Eine britische Kaffeekette, die bedruckte Becher bei einem Verpackungshersteller im Ausland bezieht, muss vor allem anderen eine Frage klären: Wer ist nach den UK-Verpackungsvorschriften der Producer? Unter dem britischen System der erweiterten Herstellerverantwortung lautet die Antwort in der Regel: die Kette oder ihr Importeur, nicht die Fabrik im Ausland. Dieser eine Punkt entscheidet, wer Verpackungsdaten meldet, wer Gebühren zahlt und wer sich für die Plastic Packaging Tax registrieren muss. Hinzu kommen Verbote für Einwegkunststoffe, die sich zwischen England, Schottland und Wales unterscheiden, Tragetaschengebühren, Lebensmittelkontaktrecht und eine strengere Durchsetzung bei Umweltaussagen.
Dieser Leitfaden richtet sich an Einkäufer von Gastronomie- und Handelsverpackungen im Vereinigten Königreich. Er erläutert die Regeln nach Rolle und listet die Unterlagen auf, die Sie vorhalten sollten. Er ersetzt keine Rechtsberatung: Klären Sie Ihre Pflichten mit der Environment Agency bzw. der zuständigen Behörde der jeweiligen britischen Nation, mit HMRC, PackUK, Ihrem Compliance Scheme oder einer Rechtsberatung.
Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die offiziellen Quellen: der gov.uk-Leitfaden zur erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen (aktualisiert im August 2026), die HMRC-Hinweise zur Plastic Packaging Tax, die Hinweise von gov.uk, gov.scot und gov.wales zu Einwegkunststoffen sowie der Green Claims Code der CMA.
Welche UK-Verpackungsvorschriften gelten für Einkäufer in der Gastronomie?
Sechs Regelwerke sind am wichtigsten: die Verpackungs-EPR (pEPR), die Plastic Packaging Tax, die Verbote für Einwegkunststoffe in den einzelnen Nationen, Tragetaschengebühren, das Lebensmittelkontaktrecht und die verbraucherschutzrechtlichen Vorgaben zu Umweltaussagen. Simpler Recycling in England ergänzt eine Pflicht zur Abfalltrennung für Unternehmen.
| Regelwerk | Wen es vor allem betrifft | Stand (Oktober 2026) |
|---|---|---|
| pEPR | Im UK ansässige Producer oberhalb der Schwellenwerte | Gebührenrechnungen seit Oktober 2025; Gebühren im Jahr 2 nach Recyclingfähigkeit moduliert |
| Plastic Packaging Tax | Hersteller und Importeure von mindestens 10 t Kunststoffverpackungen pro Jahr | 228,82 £ je Tonne ab 1. April 2026 auf Verpackungen mit weniger als 30 % Recyclingkunststoff |
| SUP-Verbote | Unternehmen, die gelistete Einwegartikel abgeben | England seit 1. Oktober 2023; Schottland seit 1. Juni 2022; Wales seit 30. Oktober 2023 |
| Tragetaschengebühren | Einzelhändler und Gastronomiebetriebe | England: mindestens 10 Pence auf Einweg-Kunststofftragetaschen; Schottland (10 Pence), Wales (5 Pence) und Nordirland (25 Pence) erheben die Gebühr auch auf Papier |
| Lebensmittelkontakt | Hersteller, Importeure, Anwender | Übernommene EU-Verordnungen in Großbritannien; EU-Recht in Nordirland |
| Green Claims | Alle, die Umweltaussagen treffen | Green Claims Code der CMA; Bußgelder nach dem DMCC Act seit April 2025 |
Wer ist Producer nach der britischen pEPR?
Nach der pEPR sind Sie Producer, wenn Sie im UK ansässig sind, mehr als 1 Mio. £ Umsatz erzielen und im Jahr mehr als 25 Tonnen Verpackungen handhaben, etwa als Markeninhaber, durch Verpacken, durch den Import verpackter Waren oder durch die Abgabe unbefüllter Verpackungen, die Sie herstellen oder importieren. Große Producer mit mehr als 2 Mio. £ Umsatz und mehr als 50 Tonnen zahlen die Abfallentsorgungsgebühren; kleinere Producer registrieren sich vor allem und melden Daten. Ein Verpackungshersteller außerhalb des UK ist kein Producer, das ist der britische Importeur oder Markeninhaber.
Markeninhaber oder Restaurantkette
Trägt die Verpackung Ihre Marke, sind Sie für sie in der Regel Producer, sofern Sie die Schwellenwerte erreichen. Für Serviceverpackungen, also Tüten, Becher, Einschlagpapiere und Boxen, die am Verkaufsort befüllt werden, gelten eigene Regeln dazu, wer meldet und zahlt. Prüfen Sie daher den gov.uk-Leitfaden zu Serviceverpackungen, statt pauschal die Markeninhaber-Regel anzunehmen. Franchisenetzwerke sollten klären, ob der Franchisegeber für das Netzwerk meldet.
Importeur
Wer Verpackungen oder verpackte Waren ins UK importiert und die Schwellenwerte erreicht, übt mit dem Import eine eigenständige Producer-Tätigkeit aus. Werden bedruckte Takeaway-Verpackungen bei einem Verpackungshersteller in der Türkei, in der EU oder anderswo gekauft, trägt die Pflicht der britische Importeur, häufig die Kette selbst oder ihr Distributor.
Händler und Distributor
Ein britischer Distributor, der unbefüllte Verpackungen importiert und an Restaurants verkauft, kann für diese Verpackungen als Importeur oder Verkäufer unbefüllter Verpackungen Producer sein. Legen Sie im Liefervertrag fest, wer welche Tonnagen meldet, damit dieselbe Verpackung nicht doppelt oder gar nicht gemeldet wird.
Verpackungshersteller im Ausland
Ein Verpackungshersteller außerhalb des UK ist nach der pEPR kein britischer Producer. Seine praktische Rolle besteht darin, korrekte Daten zu liefern: Material, Gewicht je Artikel und je Komponente sowie die Angaben, die für die Bewertung der Recyclingfähigkeit nötig sind. Diese Daten fließen in die Meldung seines britischen Kunden ein.
Gebühren und Modulation nach Recyclingfähigkeit
Die Basisgebühren für Jahr 1 wurden ab Oktober 2025 in Rechnung gestellt. Ab Jahr 2 (2026/27) werden die Gebühren nach der Bewertung jedes Artikels mit der Methodik zur Bewertung der Recyclingfähigkeit (RAM) moduliert: Grün, Gelb (Amber) oder Rot. Wie sich die Gebühren zusammensetzen, was die RAM prüft und was Sie einplanen sollten, erläutert der nächste Abschnitt.
Kennzeichnung der Recyclingfähigkeit
Die ursprünglich im Rahmen der pEPR geplante verpflichtende Kennzeichnung „Recycle“ / „Do not recycle“ wurde bis zu einer Angleichung der Regeln aus den Verordnungen herausgenommen; ein neuer Termin steht nicht fest. Die OPRL-Kennzeichnung bleibt freiwillig. Halten Sie in den Druckdaten eine Fläche für ein Label frei, damit sich eine vorgeschriebene Kennzeichnung später ohne Neugestaltung ergänzen lässt.
Britische EPR-Gebühren für Verpackungen und RAM-Bewertungen
Ein großer Producer zahlt je Tonne Haushaltsverpackungen eine Abfallentsorgungsgebühr, die nach Material festgelegt wird. Ab 2026/27 hängt dieser Satz außerdem davon ab, ob jeder Artikel nach der Methodik zur Bewertung der Recyclingfähigkeit (RAM) grün, gelb oder rot eingestuft wird. Die Bewertung führt der Producer selbst anhand der Daten seines Verpackungslieferanten durch. Ein Artikel ohne Bewertung oder ohne die Daten, um sie abzuschließen, wird rot eingestuft.
So funktionieren Basisgebühren und modulierte Gebühren
PackUK, der Systemverwalter, berechnet für jede von acht Materialkategorien eine Gebühr je Tonne aus den Nettokosten für Sammlung und Bewirtschaftung von Haushaltsverpackungsabfällen, ausgehend von den gemeldeten Tonnagen der Producer. In Jahr 1 (2025/26) zahlte jede Tonne eines Materials dieselbe Basisgebühr. In Jahr 2 (2026/27) ist die Gelb-Gebühr der Basissatz; rot bewertete Verpackungen zahlen ein Vielfaches davon, grün bewertete weniger. Nach den auf gov.uk veröffentlichten Richtwerten für Jahr 2 (19. Dezember 2025) gilt:
- Rot = das 1,2-Fache der Gelb-Gebühr in Jahr 2, steigend auf das 1,6-Fache in Jahr 3 und das 2-Fache in Jahr 4.
- Grün liegt vorläufig etwa 9 % unter Gelb. Der Grün-Abschlag ist nicht fix: Er hängt vom Anteil der roten, gelben und grünen Tonnage ab, die Producer in Verkehr bringen, weil der Rot-Aufschlag ihn finanziert.
- Gebühren fallen nur für Haushaltsverpackungen an, darunter Verpackungen, die häufig in öffentlichen Abfallbehältern landen. Primärverpackungen, einschließlich Takeaway-Serviceverpackungen, gelten als Haushaltsverpackungen, sofern der Producer nicht nachweisen kann, dass sie an einen gewerblichen Endnutzer gehen und voraussichtlich weder in einen Haushalt noch in einen öffentlichen Abfallbehälter gelangen.
| Material (Richtwerte, £ je Tonne) | Grün | Gelb (Basis) | Rot |
|---|---|---|---|
| Papier und Karton | 190 | 210 | 250 |
| Faserbasierter Verbundstoff | 475 | 525 | 630 |
| Kunststoff | 415 | 455 | 545 |
| Aluminium | 245 | 270 | 325 |
| Stahl | 260 | 290 | 345 |
| Glas | 185 | 205 | 245 |
| Holz | 410 | 450 | 540 |
| Sonstige | 205 | 225 | 270 |
Quelle: Defra/PackUK, Richtwerte der Abfallentsorgungsgebühren für Jahr 2, Dezember 2025. Es handelt sich nicht um endgültige Gebühren. Producer hatten bis 1. September 2026 Zeit, die Daten für 2025 erneut zu übermitteln. PackUK berechnet danach die bestätigten Gebühren für 2026/27 und stellt Gebührenbescheide (notice of liability) aus; der erste Bescheid ist laut Betriebsplan 2026/27 für Ende November 2026 vorgesehen. Stand Oktober 2026 sind die bestätigten Gebühren für Jahr 2 nicht veröffentlicht. Sobald ein Bescheid vorliegt, haben Producer 50 Kalendertage zur Zahlung, mit der Möglichkeit der Ratenzahlung.
Die Materialkategorie ist ebenso wichtig wie die Bewertung. Faserbasierter Verbundstoff kostet je Tonne mehr als doppelt so viel wie Papier und Karton. Das Gewicht der Kunststoffschicht auf einem beschichteten Kartonartikel kann daher die Kategorie und damit die Gebühr verändern, noch bevor die Ampelbewertung greift.
Was ist die RAM-Bewertung der Recyclingfähigkeit?
Die RAM ist die Methode von Defra, mit der jede Verpackungseinheit oder jede trennbare Komponente rot, gelb oder grün bewertet wird. Sie prüft vier Stufen: ob der Artikel im gesamten UK am Straßenrand (Kerbside) gesammelt wird, ob er sortiert werden kann, ob er im großen Maßstab aufbereitet werden kann und ob das Rezyklat in einer typischen Anwendung wiederverwendet werden kann. Die schwächste Stufe bestimmt die Gesamtbewertung.
- Grün: mit der aktuellen britischen Infrastruktur weithin recyclingfähig.
- Gelb: gewisse Verluste oder Schwierigkeiten bei Sammlung, Sortierung oder Aufbereitung oder Bedarf an Spezialinfrastruktur.
- Rot: im großen Maßstab schwer zu recyceln.
Nur große Producer müssen bewerten und melden, und nur für Haushaltsverpackungen. Ausgenommen sind unter anderem exportierte Verpackungen, Nicht-Haushaltsverpackungen sowie Getränkebehälter aus PET, Stahl und Aluminium innerhalb eines bestehenden Pfandsystems. Die RAM Version 1.1 (gov.uk, aktualisiert am 4. September 2025) gilt für die Meldejahre 2025 und 2026; die RAM 2027 (Leitfaden zur Materialbewertung, veröffentlicht am 20. August 2026) gilt für Verpackungen, die ab 1. Januar 2027 abgegeben werden, und die Methode wird jährlich überprüft. Da die Gebühren aus den Daten des Vorjahres berechnet werden, bestimmen die Bewertungen von 2025 die Gebühren für 2026/27.
Manche Artikel sind unabhängig vom Material rot, die sogenannten automatischen Rot-Einstufungen. Dazu gehören Verpackungen mit absichtlich zugesetzten PFAS (außer wenn Aluminium, Stahl oder Glas das Hauptmaterial ist), besonders besorgniserregende Stoffe oberhalb der Schwellenwerte der UK REACH, Druckfarben, die nicht nach der EuPIA Exclusion Policy hergestellt wurden, integrierte Elektronik sowie jede Haushaltsverpackung im Anwendungsbereich, die nicht bewertet wurde.
So werden Verpackungen aus Papier und Karton bewertet
Jede Komponente wird nach dem Material bewertet, das den größten Gewichtsanteil ausmacht; Teile, die der Verbraucher trennen kann, etwa ein Kunststoffdeckel auf einem Papierbehälter, werden gesondert bewertet. Bei faserbasierten Artikeln entscheidet der Kunststoffanteil über den Bewertungsweg: Ein faserbasierter Verbundstoff mit höchstens 5 % Kunststoff (Massenanteil) wird als Papier und Karton bewertet, darüber als faserbasierter Verbundstoff. Bei der Berechnung zählen Fasern, Füllstoffe, Papierhilfsmittel und mineralischer Pigmentstrich zum Papieranteil. Die wichtigsten Auslöser für Papier und Karton nach RAM Version 1.1 sind:
| Merkmal (Papier und Karton, RAM v1.1) | Typische Auswirkung |
|---|---|
| Fettdichtes, silikonisiertes oder gewachstes Papier, Pergament- oder Backpapier | Rot auf der Stufe der Sammlung; gelb nur mit einem Rücknahmesystem, das die Nachweisanforderungen erfüllt |
| Glitter, beidseitige Wachsbeschichtung, Silikonisierungsmittel, Glas- oder Kohlenstofffasern | Rot |
| Nicht-Papier-Anteil über 15 Gew.-% | Rot |
| Komponente, die in zwei Dimensionen kleiner als 40 mm ist | Rot, sofern sie nicht an einer größeren Komponente befestigt werden kann |
| Nicht-Papier-Anteil über 10 Gew.-% | Gelb |
| PVDC- oder PVC-Dispersionsbeschichtungen, Wachsdispersionen, Folienkaschierung ab 6 µm | Gelb, sofern Tests nicht zeigen, dass sich das Material störungsfrei aufbereiten lässt |
| Direkte oder Transfermetallisierung; Klebekaschierung von PET, mPET oder PET/PE | Gelb, sofern Tests nichts anderes zeigen |
| UV-härtender Lack über 4 g/m² bei vollflächigem Auftrag; Druckfarben mit absichtlich zugesetzten Mineralölen | Gelb, sofern Tests nichts anderes zeigen |
| Nicht-Holzfasern wie Bagasse, Bambus oder Stroh | Gelb, sofern Tests nichts anderes zeigen |
| Nichts davon, einfacher oder mit wasserbasierter Barriere ausgerüsteter Karton und Papier | Grün |
Bei faserbasierten Verbundstoffen oberhalb der 5-%-Kunststoffschwelle sind beidseitige Kunststoffkaschierung (zum Beispiel PE/Papier/PE) und mehr als 15 % Nicht-Papier-Anteil rot, mehr als 10 % Nicht-Papier-Anteil gelb. Mehrere dieser Zeilen entscheiden über alltägliche Gastronomieformate: Fettdichte Einschlagpapiere sind nach der aktuellen Methode rot, und die RAM 2027 behält diese Einstufung bei. Sie definiert die Kategorie als Faserverdichtung (fettdichtes Papier) oder durchgehende Oberflächenschicht aus Wachs oder Silikon; Wachsdispersionsbeschichtungen und Silikon in Etiketten ohne Trägermaterial sind davon ausgenommen (Wachsdispersionen bleiben ein Auslöser für Gelb). Deshalb ist der Leitfaden zur Recyclingfähigkeit von fettdichtem Papier für britische Budgets relevant. Formfaserschalen aus Bagasse starten bei Gelb, solange keine Testnachweise vorliegen. Beschichtungsoptionen, die Karton im Papierstrom halten, vergleichen wir in unserem Leitfaden zu Barrierebeschichtungen für Papierverpackungen. Für Kunststoffe gelten getrennte Regeln für starre und flexible Verpackungen (Rußpigmente, sogenanntes Carbon Black, sind beispielsweise rot, weil Sortieranlagen sie nicht erkennen können).
Diese Angaben sollten Sie von einem ausländischen Verpackungshersteller für RAM und Gebührenmeldung anfordern
Der Producer unterzeichnet die Bewertung, aber die meisten Nachweise liegen beim Verpackungshersteller. Ein Lieferant im Ausland haftet nach der pEPR nicht, daher bleibt die Pflicht, nachzufragen und die Nachweise aufzubewahren, beim britischen Importeur oder Markeninhaber. Fordern Sie für jeden Artikel an:
| Angabe | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Gewicht je Artikel, aufgeteilt nach Komponenten (Körper, Deckel, Fenster, Griff, Hülle, Einlage) | Tonnage je Materialkategorie und getrennte Bewertung trennbarer Teile |
| Grammatur von Karton oder Papier sowie Art und Gewicht von Beschichtung oder Kaschierung in g/m² je Seite | Kunststoffanteil im Verhältnis zur 5-%-Schwelle und Nicht-Papier-Anteil im Verhältnis zu 10 % und 15 % |
| Fasertyp (Holzzellstoff, Bagasse, Bambus, Recyclingfaser) | Nicht-Holzfasern gelten ohne Testnachweis standardmäßig als gelb |
| Barrierechemie: PE, PLA, wasserbasierte Dispersion, Wachs, PVDC, Silikon; eine oder zwei Seiten | Mehrere Beschichtungen sind Auslöser für Gelb oder Rot |
| Druckfarbensystem und Erklärung zur Einhaltung der EuPIA Exclusion Policy; Mineralölstatus | Nicht konforme Druckfarben führen automatisch zu Rot |
| Lackart, Auftragsgewicht und Flächenabdeckung; jede Metallisierung, Folie oder jeder Glitter | UV-Lack und metallisierte Veredelungen sind Auslöser für Gelb |
| Klebstoffe und Kaschierklebstoffe | Klebekaschierungen im Inneren sind ein Auslöser für Gelb |
| Bestätigung, dass keine PFAS absichtlich zugesetzt werden | Absichtlich zugesetzte PFAS führen automatisch zu Rot |
| Recyclinganteil mit Nachweis bei Kunststoffkomponenten | Plastic Packaging Tax, siehe unten |
| Prüfberichte zur Recyclingfähigkeit (Rückauflösbarkeit, Papierfabrik-Versuche) | Können einen Artikel von „gelb, sofern nicht getestet“ nach Grün verschieben |
Fordern Sie die Daten je Artikelnummer (SKU) in einem Format an, das zu Ihrer Meldedatei passt, und lassen Sie sich vor jeder Änderung von Material, Beschichtung oder Druckfarbe informieren, denn ein Lieferantenwechsel kann einen Artikel von Grün auf Gelb verschieben. Als Hersteller mit Sitz in Istanbul, der bedruckte Verpackungen an britische Einkäufer exportiert, bestätigt 9 Packaging diese Material- und Komponentenangaben je Artikel bei Angebot und technischer Prüfung.
Rechenbeispiel: So verändern RAM-Bewertungen ein Gebührenbudget
Die folgenden Zahlen dienen nur der Veranschaulichung. Sie beruhen auf den Richtwerten für Jahr 2 vom Dezember 2025 sowie auf angenommenen Tonnagen und Bewertungen für eine Kette, die großer Producer ist. Ihre eigenen Bewertungen ergeben sich aus Ihrer Bewertung, Ihre tatsächlichen Gebühren aus dem Gebührenbescheid von PackUK.
| Artikel (angenommen) | Tonnen pro Jahr | Kategorie und Bewertung (angenommen) | Gebühr je Tonne | Jahresgebühr |
|---|---|---|---|---|
| Kraftpapier-Tragetaschen, wasserbasierte Druckfarben | 30 | Papier und Karton, grün | 190 £ | 5.700 £ |
| Kartonschachteln mit PE-Beschichtung und aufgeklebtem Folienfenster, rund 12 % Nicht-Papier-Anteil | 20 | Faserbasierter Verbundstoff, gelb | 525 £ | 10.500 £ |
| Burger-Einschlagpapiere aus fettdichtem Papier | 10 | Papier und Karton, rot | 250 £ | 2.500 £ |
| Summe | 60 | 18.700 £ |
Zwei Anpassungen würden dieses Budget verändern. Würden die Schachteln auf eine leichtere Barriere und ein fensterloses Design umgestellt, das den Kunststoffanteil bei höchstens 5 % hält, und würden sie als Papier und Karton grün bewertet, sänke ihre Zeile von 10.500 £ auf 3.800 £. Würden die Einschlagpapiere statt einer fettdichten Qualität auf ein fettbeständiges Papier umgestellt, das die RAM grün bewertet, sänke ihre Zeile von 2.500 £ auf 1.900 £. Zusammen sind das etwa 7.300 £ pro Jahr, rund 39 % der beispielhaften Gesamtsumme, noch bevor der Rot-Faktor in Jahr 3 auf das 1,6-Fache steigt. Jede Materialänderung muss weiterhin die Prüfungen zu Lebensmittelkontakt, Fettbeständigkeit und Hitzebeständigkeit bestehen. Betrachten Sie die RAM-Bewertung daher als eine von mehreren Größen für die Spezifikation, nicht als einzige. Kostentreiber außerhalb der EPR behandeln wir im Leitfaden zu Kostentreibern bei Verpackungen.
Wie funktioniert die Plastic Packaging Tax?
Die Plastic Packaging Tax gilt für Kunststoffverpackungen, die im UK hergestellt oder ins UK importiert werden und weniger als 30 % Recyclingkunststoff enthalten, mit 228,82 £ je Tonne ab 1. April 2026. Jedes Unternehmen, das innerhalb von 12 Monaten mindestens 10 Tonnen Kunststoffverpackungen herstellt oder importiert, muss sich bei HMRC registrieren, unabhängig davon, ob die Verpackungen befüllt oder unbefüllt sind.
Für Einkäufer in der Gastronomie ist die PPT vor allem bei Kunststofftragetaschen, Beuteln, Folienfenstern, Becherdeckeln und Behälterdeckeln relevant sowie bei Papierverpackungen, bei denen Kunststoff das nach Gewicht schwerste Material ist. Pappbecher und Boxen mit dünner PE-Beschichtung sind nach Gewicht normalerweise Papier, prüfen Sie die Gewichtsaufteilung aber für jeden Artikel. Fragen Sie Ihren Lieferanten vor dem Versand nach dem Kunststoffgewicht und dem Recyclinganteil, belegt durch Nachweise. Spezifikationen für Kunststofftragetaschen behandelt der Leitfaden zu Vorschriften für Kunststofftragetaschen in der EU, im UK und in den USA.
Welche Einwegkunststoffe sind in England, Schottland und Wales verboten?
England verbietet seit dem 1. Oktober 2023 Einweg-Kunststoffteller, -schalen, -schüsseln, -besteck, Luftballonstäbe sowie Lebensmittel- und Getränkebehälter aus expandiertem oder extrudiertem Polystyrol, einschließlich Ausführungen aus kunststoffbeschichtetem Papier. In Schottland gilt das Verbot seit dem 1. Juni 2022, in Wales seit dem 30. Oktober 2023. Die Ausnahmen unterscheiden sich, vor allem für Artikel, die als Verpackung gelten, und für die Belieferung zwischen Unternehmen. In England gelten Teller, Schüsseln und Schalen, die vorbefüllt oder am Verkaufsort befüllt werden (zum Beispiel an der Theke eines Takeaways, einer Bäckerei, Kantine oder eines Pubs), als Verpackung und sind ausgenommen.
| Nation | In Kraft | Wichtige Artikel | Hinweise |
|---|---|---|---|
| England | 1. Okt. 2023 | Teller, Schalen, Schüsseln, Besteck, Luftballonstäbe, EPS-Behälter für Lebensmittel und Getränke | Umfasst Artikel aus kunststoffbeschichtetem Papier; Ausnahmen für Verpackungen und B2B |
| Schottland | 1. Juni 2022 | Teller, Besteck, Strohhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe, EPS-Lebensmittelbehälter und EPS-Becher (inkl. Deckel) | Schüsseln und Schalen nicht erfasst; Ausnahmen für Strohhalme aus medizinischen Gründen und zur Barrierefreiheit |
| Wales | 30. Okt. 2023 | Teller (inkl. kunststoffkaschierter Papierteller), Besteck, Rührstäbchen, Strohhalme, Wattestäbchen, Luftballonstäbe, EPS-Lebensmittelbehälter und EPS-Becher | Schüsseln und Schalen nicht erfasst; Phase 2 (Kunststofftragetaschen, Polystyroldeckel, oxo-abbaubare Kunststoffe) verschoben (Feb. 2026) |
Für Papierverpackungen kommt es auf das Detail an: In England wird ein PE-beschichteter Pappteller oder eine PE-beschichtete Papierschüssel, die leer an Endkunden verkauft wird, vom Verbot erfasst, während derselbe Artikel, der an der Theke mit Speisen befüllt wird, als Verpackung gilt und ausgenommen ist. Prüfen Sie die Hinweise für jeden Artikel und jede Nation. Becherspezifische Regeln stehen im Leitfaden zu Vorschriften für Pappbecher in Europa und im UK.
Gelten die britischen Tragetaschengebühren auch für Papiertragetaschen?
In England gilt die Mindestgebühr von 10 Pence nur für Einweg-Kunststofftragetaschen (bis 70 µm); Papiertragetaschen sind nicht gebührenpflichtig. Schottland (mindestens 10 Pence seit 1. April 2021) und Wales (mindestens 5 Pence seit 1. Oktober 2011) erheben Gebühren, die auch Einweg-Papiertragetaschen erfassen. Die Abgabe von 25 Pence in Nordirland (seit 1. April 2022) gilt für neue Tragetaschen aus jedem Material, die für 5 £ oder weniger verkauft werden; die Ausnahmen unterscheiden sich je nach Nation. Angaben zu Spezifikation und Gebühren für Papier finden Sie im Leitfaden zu Vorschriften für Papiertragetaschen nach Märkten.
Wie gilt das Lebensmittelkontaktrecht im UK?
Großbritannien hat das EU-Lebensmittelkontaktrecht als übernommenes EU-Recht (assimilated law) beibehalten: VO (EG) 1935/2004 (Rahmenverordnung), VO (EG) 2023/2006 (gute Herstellungspraxis) und VO (EU) 10/2011 (Kunststoffe). Nordirland folgt im Rahmen des Windsor-Rahmenabkommens dem aktuellen EU-Recht. Eine Konformitätserklärung (DoC) sollte auf die Rechtsvorschriften des jeweiligen Marktes verweisen. Unser Leitfaden zur Compliance von Lebensmittelkontaktverpackungen erläutert die Inhalte der DoC und die Unterlagen des Lieferanten.
Was beeinflusst britische Verpackungseinkäufer sonst noch?
- Simpler Recycling (England): Seit dem 31. März 2025 müssen Unternehmen mit mindestens 10 Vollzeitäquivalenten verwertbare Abfälle getrennt zur Abholung bereitstellen; die Sammlung von Kunststofffolie, ursprünglich bis 31. März 2027 vorgesehen, wurde nach einer Ankündigung von Defra im Juli 2026 auf 2030 verschoben. Für Restaurants betrifft das die betrieblichen Abfallströme hinter der Theke und in der Küche und erleichtert den Umgang mit recyclingfähigen Verpackungen vor Ort.
- Green Claims: Der Green Claims Code der CMA legt fest, dass Umweltaussagen wahrheitsgemäß, klar und belegt sein müssen. Nach dem Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024 kann die CMA seit April 2025 bei Verstößen gegen das Verbraucherrecht Bußgelder von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes verhängen. Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „kompostierbar“ auf bedruckten Verpackungen brauchen Nachweise; siehe recyclingfähige, kompostierbare und biologisch abbaubare Verpackungen.
- Import aus der Türkei: Das Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Türkei gilt seit dem 1. Januar 2021, doch die Präferenzbehandlung setzt voraus, dass die produktspezifischen Ursprungsregeln erfüllt und eine Ursprungserklärung vorgelegt wird. Es fällt britische Einfuhrumsatzsteuer an. Die praktischen Schritte stehen im Leitfaden Verpackungen aus der Türkei beziehen.
Zeitleiste der UK-Verpackungsvorschriften
| Datum | Regelwerk | Ereignis |
|---|---|---|
| 1. Jan. 2021 | Handel | Freihandelsabkommen UK-Türkei gilt |
| 1. Juni 2022 | SUP Schottland | Verbot für Einwegkunststoffe gilt |
| 1. Okt. 2023 | SUP England | Verbot für Einwegkunststoffe gilt |
| 30. Okt. 2023 | SUP Wales | Verbot für Einwegkunststoffe gilt |
| 1. Jan. 2025 | pEPR | RAM-Bewertung beginnt für Haushaltsverpackungen (Daten 2025) |
| 31. März 2025 | Simpler Recycling | Recyclingpflicht für Unternehmen ab 10 Vollzeitäquivalenten in England |
| Apr. 2025 | DMCC Act | Direkte Bußgeldbefugnisse der CMA |
| Okt. 2025 | pEPR | Rechnungen für die Basisgebühren Jahr 1 |
| Feb. 2026 | Wales | Phase 2 (u. a. Tragetaschen) verschoben |
| 1. Apr. 2026 | PPT | 228,82 £ je Tonne |
| 1. Sep. 2026 | pEPR | Letzter Termin zur Korrektur der Daten von 2025, die für die Gebühren des Jahres 2 verwendet werden |
| Ende Nov. 2026 (geplant) | pEPR | Erste Gebührenbescheide mit bestätigten Gebühren für Jahr 2 |
| 2026/27 | pEPR | Gebühren für Jahr 2 nach RAM-Bewertung moduliert (Rot = das 1,2-Fache von Gelb) |
| 1. Jan. 2027 | pEPR | RAM 2027 gilt für das Meldejahr 2027 |
| Kein Datum festgelegt | pEPR-Kennzeichnung | Verpflichtende Kennzeichnung der Recyclingfähigkeit ausgesetzt |
Diese Unterlagen sollten Sie bei Ihrem Verpackungshersteller anfordern
- Gewicht je Artikel, aufgeteilt nach Material (Papier/Karton, Kunststoff, Sonstiges) und nach Komponenten, in dem Format, das Ihre pEPR-Meldung benötigt.
- Angaben zur Recyclingfähigkeit für die RAM-Bewertung: Art und Gewicht der Beschichtung, Fenster, Kaschierungen, Druckfarben und Veredelungen (die vollständige Liste steht im Abschnitt zu EPR-Gebühren und RAM oben).
- Kunststoffgewicht und Recyclinganteil je Artikel, mit Nachweis, für die Plastic Packaging Tax.
- Konformitätserklärung für den Lebensmittelkontakt mit Verweis auf die Rechtsvorschriften für Großbritannien (und gegebenenfalls EU/Nordirland).
- Nachweise für jede auf der Verpackung aufgedruckte Umweltaussage.
- Ursprungsangaben, die für eine Zollpräferenz erforderlich sind, sofern diese beansprucht wird.
Beim Bezug von einem Verpackungshersteller im Ausland wie 9 Packaging in Istanbul sollten Sie bei Angebot und technischer Prüfung vereinbaren, welche Daten und Erklärungen jede Lieferung begleiten, da dies von Material und Konstruktion des jeweiligen Artikels abhängt.
Was das für Gastronomie- und Handelsverpackungen bedeutet
- Pappbecher: pEPR-Daten, Wahl der Beschichtung für die RAM-Bewertung, Kennzeichnung nach der EU-Einwegkunststoffrichtlinie, falls auch in der EU verkauft. Siehe individuell bedruckte Pappbecher.
- To-go-Boxen: Ausnahmen vom SUP-Verbot für kunststoffbeschichtete Artikel und RAM-Bewertung der Beschichtungen prüfen. Siehe individuell bedruckte To-go-Boxen.
- Papiertragetaschen: keine Gebühr in England, aber Gebühren in Schottland, Wales und Nordirland. Siehe individuell bedruckte Papiertragetaschen.
- Kunststofftragetaschen: Schwellenwert für den Recyclinganteil nach PPT, Tragetaschengebühr, walisische Regeln im Blick behalten. Siehe individuell bedruckte Kunststofftragetaschen.
- E-Commerce-Kartons: pEPR-Meldung als Markeninhaber oder Importeur; Aussagen auf Kartons müssen belegt sein.
Nächster Schritt: Datenblatt für Ihre UK-Verpackungen anlegen
Erfassen Sie für jeden Artikel Materialgewichte, Kunststoffanteil, Recyclinganteil, Beschichtungsart, Einsatz-Nation und wer unter der pEPR meldet. Fordern Sie fehlende Daten bei Ihrem Lieferanten an, bevor Sie die nächste Bestellung auslösen. Wenn Sie neue Verpackungen für das UK festlegen, nehmen Sie diese Anforderungen in Ihre Angebotsanfrage auf oder senden Sie sie über unsere Kontaktseite.