Anmerkungen der Druckvorstufe zurück: Der 2-%-Tonwert in den Lichtern des Verlaufs lässt sich bei 133 lpi nicht stabil drucken, die negative weiße Schrift braucht eine Überfüllung (Spread), und das Markenrot liegt außerhalb des CMYK-Farbumfangs, sodass es als Sonderfarbe laufen oder im erweiterten Farbraum aufgebaut werden sollte. Jeder Hinweis ist berechtigt und wirkt sich auf Kosten, Erscheinungsbild oder Termin aus, doch einschätzen kann ihn nur, wer die Druckdaten freigibt und den Fachbegriff kennt. Dieses Glossar der Druckbegriffe erklärt die Fachsprache aus Druckangeboten, Berichten der Druckvorstufe, Proofs und Druckfreigaben, von Rasterwalzenvolumen und Plattenverzerrung bis zu Delta E, G7 und den Namen gängiger Druckfehler.

So nutzen Sie dieses Glossar der Druckbegriffe

Die Seite richtet sich an Verpackungseinkäufer, Designer, Qualitätsmanager und Verpackungsingenieure, die Druckdaten und Druckmuster freigeben, aber selbst keine Druckmaschinen bedienen. Jeder Eintrag enthält eine Definition, erklärt, wie die Eigenschaft wirkt oder gemessen wird (mit typischen Werten, soweit sie aussagekräftig sind), und nennt, was sie für den Einkäufer verändert: Kosten, Farbe, Lesbarkeit oder Eignung für den Lebensmittelkontakt. Typische Werte sind als solche gekennzeichnet, weil Maschinen, Platten, Farben und Bedruckstoffe variieren; die Werte für einen konkreten Auftrag legt die Druckerei fest und bestätigt sie bei Angebot und technischer Prüfung.

Die Überschriften nennen den deutschen Fachbegriff, danach Abkürzungen sowie die englische oder niederländische (NL) Bezeichnung, soweit sie in der Lieferantenkorrespondenz gebräuchlich ist. Innerhalb der Abschnitte sind die Einträge nach dem englischen Originalbegriff alphabetisch geordnet. Hat ein Thema einen eigenen Ratgeber auf dieser Website, verweist der Eintrag darauf.

Diese Seite gehört zum Verpackungsglossar. Die Schwesterglossare behandeln Weiterverarbeitung und Fertigung, Verpackungsmaterialien, Prüfung, Qualität und Fehler sowie Regulierung, Nachhaltigkeit und Handel. Veredelungen wie Folienprägung, Prägung und Kaschierung sind in den Glossaren zu Weiterverarbeitung und Materialien definiert; hier werden nur Drucklacke behandelt.

Druckverfahren und Maschinentypen

Wie das Bild auf den Bedruckstoff gelangt und welche Maschinenkonfigurationen in Angeboten auftauchen. Die Verfahrenswahl nach Produkt und Auflage behandelt der Ratgeber Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich.

Zentralzylinder-Flexodruckmaschine (CI-Maschine, CI press)

Bei einer Zentralzylindermaschine sind alle Flexo-Druckwerke um einen großen, temperierten Gegendruckzylinder angeordnet, sodass die Bahn von der ersten bis zur letzten Farbe auf demselben Zylinder aufliegt. Da sich die Bahn zwischen den Druckwerken weder dehnen noch wandern kann, ist der Passer sehr stabil. Deshalb dominieren CI-Maschinen den Flexodruck auf dünnen, dehnbaren Folien und auf Papier für Beutel und Einschlagpapiere. CI-Maschinen haben üblicherweise sechs bis zehn Druckwerke und bedrucken pro Durchlauf eine Seite der Bahn.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

Digitaldruck (Digital Printing; NL: digitaal drukken)

Der Digitaldruck erzeugt das Bild direkt aus der Datei, per Inkjet oder Toner, ohne Druckplatten oder Zylinder. Die Rüstkosten sind minimal, und jedes Stück kann anders aussehen, die laufenden Kosten je Stück bleiben bei steigender Menge jedoch relativ konstant. Der Digitaldruck ist daher bei kleinen Auflagen, Prototypen, Druckmustern und Motivvarianten am stärksten. Sonderfarben werden meist aus dem Farbsatz der Maschine simuliert statt angemischt, und das Farbsystem muss wie jedes andere für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen geprüft werden.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Trockenoffset (Dry Offset)

Der Trockenoffset bedruckt vorgeformte runde Behälter wie Kunststoffbecher, Dosen und Deckel: Reliefplatten färben jede Farbe auf ein gemeinsames Gummituch ein, das das fertige Bild auf den rotierenden Behälter abrollt. „Trocken“ bedeutet, dass anders als beim Offsetdruck kein Feuchtmittel verwendet wird. Da alle Farben nass auf einem Gummituch zusammentreffen, lassen sie sich nicht sauber übereinanderdrucken; Motive werden daher mit nebeneinanderliegenden Farben und mit Rastern aufgebaut, nicht mit echter Überfüllung oder echtem Überdruck. Pappbecher werden nicht auf diese Weise bedruckt, sondern flach vor der Formung.

Siehe: Pappbecher bedrucken

Elektrofotografie (Tonerdruck; Flüssig- oder Trockentoner)

Die Elektrofotografie ist das Digitalverfahren, bei dem ein Laser oder eine LED das Bild als elektrostatische Ladung auf eine Trommel schreibt, geladene Tonerpartikel vom Bild angezogen werden und der Toner auf den Bedruckstoff übertragen und fixiert wird. Trocken- und Flüssigtoner werden beide im Verpackungsbereich eingesetzt, Flüssigtoner vor allem für Faltschachteln, Etiketten und flexible Verpackungen in kleinen Auflagen. Die Bildqualität auf geeigneten Bedruckstoffen kommt dem Offsetdruck nahe; Geschwindigkeit und maximales Format liegen unter denen konventioneller Druckmaschinen.

Flexodruck (Flexography, Flexo; NL: flexodruk)

Der Flexodruck druckt von erhabenen, flexiblen Fotopolymer-Druckplatten, die eine gravierte Rasterwalze (Anilox) einfärbt, und überträgt die Farbe direkt auf den Bedruckstoff. Er läuft schnell auf Rolle und auf Wellpappe, arbeitet mit wasserbasierten, lösemittelhaltigen und UV-Farben und ist das vorherrschende Verfahren für Papiertüten, Einschlagpapiere, Servietten, Kunststofffolien und Wellpappverpackungen. Moderne High-Definition-Platten und Flat-Top-Punkte haben den Qualitätsabstand zum Offsetdruck verringert, besonders auf Folie.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Tiefdruck (Rotationstiefdruck, Rotogravure; NL: diepdruk)

Der Tiefdruck druckt von Metallzylindern, in die Millionen kleiner Näpfchen graviert sind, ein Zylinder je Farbe; die Näpfchen füllen sich mit niedrigviskoser Farbe, eine Rakel streift die Oberfläche sauber, und der Bedruckstoff nimmt die Farbe unter Druck aus den Näpfchen auf. Die Farbe ist satt und über lange Auflagen sehr stabil, doch gravierte Zylinder sind teuer. Der Tiefdruck lohnt sich daher bei langen Auflagen unveränderter Motive, vor allem auf Folie für kaschierte flexible Verpackungen.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Hybriddruck (Hybrid Printing)

Der Hybriddruck kombiniert zwei Drucktechnologien in einer Produktionslinie, meist ein digitales Inkjet-Werk, das in eine Flexo- oder Offsetmaschine integriert ist: Statische Elemente werden konventionell gedruckt, variable oder versionierte Elemente im selben Durchlauf digital. Der Begriff wird auch für Maschinen verwendet, die Flexo-, Sieb- oder andere Werke mischen, sowie für „Hybrid“-UV-Farben oder Hybridraster; es lohnt sich also nachzufragen, was der Lieferant meint.

Inkjet-Druck (Inkjet Printing; Single-Pass, Multi-Pass)

Beim Inkjet-Druck schießen die Düsen der Druckköpfe winzige Farbtröpfchen unter digitaler Steuerung direkt auf den Bedruckstoff. Single-Pass-Maschinen drucken die volle Breite in einem Durchgang unter feststehenden Köpfen und eignen sich für industrielle Verpackungsmengen; Multi-Pass-Drucker (Scan-Drucker) bewegen die Köpfe hin und her, sind langsamer und werden vor allem für Muster und sehr kleine Auflagen genutzt. Wasserbasierte und UV-Inkjet-Farben sind im Verpackungsbereich verbreitet; die Eignung für Lebensmittelverpackungen hängt vom konkreten Farbsystem und seiner Dokumentation ab.

Reihen-Flexodruckmaschine (Inline-Maschine, Inline Flexo Press)

Bei einer Inline-Flexodruckmaschine liegen die Druckwerke in einer horizontalen Reihe, jedes mit eigenem Gegendruckzylinder, und Bahn oder Bogen laufen von einem zum nächsten. Die Anordnung ist gut zugänglich, eignet sich für dickere Bedruckstoffe wie Karton und erlaubt Weiterverarbeitungsschritte wie Stanzen, Lackieren oder Kaschieren in derselben Linie. Schmalbahn-Etikettenmaschinen und viele Flexolinien für Becherkarton und Faltschachteln nutzen diese Konfiguration.

Buchdruck (Letterpress; NL: boekdruk)

Der Buchdruck druckt von starren erhabenen Platten mit pastösen Farben bei leichtem „Kiss“-Druck. Einst das wichtigste kommerzielle Verfahren, hat er heute nur noch einen kleinen Anteil am Verpackungsdruck, vor allem als UV-Buchdruck auf selbstklebenden Schmalbahn-Etiketten und in einigen Becher- und Deckellinien. Er ist das Hochdruckverfahren, aus dem sich Flexodruck und Trockenoffset entwickelt haben.

Schmalbahn und Breitbahn (Narrow Web, Wide Web)

Schmalbahn und Breitbahn bezeichnen die Arbeitsbreite von Rollendruckmaschinen. Schmalbahnmaschinen, im Allgemeinen mit einer Druckbreite unter etwa 500 mm (20 in), sind typisch für Etiketten und flexible Verpackungen in kleinen Auflagen; Breitbahnmaschinen, häufig deutlich über 1.000 mm, bedrucken Folie und Papier für Beutel, Einschlagpapiere und Verbundbeutel in großen Mengen. Die Definitionen unterscheiden sich zwischen Lieferanten, und die Maschinenbreite ist für Einkäufer vor allem deshalb wichtig, weil sie begrenzt, wie viele Artikel nebeneinander auf der Bahn gedruckt werden können.

Offsetdruck (Offset Lithography, Offset, Litho; NL: offsetdruk)

Der Offsetdruck druckt von flachen Platten, auf denen die Bildstellen die fetthaltige Farbe annehmen und die nichtdruckenden Stellen das Feuchtmittel; das eingefärbte Bild wird auf ein Gummituch und von dort auf Bogen oder Bahn übertragen. Er liefert unter den gängigen Verfahren die schärfsten Details und die glattesten Verläufe und ist der Standard für Faltschachteln, Becherzuschnitte und Decklagen von kaschierter Wellpappe (Litho-Lam). „Litho“ ist die im britischen Fachjargon übliche Kurzform.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Postprint und Preprint (Wellpappendruck)

Postprint bezeichnet den Druck direkt auf fertige Wellpappe, meist im Flexodruck in einer bis drei Farben, Preprint den Druck der Decklage auf der Rolle, im Flexo- oder Tiefdruck, bevor sie in der Wellpappenanlage mit der Welle verbunden wird. Preprint liefert glattere Tonwerte und eignet sich für sehr große Auflagen; Postprint ist die Regel für Pizzakartons, Versandkartons und die meisten Mailerboxen. Ein dritter Weg, die Litho-Kaschierung, klebt einen im Offset bedruckten Bogen auf die Wellpappe, um fotografische Qualität zu erreichen.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Konterdruck und Oberflächendruck (Reverse Printing, Surface Printing)

Beim Oberflächendruck liegt die Farbe auf der Außenseite des Bedruckstoffs und ist direkt sichtbar; beim Konterdruck wird die Innenseite einer transparenten Folie bedruckt, sodass man die Farbe durch die Folie sieht, meist bevor die Folie mit einer weiteren Lage kaschiert wird. Konterdruckmotive sind spiegelverkehrt, das Weiß wird zuletzt hinter den Farben gedruckt, und die Farbe liegt geschützt im Verbund, abseits von Verbraucher und Lebensmittel. Die meisten kaschierten Beutel sind im Konterdruck bedruckt; Tragetaschen werden meist im Oberflächendruck bedruckt.

Siebdruck (Screen Printing; NL: zeefdruk)

Beim Siebdruck wird Farbe durch eine feine Gewebeschablone auf den Bedruckstoff gedrückt, wobei ein deutlich dickerer Farbfilm entsteht als im Flexo- oder Offsetdruck. Er liefert deckende Weißtöne, kräftige Farbe auf dunklen oder strukturierten Materialien sowie fühlbare oder erhabene Effekte; für diese Effekte werden an Etiketten- und Faltschachtellinien mitunter Rotationssiebdruckwerke ergänzt. Er ist langsam und eignet sich für einfache Motive mit wenigen Farben, sodass er für Einweg-Gastronomieverpackungen selten das Hauptverfahren ist.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Bogenoffset (Sheet-fed Offset)

Der Bogenoffset führt einzelne Bogen durch die Maschine, in der Regel mit vier Druckwerken für die Skalenfarben, ein bis zwei Sonderfarbwerken und einem Inline-Lackwerk für Lack oder Dispersionslack. Auf jedem Bogen werden mehrere Artikel nebeneinander angeordnet und anschließend gestanzt. Er ist der Standardweg für Faltschachteln, Burgerboxen und To-go-Boxen aus Karton, Becherzuschnitte und Litho-Lam-Decklagen, wo feine Schrift und fotografische Bilder zählen.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Etagen-Flexodruckmaschine (Stack-Maschine, Stack Flexo Press)

Bei einer Stack-Maschine sind die Flexo-Druckwerke übereinander auf einer oder beiden Seiten eines vertikalen Rahmens angeordnet, jedes mit eigenem Gegendruckzylinder. Sie ist kompakt und kann beide Seiten der Bahn in einem Durchgang bedrucken, doch der Passer auf dehnbaren Folien ist weniger präzise als bei einer CI-Maschine, weil die Bahn zwischen den Druckwerken frei läuft. Stack-Maschinen sind verbreitet für Papiertüten, Einschlagpapiere und einfachere Folienarbeiten.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

Rollenoffset (Web Offset; formatvariabler Rollenoffset)

Beim Rollenoffset wird im Offsetverfahren auf einer fortlaufenden Rolle statt auf Bogen gedruckt. Formatvariable Rollenoffsetmaschinen wechseln Platten- und Gummituch-Sleeves, um die Rapportlänge zu ändern; dadurch ist das Verfahren für flexible Verpackungen, Etiketten und Becherkartonrollen nutzbar, oft mit UV- oder EB-härtenden Farben. Es konkurriert mit Tiefdruck und Flexodruck dort, wo Offsetqualität bei Bildern und häufige Motivwechsel gefragt sind.

Flexodruck: Rasterwalze, Platte und Maschine

Die Komponenten, die steuern, wie viel Farbe eine Flexomaschine aufträgt und wie scharf sie druckt. Diese Begriffe erklären, warum Flexo-Angebote Klischeekosten ausweisen, warum feine Bilder und Vollflächen um dieselbe Rasterwalze konkurrieren und warum die Rapportlänge durch die Maschine festgelegt ist.

Näpfchenzahl der Rasterwalze (Linienzahl; Linien pro Zoll, Linien pro cm)

Die Näpfchenzahl gibt die Zahl der gravierten Näpfchen je Zoll oder Zentimeter auf der Oberfläche einer Rasterwalze an. Im Verpackungsdruck liegt sie typischerweise zwischen etwa 200 Linien pro Zoll (80 pro cm) für kräftige Lackaufträge, Weiß und Wellpappe und 1.000 Linien pro Zoll (etwa 400 pro cm) oder mehr für feinen Vierfarbdruck auf Folie. Als Faustregel sollte die Linienzahl der Rasterwalze mindestens das Vier- bis Sechsfache der Rasterweite der Druckplatte betragen, damit die kleinsten Punkte von mehreren Näpfchen getragen werden, statt in ein einzelnes einzutauchen.

Rasterwalze (Anilox Roll; NL: aniloxrol)

Eine Rasterwalze ist eine gravierte Walze aus Metall oder mit Keramikbeschichtung in einer Flexomaschine, deren Näpfchenzahl und Näpfchenvolumen einen präzisen, gleichmäßigen Farbfilm auf die Druckplatte dosieren. Die meisten modernen Rasterwalzen sind lasergravierte Keramikwalzen mit sechseckigen Näpfchen im 60°-Winkel, die langsam verschleißen und sich gründlich reinigen lassen. Feine Walzen mit kleinen Näpfchen eignen sich für Raster und Details, grobe Walzen mit hohem Volumen tragen kräftige Vollflächen und Weiß auf, und eine verschlissene oder teilweise zugesetzte Rasterwalze ist eine häufige Ursache für Farbabweichungen zwischen Auflagen.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Näpfchenvolumen der Rasterwalze (BCM; cm³/m²)

Das Näpfchenvolumen ist die Farbmenge, die die Näpfchen einer Rasterwalze je Flächeneinheit aufnehmen können, angegeben in den USA als BCM (Milliarden Kubikmikrometer je Quadratzoll) und in Europa in cm³/m²; dabei entspricht 1 BCM etwa 1,55 cm³/m². Typische Werte reichen von etwa 1 bis 2,5 BCM für Rasterarbeiten, 3 bis 5 BCM für Strichmotive und Vollflächen und höher für deckendes Weiß, Lacke und Wellpappe. Das Volumen bestimmt maßgeblich die Dicke des Farbfilms und damit die Kraft der Vollflächen; Rasterwalze und Farbe gemeinsam festzulegen ist der Weg, die Flexo-Farbe bei Nachbestellungen reproduzierbar zu halten.

Kammerrakel (Chambered Doctor Blade)

Eine Kammerrakel ist ein geschlossenes Farbzufuhrsystem, bei dem zwei Rakel, eine Arbeits- und eine Schließrakel, gegen die Rasterwalze eine abgedichtete Kammer bilden, durch die die Farbe gepumpt wird. Sie hält die Farbe im geschlossenen Kreislauf, was Lösemittelverdunstung und Viskositätsdrift verringert, Schaumbildung begrenzt und schnellere Farbwechsel erlaubt. Sie ist das Standard-Farbwerk moderner Flexomaschinen für Verpackungen.

Rakel (Doctor Blade; NL: rakel)

Eine Rakel ist eine dünne Klinge aus Stahl, Kunststoff oder Verbundmaterial, die gegen eine eingefärbte Walze oder einen Zylinder gedrückt wird und die überschüssige Farbe abstreift, sodass nur in den gravierten Näpfchen Farbe verbleibt. Im Flexodruck rakelt sie die Rasterwalze ab, damit eine dosierte Farbmenge zur Platte gelangt; im Tiefdruck rakelt sie den Zylinder ab, damit nur in den Bildnäpfchen Farbe bleibt. Rakelwinkel, Anpressdruck und Verschleiß beeinflussen die Gleichmäßigkeit des Farbfilms, und eine beschädigte Rakel zeigt sich als feine Streifen in Druckrichtung.

Flat-Top-Punkte (Flat-Top Dots)

Flat-Top-Punkte sind Flexoplattenpunkte mit flacher Druckfläche und scharfen Flanken, anstelle der abgerundeten Köpfe, die bei der konventionellen digitalen Plattenbelichtung entstehen, weil Luftsauerstoff die Aushärtung der kleinsten Punkte begrenzt. Sie entstehen mit Belichtungssystemen mit Sauerstoffbarriere oder hochintensiven LEDs, halten kleinere Lichterpunkte, zeigen eine stabilere Tonwertzunahme bei Druckschwankungen und tragen häufig eine Oberflächenstruktur für dichtere Vollflächen. Für Einkäufer bedeuten Flat-Top-Platten in der Regel weichere Verläufe und bessere Feindetails, bei etwas höheren Plattenkosten.

Druckanstellung (Impression, Impression Setting)

Die Druckanstellung ist der Anpressdruck zwischen Platte und Bedruckstoff sowie zwischen Rasterwalze und Platte, eingestellt über den Abstand zum Gegendruckzylinder. Der Flexodruck sollte mit der leichtesten Anstellung laufen, die ein vollständiges Bild überträgt; zu hohe Anstellung quetscht die Farbe an die Ränder der Plattenelemente, vergrößert Punkte, erzeugt Quetschränder und lässt negative Schrift zulaufen. Die Anstellung wird beim Einrichten justiert und kann mit Plattenverschleiß, Kompression des Klebebands und Bedruckstoffdicke driften.

Kiss-Druck (Kiss Impression)

Der Kiss-Druck ist der minimale Anpressdruck, bei dem die Platte gerade ein vollständiges, gleichmäßiges Bild ohne sichtbares Quetschen auf den Bedruckstoff überträgt. Er ist die Zieleinstellung für Flexodruck und Buchdruck, weil er die Tonwertzunahme am niedrigsten hält und Feindetails offen lässt. Auf rauen oder gewellten Bedruckstoffen wie Kraftpapier und Wellpappe ist oft etwas mehr Anstellung nötig, um die tiefen Stellen der Oberfläche zu erreichen.

Klischeeklebeband (Montageklebeband, Mounting Tape)

Klischeeklebeband ist ein doppelseitiges Klebeband mit komprimierbarem Schaumstoffkern, mit dem Flexoplatten auf einem Zylinder oder Sleeve befestigt werden, typischerweise etwa 0,38 bis 0,55 mm dick. Die Schaumdichte verändert den Druck: Weichere Bänder polstern die Platte und verringern die Tonwertzunahme in Rastern, härtere Bänder verbessern den Farbauftrag in Vollflächen, und mittlere Bänder werden eingesetzt, wenn eine Platte beides trägt. Montagegenauigkeit und Bandwahl sind ein Grund dafür, dass Wiederholaufträge auf neu montierten Platten leicht abweichend drucken können.

Fotopolymer-Druckplatte (Flexodruckplatte, Klischee; NL: cliché)

Eine Fotopolymer-Druckplatte ist die flexible Reliefdruckplatte des Flexodrucks. Sie besteht aus einer lichtempfindlichen Polymerschicht auf einer Polyesterträgerfolie, die belichtet, mit UV-Licht ausgehärtet und mit Lösemittel, Wasser oder Wärme so verarbeitet wird, dass die Bildstellen erhaben bleiben. Übliche Dicken sind 1,14 mm für Folie und Schmalbahn und 1,70 mm für Papier und Breitbahn, mit dickeren, weicheren Platten von etwa 3 bis 7 mm für Postprint auf Wellpappe. Die Platten verursachen einmalige Kosten je Farbe und Motiv, die in Angeboten als Klischeekosten ausgewiesen werden, und lassen sich bei Wiederholaufträgen lagern und wiederverwenden, wenn sich die Druckdaten nicht ändern.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Formzylinder (Plate Cylinder)

Der Formzylinder ist der Zylinder in einer Flexomaschine, der die montierten Platten trägt, direkt oder über ein Sleeve, und bei jeder Umdrehung die Farbe von der Platte auf den Bedruckstoff überträgt. Sein Umfang legt zusammen mit der Platten- und Klebebanddicke die Rapportlänge fest, sodass jede Maschine einen Satz verfügbarer Rapporte hat. Ein Motiv, dessen Länge nicht zu einem verfügbaren Rapport passt, braucht einen anderen Zylinder oder ein anderes Sleeve oder ein angepasstes Layout.

Plattenverzerrung (Verzerrungsfaktor, Plate Distortion)

Die Plattenverzerrung ist die Dehnung der Druckfläche einer Flexoplatte in Umfangsrichtung, wenn die flache Platte auf den Zylinder oder das Sleeve aufgespannt wird. Die Druckvorstufe gleicht das aus, indem sie das Bild in dieser Richtung um einen Verzerrungsfaktor verkürzt, der von Plattendicke und Rapportlänge abhängt und häufig in der Größenordnung von ein bis wenigen Prozent liegt. Ohne Kompensation fällt das gedruckte Bild länger aus als die Druckdaten, was für Beutellängen, Feldpositionen und Barcodes relevant ist.

Sleeve (Plattensleeve, Brückensleeve)

Ein Sleeve ist ein leichtes zylindrisches Rohr, auf das Flexoplatten montiert werden und das auf einen Luftdorn der Maschine aufgeschoben wird, statt schwere Stahlzylinder zu wechseln. Brücken- oder Adaptersleeves vergrößern den Dorndurchmesser, sodass unterschiedliche Rapportlängen auf derselben Maschine laufen können. Sleeves beschleunigen Auftragswechsel und erlauben, Platten außerhalb der Maschine zu montieren und für Wiederholaufträge einsatzbereit zu lagern.

Oberflächenrasterung (Mikrozellenraster, Surface Screening)

Die Oberflächenrasterung ist ein sehr feines Muster winziger Zellen oder Strukturen, das in die Vollflächen einer Flexoplatte eingebracht wird. Das Muster unterbricht die glatte Plattenoberfläche, sodass sie die Farbe gleichmäßiger aufnimmt und abgibt, was besonders auf Folie zu höherer Volltondichte und weniger Wolkigkeit und Nadelstichen führt. Sie wird in der Druckvorstufe oder bei der Plattenherstellung angewendet und verändert die vom Einkäufer gelieferten Druckdaten nicht.

Begriffe des Tiefdrucks

Das Vokabular rund um Tiefdruckzylinder und darum, wie sie Farbe aufnehmen. Relevant vor allem für kaschierte Beutel und andere flexible Verpackungen mit großer Auflage.

Näpfchentiefe und Näpfchenvolumen (Tiefdruck)

Die Näpfchentiefe gibt an, wie tief jedes gravierte Näpfchen eines Tiefdruckzylinders ist, das Näpfchenvolumen, wie viel Farbe es fasst; zusammen mit der Näpfchenöffnung bestimmen sie, wie viel Farbe jede Fläche druckt. Die Tiefen reichen typischerweise von wenigen µm in den Lichtern bis etwa 40 µm oder mehr in Vollflächen, und die Variation von Näpfchengröße und -tiefe ist der Weg, auf dem der Tiefdruck Tonwerte ohne sichtbare Rasterpunkte erzeugt. Das Näpfchenvolumen steht fest, sobald der Zylinder graviert ist; das ist der Grund, warum die Tiefdruckfarbe über lange Auflagen so stabil ist.

Verchromung (Tiefdruckzylinder)

Die Verchromung ist eine dünne Schicht Hartchrom, wenige µm dick, die galvanisch auf die gravierte Kupferoberfläche eines Tiefdruckzylinders aufgebracht wird. Sie schützt das weiche Kupfer vor Rakelverschleiß, sodass der Zylinder sehr lange Auflagen drucken kann, und abgenutzte Zylinder lassen sich entchromen, instand setzen und neu verchromen. Einige Lieferanten bieten wegen Beschränkungen für die Verchromung mit sechswertigem Chrom alternative Hartbeschichtungen an.

Rakel im Tiefdruck (Doctor Blade, Gravure)

Im Tiefdruck streift die Rakel alle Farbe von der glatten, nichtdruckenden Oberfläche des gravierten Zylinders ab und lässt die Farbe in den Näpfchen. Weil der Tiefdruck direkt vom Zylinder druckt, ist die Rakeleinstellung entscheidend: Eine verschlissene oder schartige Rakel hinterlässt feine Farblinien im Druck (Rakelstreifen), eine schlecht eingestellte Rakel einen leichten Farbschleier auf den nichtdruckenden Flächen (Tonen, Hazing). Rakelwinkel und Anpressdruck gehören zum Einrichten der Maschine und nicht zur Vorgabe des Einkäufers, doch Streifen sind ein häufiger Grund für beanstandete Tiefdruckrollen.

Elektromechanische Gravur (Electromechanical Engraving)

Bei der elektromechanischen Gravur schneidet ein Diamantstichel, der mit hoher Frequenz schwingt und von den digitalen Bilddaten gesteuert wird, die Näpfchen eines Tiefdruckzylinders, mit Tausenden Näpfchen pro Sekunde. Näpfchengröße und -tiefe verändern sich gemeinsam mit dem Tonwert. Sie ist das am weitesten verbreitete Gravurverfahren im Tiefdruck und der Hauptkostenfaktor eines Tiefdruckzylindersatzes.

Elektrostatische Druckunterstützung (ESA, Electrostatic Assist)

Die elektrostatische Druckunterstützung ist ein System, das zwischen Gegendruckwalze und Tiefdruckzylinder eine elektrische Ladung anlegt, sodass die Farbe aus den Näpfchen auf den Bedruckstoff gezogen wird. Sie verringert Fehlstellen (Missing Dots), das gesprenkelte Erscheinungsbild, das entsteht, wenn raue oder weniger komprimierbare Bedruckstoffe nicht jedes Näpfchen berühren. Sie wird besonders auf Papier und Karton und in Lichterbereichen eingesetzt.

Tiefdruckzylinder (Gravure Cylinder)

Ein Tiefdruckzylinder ist der Grundzylinder aus Stahl oder Aluminium, verkupfert, mit den Bildnäpfchen graviert und mit Chrom veredelt, der im Tiefdruck eine Farbe trägt. Sein Umfang legt den Druckrapport fest und seine Ballenbreite die maximale Druckbreite. Zylinder sind teuer in der Herstellung, halten aber sehr lange Auflagen aus und lassen sich für Wiederholaufträge lagern; deshalb eignet sich der Tiefdruck für stabile, lang laufende Motive.

Lasergravur (Tiefdruck, Laser Engraving)

Die Lasergravur erzeugt Tiefdrucknäpfchen entweder, indem eine Maske auf dem Zylinder abgetragen wird, bevor chemisch geätzt wird, oder indem eine geeignete Zylinderoberfläche direkt lasergraviert wird. Sie ermöglicht Näpfchenformen und Kanten, die die elektromechanische Gravur nicht erreicht, etwa sehr scharfe Schrift und Strichelemente, und wird oft dort eingesetzt, wo feine Schrift und Vektorelemente wichtig sind. Welches Verfahren verwendet wird, entscheidet der Zylinderhersteller, doch es kann beeinflussen, wie Feindetails wiedergegeben werden.

Begriffe des Offsetdrucks

Der Offsetdruck beruht auf dem Gleichgewicht zwischen Wasser und Farbe auf der Platte. Diese Begriffe tauchen in Maschinenberichten und in Gesprächen über Farbkonstanz bei Faltschachteln und Bechern auf.

Gummituch (Blanket; NL: rubberdoek)

Ein Gummituch ist das gummierte Gewebetuch, das um den Gummituchzylinder einer Offsetmaschine gespannt ist, das Farbbild von der Platte aufnimmt und auf den Bogen überträgt. Seine Kompressibilität sorgt dafür, dass das Bild den Bedruckstoff auch auf leicht unebenem Karton gleichmäßig erreicht. Ein beschädigtes oder gequetschtes Gummituch druckt auf jedem Bogen einen lokalen Fehler, bis es ersetzt wird, und sein Zustand beeinflusst die Tonwertzunahme.

Computer-to-Plate (CTP)

Computer-to-Plate ist das Verfahren, Druckplatten direkt aus digitalen Daten per Laser ohne Film zu belichten. Im Offsetdruck sind CTP-Platten Aluminiumplatten mit einer licht- oder wärmeempfindlichen Beschichtung; im Flexodruck entspricht dem die digitale Belichtung von Fotopolymerplatten. CTP liefert scharfe, wiederholbare Punkte und erlaubt Druckereien, Offsetplatten günstig neu zu erstellen; deshalb werden Offsetplatten oft als Verbrauchsmaterial behandelt und nicht als gelagertes Werkzeug.

Feuchtmittel (Fountain Solution, Dampening Solution)

Feuchtmittel ist die wasserbasierte Lösung, die auf eine Offsetplatte aufgetragen wird, um die nichtdruckenden Stellen feucht und damit farbabweisend zu halten. Es ist typischerweise leicht sauer, mit einem pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,5, und enthält Zusätze, die Oberflächenspannung und Leitfähigkeit steuern; traditionell wurde Isopropylalkohol zugesetzt, und alkoholreduzierte oder alkoholfreie Systeme sind zunehmend üblich, um Emissionen zu senken. Sein Zustand beeinflusst die Farb-Wasser-Balance, die Trocknung und die Druckstabilität.

Farb-Wasser-Balance (Ink-Water Balance)

Die Farb-Wasser-Balance ist das Gleichgewicht zwischen der Farbmenge und der Feuchtmittelmenge auf der Platte einer Offsetmaschine. Zu viel Wasser emulgiert die Farbe, macht Farben stumpf und verlangsamt das Trocknen; zu wenig lässt Farbe in nichtdruckende Bereiche laufen, ein Fehler namens Tonen (Scumming). Die Balance über eine Auflage stabil zu halten, ist einer der wichtigsten Faktoren für die Farbkonstanz im Offsetdruck.

Offsetdruckplatte (Aluminiumplatte, Offset Plate)

Eine Offsetdruckplatte ist eine dünne Aluminiumplatte mit gekörnter, behandelter Oberfläche und belichteter Beschichtung, auf der Bildstellen Farbe und nichtdruckende Stellen Wasser annehmen; es gibt kein Relief. Je Farbe wird eine Platte benötigt, einschließlich Sonderfarben und manchmal eines Lacks. Offsetplatten kosten weit weniger als Flexoplatten oder Tiefdruckzylinder, sodass eine Motivänderung vor allem Einrichtzeit kostet und kein Werkzeug.

Druckfarben, Trocknung und Härtung

Die Farbchemie entscheidet über Haftung, Scheuerfestigkeit, Geruch und Eignung für den Lebensmittelkontakt. Die für bedruckte Lebensmittelverpackungen geltenden Regeln zu Druckfarben fasst der Ratgeber Konformität von Verpackungen mit Lebensmittelkontakt zusammen.

Verblocken (Blocking)

Verblocken ist das unerwünschte Aneinanderkleben von Oberflächen bedruckten Materials in Rolle oder Stapel, sodass Lagen haften oder die Farbe beim Trennen abgezogen wird. Ursachen sind nicht vollständig getrocknete oder gehärtete Farbe, Restlösemittel, übermäßige Wärme oder Druck bei der Lagerung und überbehandelte Folie. Geprüft wird es mit einem Blocktest, bei dem bedruckte Muster unter Wärme und Druck aufeinandergepresst werden; am wichtigsten ist es bei Folienbeuteln und bedruckten Rollen, die warm gelagert werden.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

Coronabehandlung (Corona Treatment)

Bei der Coronabehandlung wird eine Kunststofffolienoberfläche einer elektrischen Hochspannungsentladung ausgesetzt, die sie oxidiert und ihre Oberflächenenergie erhöht, sodass Farbe und Klebstoffe benetzen und haften. Sie ist für den Druck auf Polyethylen und Polypropylen unerlässlich. Der Effekt lässt mit der Zeit nach, weil Additive an die Oberfläche wandern; Folie, die wochenlang gelagert wurde, muss vor dem Druck unter Umständen erneut behandelt werden, und beide Seiten müssen behandelt werden, wenn beide bedruckt werden.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

Trocknung und Härtung (Drying and Curing)

Beim Trocknen wird ein flüssiger Farbfilm fest, indem Wasser oder Lösemittel durch Verdunsten und Wegschlagen entzogen werden, bei oxidativ trocknenden Offsetfarben durch Wegschlagen und Oxidation; beim Härten wird er durch eine chemische Reaktion fest, die durch UV-Licht oder Elektronenstrahlen ausgelöst wird. Wasserbasierte und lösemittelhaltige Flexo- und Tiefdruckfarben trocknen mit Heißluft zwischen und nach den Druckwerken, während UV- und EB-Farben nahezu sofort härten. Unvollständiges Trocknen oder Härten ist eine Hauptursache für Abliegen, Verblocken, Geruch und Migration; deshalb begrenzt die Trocknungsleistung oft Maschinengeschwindigkeit und Farbdeckung.

Dyn-Wert (Oberflächenenergie; dyn/cm, mN/m)

Der Dyn-Wert ist die Oberflächenenergie eines Bedruckstoffs, angegeben in dyn/cm (zahlenmäßig gleich mN/m); er zeigt an, ob Farbe den Bedruckstoff benetzt und auf ihm haftet. Unbehandeltes Polyethylen liegt typischerweise bei etwa 30 bis 31 dyn/cm, und Druckereien streben nach der Coronabehandlung typischerweise etwa 38 bis 42 dyn/cm oder mehr an, wobei wasserbasierte Farben den oberen Bereich brauchen. Geprüft wird mit Dyn-Teststiften oder Testtinten vor dem Druck.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

Elektronenstrahlhärtende Druckfarbe (EB-Farbe, ESH-Farbe)

Eine EB-härtende Druckfarbe wird durch einen Elektronenstrahl gehärtet, der den Farbfilm sofort polymerisiert, ohne die Photoinitiatoren, die UV-Farben benötigen. Die Härtung erfolgt meist unter Stickstoff, damit Sauerstoff die Reaktion nicht stört. EB-Farben und -Lacke werden im Offset- und Flexodruck für flexible Verpackungen und Faltschachteln eingesetzt, wo hohe Beständigkeit und geringe Migration verlangt werden, weil keine Photoinitiator-Rückstände entstehen; die Anlagen sind teuer und nur an einer begrenzten Zahl von Linien zu finden.

Farbdeckung (Ink Coverage; Flächendeckung)

Die Farbdeckung ist der Anteil der bedruckten Fläche, der mit Farbe bedeckt ist, und damit auch die Gesamtmenge an Farbe, die ein Motiv aufträgt. Hohe Deckung, etwa bei großen Vollflächen oder randabfallenden Bildern, verbraucht mehr Farbe, braucht mehr Trocknung, erhöht auf dünnen Papieren das Risiko von Abliegen, Wellenbildung und Durchscheinen und kann Bewertungen der Recyclingfähigkeit beeinflussen. Weiterverarbeiter prüfen Motive mit hoher Deckung auf Einschlagpapieren und Tissue häufig vor der Angebotsabgabe und schlagen unter Umständen ein Motiv mit geringerer Deckung vor.

Siehe: Fettdichtes Papier bedrucken

Farbannahme (Ink Trapping, Wet Trapping)

Farbannahme bezeichnet im Maschinensinn die Fähigkeit eines bereits gedruckten Farbfilms, die nächste darüber gedruckte Farbe anzunehmen. Schlechte Farbannahme lässt übereinandergedruckte Farben, etwa ein aus Magenta und Gelb aufgebautes Rot, schwach oder wolkig wirken. Sie wird mit einem Densitometer gemessen und als scheinbare Farbannahme in Prozent angegeben, häufig nach der Preucil-Formel. Nicht zu verwechseln mit der Überfüllung in der Druckvorstufe, einer gezielten Überlappung benachbarter Farben (siehe Überfüllung im Abschnitt Druckvorstufe und Druckdaten).

Migrationsarme Druckfarbe (Low-Migration Ink)

Eine migrationsarme Druckfarbe ist ein Farbsystem, das so formuliert und angewendet wird, dass die Migration seiner Bestandteile in Lebensmittel unter den vorgesehenen Verwendungsbedingungen unter den geltenden Grenzwerten bleibt. Es ist kein einheitlicher rechtlicher Status: Die Eignung wird für die konkrete Anwendung beurteilt, typischerweise mit Bezug auf die EuPIA-Leitlinien und die Schweizer Bedarfsgegenständeverordnung SR 817.023.21 (Anhang 10), und die Farbe muss korrekt getrocknet oder gehärtet sein, unter guter Herstellungspraxis, wie sie in der EU die Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 (GMP-Verordnung) verlangt. Ab dem 1. Januar 2027 ergänzt die deutsche Druckfarbenverordnung eine Positivliste für Stoffe in Druckfarben auf Lebensmittelkontaktmaterialien.

Siehe: Konformität von Verpackungen mit Lebensmittelkontakt

Mineralölfreie Druckfarbe (Mineral-Oil-Free Ink)

Eine mineralölfreie Druckfarbe ist ohne Mineralölbestandteile formuliert; relevant ist das vor allem für oxidativ trocknende Bogenoffsetfarben, die traditionell Mineralöldestillate verwendeten und heute häufig stattdessen Pflanzenölderivate einsetzen. Einkäufer geben sie vor, weil Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH) aus der Verpackung in Lebensmittel migrieren können. Sie beseitigt die Farbe als Quelle, ändert aber nichts an Mineralöl, das bereits in Recyclingfasern enthalten ist; dort braucht es eine Barriere oder Frischfaserkarton.

Siehe: Mineralölbarrieren und lebensmittelechte Faltschachteln

Pigment

Ein Pigment ist ein fein gemahlenes, unlösliches Farbpartikel, das im Bindemittel der Farbe dispergiert ist; es verleiht der Farbe Farbton, Stärke und Beständigkeit gegen Licht und Lösemittel. Verpackungsdruckfarben sind fast ausschließlich pigmentbasiert, während Farbstoffe, die sich im Vehikel lösen, in einigen Inkjet-Farben und Spezialanwendungen eingesetzt werden. Die Pigmentwahl begrenzt, welche Pantone-Farben mit einer bestimmten Farbreihe angemischt werden können, und beeinflusst Lichtechtheit, Deckkraft und Preis.

Restlösemittel (Retained Solvent)

Restlösemittel ist die geringe Menge organischen Lösemittels, die nach dem Trocknen in bedruckter und kaschierter Folie verbleibt, per Gaschromatografie gemessen und meist in mg/m² angegeben. Hohes Restlösemittel kann Geruch, Geschmacksbeeinträchtigung, Verblocken und schwache Kaschierverbindungen verursachen; deshalb wird lösemittelbedruckte flexible Verpackung für Lebensmittel üblicherweise gegen einen vereinbarten Grenzwert freigegeben. Es ist vor allem bei lösemittelhaltigem Flexo- und Tiefdruck auf Folie ein Thema.

Abliegen (Set-off)

Abliegen ist die unerwünschte Übertragung von Farbe von der bedruckten Oberfläche eines Bogens oder einer Bahnlage auf die Rückseite der nächsten in Stapel oder Rolle. Bei Lebensmittelverpackungen ist es nicht nur ein optisches Problem, sondern eine Frage der Lebensmittelsicherheit, weil Farbe auf die Lebensmittelkontaktseite gelangen kann; die Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 verlangt, dass Druckfarben auf der Nicht-Lebensmittelseite weder durch den Bedruckstoff noch durch Abliegen Stoffe auf die Lebensmittelkontaktseite übertragen. Weiterverarbeiter steuern es über Farbwahl, Trocknung, Farbdeckung, Rollenspannung und Stapeldruck.

Siehe: Fettdichtes Papier bedrucken

Lösemittelhaltige Druckfarbe (Solvent-Based Ink)

Eine lösemittelhaltige Druckfarbe nutzt organische Lösemittel wie Ethanol, Ethylacetat oder ähnliche Gemische als flüssiges Vehikel, im Flexo- und Tiefdruck typischerweise mit Nitrocellulose-, Polyurethan- oder Polyamid-Bindemitteln. Sie trocknet schnell, benetzt Folien mit niedriger Oberflächenenergie leicht und liefert starke Haftung, Glanz und Dichte, setzt aber flüchtige organische Verbindungen frei, die abgesaugt und behandelt werden müssen. Sie wird weiterhin breit für den Druck auf Folie und kaschierte flexible Verpackungen eingesetzt.

Siehe: Kunststofftüten bedrucken

UV-härtende Druckfarbe (UV-Farbe, LED-UV)

Eine UV-härtende Druckfarbe enthält Monomere, Oligomere und Photoinitiatoren, die bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht nahezu sofort polymerisieren, statt durch Verdunsten zu trocknen. LED-UV-Systeme härten mit schmalbandigem Licht, typischerweise um 365 bis 395 nm, und brauchen weniger Energie und Wärme als Quecksilberlampen. UV-Farben liefern hohen Glanz, Scheuerfestigkeit und schnelle Weiterverarbeitung; bei Lebensmittelverpackungen können Rest-Photoinitiatoren und Monomere migrieren, sodass migrationsarme UV-Systeme und vollständige Härtung erforderlich sind.

Viskosität (Viscosity)

Die Viskosität ist der Fließwiderstand einer flüssigen Farbe; sie steuert, wie viel Farbe ein Näpfchen der Rasterwalze oder des Tiefdruckzylinders aufnimmt und abgibt und wie sich die Farbe auf dem Bedruckstoff verteilt. Flexo- und Tiefdruckfarben sind flüssig und werden mit Auslaufbechern in Sekunden gemessen, während Offsetfarben Pasten sind, die über Zügigkeit (Tack) und Rheologie charakterisiert werden. Die Viskosität steigt, wenn Lösemittel oder Wasser während der Auflage verdunsten; deshalb geben die Maschinen Verdünnung zu, um einen Zielwert zu halten, und unkontrollierte Viskosität ist eine klassische Ursache für Farbschwankungen im Flexodruck.

Wasserbasierte Druckfarbe (Water-Based Ink)

Eine wasserbasierte Druckfarbe nutzt Wasser als flüssiges Hauptvehikel, mit Acrylat- oder ähnlichen Bindemitteln und geringen Mengen Aminen oder Colösemitteln, die die Harze in Lösung halten; gesteuert wird sie über den pH-Wert. Sie hat niedrige Emissionen und geringen Geruch und ist der Standard für den Flexodruck auf Papiertüten, Einschlagpapieren, Servietten und Wellpappe. Auf Folie trocknet sie langsamer, braucht meist eine stärkere Oberflächenbehandlung und mehr Trocknungsleistung und kann etwas weniger glänzen als lösemittelhaltige Farbe.

Siehe: Fettdichtes Papier bedrucken

Zahn-Becher (Auslaufbecher, Viskositätsbecher)

Ein Zahn-Becher ist ein kleiner Tauchbecher mit einer kalibrierten Bohrung im Boden, der an der Maschine genutzt wird, um die Viskosität flüssiger Farbe als Zahl der Sekunden zu messen, die der Becher zum Leerlaufen braucht; beschrieben ist das Verfahren in ASTM D4212. Die Becher sind nach Düsengröße nummeriert, wobei der Zahn-Becher Nr. 2 für Flexofarben üblich ist; in Europa sind außerdem der DIN-Becher 4 mm und ISO-Auslaufbecher (ISO 2431) weit verbreitet. Messwerte sind nur mit demselben Becher bei gleicher Farbtemperatur vergleichbar.

Farbstandards und Farbmessung

Wie Farbe festgelegt, gemessen und innerhalb der Toleranz gehalten wird. Die Entscheidungen des Einkäufers zu Sonderfarben, CMYK und Toleranzen erläutert der Ratgeber Pantone und CMYK im Verpackungsdruck.

CIELAB (Lab, L*a*b*)

CIELAB ist der von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE) 1976 definierte Farbraum, der jede Farbe mit drei Werten beschreibt: L* für die Helligkeit, a* für die Rot-Grün-Achse und b* für die Gelb-Blau-Achse. Er ist geräteunabhängig, sodass ein an einem freigegebenen Muster gemessener Lab-Wert jeder Druckerei als numerisches Ziel mitgegeben werden kann. Delta-E-Toleranzen werden als Abstände zwischen Lab-Werten berechnet.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

CMYK (Skalenfarben, Vierfarbdruck, Euroskala)

CMYK ist das Vierfarbdruckverfahren mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, gedruckt als Rasterpunkte, um eine große Bandbreite an Farben und Bildern wiederzugeben. Es gibt Fotos effizient wieder, trifft Markenfarben aber nur näherungsweise, abhängig von Bedruckstoff, Tonwertzunahme und Farbbalance. Viele Verpackungsmotive kombinieren CMYK-Bilder mit ein oder zwei Sonderfarben für Logos.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Farbumfang (Colour Gamut)

Der Farbumfang ist die gesamte Bandbreite an Farben, die eine Kombination aus Druckverfahren, Farbsatz und Bedruckstoff wiedergeben kann. CMYK auf gestrichenem Karton hat einen größeren Farbumfang als CMYK auf ungestrichenem Kraftpapier, und viele gesättigte Markenfarben, etwa manche Orange-, Grün- und Blautöne, liegen außerhalb jedes CMYK-Farbumfangs. Eine Farbe außerhalb des Farbumfangs muss als Sonderfarbe gedruckt, im erweiterten Farbraum aufgebaut oder als Annäherung akzeptiert werden.

Farbprofil (ICC-Profil, Colour Profile)

Ein Farbprofil ist eine Datei im vom International Color Consortium (ICC) standardisierten Format, die beschreibt, wie ein Gerät oder eine Druckbedingung Farbe wiedergibt, und ihre CMYK- oder RGB-Werte mit geräteunabhängigen Lab-Werten verknüpft. Die Druckvorstufe nutzt Profile, um Bilder in die Zieldruckbedingung umzurechnen und diese auf Proofs und Bildschirmen zu simulieren. Druckdaten im falschen Profil oder in RGB sind eine häufige Ursache für Farben, die am Bildschirm stimmen und im Druck nicht.

Delta E (ΔE, Farbabstand)

Delta E (ΔE) ist eine einzelne Zahl, die den Unterschied zwischen zwei Farben ausdrückt, berechnet aus Spektralfotometer-Messungen im CIELAB-Farbraum; je niedriger die Zahl, desto näher liegen die Farben beieinander. Toleranzen bei Verpackungen werden zwischen Einkäufer und Druckerei vereinbart und nicht gesetzlich festgelegt; für Sonderfarben liegen sie je nach Bedruckstoff und Bedeutung häufig bei etwa 2 bis 4 ΔE00. Zur Toleranz muss die Formel angegeben werden, denn das ältere ΔE76 und das neuere ΔE2000 liefern für dasselbe Farbpaar unterschiedliche Werte.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Delta E 2000 (ΔE2000, ΔE00, CIEDE2000)

ΔE2000 ist die 2001 von der CIE veröffentlichte Farbabstandsformel, die den einfachen Lab-Abstand von ΔE76 um Helligkeit, Buntheit und Farbton korrigiert, sodass dieselbe Zahl über den Farbbereich hinweg besser demselben sichtbaren Unterschied entspricht. Als grober Anhalt liegt etwa 1 ΔE00 nahe an der Grenze, die ein geschultes Auge unter kontrollierter Beleuchtung erkennen kann, und bei etwa 2 ist der Unterschied nebeneinander wahrnehmbar. Sie ist die empfohlene Formel für Farbtoleranzen bei Verpackungen.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Densitometer (Dichtemessgerät)

Ein Densitometer misst die optische Dichte, also die lichtabsorbierende Stärke eines gedruckten Farbfilms, durch Filter, die auf die Prozessfarben abgestimmt sind, mit den Filterkennlinien Status E (in Europa üblich) oder Status T (in den USA üblich). Druckereien nutzen es an der Maschine zur Kontrolle von Volltondichte, Tonwertzunahme, Farbannahme und Druckkontrast. Es misst die Stärke des Farbfilms und nicht die Farbe; eine bekannte Farbe kontrolliert es daher gut, ob aber eine Sonderfarbe ihr Ziel trifft, kann es nicht beurteilen, dafür braucht es ein Spektralfotometer.

Erweiterter Farbraum (Extended Colour Gamut, ECG; CMYK+OGV, Siebenfarbdruck)

Der Druck im erweiterten Farbraum ergänzt feste Prozessfarben, meist Orange, Grün und Violett (CMYK+OGV), um mit einem Standardfarbsatz eine deutlich größere Bandbreite an Farben wiederzugeben, darunter viele Markensonderfarben. Statt für jedes Motiv eine neue Sonderfarbe anzumischen, werden die Farben aus den sieben Farben aufgebaut, was Farbwechsel und Waschgänge verringert, wenn viele Motive auf einer Maschine laufen. Er eignet sich für flexible Verpackungen und Etiketten mit vielen Artikelvarianten (SKUs); für eine einzelne kritische Markenfarbe bleibt eine echte Sonderfarbe die sicherere Vorgabe.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Fogra (Fogra-Charakterisierungsdaten, FOGRA39, FOGRA51)

Fogra ist das deutsche Forschungsinstitut für Medientechnologien, das Charakterisierungsdatensätze für Standarddruckbedingungen veröffentlicht, aus denen die in der europäischen Druckvorstufe üblichen ICC-Profile erstellt werden. FOGRA39 beschreibt den Bogenoffset auf gestrichenem Papier nach der Ausgabe 2004 von ISO 12647-2, während FOGRA51 und FOGRA52 gestrichenes und ungestrichenes Papier nach der Ausgabe 2013 beschreiben. Eine für eine genannte Fogra-Bedingung aufbereitete und danach geproofte Datei gibt Druckerei und Einkäufer eine gemeinsame Farbreferenz für CMYK-Arbeiten.

G7

G7 ist eine von Idealliance veröffentlichte Kalibriermethode, die ein Drucksystem so einstellt, dass Graubalance und neutrale Tonalität einem definierten Ziel entsprechen, sodass verschiedene Maschinen, Verfahren und Proofs visuell ähnlich aussehen. Sie ist in den USA weit verbreitet und wird im Verpackungsbereich zunehmend genutzt, wo sie hilft, Flexo-, Offset- und Digitalausgabe für dieselbe Marke anzugleichen. Eine Druckerei kann als G7-Master-Betrieb qualifiziert werden, doch die Methode gleicht das Erscheinungsbild an; vereinbarte Sonderfarbziele ersetzt sie nicht.

Graubalance (Gray Balance)

Die Graubalance ist die Kombination von Tonwerten für Cyan, Magenta und Gelb, die bei einem gegebenen Verfahren und Bedruckstoff als neutrales Grau ohne Farbstich druckt. Eine stabile Graubalance lässt Neutral- und Hauttöne natürlich wirken und ist ein empfindlicher Indikator dafür, ob die drei Prozessfarben an der Maschine im Gleichgewicht sind. Sie ist die Grundlage der G7-Kalibrierung und wird während der Auflage an Farbkontrollstreifen geprüft.

Farbausstrich (Ink Drawdown)

Ein Farbausstrich ist ein dünner Film angemischter Farbe, der mit einem Handproofer oder Rakelstab auf dem tatsächlichen Bedruckstoff aufgezogen wird, den Farbfilm der Maschine annähert und zur Prüfung einer Sonderfarbe vor dem Druck dient. Er zeigt, wie eine Pantone-Farbe auf dem echten Kraftpapier, fettdichten Papier oder der Folie aussieht und nicht auf weißem Referenzpapier, und ist die beste frühe Kontrolle für Sonderfarben. Ein freigegebener Ausstrich wird oft als Farbreferenz für die Produktionsauflage aufbewahrt.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

ISO 12647 (Prozesskontrolle für den Rasterfarbdruck)

ISO 12647 ist die Reihe internationaler Normen, die Prozesskontrollziele für den Rasterfarbdruck festlegt, etwa Volltonfarben in Lab, Tonwertzunahme und Toleranzen, mit getrennten Teilen für verschiedene Verfahren: Teil 2 Offset, Teil 4 Tiefdruck, Teil 6 Flexodruck, Teil 7 Proofing und Teil 8 Validierungsdrucke. Sie erlaubt Einkäufern, CMYK-Arbeiten gegen eine bekannte Druckbedingung vorzugeben statt eines Delta-E-Werts je Farbe. ISO 15339 ergänzt sie um charakterisierte Referenzdruckbedingungen, die vom Druckverfahren unabhängig sind.

Messbedingungen (M0, M1, M2, M3)

Messbedingungen sind die in ISO 13655 definierten standardisierten Beleuchtungseinstellungen farbmessender Geräte: M0 ist die ältere Bedingung mit undefiniertem UV-Anteil; M1 entspricht D50 einschließlich des UV-Anteils; M2 schließt UV aus; und M3 ergänzt einen Polarisationsfilter. Weil viele Papiere und Kartons optische Aufheller enthalten, die auf UV reagieren, können Messwerte derselben Probe zwischen den Bedingungen abweichen. Eine Farbvorgabe sollte angeben, welche Bedingung gilt, zusammen mit Formel und Toleranz.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Metamerie (Metamerism)

Metamerie ist der Effekt, bei dem zwei Farben unter einer Lichtquelle übereinstimmen, unter einer anderen aber abweichen, weil sie unterschiedliche Spektren reflektieren, die unter dem ersten Licht zufällig gleich aussehen. Sie tritt häufig auf, wenn eine Farbe mit einem anderen Farbsatz, Bedruckstoff oder Verfahren als das Original nachgestellt wird. Freigaben in einer Normlichtkabine unter mehr als einer Lichtquelle zu prüfen und zu wissen, wo die Verpackung später gesehen wird, verringert Überraschungen.

Pantone (Pantone Matching System, PMS)

Das Pantone Matching System ist die im Verpackungsbereich am weitesten verbreitete kommerzielle Sonderfarbreferenz, eine nummerierte Farbbibliothek mit Mischformeln, veröffentlicht in gedruckten Fächern. Jede Referenz gibt es in einer gestrichenen (C) und einer ungestrichenen (U) Version, weil dieselbe Farbe auf glänzendem und saugfähigem Material unterschiedlich aussieht; die ungestrichene Referenz ist deshalb die realistischere Orientierung für Kraftpapier und ungestrichene Papiere. Im deutschsprachigen Raum ist daneben auch HKS gebräuchlich. Eine Pantone-Nummer benennt ein Ziel; wie genau es erreicht wird, hängt von Bedruckstoff, Verfahren und vereinbarter Toleranz ab.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Volltondichte (Solid Ink Density, SID)

Die Volltondichte ist die optische Dichte eines 100-%-Farbfelds, mit einem Densitometer gemessen und an der Maschine als schneller Indikator für die Farbfilmdicke genutzt. Typische Ziele für den Bogenoffset auf gestrichenem Karton liegen grob zwischen 1,0 für Gelb und 1,8 für Schwarz, je nach Farbsatz, Bedruckstoff und Status des Densitometers, auch wenn aktuelle Ausgaben von ISO 12647 Vollflächen in Lab statt in Dichte definieren. Steigende Dichte erhöht die Farbstärke, aber auch die Tonwertzunahme; deshalb wird sie in einem engen Fenster geführt.

Spektralfotometer (Spectrophotometer)

Ein Spektralfotometer misst das gesamte Spektrum des von einer Probe reflektierten Lichts und berechnet daraus Farbwerte wie Lab, aus denen Delta E abgeleitet wird. Es ist das Instrument, mit dem Farbziele auf Proofs, Ausstrichen und Druckmustern festgelegt und überprüft werden, und moderne maschinennahe und Inline-Geräte melden auch die Dichte. Messgeräte der grafischen Industrie arbeiten meist mit 45°/0°-Geometrie, und die Messbedingung (M0 bis M3) muss angegeben werden.

Sonderfarbe (Spot Colour, Pantone-Farbe, Volltonfarbe; NL: steunkleur)

Eine Sonderfarbe ist eine vorgemischte Farbe, die in einem eigenen Druckwerk gedruckt wird, um genau einen bestimmten Farbton wiederzugeben, meist aus dem Pantone Matching System vorgegeben. Sie liefert sauberere, konstantere Markenfarben und Flächen als CMYK-Aufbauten und erreicht Farben außerhalb des CMYK-Farbumfangs, doch jede Sonderfarbe bringt eine Farbe, eine Platte und einen Waschgang mit sich. In den Druckdaten müssen Sonderfarben genau wie vereinbart benannt werden, weil jeder Name zu einer eigenen Platte wird.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Normlicht (D50, ISO 3664; Normlichtkabine)

Normlicht bezeichnet die kontrollierte Beleuchtung und Umgebung, unter der gedruckte Farbe beurteilt wird, definiert in ISO 3664 mit der Lichtart D50 von etwa 5.000 K. Druckereien und Markeninhaber nutzen nach dieser Norm gebaute Normlichtkabinen, damit beide Seiten einer Freigabe dieselbe Farbe sehen. Farben, die unter LED-Beleuchtung im Laden oder bei Tageslicht am Fenster geprüft werden, können anders aussehen, besonders wenn Metamerie im Spiel ist.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Druckvorstufe und Druckdaten

Was zwischen der Datei des Designers und der Druckplatte geschieht und welche Regeln für die Druckdaten sich daraus ergeben. Die Dateivorbereitung behandelt Schritt für Schritt der Ratgeber Druckdaten für Verpackungen vorbereiten.

Druckdaten (Artwork, druckfertige Daten)

Druckdaten sind die Grafikdatei, die alles festlegt, was auf einer Verpackung gedruckt wird: Text, Bilder, Farben, Marken und Codes, positioniert auf der Stanzkontur. Druckfertige Daten werden im Maßstab 1:1 geliefert, meist als PDF/X-Datei auf Basis der Stanzkontur des Herstellers, mit Vektorlogos und -text, Bildern in ausreichender Auflösung, benannten Sonderfarben und Beschnittzugabe. Nicht druckfertige Daten sind ein häufiger Grund für Verzögerungen nach der Auftragserteilung.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Strichbreitenreduktion (BWR, Bar Width Reduction)

Die Strichbreitenreduktion ist das gezielte Verschmälern der Striche eines Barcodes in der Datei, um das Auslaufen der Farbe an der Maschine auszugleichen, sodass die gedruckten Striche ihre Nennbreite erreichen und der Code korrekt gescannt und verifiziert wird. Das Ausmaß hängt von Druckverfahren, Platte und Bedruckstoff ab und wird von der Druckerei festgelegt, typischerweise größer für Flexodruck auf saugfähigem Papier als für Offset auf gestrichenem Karton. Im Flexodruck werden die Striche häufig in Laufrichtung der Bahn ausgerichtet, um Verzerrungen zu begrenzen.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Beschnittzugabe (Bleed, Anschnitt; NL: afloop)

Die Beschnittzugabe ist die über die Schnittlinie hinaus verlängerte Gestaltung, damit kleine Schnittabweichungen keine unbedruckten Kanten hinterlassen. Im Bogenoffset sind für Faltschachteln und Becher 3 mm üblich; bei Flexo, Wellpappe und rollengefertigten Beutelarbeiten sind häufig 5 mm oder mehr nötig. Die erforderliche Beschnittzugabe legt der Hersteller für jedes Produkt fest.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Spread und Choke

Spread und Choke sind die beiden Wege, eine Überfüllung zu erzeugen. Ein Spread vergrößert ein helleres Vordergrundobjekt leicht in den dunkleren Hintergrund hinein, während ein Choke einen helleren Hintergrund leicht in ein dunkleres Objekt hinein ausdehnt und damit die Aussparung des Objekts effektiv verkleinert. Die Regel lautet, dass die hellere Farbe in die dunklere hineinwandert, damit die Überlappung kaum sichtbar ist; die Druckvorstufensoftware wählt die Richtung automatisch, mit manueller Korrektur bei kritischen Elementen wie Logos und kleiner Schrift.

Stanzkontur (Stanzlinie, Dieline)

Eine Stanzkontur ist der flache Umriss einer Verpackung vor dem Schneiden und Falten, der Schnitt-, Rill-, Klebe- und Perforationslinien zeigt. Die Gestaltung sollte auf der Stanzkontur des Herstellers platziert werden, die auf einer eigenen nicht druckenden Ebene liegt und auf Überdrucken gesetzt ist, weil Kartonstärke und Maschineneinstellungen die Maße der Felder verändern.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten; Stanzkonturen, Stanzformen und Prototypen bei Faltschachteln

Verzerrungskompensation (bogenförmig angeordnete und vorverzerrte Druckdaten)

Die Verzerrungskompensation ist die Anpassung der Druckdaten, damit sie auf dem fertigen Produkt nach Formung, Schrumpfung oder Umhüllung korrekt aussehen; sie ist von der Plattenverzerrung zu unterscheiden, die die Maschine ausgleicht. Pappbecher und Becherhüllen werden auf fächerförmigen Zuschnitten bedruckt, die zu Kegeln werden, sodass Elemente entlang des Bogens platziert und zu ihrer lokalen Senkrechten gedreht werden; Schrumpfsleeves brauchen Druckdaten, die für ungleichmäßiges Schrumpfen vorverzerrt sind. Ausgangspunkt ist die Vorlage des Herstellers für die genaue Größe.

Siehe: Pappbecher bedrucken; Becherhüllen bedrucken

Lichtmarke und Passermarken (Eye Mark, Fotozellenmarke)

Eine Lichtmarke ist ein kleiner gedruckter Vollfarbblock, meist in dunkler Farbe auf hellem Grund, der einmal je Rapport platziert wird, damit eine Fotozelle an einer Beutelmaschine, Siegelmaschine oder einem Querschneider jedes Stück passergenau zum Druck schneiden oder siegeln kann. Passermarken wie Passerkreuze, Mikropunkte und Farbkontrollstreifen außerhalb des Beschnitts helfen der Druckerei, Farben und Platten auszurichten. Ihre Position und Größe werden mit dem Weiterverarbeiter abgestimmt, und Lichtmarken liegen oft in Nähten, Seitenfalten oder Bereichen, die später verdeckt sind.

Aussparung (Knockout; Aussparen)

Aussparen bedeutet, die Farben unter einem darüberliegenden Objekt zu entfernen, sodass jede Farbe auf unbedrucktem Bedruckstoff druckt und nicht eine Farbe über der anderen. Es hält Farben rein, weil Druckfarben weitgehend transparent sind, doch jeder Passerversatz zwischen Objekt und Aussparung hinterlässt eine sichtbare Lücke, sofern keine Überfüllung ergänzt wird. Aussparen ist die Standardeinstellung für die meisten farbigen Elemente in Verpackungsdruckdaten.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Überdrucken (Overprint)

Überdrucken bedeutet, eine obere Farbe direkt über die darunterliegende zu drucken, statt sie auszusparen, sodass sich beide Farben dort mischen, wo sie sich überlappen. Kleine schwarze Schrift überdruckt normalerweise, damit durch Passerversatz nie eine weiße Lücke sichtbar wird, und Stanzkonturen, Lackebenen und technische Marken werden in der Datei auf Überdrucken gesetzt. Weiße Objekte und helle Farben dürfen nie auf Überdrucken gesetzt werden, weil sie an der Maschine verschwinden oder ihren Farbton verändern.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

PDF/X (PDF/X-1a, PDF/X-4)

PDF/X ist eine Familie von PDF-Untermengen, standardisiert in der Reihe ISO 15930, für den zuverlässigen Austausch druckfertiger Dateien. PDF/X-1a erlaubt nur CMYK und Sonderfarben, verlangt eingebettete Schriften und reduzierte Transparenzen; PDF/X-4 erlaubt native Transparenzen, Ebenen und ICC-basiertes Farbmanagement. Beide sind im Verpackungsbereich üblich, und die Druckerei gibt vor, welche Version und welche Ausgabebedingung zu verwenden sind.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Preflight (Datenprüfung)

Der Preflight ist die automatische und manuelle Prüfung einer gelieferten Datei, bevor die Arbeit in der Druckvorstufe beginnt; geprüft werden unter anderem Schriften, Bildauflösung, Farbräume, Sonderfarbnamen, Beschnittzugabe, Überdruckeinstellungen, Mindestlinienstärken und Schriftgrößen. Ein Preflight-Bericht listet Probleme auf, die der Designer vor dem Proof korrigieren muss. Der Preflight fängt häufige Dateifehler früh ab und verhindert, dass Platten nach fehlerhaften Druckdaten bezahlt werden.

Druckvorstufe (Prepress, Repro; NL: drukvoorbereiding)

Die Druckvorstufe, auch Repro genannt, umfasst alle Arbeiten zwischen dem Eingang der Druckdaten und der Herstellung der Druckformen: Preflight, Farbseparation, Überfüllung, Verzerrungskompensation, Nutzenmontage, Rasterung, Proofing und Herstellung von Platten oder Zylindern. Die Druckvorstufe für Verpackungen passt dasselbe Motiv für jedes Verfahren und jeden Bedruckstoff unterschiedlich an. Die Kosten erscheinen in Angeboten als Repro- oder Druckvorstufenkosten, in der Regel einmal je Motiv.

Rapportlänge (Rapport, Print Repeat)

Die Rapportlänge ist die Strecke entlang der Bahn, nach der sich das gedruckte Bild wiederholt, gleich dem Umfang des Formzylinders einschließlich Platte und Klebeband oder des Tiefdruckzylinders. Für Beutel, Einschlagpapiere und Rollen muss sie zur Produktlänge oder einem ganzzahligen Bruchteil davon passen, sodass die an einer Maschine verfügbaren Rapporte mitbestimmen, welche Größen wirtschaftlich gedruckt werden können. Rapportlänge und Position der Lichtmarke werden in der Rollenspezifikation bedruckter Rollen angegeben.

Siehe: Fettdichtes Papier bedrucken

Tiefschwarz (Rich Black)

Tiefschwarz ist ein Schwarz, das aus 100 % schwarzer Farbe plus Anteilen von Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut ist und in großen Flächen ein tieferes Schwarz ergibt als schwarze Farbe allein. Es sollte nicht für kleine Schrift, feine Linien oder Barcodes verwendet werden, weil jeder Passerversatz der vier Farben farbige Säume erzeugt. Die Gesamtfarbmenge eines Tiefschwarz muss innerhalb der Grenze der Gesamtflächendeckung des Verfahrens bleiben.

RIP (Raster Image Processor)

Ein RIP ist die Software, die ein druckfertiges PDF in die hochaufgelösten, gerasterten Bitmapdaten umrechnet, mit denen Platten oder Zylinder belichtet oder eine Digitaldruckmaschine angesteuert werden. Sie wendet Rasterverfahren, Rasterweite und Rasterwinkelung, Kurven zur Tonwertzunahme-Kompensation und im Flexodruck die Verzerrung an. Flexoplattenbelichter arbeiten typischerweise mit Auflösungen wie 2.400 bis 5.080 dpi.

Sicherheitsabstand (Safe Zone)

Der Sicherheitsabstand ist ein Rand innerhalb von Schnitt- und Falzlinien, in dem keine Schrift, Logos und Barcodes platziert werden sollten, weil Schneiden, Falten und Formen leicht variieren. Ein Sicherheitsabstand von etwa 3 bis 5 mm zu Schnitten und Falzen ist üblich, mit größeren Rändern bei Wellpappe und um Becherränder und Nähte.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Farbauszüge (Farbseparationen, Separations)

Farbauszüge sind die einzelnen Bildebenen, eine je Farbe, in die die Druckdaten für den Druck zerlegt werden: die vier Prozessfarben, jede Sonderfarbe, Weißunterlegung und Lack. Jeder Auszug wird zu einer Platte, einem Zylinder oder einem Sieb. Eine Auszugsvorschau oder ein Proof bestätigt die Zahl der Platten und welche Elemente in welcher Farbe drucken; so prüfen Einkäufer, ob die Plattenkosten im Angebot zum Motiv passen.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Nutzenmontage (Step-and-Repeat; Nutzen)

Die Nutzenmontage ist die Vervielfältigung eines einzelnen Motivs nebeneinander und hintereinander auf der Druckplatte oder dem Bogen, sodass mehrere Artikel, die Nutzen, gleichzeitig gedruckt werden. Die Zahl der Nutzen hängt von Artikelgröße, Maschinenbreite und Rapportlänge ab und beeinflusst Materialausbeute und Kosten stark. Unterschiedliche Größen desselben Motivs brauchen in der Regel eigene Montagen und im Flexodruck eigene Platten.

Gesamtflächendeckung (TAC, maximaler Farbauftrag)

Die Gesamtflächendeckung ist die maximal zulässige Summe der Tonwerte von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz an einem Punkt eines Bildes, angegeben in Prozent bis zu theoretisch 400 %. Jede Druckbedingung und jedes Farbprofil definiert ihre Grenze, zum Beispiel etwa 300 bis 330 % für gängige Offsetprofile auf gestrichenem Papier und niedrigere Werte für ungestrichene Papiere und viele Flexobedingungen. Wird sie überschritten, entstehen Trocknungsprobleme, Abliegen und Zeichnungsverlust in den Tiefen.

Überfüllung (Trapping)

Die Überfüllung ist eine kleine gezielte Überlappung benachbarter Farben, die leichte Passerdifferenzen, also den Versatz der Farben an der Maschine, verdeckt. Die Überfüllungsbreiten hängen vom Druckverfahren ab und sind im Flexodruck und auf Wellpappe im Allgemeinen größer als im Offsetdruck, typischerweise Bruchteile eines Millimeters; die meisten Verpackungsdruckereien wenden die Überfüllung in der Druckvorstufe an, weil die passende Breite von ihrer Maschine, ihren Platten und dem Bedruckstoff abhängt. Nicht zu verwechseln mit der Farbannahme, der Fähigkeit einer Farbe, eine andere an der Maschine anzunehmen (siehe Farbannahme im Abschnitt Druckfarben, Trocknung und Härtung).

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Lackform (Lackebene, Lackauszug)

Die Lackform ist der Auszug, der festlegt, wo ein Drucklack oder eine Beschichtung aufgetragen wird; in den Druckdaten wird sie als eigene Sonderfarbebene geliefert, die auf Überdrucken gesetzt ist. Sie dient für partielle Lackeffekte und ebenso oft dazu, lackfreie Bereiche für Klebelaschen, später gedruckte Codes und Siegelzonen freizuhalten. Die Lackebene sollte eindeutig benannt werden, etwa „Lack“ oder „Lack_frei“, damit sie nicht mit einer Farbe verwechselt wird.

Weißunterlegung (Weißunterdruck; US: White Base)

Eine Weißunterlegung ist eine deckende weiße Farbschicht, die unter die Farben gedruckt wird, damit diese auf braunem Kraftpapier, transparenter oder metallisierter Folie und einigen farbigen Kartons leuchtend bleiben. Sie wird in den Druckdaten als eigene Sonderfarbebene angelegt, die zu einer eigenen Platte wird, und meist leicht geschmälert (Choke), damit sie an den Kanten nicht hervorschaut. Auf porösem Kraftpapier ist eine einzelne Weißschicht selten vollständig deckend; das Ergebnis ist heller, aber nicht identisch mit weißem Material.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Rasterung und Halbtöne

Wie aus kontinuierlichen Tönen druckbare Punkte werden und welche Grenzen jedes Verfahren Verläufen, Lichtern und Bilddetails setzt.

AM-Raster (amplitudenmoduliertes Raster, konventionelles Raster)

Das AM-Raster gibt Tonwerte mit Rasterpunkten in festem Abstand wieder, der Rasterweite, deren Größe variiert: kleine Punkte für helle Töne, große Punkte für dunkle. Es ist das konventionelle Rasterverfahren für Offset und Flexodruck, an der Maschine berechenbar und bei Plattenherstellern gut bekannt. Seine Schwächen sind Rosettenmuster, mögliches Moiré und im Flexodruck der Verlust der kleinsten Lichterpunkte.

Tonwertzunahme (Dot Gain, TVI; NL: puntvergroting)

Die Tonwertzunahme (Dot Gain, auch Tone Value Increase, TVI) ist das Wachstum der Rasterpunkte zwischen Datei und Druckergebnis, sodass ein 50-%-Tonwert dunkler als 50 % druckt. Sie entsteht teils durch mechanisches Quetschen der Farbe unter Druck und teils durch optische Effekte, wenn Licht im Bedruckstoff streut, und ist auf weichen, saugfähigen Papieren wie ungestrichenem Kraftpapier höher. Druckereien gleichen sie mit Plattenkurven im RIP aus, und Normen wie ISO 12647 definieren für jede Druckbedingung Ziel-TVI-Werte.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

FM-Raster (frequenzmoduliertes, stochastisches Raster)

Das FM-Raster gibt Tonwerte mit sehr kleinen Punkten fester Größe wieder, oft im Bereich von etwa 20 bis 35 µm, deren Anzahl und Abstand mit dem Tonwert variieren. Es erzeugt keine Rosetten und kein Raster-Moiré und bildet Feindetails gut ab, verlangt aber stabile Plattenherstellung und Maschinenkontrolle, und im Flexodruck sind die winzigen Punkte auf rauen Bedruckstoffen schwer zu halten. Es wird vor allem im Offsetdruck und in den Lichterbereichen des Hybridrasters im Flexodruck eingesetzt.

Halbton (Halftone; Raster)

Ein Halbton ist die Wiedergabe von Bildern mit kontinuierlichen Tonwerten, etwa Fotos und Verläufe, als Punktmuster, die das Auge zu Tönen verschmilzt, weil eine Druckmaschine an jeder Stelle nur Farbe oder keine Farbe drucken kann. Größe, Abstand und Form der Punkte legen Rasterverfahren und Rasterweite fest. Alle CMYK-Bilder und Tonwertflächen von Sonderfarben werden als Halbtöne gedruckt.

Hybridraster (XM-Raster)

Das Hybridraster kombiniert AM- und FM-Verfahren in einem Bild, typischerweise mit FM-artigen Punkten in den Lichtern und manchmal den Tiefen, wo AM-Punkte zu klein wären oder zulaufen würden, und AM-Punkten in den Mitteltönen. Im Flexodruck lässt es Verläufe deutlich weiter gegen null auslaufen, ohne die harte Kante, die der kleinste druckbare Punkt verursacht. Plattenhersteller wenden es im RIP an; Einkäufer sehen es als weichere Verläufe.

Bildauflösung (ppi, dpi, lpi)

Bei der Auflösung sind drei Angaben zu unterscheiden: ppi (Pixel pro Zoll) für Bilder in den Druckdaten, dpi (Punkte pro Zoll) für das Belichtungsgerät oder die Digitaldruckmaschine und lpi (Linien pro Zoll) für die Rasterweite des Halbtons. Bilder werden typischerweise mit etwa 300 ppi in endgültiger Druckgröße geliefert, Strichbitmaps mit 1.200 ppi oder als Vektoren. Die Verwechslung der drei ist eine häufige Ursache für Druckdaten mit zu geringer Auflösung.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Mindestpunkt (kleinster druckbarer Rasterpunkt; Bump Curve)

Der Mindestpunkt ist der kleinste Rasterpunkt, den eine Platte und eine Maschine halten und konstant drucken können; darunter verschwinden Punkte entweder oder drucken als plötzlicher Sprung. Im Flexodruck beträgt er typischerweise wenige Prozent, abhängig von Platte, Rasterweite und Bedruckstoff, weshalb Verläufe, die gegen null auslaufen, mit einer harten Kante enden können. Die Druckvorstufe hebt die hellsten Töne mit einer Bump-Kurve auf einen druckbaren Wert an oder setzt ein Hybridraster ein.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Rasterwinkelung (Screen Angle)

Die Rasterwinkelung ist der Winkel, in dem die Punktreihen jeder Farbe angeordnet sind, so gewählt, dass die Raster verschiedener Farben eine feine Rosette statt Moiré bilden. Im Offsetdruck werden Cyan, Magenta und Schwarz üblicherweise um 30° versetzt gewählt, zum Beispiel mit 15°, 75° und 45°, und Gelb, die am wenigsten sichtbare Farbe, mit 0°. Im Flexodruck sind die Winkel meist um 7,5° gegenüber diesen Werten versetzt, um Interferenzen mit dem 60°-Näpfchenmuster der Rasterwalze zu vermeiden.

Rasterweite (Rasterfrequenz, Screen Ruling; lpi)

Die Rasterweite ist die Zahl der Rasterpunktreihen pro Zoll (lpi) oder pro Zentimeter und bestimmt die Feinheit gedruckter Bilder. Richtwerte sind etwa 150 bis 200 lpi für Offset auf gestrichenem Karton, grob 100 bis 150 lpi für Flexodruck auf Papier, bis etwa 175 lpi oder feiner auf Folie mit HD-Platten und etwa 40 bis 100 lpi für Flexodruck direkt auf Wellpappe. Höhere Rasterweiten zeigen mehr Detail, brauchen aber glattere Bedruckstoffe, feinere Rasterwalzen und engere Kontrolle.

Siehe: Flexodruck, Offsetdruck, Tiefdruck und Digitaldruck im Vergleich

Verlauf (Vignette, Gradient, Fade)

Ein Verlauf ist ein gleitender Übergang von einem Ton oder einer Farbe zu einem anderen oder zum unbedruckten Bedruckstoff. Verläufe drucken im Offset- und Tiefdruck weich, sind im Flexodruck aber eine klassische Herausforderung, weil Tonwerte unterhalb des kleinsten druckbaren Punktes mit sichtbarer Kante abreißen und lange Verläufe Streifen bilden können. Motive für den Flexodruck lassen Verläufe häufig in einem hellen Tonwert enden statt bei null, oder die Druckerei passt den Verlauf in der Druckvorstufe an.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Proofs und Freigabe

Die Proofarten, mit denen Verpackungen vor und während der Produktion freigegeben werden, und was jede zeigen kann und was nicht. Den vollständigen Freigabeablauf beschreibt der Ratgeber Druckdaten für Verpackungen vorbereiten, die Muster- und Qualitätskontrollstufen der Ratgeber Bemusterung und Qualitätskontrolle bei Verpackungen.

Farbverbindlicher Proof (Contract Proof, Farbproof)

Ein farbverbindlicher Proof ist ein farbgenauer Druck, meist auf einem kalibrierten Inkjet-System nach ISO 12647-7, der eine definierte Druckbedingung simuliert und als vereinbarte Farbreferenz für CMYK-Arbeiten dient. Er wird verifiziert, indem ein neben dem Bild mitgedruckter Kontrollstreifen wie der Fogra Media Wedge gemessen wird. Er ist nützlich für CMYK auf weißem Karton und weniger aussagekräftig für Sonderfarben auf Kraftpapier oder Folie, wo ein Farbausstrich oder ein Druckmuster die bessere Referenz ist.

Siehe: Pantone und CMYK im Verpackungsdruck

Referenzmuster (Master Sample, freigegebenes Muster)

Ein Referenzmuster ist ein unterschriebenes, freigegebenes Druckmuster eines Motivs auf dem Produktions-Bedruckstoff, das Einkäufer und Druckerei als Referenz für jede folgende Auflage aufbewahren. Werden die gemessenen Lab-Werte der Markenfarben am Referenzmuster festgehalten, wird es zu einem numerischen Ziel, das andere Werke und Lieferanten treffen können. Referenzmuster bleichen aus und altern; deshalb werden sie dunkel gelagert und regelmäßig ersetzt.

Siehe: Bemusterung und Qualitätskontrolle bei Verpackungen

PDF-Proof (digitaler Proof)

Ein PDF-Proof ist eine digitale Datei, die zur Freigabe von Inhalt und Layout versandt wird: Text, Positionierung auf der Stanzkontur, Farbauszüge, Barcodes und gesetzliche Kennzeichnungen. Er zeigt weder genaue Farbe noch Materialhaptik, und in dieser Stufe müssen Rechtschreibung und Pflichttexte geprüft werden, weil Änderungen nach der Plattenherstellung Geld kosten. Viele Druckereien senden mit dem PDF-Proof eine Auszugsansicht, damit der Einkäufer die Zahl der Farben bestätigen kann.

Siehe: Druckdaten für Verpackungen vorbereiten

Druckfreigabe (Freigabe an der Maschine; Press Approval, Press Check)

Die Druckfreigabe ist die Abnahme von Farbe und Passer an der Produktionsmaschine zu Beginn einer Auflage, entweder mit Einkäufer vor Ort, aus der Ferne per Fotos und Messungen oder durch die Druckerei gegen vereinbarte Ziele. Sie ist die letzte Gelegenheit, die Farbe anzupassen, nicht die Druckdaten. Freigegebene Bogen oder ein Stück Rolle werden zur Referenz für die Qualitätskontrollen dieser Auflage.

Siehe: Bemusterung und Qualitätskontrolle bei Verpackungen

Softproof (Bildschirmproof, Soft Proof)

Ein Softproof ist eine farbgemanagte Simulation des Druckergebnisses auf einem kalibrierten Monitor, unter Verwendung des ICC-Profils der Zieldruckbedingung. Er ist schnell und kostenfrei und nützlich, um Layout und ungefähre Farbe zu prüfen, doch Betrachtungsbedingungen am Bildschirm und der eigene Farbumfang des Monitors begrenzen seine Genauigkeit. Er eignet sich nicht, um Sonderfarben auf Kraftpapier, Folie oder anderen nicht weißen Bedruckstoffen freizugeben.

Andruck (Wet Proof, Press Proof)

Ein Andruck ist ein Proof, der mit echten Farben, Platten und Bedruckstoff gedruckt wird, entweder auf einer eigenen Andruckmaschine oder auf der Produktionsmaschine. Er ist der einzige Proof, der das tatsächliche Zusammenspiel von Farbe, Bedruckstoff und Verfahren zeigt, einschließlich Tonwertzunahme, Deckkraft und Glanz. Weil er Platten und Maschinenzeit braucht, ist er teuer und wird meist neuen Motiven auf kritischen Bedruckstoffen vorbehalten oder Fällen, in denen ein farbverbindlicher Proof das Ergebnis nicht abbilden kann.

Passer und Druckfehler

Die Namen, mit denen Druckereien und Qualitätsteams Druckfehler bezeichnen. Prüfmethoden und Annahmekriterien behandeln der Ratgeber Bemusterung und Qualitätskontrolle bei Verpackungen und das Glossar zu Prüfung, Qualität und Fehlern.

Streifenbildung (Banding)

Streifenbildung ist ein Muster sichtbarer Streifen oder Bänder in Flächen, die gleichmäßig sein sollten. Im Flexodruck verläuft sie meist quer zur Bahn und hat mechanische Ursachen wie Zahnradstreifen, Zylinderschwingungen (Stuckern) oder eine beschädigte Rasterwalze; im Inkjet verläuft sie in Druckrichtung und stammt von verstopften oder fehlfeuernden Düsen. Lange Verläufe und flache Tonwertflächen in den Mitteltönen zeigen Streifenbildung am deutlichsten.

Zulaufen (Dot Bridging, Brückenbildung)

Zulaufen ist das Verbinden benachbarter Rasterpunkte oder feiner Elemente durch Farbe, sodass Tiefen zulaufen, negative Schrift sich schließt und feine Linien verschmelzen. Im Flexodruck ist eine häufige Ursache das Eintauchen der Punkte (Dot Dipping): Punkte, die kleiner sind als die Näpfchen der Rasterwalze, tauchen in diese ein und nehmen überschüssige Farbe auf; hinzu kommen zu hohe Druckanstellung oder niedrige Farbviskosität. Kontrolliert wird es über das Verhältnis von Rasterwalze zu Rasterweite, Druckanstellung und Farbe sowie über Mindestgrößen in den Druckdaten.

Schmutzdruck (Dirty Print)

Schmutzdruck ist Flexodruck mit zufälligen Flecken, zugelaufenen negativen Elementen und unscharfen Details, verursacht durch angetrocknete Farbe, Papierstaub oder Fasern, die sich auf der Platte ansammeln. Er verschlechtert sich im Verlauf einer Auflage und ist bei staubigen ungestrichenen Papieren und schnell trocknenden Farben häufig. Abhilfe schaffen Plattenreinigung, Anpassung der Trocknungsgeschwindigkeit der Farbe, Bahnreinigung und eine passende Druckanstellung.

Ausfransen (Feathering)

Ausfransen bezeichnet unscharfe, haarige oder unregelmäßige Kanten gedruckter Elemente, bei denen die Farbe über den beabsichtigten Umriss hinaus verläuft. Ursachen können zu hohe Druckanstellung, niedrige Farbviskosität, auf der Platte antrocknende Farbe oder Farbe sein, die in saugfähigen Papieren entlang der Fasern wandert. Es beeinträchtigt kleine Schrift und feine Linien und fällt auf ungestrichenem Kraftpapier und Tissue am stärksten auf.

Schablonieren (Ghosting)

Schablonieren ist eine schwache, unerwünschte Wiederholung eines Bildelements an anderer Stelle des Drucks. Im Offsetdruck ist es meist mechanisch bedingt: Ein großes Element entzieht den Auftragwalzen Farbe, sodass der nächste Umlauf derselben Walzen in einer Vollfläche einen helleren Schatten dieses Elements druckt. Im Motivaufbau hilft es, Vollflächen nicht in Druckrichtung direkt hinter farbintensive Elemente zu legen; an der Maschine helfen Farb- und Walzeneinstellungen.

Halo (Quetschrand, Haloing)

Ein Halo ist eine dunkle Kontur um die Ränder gedruckter Vollflächen, Schrift oder Punkte mit hellerem Zentrum, typisch für den Flexodruck. Ursache ist übermäßige Druckanstellung, die Farbe an die Ränder des Plattenbildes quetscht. Das Wort wird auch für einen hellen Ring um einen Punkt und für den farbigen Rand verwendet, der sichtbar wird, wenn Überfüllung oder Passerdifferenz eine Kontur hinterlässt; es hilft daher, zu klären, welche Bedeutung gemeint ist.

Butzen (Hickey)

Ein Butzen ist ein kleiner Farbfleck, umgeben von einem unbedruckten Ring, oder ein weißer Fleck in einer Vollfläche, verursacht durch ein Partikel angetrockneter Farbe, Papierstaub oder Schmutz auf Platte oder Gummituch. Butzen sind vor allem ein Offsetfehler und wiederholen sich auf jedem Bogen an derselben Stelle, bis Platte oder Gummituch gereinigt werden. Sie werden in der Druckkontrolle als kosmetische Fehler gewertet.

Passerdifferenz (Misregistration, Passerabweichung)

Eine Passerdifferenz ist der Versatz gedruckter Farben zueinander oder des Drucks gegenüber Schnitt-, Falz- oder Siegelpositionen. Sie zeigt sich als Farbsäume, Lücken zwischen benachbarten Farben, unscharfe kleine mehrfarbige Schrift oder Logos, die auf einem Feld außermittig sitzen. Kleine Beträge werden durch Überfüllung verdeckt; größere kommen von Bahnspannung, Foliendehnung, Plattenmontage oder Maschinenmechanik, und der Passer zwischen Druck und Schnitt wird an Weiterverarbeitungsmaschinen mit Lichtmarken kontrolliert.

Fehlende Punkte (Missing Dots, Sprenkel, Schneeflocken)

Fehlende Punkte sind Bereiche, in denen Tiefdrucknäpfchen keine Farbe übertragen und in Tönen und Vollflächen ein gesprenkeltes oder schneeflockenartiges Bild entsteht. Sie treten auf, wenn ein rauer oder wenig komprimierbarer Bedruckstoff nicht jedes Näpfchen berührt, und sind in den Lichtern am sichtbarsten. Elektrostatische Druckunterstützung, glattere Bedruckstoffe und geeignete Gegendruckwalzen verringern sie.

Moiré

Moiré ist ein unerwünschtes Interferenzmuster, das entsteht, wenn sich zwei regelmäßige Muster mit leicht unterschiedlichen Winkeln oder Frequenzen überlagern, etwa zwei Halbtonraster, ein Halbtonraster und das Näpfchenmuster der Rasterwalze oder ein Raster und ein Muster im Bild wie Stoff. Es wird verhindert durch korrekte Rasterwinkelungen, durch eine Linienzahl der Rasterwalze, die ein ausreichendes Vielfaches der Rasterweite ist, und durch FM- oder Hybridraster für Problembilder.

Wolkigkeit (Mottle, Mottling)

Wolkigkeit ist ein ungleichmäßiges, fleckiges oder wolkiges Erscheinungsbild in Flächen, die als glatte, gleichmäßige Vollfläche oder Tonwertfläche drucken sollten. Sie entsteht durch ungleichmäßige Farbaufnahme des Bedruckstoffs, schlechten Farbübertrag oder mangelnde Farbannahme oder durch Maschinenbedingungen und ist bei ungestrichenen und recycelten Papieren und bei Folie ohne Oberflächenrasterung häufig. Sie wird visuell beurteilt und kann als Dichteschwankung über eine Vollfläche gemessen werden.

Nadelstiche (Pinholing)

Nadelstiche sind winzige unbedruckte Punkte in gedruckten Vollflächen, wo die Farbe den Bedruckstoff nicht benetzt oder bedeckt hat. Ursachen sind niedrige Oberflächenenergie auf Folie, Schaum in wasserbasierter Farbe, zu geringes Farbvolumen, auf Rasterwalze oder Platte antrocknende Farbe sowie Oberflächenfehler des Bedruckstoffs. Ein höheres Näpfchenvolumen, angepasste Farbe und Behandlung oder eine Oberflächenrasterung der Platte beheben das Problem in der Regel.

Passer (Registration; NL: register)

Der Passer ist die genaue Ausrichtung jeder gedruckten Farbe zu den anderen und des Drucks zu den Schnitt-, Falz-, Siegel- oder Formpositionen des Produkts. Passertoleranzen sind verfahrensabhängig und werden in der Spezifikation vereinbart; CI-Flexo, Tiefdruck und Offset halten den Passer enger als die Stack-Maschine auf dehnbarer Folie. Motive mit kleiner mehrfarbiger Schrift oder haarfein aneinanderstoßenden Farben verlangen engeren Passer als kräftige, voneinander getrennte Elemente.

Schmitz (Slur)

Schmitz ist das Verschmieren oder Verlängern von Punkten und Kanten in Druckrichtung, verursacht durch Schlupf zwischen Platte oder Gummituch und Bedruckstoff, typischerweise durch zu hohe Druckanstellung, Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Zylindern oder Probleme mit der Bahnspannung. Er macht Halbtöne dunkler und Kanten an der Vorder- oder Hinterseite unscharf. Geprüft wird er mit Schmitzmessfeldern im Kontrollstreifen.

Waschbretteffekt (Washboarding)

Der Waschbretteffekt ist ein Streifenmuster im Postprint auf Wellpappe, bei dem die Farbe auf den Wellenspitzen unter der Decklage stärker und dazwischen schwächer druckt, sodass die Wellenstruktur in Vollflächen und Halbtönen sichtbar wird. Er ist bei dünnen Decklagen, grober Welle und feinem Raster ausgeprägter. Dickere Decklagen, feinere Wellen, weiche Platten und gröbere Raster begrenzen ihn, und Preprint oder Litho-Kaschierung vermeiden ihn.

Siehe: Pizzakartons bedrucken

Klare Beschichtungen, die im Rahmen des Drucks von einem Druckwerk oder Lackwerk aufgetragen werden. Heißfolienprägung, Kaltfolie und Prägung sind im Glossar zur Weiterverarbeitung definiert, Verbundfolien im Materialglossar, und Veredelungen von Faltschachteln werden im Ratgeber Veredelungen für Faltschachteln verglichen.

Dispersionslack (wasserbasierter Lack, Aqueous Coating)

Ein Dispersionslack ist eine wasserbasierte, klare Beschichtung, meist auf Acrylatbasis, die in Glanz, Seidenmatt oder Matt über den Druck aufgetragen wird, um die Farbe zu versiegeln, die Weiterverarbeitung zu beschleunigen und im Transport vor Scheuern zu schützen. Er wird inline aus einem Lackwerk an Offsetmaschinen oder aus einem Flexodruckwerk aufgetragen und mit Heißluft getrocknet. Er ist abzugrenzen von einer Dispersionsbarriere-Beschichtung, die auf Fett- oder Wasserbeständigkeit statt auf Druckschutz ausgelegt ist.

Siehe: Veredelungen für Faltschachteln

Glanz-, Matt- und Seidenmattlack (Gloss, Matt, Satin Varnish)

Glanz, Matt und Seidenmatt beschreiben den Oberflächenglanz eines Lacks oder einer Beschichtung: Glanz reflektiert Licht direkt und intensiviert Farben, Matt streut es für eine weiche, reflexionsarme Oberfläche, und Seidenmatt liegt dazwischen. Matte Oberflächen dämpfen Farben leicht und zeigen Scheuerspuren anders als glänzende. Die gewählte Oberfläche sollte an einem Druckmuster freigegeben werden, weil sie verändert, wie Sonderfarben und Bilder aussehen.

Siehe: Veredelungen für Faltschachteln

Überdrucklack (OPV; Drucklack)

Ein Überdrucklack ist ein klarer Lack, der über die Farbe durch ein normales Druckwerk gedruckt wird, im Offsetdruck traditionell ein Öllack, der wie die Farben trocknet. Er ist kostengünstig und bietet im Vergleich zu Dispersions- oder UV-Lacken begrenzten Schutz und Glanz. Im Flexo- und Tiefdruck umfasst der Begriff jeden klaren Lack, der aus einem Druckwerk gefahren wird, oft wasserbasiert oder UV.

Siehe: Veredelungen für Faltschachteln

Partielle Lackierung (partieller UV-Lack, Spot UV; Spot Varnish)

Eine partielle Lackierung ist ein Lack, der nur auf ausgewählte Bereiche eines Motivs aufgetragen wird, über eine eigene Lackform definiert, oft ein Hochglanz-UV-Lack auf mattem Umfeld, um Logos oder Bilder hervorzuheben. Er kann inline oder offline im Flexo-, Offset- oder Siebdruck aufgetragen werden, wobei der Siebdruck die dickste, am stärksten fühlbare Schicht liefert. Er verlangt engen Passer zum Druck, sodass sehr feine Details einer partiellen Lackierung mit der Druckerei abgestimmt werden sollten.

Siehe: Veredelungen für Faltschachteln

UV-Lack (UV Varnish)

Ein UV-Lack ist eine klare Beschichtung, die durch ultraviolettes Licht sofort gehärtet wird und höheren Glanz, eine härtere Oberfläche und bessere Scheuer- und Kratzfestigkeit liefert als Öllacke oder viele Dispersionslacke. Bei Lebensmittelverpackungen können Rest-Photoinitiatoren und Monomere migrieren, sodass ein migrationsarmer UV-Lack nötig ist, der unter guter Herstellungspraxis verarbeitet wird. Dicke UV-Schichten können außerdem Falzen und Kleben beeinflussen, weshalb Klebebereiche normalerweise lackfrei bleiben.

Siehe: Veredelungen für Faltschachteln

Lackfreie Zone (Lackaussparung, Varnish-Free Area)

Eine lackfreie Zone ist ein Teil des Motivs, der bewusst ohne Lack oder Beschichtung bleibt und auf der Lackform definiert wird. Klebelaschen und Nähte brauchen sie, damit der Klebstoff auf dem Karton haftet, und Bereiche für späteres Inkjet-Codieren, Datumsaufdruck oder Heißsiegeln brauchen sie oft ebenfalls. Fehlende lackfreie Zonen sind eine häufige Ursache für Klebefehler bei Faltschachteln auf der Faltschachtel-Klebemaschine.

Druckbegriffe in eine Spezifikation übersetzen

Eine Druckspezifikation, die eine Druckerei kalkulieren und einhalten kann, braucht nur eine Handvoll dieser Begriffe, klar formuliert. Für eine Verpackungsanfrage sind folgende Druckangaben hilfreich:

  • Druckverfahren, falls Sie eine Präferenz haben, oder der Grund, warum Sie ein bestimmtes benötigen (zum Beispiel feine Schrift, fotografische Bilder, kleine Auflage).
  • Anzahl der Farben je Seite, aufgeteilt in Skalenfarben, benannte Sonderfarben (Pantone C oder U), Weißunterlegung und Lack.
  • Farbziele: die Referenz (Pantone, Lab-Werte oder ein freigegebenes Referenzmuster), der Bedruckstoff, für den sie gilt, die Toleranz samt Formel (ΔE00) und die Messbedingung.
  • Benötigte Freigabestufen: PDF-Proof, farbverbindlicher Proof, Farbausstrich auf dem echten Bedruckstoff, Druckmuster oder Druckfreigabe an der Maschine.
  • Anforderungen an die Druckfarben für Lebensmittelverpackungen, etwa migrationsarme oder mineralölfreie Systeme, und welche Seite bedruckt werden darf.
  • Anforderungen an die Weiterverarbeitung: Rapportlänge, Position der Lichtmarke, lackfreie Klebeflächen, Barcode-Qualitätsstufe.

Wo diese Angaben in einer vollständigen Anfrage stehen, zeigt der Leitfaden zur Angebotsanfrage für Verpackungen, und wie Farben, Platten und Farbdeckung den Preis beeinflussen, erklärt der Ratgeber zu den Kostentreibern bei Verpackungen. Als Hersteller und Exporteur mit Sitz in Istanbul liefert 9 Packaging bedruckte Verpackungen für Geschäftskunden, darunter Fast-Food-Betriebe und Gastronomieketten. Ist ein Druckbegriff auf einem Proof, in einer Spezifikation oder in einem Konkurrenzangebot unklar, senden Sie ihn mit Ihrer Anfrage über unsere Kontaktseite; er wird bei der technischen Prüfung geklärt.