Die Vorschriften für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt in der EU, im Vereinigten Königreich und in den USA beruhen auf einem gemeinsamen Prinzip: Die Verpackung darf keine Stoffe in Mengen auf Lebensmittel übertragen, die die Gesundheit gefährden oder das Lebensmittel verändern. Darüber hinaus sind die drei Systeme unterschiedlich aufgebaut, weisen Pflichten unterschiedlichen Beteiligten zu und verlangen unterschiedliche Dokumente. Eine Restaurantkette, die dasselbe bedruckte Burgerpapier in Deutschland, Großbritannien und den USA einführt, hört von drei Qualitätsteams dieselbe Frage („Wo ist die Konformitätserklärung?“) und braucht für jedes eine andere Antwort. Dieser Leitfaden zeigt, wie jedes System für bedruckte Verpackungen aus Papier, Karton und Kunststoff funktioniert, wer in der Lieferkette welche Pflicht trägt und welche Dokumente Sie bei einem Verpackungshersteller anfordern sollten, bevor die erste Bestellung versandt wird.

Er richtet sich an Einkäufer von Gastronomie- und Lebensmitteleinzelhandelsverpackungen und ist keine Rechtsberatung. Die Pflichten hängen von Ihrer Rolle und von der Verwendung der Verpackung ab; klären Sie Ihre Position daher mit der zuständigen Behörde, Ihrem Branchenverband oder einer auf Lebensmittelrecht spezialisierten Rechtsberatung.

Stand: Oktober 2026. Prüfen Sie die offiziellen Quellen: EUR-Lex für EU-Verordnungen, legislation.gov.uk und die Food Standards Agency für Großbritannien sowie die Seiten der US-FDA zu Lebensmittelkontaktstoffen (food contact substances) und das eCFR für 21 CFR Parts 174-178.

Wie unterscheiden sich die Vorschriften für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt in EU, UK und USA?

Die EU und Großbritannien arbeiten mit einem Modell aus Rahmenverordnung und spezifischen Maßnahmen und verlangen für Kunststoffe eine schriftliche Konformitätserklärung. Die USA arbeiten mit einem Zulassungsmodell Stoff für Stoff, in dem jede Komponente für ihren vorgesehenen Verwendungszweck freigegeben sein muss. In der EU und in Großbritannien gibt es für Papier und Karton keine harmonisierte spezifische Maßnahme; Branchenmaßstäbe wie die BfR-Empfehlung XXXVI füllen diese Lücke.

ThemaEUGroßbritannienNordirlandUSA
RahmenregelungVerordnung (EG) 1935/2004Übernommene (assimilated) Verordnung 1935/2004EU-Recht gilt (Windsor-Rahmenabkommen)Federal Food, Drug, and Cosmetic Act; FDA
Gute Herstellungspraxis (GMP)Verordnung (EG) 2023/2006Übernommene Verordnung 2023/2006EU-RechtIn den Verwendungsbedingungen des CFR enthalten
KunststoffeVerordnung (EU) 10/2011Übernommene Verordnung 10/2011EU-Recht21 CFR 177 und weitere; FCNs
Papier und KartonKeine harmonisierte Maßnahme; BfR XXXVI als MaßstabKeine spezifische Maßnahme; dieselben Maßstäbe werden verwendetWie EU21 CFR 176.170 (wässrige und fetthaltige Lebensmittel), 176.180 (trockene Lebensmittel)
Typisches Dokument für KäuferKonformitätserklärung (DoC)DoCDoCLetter of Guaranty / Konformitätsaussage mit Nennung der CFR-Abschnitte

Der EU-Rahmen in der Praxis

Die Verordnung (EG) 1935/2004 bildet die Grundlage für alle Lebensmittelkontaktmaterialien in der EU. Für Einkäufer von Verpackungen sind drei Artikel besonders wichtig. Artikel 3 verlangt, dass Materialien keine Bestandteile in Mengen auf Lebensmittel abgeben, die die Gesundheit gefährden, eine unannehmbare Veränderung der Zusammensetzung herbeiführen oder Geschmack und Geruch beeinträchtigen können. Artikel 15 regelt die Kennzeichnung, einschließlich des Hinweises „für Lebensmittelkontakt“ oder des Glas-und-Gabel-Symbols, wenn der Verwendungszweck des Artikels nicht offensichtlich ist. Artikel 17 verlangt Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen; in der Praxis bedeutet das eine Chargen- oder Losnummerierung, die einen Umkarton mit fertigen Verpackungen auf die Chargen von Karton, Druckfarbe und Beschichtung zurückführt.

Die Verordnung (EG) 2023/2006 legt die gute Herstellungspraxis fest: ein dokumentiertes Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollsystem auf jeder Produktionsstufe. Sie enthält eine Regel, die bedruckte Verpackungen unmittelbar betrifft: Druckfarben auf der Seite ohne Lebensmittelkontakt dürfen weder durch das Substrat noch durch Abklatsch (Set-off) im Stapel oder auf der Rolle auf die Lebensmittelkontaktseite übergehen. Deshalb sind Farbauswahl, Trocknung und Stapelverfahren ein Compliance-Thema und nicht nur eine Frage der Druckqualität.

Die Verordnung (EU) 10/2011 gilt für Kunststoffmaterialien und für Kunststoffschichten in Mehrschichtverbunden. Für Einkäufer von Papierverpackungen ist das die Verordnung, die PE-Extrusionsbeschichtungen auf Bechern und Behältern, Kunststofffenster an Bäckertüten sowie Kunststoffbeutel und Pouches erfasst. Sie legt einen Gesamtmigrationsgrenzwert von 10 mg/dm² und spezifische Migrationsgrenzwerte für gelistete Stoffe fest und verlangt auf jeder Handelsstufe außer dem Einzelhandel eine schriftliche Konformitätserklärung.

Papier und Karton: warum die BfR-Empfehlung XXXVI der De-facto-Maßstab ist

Für Papier und Karton gibt es keine harmonisierte EU-Maßnahme. Käufer und Behörden stützen sich daher auf nationale Referenzen, von denen die Empfehlung XXXVI des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) die am weitesten verbreitete ist. Eine typische Konformitätserklärung für Papier verweist auf die Verordnung 1935/2004 und bestätigt die Konformität mit BfR XXXVI für die vorgesehenen Lebensmittelarten und Bedingungen. Eine Empfehlung ist kein Gesetz, doch in der Praxis besteht eine Papier-Konformitätserklärung ohne anerkannten Maßstab die Lieferantenfreigabe einer Kette nur selten.

Druckfarben, Mineralöl und BPA

Drei Stoffthemen kommen inzwischen in den meisten Audits von Ketten zur Sprache:

  • Druckfarben. Die deutsche Druckfarbenverordnung (eingeführt als 21. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung) schafft eine Positivliste für Stoffe in Druckfarben auf Lebensmittelkontaktmaterialien. Nach einer Verlängerung endet die Übergangsfrist am 31. Dezember 2026, die Regeln gelten ab dem 1. Januar 2027. Es handelt sich um deutsches Recht, doch weil Deutschland ein großer Markt ist, wird sie zunehmend zur Referenz für Druckfarben auf Verpackungen, die in der gesamten EU verkauft werden. Die Schweizer Verordnung SR 817.023.21 (Anhang 10) und die Leitlinien der EuPIA sind etablierte Marktreferenzen für migrationsarme Druckfarben.
  • Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH). Zum Stand Oktober 2026 gibt es keinen verbindlichen EU-Grenzwert für Verpackungen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Recyclingfasern und Druckfarben auf Mineralölbasis; übliche Gegenmaßnahmen sind Frischfasern, funktionelle Barrieren oder mineralölfreie Druckfarben. Eine EU-Regelung wird seit Jahren diskutiert, daher ist dies ein Bereich, den Sie im Blick behalten sollten. Details zu Barrierekartons finden Sie in unserem Leitfaden zu Mineralölbarrieren und lebensmittelechten Faltschachteln.
  • Bisphenol A. Die Verordnung (EU) 2024/3190 ist am 20. Januar 2025 in Kraft getreten, ihre wichtigste Übergangsfrist endete am 20. Juli 2026. Sie betrifft Beschichtungen, Lacke, Druckfarben und Klebstoffe in Lebensmittelkontaktmaterialien, nicht das Papier selbst. Lassen Sie sich bestätigen, dass Druckfarben, Lacke und Klebstoffe in Ihrer Spezifikation nicht mit BPA hergestellt werden.

PFAS

Ab dem 12. August 2026 beschränkt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), Verordnung (EU) 2025/40, PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt, die in der EU in Verkehr gebracht werden. Grenzwerte, Prüfverfahren und Alternativen behandelt unser eigener Leitfaden zu PFAS-freien Lebensmittelverpackungen.

Wie funktioniert das Lebensmittelkontaktrecht im Vereinigten Königreich nach dem Brexit?

Großbritannien hat die EU-Vorschriften als übernommenes Recht (assimilated law) beibehalten: Die Verordnungen 1935/2004, 2023/2006 und 10/2011 gelten in England, Schottland und Wales in ihrer beibehaltenen Fassung weiter. Nordirland folgt den EU-Vorschriften für Lebensmittelkontakt nach dem Windsor-Rahmenabkommen. Bei den meisten bedruckten Verpackungen aus Papier und Kunststoff ist der technische Inhalt einer britischen und einer EU-Konformitätserklärung gleich, die Rechtsverweise und das auf dem Dokument genannte Unternehmen sollten aber zum jeweiligen Markt passen.

Zwei praktische Punkte ergeben sich daraus. Erstens: Wenn Sie Großbritannien und Nordirland aus demselben Lagerbestand beliefern, legen Sie eine Spezifikation zugrunde, die die aktuellen EU-Vorschriften erfüllt, da britische und EU-Texte mit der Zeit auseinanderlaufen können. Zweitens verlangen britische Einkäufer bei Papier-Konformitätserklärungen oft weiterhin BfR XXXVI, weil es auch in Großbritannien keine papierspezifische Maßnahme gibt. Weitergehende britische Verpackungspflichten (erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), Plastic Packaging Tax, Verbote für Einwegkunststoffe) behandelt unser Leitfaden zu den Verpackungsvorschriften im Vereinigten Königreich.

Wie reguliert die US-amerikanische FDA Lebensmittelverpackungen?

In den USA muss für jeden Stoff in einem Lebensmittelkontaktmaterial eine Rechtsgrundlage für den vorgesehenen Verwendungszweck bestehen: ein Eintrag in 21 CFR Parts 174-178, der GRAS-Status (generally recognised as safe), eine Prior Sanction oder eine wirksame Food Contact Notification (FCN). Die Konformität wird nachgewiesen, indem gezeigt wird, dass jede Komponente und der fertige Artikel diese Bedingungen erfüllen, meist in einem Letter of Guaranty (Garantieerklärung) des Lieferanten.

Bei Papierverpackungen sind vor allem zwei Abschnitte maßgeblich:

  • 21 CFR 176.170 behandelt Bestandteile von Papier und Karton im Kontakt mit wässrigen und fetthaltigen Lebensmitteln, mit Extraktionsgrenzwerten und Verwendungsbedingungen nach Lebensmittelart und Temperatur. Burgerpapier, Pizzakartons, Pappbecher und Suppenbehälter werden hier in der Regel beurteilt.
  • 21 CFR 176.180 behandelt Papier und Karton im Kontakt mit trockenen Lebensmitteln, etwa Bäckertüten für trockene Waren oder Zuckertütchen.

Kunststoffkomponenten fallen unter Part 177 (zum Beispiel die Einträge für Olefinpolymere bei Polyethylenbeschichtungen), Klebstoffe und Beschichtungskomponenten unter die Parts 175 und 176. Eine FCN ist unternehmensspezifisch: Sie gilt für den Stoff des Antragstellers und für die Kunden, die ihn verwenden, nicht für jeden ähnlichen Stoff auf dem Markt. Das ist wichtig, wenn ein Lieferant sich auf eine FCN beruft: Fragen Sie, wessen Notifizierung es ist und ob Ihr Material der notifizierte Stoff ist.

Warum „FDA approved“ bei Verpackungen meist eine irreführende Aussage ist

Die FDA genehmigt, zertifiziert oder registriert keine fertigen Verpackungsprodukte und stellt Verpackungsfabriken keine Zertifikate aus. Wenn ein Lieferant „FDA approved“ angibt, lautet die zutreffende Formulierung in der Regel: „hergestellt mit Stoffen, die den geltenden FDA-Vorschriften für die genannten Lebensmittelarten und Verwendungsbedingungen entsprechen“. Nehmen Sie „FDA approved“ in einem Angebot zum Anlass, die tatsächliche Konformitätsaussage anzufordern: Welche CFR-Abschnitte, welche Lebensmittelarten, welche Temperaturbedingungen und wer unterzeichnet? Eine brauchbare Aussage nennt das fertige Produkt, seine Komponenten und die Vorschriften, die sie erfüllen.

PFAS und Gesetze der Bundesstaaten

Die FDA gab am 28. Februar 2024 bekannt, dass PFAS-haltige Fettschutzmittel für den Lebensmittelkontakt in den USA nicht mehr verkauft werden, und stellte im Januar 2025 fest, dass 35 PFAS-FCNs nicht mehr wirksam sind. Viele Bundesstaaten haben eigene Verbote für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Diese sowie die einzelstaatlichen EPR- und Tragetaschengesetze behandelt unser Leitfaden zu den Vorschriften für Gastronomieverpackungen in den USA.

Wer ist für die Konformität im Lebensmittelkontakt verantwortlich?

Die Verantwortung ist entlang der Lieferkette verteilt, und jeder Beteiligte muss nachweisen können, dass sein Teil konform ist. Der Verpackungshersteller ist für das von ihm produzierte Material und für die Konformitätserklärung verantwortlich; der Markeninhaber oder die Kette für die spezifikationsgemäße Verwendung und die Sicherheit des verpackten Lebensmittels; Importeure und Händler müssen die Dokumentation vorhalten und weitergeben.

Markeninhaber oder Restaurantkette

Die Kette oder Marke bestimmt, wie die Verpackung verwendet wird: für welche Lebensmittel, bei welcher Temperatur und wie lange. Diese Angaben entscheiden darüber, ob eine Konformitätserklärung für die Anwendung gültig ist. Ein Einschlagpapier, das für „trockene und feuchte Lebensmittel bei Raumtemperatur“ deklariert ist, deckt kein frittiertes Hähnchen ab, das unter einer Wärmelampe warmgehalten wird. Zu Ihren Pflichten gehören in der Regel: dem Lieferanten die tatsächlichen Verwendungsbedingungen mitzuteilen, zu prüfen, ob die Konformitätserklärung diese abdeckt, Unterlagen für Audits aufzubewahren und die Standorte darin zu schulen, Verpackungen nicht für Lebensmittel außerhalb der deklarierten Bedingungen zweckzuentfremden. Wenn Sie zugleich Lebensmittelunternehmer sind, tragen Sie die Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit des verpackten Produkts.

Importeur in die EU, nach Großbritannien oder in die USA

Der Importeur ist die erste Partei, die die Verpackung auf dem jeweiligen Markt in Verkehr bringt. Von ihm wird erwartet, dass er die Konformitätserklärung oder Konformitätsaussage des Lieferanten vorhält, prüft, ob sie auf die richtigen Rechtsvorschriften verweist, und sie den Behörden vorlegen kann. In den USA benötigt der Importeur in der Regel einen Letter of Guaranty des Herstellers. Wenn Sie unbefüllte bedruckte Verpackungen von außerhalb des Marktes importieren, sind Sie die Partei, die die Behörde in der Regel zuerst anspricht.

Händler oder Großhändler

Händler, die Verpackungen weiterverkaufen, müssen die Konformitätserklärung entlang der Kette weitergeben, Rückverfolgbarkeitsaufzeichnungen führen (welche Charge an welchen Kunden ging) und dürfen die Verwendungsbedingungen in ihren eigenen Verkaufsunterlagen nicht verändern. Ein Händler, der das Material neu bedruckt oder weiterverarbeitet, übernimmt für diesen Schritt die Pflichten eines Herstellers.

Ausländischer Hersteller

Ein Hersteller außerhalb des Marktes (zum Beispiel ein Weiterverarbeiter in der Türkei, der die EU, das Vereinigte Königreich oder die USA beliefert) muss nach den Regeln des Zielmarkts produzieren, die Konformitätserklärung oder Konformitätsaussage ausstellen, die gute Herstellungspraxis umsetzen und die Rückverfolgbarkeit bis zu den Rohstoffchargen sicherstellen. Seine Konformitätserklärung stützt sich auf Erklärungen von Kartonherstellern, Druckfarbenherstellern sowie Lieferanten von Beschichtungen und Klebstoffen; die Qualität der vorgelagerten Dokumente bestimmt daher die Qualität der Konformitätserklärung für das fertige Produkt.

Was muss eine Konformitätserklärung enthalten?

Eine brauchbare Konformitätserklärung nennt das ausstellende Unternehmen, das genaue Material oder den genauen Artikel, die eingehaltenen Rechtsvorschriften, die Stoffe, für die Beschränkungen gelten, und die Verwendungsbedingungen, für die die Konformität geprüft wurde. Bei Kunststoffen legt Anhang IV der Verordnung (EU) 10/2011 den Inhalt fest; Konformitätserklärungen für Papier folgen meist derselben Struktur. Im internationalen Einkauf ist die englische Bezeichnung Declaration of Compliance (DoC) üblich; im deutschsprachigen Raum wird dasselbe Dokument als Konformitätserklärung angefordert, bei Lebensmittelverpackungen auch als „Konformitätserklärung Lebensmittelverpackung“.

Typische Inhalte, die Sie prüfen sollten:

  • Name und Anschrift des Unternehmens, das die Erklärung ausstellt (Hersteller oder Importeur).
  • Bezeichnung des Materials oder Artikels (Produktname, Spezifikation, Aufbau, Schichten).
  • Datum der Erklärung (und Revisionsnummer).
  • Bestätigung, dass das Material die Verordnung (EG) 1935/2004, die Verordnung (EG) 2023/2006 und, soweit einschlägig, die Verordnung (EU) 10/2011 sowie die BfR-Empfehlung XXXVI (oder die britischen übernommenen Entsprechungen) erfüllt.
  • Stoffe mit spezifischen Migrationsgrenzwerten oder anderen Beschränkungen sowie gegebenenfalls Dual-Use-Additive.
  • Verwendungsbedingungen: Lebensmittelarten (trocken, feucht, fetthaltig, sauer, alkoholhaltig), Kontaktdauer und Temperatur, bei der Prüfung verwendetes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen.
  • Angaben zu funktionellen Barrieren, wenn die Konformität auf einer solchen beruht.
  • Unterschrift einer verantwortlichen Person.

Die Konformitätserklärung stützt sich auf Prüfberichte (Gesamt- und spezifische Migration, gegebenenfalls sensorische Prüfungen), die der Käufer anfordern kann, die aber oft nur unter Vertraulichkeit weitergegeben werden.

Stichtage, die Käufer in den Unterlagen haben sollten

DatumRechtsaktGeltungsbereichWas sich für Käufer ändert
20. Januar 2025Verordnung (EU) 2024/3190 (BPA) tritt in KraftEUDruckfarben, Lacke, Beschichtungen und Klebstoffe müssen auf BPA verzichten
20. Juli 2026Hauptübergangsfrist für BPA endetEUBestätigung BPA-freier Druckfarben, Lacke und Klebstoffe anfordern
12. August 2026PPWR (EU) 2025/40, PFAS-BeschränkungEUPFAS-Grenzwerte für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt
31. Dezember 2026Ende der Übergangsfrist der deutschen DruckfarbenverordnungDeutschlandDruckfarben müssen ab dem Folgetag die Positivliste erfüllen
1. Januar 2027Druckfarbenverordnung giltDeutschlandLieferantenerklärungen zu Druckfarben sollten darauf Bezug nehmen
LaufendMOSH/MOAHEUNoch kein verbindlicher Grenzwert für Verpackungen; risikobasierte Entscheidungen
Laufend21 CFR 174-178, FCNsUSAKonformität auf Komponentenebene; PFAS-FCNs seit 2025 nicht mehr wirksam

Dokumente, die Sie bei Ihrem Verpackungshersteller anfordern sollten

Fordern Sie diese Dokumente an, bevor Sie einen neuen Artikel freigeben, und erneut, wenn sich Material, Beschichtung, Druckfarbensystem oder Werk ändern:

  • Konformitätserklärung für den fertigen Artikel, mit Bezug auf die Rechtsvorschriften des Zielmarkts und Ihre Verwendungsbedingungen.
  • Für Papier und Karton: Konformitätsaussage zur BfR-Empfehlung XXXVI (und zum einschlägigen Teilabschnitt, wenn Spezialpapiere verwendet werden).
  • Für Kunststoffschichten (PE-Beschichtung, Fensterfolie, Beutel): Konformitätserklärung nach Verordnung (EU) 10/2011 und Zusammenfassung der Migrationsprüfung.
  • Erklärung des Druckfarbenlieferanten zu Druckfarben und Lacken: Eignung als migrationsarme Druckfarbe für die Anwendung, BPA-Status nach Verordnung (EU) 2024/3190 und ab 2027 Konformität mit der deutschen Druckfarbenverordnung, wenn die Verpackung in Deutschland verkauft wird.
  • Mineralöl-Erklärung: Faserquelle (Frischfaser oder Recyclingfaser), Druckfarbensystem, gegebenenfalls Barriere.
  • PFAS-Erklärung (keine absichtlich zugesetzten PFAS, Prüfdaten, sofern vorhanden); siehe PFAS-freie Lebensmittelverpackungen.
  • Für die USA: Letter of Guaranty oder Konformitätsaussage mit Nennung der CFR-Abschnitte (zum Beispiel 21 CFR 176.170) und gegebenenfalls herangezogener FCNs.
  • GMP-Nachweis: Beschreibung des Qualitätssystems und der Rückverfolgbarkeit (wie Chargennummern auf Kartons aufgebracht werden).

Bei 9 Packaging wird der Dokumentensatz für jeden Artikel im Rahmen von Angebot und technischer Prüfung festgelegt, da er vom Karton, der Beschichtung, dem Druckfarbensystem und dem Zielmarkt des jeweiligen Auftrags abhängt.

Was das für Gastronomie- und E-Commerce-Verpackungen bedeutet

Überall gilt dasselbe Prinzip: Die deklarierten Verwendungsbedingungen müssen zur tatsächlichen Anwendung passen.

  • Burgerpapier und fettdichte Einschlagpapiere: fetthaltiger, heißer Kontakt, oft über mehrere Minuten. Prüfen Sie, ob die Konformitätserklärung fetthaltige Lebensmittel bei erhöhter Temperatur abdeckt und ob die Fettbarriere PFAS-frei ist. Siehe individuell bedrucktes fettdichtes Papier.
  • Burgerboxen, Pizzakartons und To-go-Boxen: Der Karton kann aus Recycling- oder Frischfasern bestehen; bei direktem Kontakt mit heißen Lebensmitteln fragen Sie nach Mineralöl und nach der Lebensmittelkontaktseite. Siehe individuell bedruckte Burgerboxen, individuell bedruckte Pizzakartons und individuell bedruckte To-go-Boxen.
  • Becher und Speisebehälter: Eine PE-Beschichtung ist eine Kunststoffschicht im Sinne der Verordnung 10/2011; bei Dispersionsbeschichtungen fragen Sie, nach welcher Rechtsvorschrift oder Empfehlung die Beschichtung beurteilt wird. Heiße Flüssigkeiten bestimmen die Prüfbedingungen. Siehe individuell bedruckte Pappbecher und individuell bedruckte Speisebehälter aus Papier.
  • Beutel mit Sichtfenster: Für das Papier und für die Folie sind getrennte Erklärungen nötig. Siehe individuell bedruckte Lebensmittelbeutel aus Papier.
  • Erfrischungstücher, die zusammen mit Speisen ausgegeben werden: Das Tuch ist kein Lebensmittelkontaktmaterial, daher gelten stattdessen Kosmetik-, Kennzeichnungs- und Kunststoffvorschriften; siehe Erfrischungstücher und die Einwegkunststoff-Vorschriften.
  • Versandkartons und Umkartons im E-Commerce: In der Regel kein direkter Lebensmittelkontakt, daher gelten die Lebensmittelkontaktvorschriften nicht, es sei denn, der Karton ist die Primärverpackung der Lebensmittel (zum Beispiel unverpackte Backwaren). Geben Sie dies eindeutig vor, damit der Lieferant weder zu viel noch zu wenig erklärt.

Die Barriereschicht ist oft der schwierigste Teil der Erklärung; unser Leitfaden zu Barrierebeschichtungen für Papierverpackungen vergleicht PE, Dispersion, PLA und Wachs.

Nächster Schritt: Lebensmittelkontakt in der Angebotsanfrage vorgeben

Ein Lieferant kann nur dann eine aussagekräftige Erklärung ausstellen, wenn die Anfrage konkret ist. Wenn Sie ein Angebot anfordern, geben Sie an: die Lebensmittel (mit Fett-, Feuchte- und Säuregehalt), Kontakttemperatur und Kontaktdauer, Zielmärkte (EU, GB, NI, USA), ob die bedruckte Seite mit Lebensmitteln in Berührung kommt, die benötigten Dokumente aus der obigen Liste sowie kettenspezifische Anforderungen wie Druckfarbenstandards. Wie Sie den Rest der Anfrage strukturieren, zeigt unser Leitfaden zur Angebotsanfrage für Verpackungen; die Spezifikation können Sie direkt über unsere Kontaktseite zur technischen Prüfung senden.