Die meisten Tragetaschengesetze zielen auf Kunststoff. Wer als Kette auf Papier umstellt, um diesen Vorgaben zu entgehen, hat damit noch keine konformen Taschen: mit dem falschen Recyclinganteil für Kalifornien, einer fehlenden Kennzeichnung oder einem Slogan wie „umweltfreundlich“, der in der EU nicht mehr zulässig ist. Dieser Leitfaden stellt die Vorschriften für Papiertragetaschen in den USA, im Vereinigten Königreich und in der EU mit Stand Oktober 2026 dar, zeigt, was sie für Spezifikation und Druckdaten bedeuten und wer die Pflicht in der Regel trägt. Er ersetzt keine Rechtsberatung: Die Pflichten hängen von der Rolle Ihres Unternehmens ab (Händler, Markeninhaber, Importeur oder Vertriebspartner), und der aktuelle Wortlaut sollte bei der zuständigen Behörde, dem Systembetreiber oder einem Berater bestätigt werden. Die Spezifikation der Tasche selbst behandelt die Übersicht zu individuell bedruckten Papiertragetaschen.
Welche Vorschriften für Papiertragetaschen gelten in den einzelnen Märkten?
In den USA werden die Regeln von Bundesstaat zu Bundesstaat und oft auf Stadtebene festgelegt: Mehrere Bundesstaaten verlangen für Papiertragetaschen einen Mindestanteil an Post-Consumer-Recyclingmaterial, aufgedruckte Kennzeichnungen und ein Entgelt vom Kunden. Im Vereinigten Königreich gilt die Tragetaschengebühr in England nur für Kunststoff, während Schottland (mindestens 10 Pence), Wales (mindestens 5 Pence) und Nordirland (Abgabe von 25 Pence) auch für Papier ein Entgelt verlangen. In der EU sind Papiertragetaschen nicht Gegenstand der Tragetaschenrichtlinie, gelten aber als Verpackung im Sinne der PPWR und der nationalen EPR-Regelungen.
| Markt | Recyclinganteil | Entgelt für Kunden | Aufgedruckte Kennzeichnung | EPR / Herstellerpflichten |
|---|---|---|---|---|
| Kalifornien | Mind. 50 % Post-Consumer ab 1. Januar 2028 (SB 1053); kein Zwischenwert im Text für 2026 (bis 31. Dezember 2025 galten 40 %) | Mind. 10 Cent | Vorgeschrieben: Name des Herstellers, Herstellungsland, Post-Consumer-Anteil in % | Staatliches Verpackungs-EPR (SB 54) gilt für erfasste Materialien; Geltungsbereich prüfen |
| New York | Kein bundesstaatlicher Mindestanteil an Recyclingmaterial | Kommunale Gebühr von 5 Cent auf Papiertragetaschen, wo beschlossen | Hinweise des Bundesstaats prüfen | Aktuellen Stand des staatlichen EPR prüfen |
| New Jersey | Mind. 40 % Post-Consumer seit 18. Januar 2024 (20 % bei Taschen für 8 lb oder weniger), Recycled Content Law; Pflicht liegt beim Taschenhersteller | Prüfen | In den Hinweisen des Bundesstaats keine Taschenkennzeichnung gefunden; prüfen | Papiertragetaschen in Lebensmittelgeschäften ab 2.500 sq ft verboten |
| Weitere US-Bundesstaaten/Städte | Unterschiedlich; kommunale Satzungen häufig | Unterschiedlich | Unterschiedlich | Verpackungs-EPR in OR, CO, ME, MN, MD, WA; Geltungsbereich unterschiedlich |
| England | Kein Mindestanteil | Für Papier keine Gebühr | Keine taschenspezifische Kennzeichnung | UK-pEPR für Verpackungen |
| Schottland | Kein Mindestanteil | Mindestens 10 Pence je Einwegtasche (seit 1. April 2021), Papier eingeschlossen | Keine taschenspezifische Kennzeichnung | UK-pEPR für Verpackungen |
| Wales | Kein Mindestanteil | Mindestens 5 Pence je Einwegtasche (seit 1. Oktober 2011), Papier eingeschlossen | Keine taschenspezifische Kennzeichnung | UK-pEPR für Verpackungen |
| Nordirland | Kein Mindestanteil | Abgabe von 25 Pence (seit 1. April 2022) auf neue Taschen aus beliebigem Material, die für 5 £ oder weniger verkauft werden | Keine taschenspezifische Kennzeichnung | UK-pEPR für Verpackungen |
| EU | Kein Mindestanteil für Papier | National geregelt; für Papier nicht vorgeschrieben | Harmonisiertes PPWR-Kennzeichen ab 2028 erwartet (Termin noch zu bestätigen) | PPWR + nationales EPR (z. B. LUCID in Deutschland) |
Was verlangt Kalifornien für Papiertragetaschen?
Nach dem kalifornischen SB 1053 sind ab dem 1. Januar 2026 Kunststofftragetaschen in erfassten Geschäften verboten, und die dort ausgegebenen recycelten Papiertragetaschen müssen ab dem 1. Januar 2028 mindestens 50 % Post-Consumer-Recyclinganteil enthalten. Der für 2026 und 2027 geltende Text sieht keinen Zwischenwert vor; die frühere Mindestvorgabe von 40 % (20 % bei kleinen Taschen) gehörte zu der Definition, die bis zum 31. Dezember 2025 galt. Geschäfte müssen mindestens 10 Cent je Tasche berechnen, und konforme Taschen müssen in der haushaltsnahen Wertstoffsammlung (Curbside Recycling) angenommen werden und aufgedruckte Kennzeichnungen tragen: den Namen des Herstellers, das Herstellungsland und den Anteil an Post-Consumer-Material.
Was das für die Spezifikation der Tasche bedeutet:
- Papier: Der Post-Consumer-Anteil muss belegt sein, nicht nur „Recyclingfasern“ allgemein. Planen Sie die Stufe von 50 % im Jahr 2028 schon jetzt ein, wenn Ihr Taschenprogramm über diesen Termin hinausläuft, denn Papierbeschaffung und Festigkeitsprüfungen nehmen bei einem Wechsel Zeit in Anspruch.
- Kennzeichnung: Das Gesetz legt fest, welche Angaben auf der Tasche stehen müssen (zum Beispiel Angaben zum Recyclinganteil). Entnehmen Sie den genauen Wortlaut und das Format dem aktuellen Gesetzestext oder den offiziellen Hinweisen Kaliforniens und halten Sie die Angaben in einer festen Zone der Druckdaten vor.
- Festigkeit: Ein höherer Recyclinganteil bedeutet in der Regel, dass für dieselbe Traglast eine höhere Grammatur nötig ist; siehe den Leitfaden zur Grammatur von Papiertragetaschen.
- Umweltaussagen: Der kalifornische SB 343 beschränkt die Verwendung des Recyclingsymbols und von Aussagen wie „recyclingfähig“ auf Produkten und Verpackungen, die die staatlichen Kriterien nicht erfüllen. Die Beschränkungen sollten ab dem 4. Oktober 2026 gelten, doch ein Bundesgericht hat dem Bundesstaat am 14. Juli 2026 im Wege einer einstweiligen Verfügung vorläufig untersagt, SB 343 gegenüber Unternehmen durchzusetzen, solange eine verfassungsrechtliche Klage läuft. Prüfen Sie daher die aktuelle Lage, bevor Sie ein Recyclingsymbol auf Taschen für Kalifornien drucken.
Der Begriff „erfasstes Geschäft“ (covered store) ist im Gesetz definiert: größere Lebensmittelgeschäfte (ab 2 Mio. USD Jahresumsatz), Geschäfte ab 10.000 sq ft mit Apotheke sowie Convenience Stores, Food Marts und Spirituosengeschäfte mit einer Alkohollizenz vom Typ 20 oder 21. Restaurants gehören nicht zur Definition, doch Restaurants und andere Händler sollten prüfen, ob sie darunter fallen und ob lokale Satzungen in ihrer Stadt oder ihrem Landkreis strengere Bedingungen vorsehen.
Was verlangen New York und New Jersey?
Das Bag Waste Reduction Law New Yorks (seit 1. März 2020 in Kraft) verbietet die meisten Kunststofftragetaschen und erlaubt Städten und Landkreisen, eine Gebühr von 5 Cent auf Papiertragetaschen einzuführen; das Landesgesetz selbst sieht nach Angaben des New York State Department of Environmental Conservation keinen Mindestanteil an Recyclingmaterial für Papiertragetaschen vor. Ausgenommen sind unter anderem Taschen, die Restaurants und ähnliche Gastronomiebetriebe zur Mitnahme oder Lieferung von Speisen verwenden, sowie Taschen für aufgeschnittene oder auf Bestellung zubereitete Lebensmittel. New Jersey verbietet seit dem 4. Mai 2022 Kunststofftragetaschen in allen Geschäften und Gastronomiebetrieben sowie Papiertragetaschen in Lebensmittelgeschäften ab 2.500 sq ft; unabhängig davon verlangt das dortige Recycled Content Law seit dem 18. Januar 2024 für im Bundesstaat verkaufte Papiertragetaschen mindestens 40 % Post-Consumer-Recyclinganteil (20 % bei Taschen für 8 lb oder weniger), eine Pflicht des Taschenherstellers.
Beide Bundesstaaten haben detaillierte Definitionen (welche Geschäfte, welche Taschen, welche Ausnahmen); prüfen Sie daher den aktuellen Text beim New York State Department of Environmental Conservation und in den offiziellen Hinweisen New Jerseys. Eine Kette, die in allen drei Bundesstaaten tätig ist, erfüllt mit einer einzigen Tasche beide Vorgaben zum Recyclinganteil, wenn diese jetzt mit 40 % Post-Consumer-Anteil (Mindestwert New Jerseys) und ab dem 1. Januar 2028 mit 50 % (Kalifornien) spezifiziert ist; die Regeln zu Kennzeichnung und Geschäftstyp jedes Bundesstaats sind dennoch weiterhin zu prüfen.
Betreffen weitere US-Regelungen Papiertragetaschen?
Ja. Viele weitere Bundesstaaten und Städte haben eigene Tragetaschen-Satzungen, mehrere Bundesstaaten haben Verpackungs-EPR-Gesetze, und bundesweite Leitlinien regeln Umweltaussagen auf Taschen. Importierte Taschen unterliegen zudem den US-Zollvorschriften zur Ursprungslandkennzeichnung.
- Kommunale Satzungen: Städte und Landkreise in vielen Bundesstaaten legen eigene Regeln für Taschen fest, darunter Mindestanteile an Recyclingmaterial und Gebühren. Eine Prüfung je Standort gehört zu einem landesweiten Rollout.
- Verpackungs-EPR: Kalifornien (SB 54), Oregon, Colorado, Maine, Minnesota, Maryland und Washington haben Verpackungs-EPR-Gesetze. Als Hersteller gilt in der Regel der Markeninhaber, bei fehlender US-Präsenz der Marke der Importeur oder Vertriebspartner. Ob Tragetaschen in den Geltungsbereich des jeweiligen Programms fallen, ist unterschiedlich; klären Sie dies mit der zuständigen Organisation für Herstellerverantwortung (in den meisten Bundesstaaten die Circular Action Alliance).
- Umweltaussagen: Die FTC Green Guides (16 CFR Part 260) regeln Aussagen zu Recyclinganteil und Recyclingfähigkeit. Eine unqualifizierte Aussage „recyclingfähig“ setzt voraus, dass Recyclinganlagen für eine wesentliche Mehrheit der Verbraucher (60 %) verfügbar sind; Angaben zum Recyclinganteil müssen belegt sein.
- Importe: In die USA importierte Taschen unterliegen den Anforderungen zur Ursprungslandkennzeichnung (19 CFR Part 134). Klären Sie mit Ihrem Zollagenten, wie die Kennzeichnung auf Ihre Taschen und deren Verpackung anzuwenden ist. Die Zollsätze für Importe aus der Türkei haben sich seit 2025 mehrfach geändert und müssen zum Zeitpunkt der Bestellung im offiziellen US-Zolltarif oder mit einem Zollagenten geprüft werden.
Den weiteren US-Rahmen, einschließlich PFAS und Vorschriften zum Lebensmittelkontakt, behandelt der Leitfaden zu Verpackungsvorschriften für die Gastronomie in den USA.
Wird für Papiertragetaschen im Vereinigten Königreich eine Gebühr erhoben?
In England gilt die Mindestgebühr von 10 Pence für Tragetaschen (seit 21. Mai 2021) nur für Einwegtaschen aus Kunststoff mit einer Dicke von höchstens 70 µm; für Papiertragetaschen fällt die gesetzliche Gebühr daher nicht an. Schottland und Wales wenden ihre Mindestgebühren auf Einwegtragetaschen aus anderen Materialien an, einschließlich Papier. Händler können in England dennoch freiwillig eine Gebühr für Papiertragetaschen erheben.
Stand Oktober 2026 betragen die Mindestgebühren 10 Pence in Schottland (seit 1. April 2021) und 5 Pence in Wales (unverändert seit 1. Oktober 2011); beide erfassen Einwegtaschen aus Papier. Die Abgabe in Nordirland beträgt 25 Pence (seit 1. April 2022) auf neue Tragetaschen aus beliebigem Material, ob Einweg oder wiederverwendbar, die für 5 £ oder weniger verkauft werden. Jeder Landesteil hat Ausnahmen (zum Beispiel Taschen für unverpackte Lebensmittel, in Nordirland Taschen für heiße Speisen zum Mitnehmen); prüfen Sie daher die aktuellen Hinweise der schottischen und der walisischen Regierung sowie von DAERA/nidirect, bevor Sie die Preise an der Kasse festlegen.
Weitere britische Regeln mit Bedeutung für Papiertragetaschen:
- Erweiterte Herstellerverantwortung (pEPR): An Kunden abgegebene Tragetaschen fallen grundsätzlich unter das Verpackungs-EPR, mit Sonderregeln für Serviceverpackungen; prüfen Sie in den Hinweisen auf gov.uk, wie Ihre Taschen behandelt werden. Ein Hersteller außerhalb des Vereinigten Königreichs gilt nicht als Producer; das ist in der Regel der britische Importeur oder Markeninhaber. Es gelten Schwellenwerte für Producer (Umsatz über 1 Mio. £ und mehr als 25 Tonnen gehandhabte Verpackungen) sowie Gebührenregelungen, die von PackUK verwaltet werden.
- Plastic Packaging Tax: Sie gilt für Verpackungskomponenten, bei denen Kunststoff gewichtsmäßig das schwerste Material ist und die weniger als 30 % Recyclingkunststoff enthalten (228,82 £ pro Tonne ab 1. April 2026; Hersteller und Importeure von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr müssen sich registrieren). Eine Papiertragetasche mit dünner Folienkaschierung oder Kunststoffkordel als Griff besteht normalerweise überwiegend aus Papier, doch stark kunststoffkaschierte Ausführungen oder solche mit Kunststoffgriffen sollten nach Gewicht geprüft werden.
- Umweltaussagen: Auf Taschen gedruckte Umweltaussagen unterliegen dem Green Claims Code der CMA, und der Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024 erlaubt seit April 2025 direkte Geldbußen von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes bei unlauteren Geschäftspraktiken.
- Wales: Eine Stufe der Beschränkungen für Einwegkunststoffe, die auch Tragetaschen betrifft, wurde im Februar 2026 verschoben; beobachten Sie Aktualisierungen, wenn Sie in Wales auch Kunststofftaschen liefern.
Das Gesamtbild für das Vereinigte Königreich zeigt der Leitfaden zu Verpackungsvorschriften im Vereinigten Königreich für Gastronomie und Handel.
Welche EU-Vorschriften gelten für Papiertragetaschen?
Die EU-Regeln zu Tragetaschen, eingeführt durch die Richtlinie (EU) 2015/720, zielen auf leichte Kunststofftragetaschen (unter 50 µm), nicht auf Papier. Papiertragetaschen sind jedoch Verpackungen im Sinne der Verordnung (EU) 2025/40 (EU-Verpackungsverordnung, PPWR), die seit dem 12. August 2026 gilt, und fallen unter die nationalen Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung.
Was die PPWR für Papiertragetaschen bedeutet:
- Recyclingfähigkeit: Ab dem 1. Januar 2030 müssen Verpackungen die Recyclingfähigkeitsklasse A, B oder C erreichen; detaillierte Kriterien für die recyclinggerechte Gestaltung sollen 2028 vorliegen. Papiertragetaschen aus Monomaterial mit Papiergriffen sind die risikoärmere Ausführung; Kunststoffkaschierungen, PP-Kordeln sowie Ösen aus Metall oder Kunststoff bringen zusätzliches Material mit, das die Einstufung beeinflussen kann, sobald die Kriterien veröffentlicht sind.
- Kennzeichnung: Ein harmonisiertes Materialsortierkennzeichen soll ab dem 12. August 2028 oder 24 Monate nach dem Durchführungsrechtsakt verpflichtend werden, je nachdem, was später eintritt. Der Durchführungsrechtsakt ist noch nicht bestätigt; planen Sie daher eine Zone in den Druckdaten dafür ein, statt es jetzt schon fest einzuarbeiten.
- Rollen: Nach der PPWR ist „Hersteller“, wer Verpackungen unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickeln oder herstellen lässt; ein Markeninhaber, der individuell bedruckte Taschen bestellt, kann daher Herstellerpflichten tragen, darunter technische Unterlagen und eine EU-Konformitätserklärung. Wie dies auf leere bedruckte Verpackungen anzuwenden ist, ist noch Gegenstand von Leitlinien; klären Sie Ihre Rolle mit Ihrem Systembetreiber.
- Kein Mindestanteil an Recyclingmaterial: Die Recyclinganteil-Ziele der PPWR gelten für Kunststoffverpackungen, nicht für Papier.
- Kompostierbarkeit: Die PPWR verlangt Kompostierbarkeit nur für eine kurze Liste von Artikeln (etwa Tee- und Kaffeebeutel sowie Obstaufkleber, mit der Option für Mitgliedstaaten, sie für sehr leichte und leichte Kunststofftragetaschen vorzuschreiben); für Papiertragetaschen wird Recyclingfähigkeit erwartet.
Nationale EPR-Regelungen bringen zusätzliche Registrierungspflichten mit sich. In Deutschland hat das VerpackDG ab dem 12. August 2026 das VerpackG abgelöst, und die Registrierung im LUCID-Register der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) bleibt vor dem Inverkehrbringen von Verpackungen verpflichtend und nicht delegierbar. Österreich lizenziert Verpackungen über Sammelsysteme wie ARA, die Niederlande über Verpact (ehemals Afvalfonds Verpakkingen). Einzelheiten für Käufer in Deutschland und Österreich finden Sie in Verpackungs-Compliance in Deutschland und Österreich, die Verordnung selbst in Die PPWR im Überblick.
Umweltaussagen werden ab dem 27. September 2026 durch die Richtlinie (EU) 2024/825 verschärft: Allgemeine Aussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „biologisch abbaubar“ auf Taschen sind verboten, sofern der Unternehmer keine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisen kann, und Nachhaltigkeitssiegel müssen auf Zertifizierungssystemen beruhen. Spezifische, belegte Angaben (zum Beispiel ein geprüfter Recyclinganteil) bleiben möglich. Siehe Umweltaussagen zu recyclingfähigen, kompostierbaren und biologisch abbaubaren Verpackungen.
Was sollte zur Konformität auf einer Papiertragetasche aufgedruckt sein?
Drucken Sie nur auf, was der jeweilige Markt verlangt und was Sie belegen können, und halten Sie alle rechtlichen Angaben und Umweltaussagen in einer festgelegten Zone der Druckdaten, die sich aktualisieren lässt, ohne die Tasche neu zu gestalten. Typisch sind eine Angabe zum Recyclinganteil und staatlich vorgeschriebene Kennzeichnungen für US-Bundesstaaten mit Taschengesetzen, korrekte Recyclinghinweise sowie Zertifizierungslogos, die Sie führen dürfen.
| Angabe | Wo erforderlich | Hinweise |
|---|---|---|
| Angabe zum Post-Consumer-Recyclinganteil | Kalifornien und andere US-Rechtsräume mit Taschengesetzen | Wortlaut und Format nach Gesetz; muss mit dem belegten Papieranteil übereinstimmen |
| Staatlich vorgeschriebene Kennzeichnungen (Kalifornien: Name des Herstellers, Herstellungsland, Post-Consumer-Anteil in %) | Kalifornien; andere Bundesstaaten prüfen | Genaue Liste dem aktuellen Gesetzestext entnehmen |
| Recyclingsymbol oder „recyclingfähig“ | Optional; in Kalifornien eingeschränkt (SB 343) | Muss in den USA die FTC Green Guides, im Vereinigten Königreich den CMA-Code und in der EU die Richtlinie (EU) 2024/825 erfüllen |
| Harmonisiertes EU-Sortierkennzeichen | EU, frühestens ab 2028 erwartet | Durchführungsrechtsakt steht aus; Platz freihalten |
| Zertifizierungslogo (z. B. Produktkettenzertifizierung für Waldprodukte) | Optional | Nur, wenn jedes Unternehmen in der Kette die entsprechende Zertifizierung besitzt |
| Ursprungsland | US-Regeln zur Importkennzeichnung | Anwendung auf Taschen mit Ihrem Zollagenten klären |
| Allgemeine Umweltslogans | Vermeiden | In der EU ab 27. September 2026 eingeschränkt und nach britischen und US-Regeln zu Umweltaussagen riskant |
Wie richtet eine Kette in mehreren Märkten ein konformes Taschenprogramm ein?
Spezifizieren Sie eine Basistasche, die die strengste für Sie geltende Anforderung erfüllt, und variieren Sie nur den rechtlichen Text je Markt, wo nötig. So bleibt die Zahl der Artikelvarianten (SKUs) gering, und in keiner Filiale liegt nicht konforme Ware.
- Legen Sie den Recyclinganteil auf die höchste geltende Anforderung fest (für eine US-Kette mit Geschäften in Kalifornien und New Jersey mindestens 40 % Post-Consumer jetzt und 50 % ab 1. Januar 2028).
- Arbeiten Sie mit modularen Druckdaten: Markendesign fest, rechtliche Zone je Markt austauschbar.
- Fordern Sie beim Lieferanten für jede Charge Unterlagen an: Erklärungen der Papierfabrik zum Post-Consumer-Anteil und Materialdaten (Gewichte je Material) für die EPR-Meldung.
- Klären Sie Ihre Rolle (Hersteller, Producer, Importeur, Vertriebspartner) in jedem Markt mit dem zuständigen System oder der Behörde, besonders bei Pflichten nach der EU-PPWR und beim UK-pEPR.
- Prüfen Sie die Regeln mindestens einmal jährlich; mehrere der hier genannten Punkte (Kalifornien 2028, EU-Kennzeichnung, Recyclingfähigkeitskriterien) ändern sich absehbar.
Zu Materialwahl und Wirkung auf die Optik siehe Braunes Kraftpapier, weißes Kraftpapier oder Recyclingpapier für Tragetaschen. Wenn Sie Papier und Kunststoff für Speisenbestellungen in einem Markt mit Beschränkungen für Kunststofftaschen vergleichen, lesen Sie To-go-Tüten aus Papier oder Kunststoff; die Regeln für Kunststofftragetaschen selbst stehen in Vorschriften für Kunststofftragetaschen.
Welche Compliance-Angaben braucht der Lieferant?
Teilen Sie dem Hersteller vorab alle Zielmärkte und rechtlichen Anforderungen mit, denn Recyclinganteil und aufgedruckte Kennzeichnungen bestimmen Papier und Druckdaten, bevor überhaupt ein Angebot erstellt wird.
- Zielländer, Bundesstaaten und, für die USA, alle Städte mit eigenen Satzungen
- Erforderlicher Post-Consumer-Recyclinganteil und das Datum, ab dem er gilt
- Erforderlicher Kennzeichnungstext oder die Bitte um das Standardlayout des Lieferanten für die Compliance-Zone
- Umweltaussagen, die Sie aufdrucken möchten, und die Nachweise, über die Sie verfügen
- Je Lieferung benötigte Unterlagen (Erklärungen der Papierfabrik, Materialgewichte für EPR)
- Ihre Rolle in jedem Markt, wie Sie sie verstehen
Mit diesen Angaben lassen sich Spezifikation der Tasche und Dokumentation bei Angebot und technischer Prüfung bestätigen. Das vollständige Briefing für Tragetaschen finden Sie in der Übersicht zu individuell bedruckten Papiertragetaschen, und Compliance-Fragen zu einem konkreten Programm können Sie über die Kontaktseite stellen.