Die günstigste Serviette pro Karton ist selten die günstigste Serviette pro Gast. Greift jeder Gast bei einer dünnen Serviette gleich dreimal zu, kann eine dickere, die nur einmal genutzt wird, über einen Monat gesehen weniger kosten. Dieser Zielkonflikt steht hinter den meisten Fragen zu „Servietten 2-lagig oder 3-lagig“. Bei dieser Entscheidung hilft dieser Leitfaden; außerdem geht es darum, wann sich Airlaid lohnt und wie die Faserwahl das Ergebnis verändert. Wenn Sie eine vollständige bedruckte Serviette festlegen, finden Sie auf der Übersichtsseite zu individuell bedruckten Servietten neben dem Material auch Größe, Falzung, Druck und Ausgabe.
Was bedeutet „Lage“ bei Servietten?
Eine Lage ist eine Schicht Tissue. Eine 2-lagige Serviette besteht aus zwei dünnen, miteinander verbundenen Blättern, eine 3-lagige aus dreien. Mehr Lagen machen die Serviette dicker, weicher, saugfähiger und blickdichter, wobei jede einzelne Lage meist dünner ist als das Einzelblatt einer 1-lagigen Serviette.
Tissue für Servietten wird auf einer Tissuemaschine hergestellt und gekreppt: Das getrocknete Blatt wird mit einer Klinge von einem großen beheizten Zylinder abgeschabt, wodurch es mikroskopisch gestaucht wird und Volumen, Weichheit und Dehnbarkeit erhält. Einzelne Lagen sind leicht, deshalb kombinieren Weiterverarbeiter mehrere Lagen, um die Leistung zu erhöhen.
Die Lagen werden in den meisten Fällen mechanisch und ohne Klebstoff zusammengehalten:
- Randprägung: Ein geprägtes Muster rund um den Rand (oft als Zierrand sichtbar) fixiert die Lagen, während die Mitte weich und glatt bleibt.
- Flächenprägung: Ein über die gesamte Oberfläche aufgebrachtes Muster verbindet die Lagen überall und erhöht das Volumen. Sie fühlt sich gehaltvoller, aber etwas weniger glatt an.
- Kombinationen: Manche Servietten haben eine Randprägung und zusätzlich eine eigene Dekor- oder Logoprägung in einer Ecke.
Schlecht verbundene Lagen lösen sich beim Gebrauch voneinander, und die Serviette wirkt auf Gäste billig. Es lohnt sich, die Lagenverbindung an Mustern zu prüfen, indem Sie eine angefeuchtete Ecke aneinander reiben.
Servietten 2-lagig oder 3-lagig (und 1-lagig): Wie unterscheiden sie sich?
1-lagig ist die günstige, dünne Variante für schnelles Abwischen und für Spender; 2-lagig ist der Allzweck-Standard für den Großteil der Gastronomie; 3-lagig ist weicher und saugfähiger und eignet sich für kleckernde Speisen und Tischservice. Die Grammatur je Lage ist bei allen dreien in etwa ähnlich; was sich ändert, sind Gesamtgewicht und Volumen.
Die folgenden Grammaturen sind Richtwerte. Tissue-Hersteller produzieren viele Basissorten, und zwei als „2-lagig“ verkaufte Servietten können sich in Gewicht und Weichheit deutlich unterscheiden.
| Eigenschaft | 1-lagig | 2-lagig | 3-lagig |
|---|---|---|---|
| Grammatur (Richtwert) | Etwa 17-23 g/m² | Etwa 15-19 g/m² je Lage (insgesamt etwa 30-38 g/m²) | Etwa 14-18 g/m² je Lage (insgesamt etwa 42-54 g/m²) |
| Dicke und Haptik | Dünn, kann papieren wirken | Weich, mäßiges Volumen | Deutlich dicker, gepolstert |
| Saugfähigkeit | Begrenzt; schnell gesättigt | Für die meisten Mahlzeiten ausreichend | Hoch; kommt mit Soßen und Fett besser zurecht |
| Blickdichte | Gering; Druck auf der Rückseite kann durchscheinen | Mittel | Hoch |
| Nassfestigkeit | Reißt nass leicht, sofern nicht ausgerüstet | Besser, je nach Sorte | Noch besser, je nach Sorte |
| Packvolumen je 1.000 Servietten | Am kleinsten | Mittel | Am größten |
| Typische Einsätze | Spender, Tüten und Tabletts in der Systemgastronomie, Bedarf des Personals | Cafés, Systemgastronomie, Casual Dining, Events | Casual Dining und mittleres Preissegment, Ribs, Wings, Burger |
Zwei praktische Hinweise zur Tabelle. Erstens hängt die Nassfestigkeit von Zusätzen ab, die der Hersteller einsetzt, und nicht nur von der Lagenzahl; fragen Sie danach, wenn die Servietten zu nassen oder öligen Speisen genutzt werden. Zweitens zählt das Packvolumen mehr, als viele Einkäufer erwarten: Servietten sind leicht und sperrig, deshalb kann ein 3-lagiges Programm in den Filialen spürbar mehr Lagerraum und im Transport mehr Kubikmeter beanspruchen als ein 2-lagiges.
Wann passt 2-lagig, wann 3-lagig?
Wählen Sie 2-lagig, wenn Servietten nur kurz genutzt werden, die Speisen überwiegend trocken oder eingewickelt aus der Hand gegessen werden und die Kosten je Bestellung zählen. Wählen Sie 3-lagig, wenn die Speisen soßenreich sind, Gäste am Tisch essen oder Kunden erkennbar mehrere 2-lagige Servietten auf einmal nehmen.
Bewährte Faustregeln:
- Burger in Papier, Sandwiches, Gebäck, Kaffee: 2-lagig reicht meist aus.
- Wings, Ribs, Kebab, Loaded Fries, alles, was mit den Fingern und Soße gegessen wird: 3-lagig oder eine größere 2-lagige Serviette senkt tendenziell die Zahl der entnommenen Servietten.
- Ausgabe über Spender: 1-lagig oder 2-lagig, weil Spender mehr Servietten dünnerer Sorten fassen und auf eine bestimmte Dicke ausgelegt sind (siehe Spenderservietten für die Systemgastronomie).
- Barservice und Cocktailservietten: 2-lagig ist Standard; 3-lagig kommt dort zum Einsatz, wo die Serviette zugleich als Untersetzer dient.
- Gemischter Standortbestand: Viele Ketten setzen 2-lagig als Standard ein und 3-lagig nur in Formaten mit Verzehr vor Ort oder für bestimmte Menüartikel.
Die Größe der Serviette wirkt mit der Lagenzahl zusammen. Eine 2-lagige Serviette in 40 x 40 cm kann bei einer vollständigen Mahlzeit eine 3-lagige in 24 x 24 cm übertreffen. Größen und Falzungen behandelt der Leitfaden zu Serviettengrößen und Falzungen.
Was sind Airlaid-Servietten?
Airlaid-Servietten werden aus Fluff-Zellstoff hergestellt, der nicht im Wasser, sondern mit Luft zu einem Vlies geformt und anschließend zu einem dicken, weichen, stoffähnlichen Blatt verfestigt wird. Sie fühlen sich eher wie Leinen an als Tissue und kommen dort zum Einsatz, wo eine Serviette hochwertig aussehen und wirken soll, ohne dass Wäsche anfällt.
Wie sich Airlaid von Tissue unterscheidet:
- Verfahren: Tissue wird aus einer wässrigen Suspension auf einer Papiermaschine geformt. Airlaid-Fasern werden auf ein laufendes Sieb geblasen und verfestigt, typischerweise durch Aufsprühen eines Bindemittels auf Latexbasis oder durch Beimischung eines Anteils thermoplastischer Bikomponentenfasern, die leicht anschmelzen und das Vlies verbinden (teils auch beides).
- Gewicht und Volumen: Airlaid-Servietten wiegen typischerweise etwa 50-75 g/m², also mehr als selbst 3-lagiges Tissue, und bestehen aus einer einzigen dicken Schicht statt aus mehreren Lagen.
- Haptik: textilartiger Fall, weich und leise in der Hand, hält auch nass gut zusammen.
- Druck: Die Oberfläche ist dichter und blickdichter als Tissue, daher drucken Logos schärfer und Farben wirken kräftiger.
- Kosten: spürbar höher je Serviette als bei einer 2-lagigen Tissue-Serviette gleicher Größe; der Abstand hängt von Sorte und Grammatur ab.
Manche Lieferanten verwenden für Airlaid oder ähnliche Vliesstoffe Bezeichnungen wie „Leinenoptik“, „Dry-laid“ oder „Textiloptik“. Das sind Handelsbezeichnungen und keine genormten Kategorien; fragen Sie beim Angebotsvergleich daher nach dem tatsächlichen Material und der Grammatur.
Wo sich Airlaid lohnt: im Tischservice, wo die Serviette Stoff ersetzt, bei Hotelbanketten, Hochzeiten und Firmenveranstaltungen sowie in gehobenen Restaurants, die eine Einweglösung wünschen. Wo es sich selten rechnet: im Thekenverkauf, bei Lieferbestellungen und überall dort, wo die Serviette nur wenige Sekunden genutzt wird.
Ein Hinweis zu Werbeaussagen: Enthält die Airlaid-Sorte synthetische Bindefasern, besteht die Serviette nicht zu 100 % aus Zellulose. Bezeichnen Sie sie nicht als kunststofffrei oder kompostierbar, es sei denn, der Lieferant kann Zusammensetzung und etwaige Zertifizierung belegen.
Servietten aus Frischfaser oder Recyclingfaser?
Tissue aus Frischfaser ist heller, weicher und fester; Tissue aus Recyclingfaser ist grauer, etwas rauer und meist günstiger. Viele Einkäufer in der Gastronomie setzen Recyclingtissue für Servietten im Küchen- und Personalbereich sowie in Spendern ein und Frischfaser dort, wo Gäste Speisen direkt anfassen oder das Markenbild besonders wichtig ist.
| Faktor | Tissue aus Frischfaser | Tissue aus Recyclingfaser |
|---|---|---|
| Weißgrad | Hoch, strahlend weiß | Geringer, oft leicht grau oder gebrochen weiß |
| Weichheit | Höher | Geringer, je nach Sorte |
| Festigkeit bei gleichem Gewicht | Höher | Geringer; teils durch mehr Gewicht ausgeglichen |
| Druckbild | Sauberere Farben, besserer Kontrast | Mattere Farben; helle Farben verlieren am meisten |
| Kosten | Höher | Meist geringer |
| Lebensmittelkontakt | Weniger Fragen zu Rückständen | Altpapier kann Rückstände wie Mineralölkohlenwasserstoffe enthalten |
| Mögliche Aussage | „Aus Frischfaser hergestellt“ (oft verbunden mit Aussagen zur Forstzertifizierung, die eigene Nachweise erfordern) | „Aus Recyclingfaser hergestellt“, mit vom Hersteller dokumentiertem Anteil |
Zu Rückständen: Für Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) in Papierverpackungen gibt es keinen verbindlichen EU-Grenzwert, und Servietten sind in der Regel keine Verpackung. Manche Ketten schreiben für Servietten, die wahrscheinlich Lebensmittel direkt berühren, dennoch vorsorglich Frischfaser vor. Die Unterlagen zum Lebensmittelkontakt sind auf der Übersichtsseite zu individuell bedruckten Servietten und im Leitfaden zur Konformität von Verpackungen mit Lebensmittelkontakt zusammengefasst.
Ungebleichtes oder „naturbelassenes“ Tissue ist eine dritte Option: eine braune oder beige Serviette aus ungebleichter oder wenig aufbereiteter Faser, wahlweise Frisch- oder Recyclingfaser. Sie passt zu Marken, die im gesamten Verpackungsauftritt auf Kraftpapier-Optik setzen. Dunkler Druck wirkt darauf gut; helle Farben und Weiß verschwinden weitgehend.
Wie steht es um kompostierbare Servietten?
Gebrauchte Tissue-Servietten bestehen aus Zellulose und werden häufig mit dem Bioabfall angenommen, sofern die örtlichen Sammelvorgaben dies zulassen. Ob sich eine Serviette jedoch „kompostierbar“ nennen darf, hängt von Zertifizierung und Zusammensetzung ab, nicht allein vom Material. „Kompostierbar“ ist eine Werbeaussage, keine Materialsorte.
Das sollten Sie prüfen, bevor Sie das Wort auf eine Serviette oder ihre Verpackung drucken:
- Zertifizierung: EN 13432 ist die europäische Norm für die industrielle Kompostierbarkeit von Verpackungen; private Systeme zertifizieren die Heimkompostierbarkeit. Fragen Sie, ob die konkrete Serviette einschließlich der Druckfarben zertifiziert ist.
- Zusammensetzung: Airlaid-Sorten mit synthetischen Bindefasern erfordern besondere Sorgfalt.
- Werberecht: In der EU gilt die Richtlinie (EU) 2024/825 ab dem 27. September 2026 und schränkt allgemeine Umweltaussagen wie „biologisch abbaubar“ oder „umweltfreundlich“ ein, wenn keine anerkannte hervorragende Umweltleistung vorliegt. Im Vereinigten Königreich gilt der Green Claims Code der CMA.
Die Einzelheiten erläutert der Leitfaden zu Aussagen wie recyclingfähig, kompostierbar und biologisch abbaubar.
Wie wirkt sich die Lagenzahl auf den Druck aus?
Mehr Lagen und Airlaid bieten eine blickdichtere, stabilere Druckfläche, sodass Logos sauberer wirken. Auf 1-lagigem Tissue verläuft die Farbe stärker und kann auf die Rückseite durchscheinen; große Vollflächen wirken eher fleckig. Gedruckt wird in der Regel nur auf die oberste Lage, unabhängig von der Lagenzahl.
Was Sie ungefähr erwarten können:
- 1-lagig: Einfache, kräftige einfarbige Motive funktionieren am besten. Feine Schrift sollten Sie vermeiden.
- 2-lagig und 3-lagig: der Standard für Logoservietten; ein bis vier Sonderfarben sind auf Weiterverarbeitungslinien üblich, innerhalb der Grenzen der Flächendeckung.
- Airlaid: feinere Details und kräftigere Farben als bei Tissue; eine gute Wahl, wenn das Logo selbst im Mittelpunkt steht.
Zu den Regeln für Druckdaten, den Grenzen der Flächendeckung und zur Prägung siehe den Leitfaden zu Logodruck auf Servietten.
Materialcheckliste vor der Musteranfrage
- Servicemodell und Speisenangebot (trocken, Handverzehr, soßenreich, Tischservice)
- Lagenzahl oder Airlaid sowie Ziel-Grammatur, falls vorhanden
- Frischfaser, Recyclingfaser oder ungebleichte Faser; etwaige Farbvorgabe für das Tissue selbst
- Ob die Servietten in Spender kommen und in welches Modell
- Aussagen, die Sie auf den Verpackungen treffen möchten (Recyclinganteil, Zertifizierung), und die dafür nötigen Nachweise
- Unterlagen zum Lebensmittelkontakt, die Ihr Unternehmen verlangt
Fordern Sie Muster zweier benachbarter Varianten an (zum Beispiel 2-lagig und 3-lagig in gleicher Größe) und testen Sie diese im laufenden Betrieb, indem Sie die verbrauchten Servietten je Bestellung zählen. Übernehmen Sie das gewählte Material anschließend in die vollständige Festlegung auf der Übersichtsseite zu individuell bedruckten Servietten, wo Sie auch ein Angebot anfordern können; der Leitfaden zur Angebotsanfrage für Verpackungen listet auf, was eine vollständige Anfrage darüber hinaus braucht.