Fettdichtes Papier lässt sich am besten mit einem offenen Rapportmuster in wenigen Sonderfarben bedrucken, im Flexodruck mit wasserbasierten Druckfarben und auf der Seite, die nie mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Druckdaten, die für Karton gedacht sind, scheitern auf Einschlagpapier oft: Ein randabfallendes Burgerfoto in sattem Rot, das auf einer Faltschachtel gut aussähe, würde sich auf einem Papier mit 32 g/m² aufrollen, langsam trocknen, Farbe auf die Lebensmittelseite übertragen und nur als trübe Fläche durchscheinen. Im Folgenden geht es um die Gründe dafür, um die Flächendeckung, die dünne Einschlagpapiere vertragen, und um die lebensmittelrechtlichen Vorgaben für die Druckfarbe. Mehr zu den Einschlagpapieren selbst: individuell bedrucktes fettdichtes Papier.

Warum ist das Bedrucken von fettdichtem Papier anspruchsvoller als der Druck auf Karton?

Fettdichtes Papier ist dünn, dicht und darauf ausgelegt, Flüssigkeiten abzuweisen. Die Farbe bleibt deshalb an der Oberfläche, statt einzuziehen, trocknet langsamer, und der Bogen reagiert auf das Wasser in wasserbasierten Druckfarben. Hohe Flächendeckung kann zu Aufrollen, Wellenbildung und Durchscheinen führen und erhöht das Risiko des Abklatschens auf die Kontaktseite zum Lebensmittel.

Die wichtigsten Einflüsse des Materials:

  • Geringe Saugfähigkeit: Die geschlossene, stark ausgemahlene Oberfläche, die Fett fernhält, hält auch Farbe fern. Die Trocknung beruht daher auf Verdunstung und den Trocknern der Druckmaschine, nicht auf Einziehen.
  • Geringe Dicke: Bei rund 28-45 g/m² hat der Bogen kaum Steifigkeit; Feuchtigkeit aus der Druckfarbe kann ihn ungleichmäßig dehnen und Falten werfen lassen.
  • Transluzenz: Helle fettdichte Qualitäten lassen den Druck von der Rückseite durchscheinen, und Farben auf der Außenseite wirken, durch das Papier betrachtet, weicher.
  • Papierfarbe: Weißes, naturfarbenes und braunes fettdichtes Papier in Kraftpapier-Optik verändern gedruckte Farben jeweils unterschiedlich.
  • Bahnspannung: Dünne Bahnen erfordern an der Druckmaschine eine sorgfältige Regelung der Bahnspannung, was bei mehrfarbigen Designs den Passer beeinflusst.

Welches Druckverfahren wird für fettdichte Einschlagpapiere eingesetzt?

Standard ist der Flexodruck auf Rollenmaschinen mit wasserbasierten Druckfarben, typischerweise in ein bis vier Sonderfarben. Er verarbeitet dünne Bahnen mit hoher Geschwindigkeit, druckt fortlaufende Rapportmuster und arbeitet mit Farbsystemen, die für Lebensmittelverpackungen geeignet sind.

Gelegentlich kommen andere Verfahren zum Einsatz:

VerfahrenEinsatz bei fettdichten EinschlagpapierenAnmerkungen
Flexodruck (wasserbasierte Druckfarben)Standard für die meisten bedruckten Einschlagpapiere, Einlagen und BogenSonderfarben, Rapportmuster, wirtschaftlich bei großen Auflagen
Flexodruck (lösemittelbasierte Druckfarben)Bei Papier mit Lebensmittelkontakt seltenerÜberwiegend auf Folien; Restlösemittel und Geruch müssen kontrolliert werden
TiefdruckSehr große Auflagen feiner MotiveHohe Zylinderkosten; bei Einschlagpapieren selten gerechtfertigt
OffsetdruckBogendruck auf schwereren PapierenDünne Einschlagpapiere lassen sich schwer verarbeiten; eher bei Karton üblich
DigitaldruckMuster, Prototypen, sehr kleine AuflagenFarbsystem und Eignung für den Lebensmittelkontakt müssen im Einzelfall geprüft werden

Einen breiteren Vergleich der Druckverfahren über verschiedene Verpackungsarten hinweg bietet der Beitrag Druckverfahren für Verpackungen: Flexo-, Offset-, Tief- und Digitaldruck. Tablettauflagen und Tischsets werden auf schwereren Papieren gefertigt und können im Offset- oder Vierfarbverfahren entstehen, was bei dünnen Einschlagpapieren nicht möglich ist; siehe Tablettauflagen bedrucken.

Wie viel Flächendeckung verträgt ein dünnes Einschlagpapier?

Die Flächendeckung sollte moderat bleiben: Offene Muster, Strichzeichnungen und wiederholte Logos lassen sich zuverlässig drucken, während große Vollflächen und randabfallende Bilder auf dünnem fettdichtem Papier Aufrollen, Trocknungsprobleme, das Risiko des Abklatschens und die Kosten erhöhen. Viele Weiterverarbeiter prüfen Designs mit starken Vollflächen vor der Angebotserstellung und schlagen gegebenenfalls ein zurückhaltenderes Muster vor.

Warum die Flächendeckung gerade bei Einschlagpapieren zählt:

  • Mehr Farbe bedeutet mehr Wasser, das von einem nicht saugenden Papier abgetrocknet werden muss; das bremst die Maschine oder lässt ungetrocknete Farbe auf der Rolle zurück.
  • Vollflächen versteifen und verformen dünnes Papier anders als unbedruckte Bereiche, was zu Welligkeit und Aufrollen im Stapel führt.
  • Das Übereinanderdrucken von Farben (Nass-in-Nass-Druck oder Aufbau von Farbtönen aus mehreren Druckfarben) vervielfacht den Farbauftrag in diesen Bereichen.
  • Dicke Farbschichten auf der Außenseite können auf Hände oder Verpackung abreiben, wenn Fett die bedruckte Oberfläche erreicht.

Gestaltungsansätze, die gut funktionieren:

AnsatzWarum er zu fettdichtem Papier passt
Logo-Rapportmuster über die gesamte Fläche auf klarem HintergrundGeringe Gesamtdeckung, Marke auf jedem Zuschnitt sichtbar
Strichillustration oder Muster in ein oder zwei FarbenSauber auf transluzentem Papier, minimaler Farbauftrag
Ton in Ton oder eine dunkle Einzelfarbe auf braunem PapierNatürliche Anmutung bei moderater Deckung
Kleine Vollflächen-Elemente (Abzeichen, Rondelle) in einem offenen MusterStarke Markenzeichen ohne große Vollflächen
Vermeiden: randabfallende Fotografie, große dunkle Vollflächen, feine Schrift, die aus Vollflächen ausgespart istHohe Deckung, Zulaufen der Schrift und Trocknungsprobleme

Rapport und Schnittposition

Der Flexodruck erzeugt einen fortlaufenden Rapport, der durch den Umfang des Plattenzylinders bestimmt wird; die Zuschnitte werden aus dieser Bahn geschnitten. Ohne vereinbartes Schnittregister liegt der Schnitt bei jedem Bogen an einer anderen Stelle des Musters. Gestalten Sie das Muster so, dass es in beide Richtungen ohne sichtbare Nahtstellen anschließt und an jeder Schnittstelle vollständig wirkt. Soll ein Logo auf jedem Bogen zentriert sitzen, sind Registermarken und ein kontrollierter Schnitt erforderlich; die Auswirkungen auf die Formate behandelt der Beitrag Größen von Burger-Einschlagpapier und Korbeinlagen.

Farbwirkung auf transluzentem Papier

Sonderfarben (Pantone) liefern im Flexodruck die gleichmäßigsten Ergebnisse, doch dieselbe Druckfarbe sieht auf weißem, naturfarbenem und braunem fettdichtem Papier unterschiedlich aus, und auf hellem Papier wirkt der Druck von der Rückseite aus leicht vergraut. Geben Sie Farben anhand eines Drucks auf dem tatsächlichen Papier frei, nicht anhand eines Farbmusters auf gestrichenem Papier. Die Grundlagen beschreibt der Beitrag Pantone oder CMYK bei Verpackungen, die Aufbereitung der Daten (Vektordaten, Sonderfarbenseparation, Überfüllung) der Beitrag Druckdaten für Verpackungen vorbereiten.

Welche Seite des Einschlagpapiers wird bedruckt?

Bedruckt wird die Außenseite, die nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Das ist übliche Praxis bei bedruckten Einschlagpapieren und bedeutet, dass die Druckfarbe nicht für den direkten Kontakt mit dem Lebensmittel vorgesehen ist; die lebensmittelrechtlichen Vorgaben zu Übergang und Migration gelten dennoch.

Klären Sie vor der Freigabe der Druckdaten, welche Seite die Lebensmittelkontaktseite ist. Bei beschichteten, fettbeständigen Papieren ist das in der Regel die beschichtete Seite; bei echtem fettdichtem Papier sehen beide Seiten ähnlich aus, sodass Weiterverarbeiter und Betreiber vereinbaren müssen, welche Seite zum Lebensmittel zeigt. Berücksichtigen Sie auch die Faltung: Bei Diagonal- oder Umschlagfalz kann ein Teil der Außenseite den Rand des Produkts oder eine andere Fläche berühren. Das ist ein weiterer Grund, auch auf der Außenseite Farbsysteme zu verwenden, die für Lebensmittelverpackungen geeignet sind.

Was bedeutet Abklatschen und warum ist es wichtig?

Abklatschen (Set-off) ist die unbeabsichtigte Übertragung von Farbbestandteilen von der bedruckten Seite einer Lage auf die unbedruckte Lebensmittelkontaktseite der nächsten Lage, wenn Papier aufgewickelt oder als Bogen gestapelt wird. Die EU-Vorgaben verlangen ausdrücklich, dass dies verhindert wird.

Die GMP-Verordnung (EG) 2023/2006 verlangt, dass Druckfarben auf der Seite ohne Lebensmittelkontakt so formuliert und aufgetragen werden, dass keine Stoffe in Mengen auf die Lebensmittelkontaktseite übergehen, die gegen die Sicherheitsanforderungen der Verordnung (EG) 1935/2004 verstoßen würden, weder durch das Substrat noch durch Abklatschen im Stapel oder auf der Rolle. In der Praxis beherrschen Weiterverarbeiter das Abklatschen durch die Auswahl der Druckfarbe, ausreichende Trocknung, Bahnspannung und Stapeldruck sowie dadurch, dass Flächendeckung und Farbauftrag in dem Bereich bleiben, den die Maschine trocknen kann.

Das Risiko des Abklatschens steigt bei:

  • hoher Flächendeckung und übereinandergedruckten Vollflächen
  • unzureichender Trocknung vor dem Aufwickeln oder Zuschneiden
  • hoher Wickelspannung oder hohem Stapelgewicht bei der Lagerung
  • Farbsystemen mit Bestandteilen, die für Lebensmittelverpackungen nicht geeignet sind

Welche Vorschriften gelten für Druckfarben auf bedruckten Lebensmittel-Einschlagpapieren?

In der EU unterliegen bedruckte Einschlagpapiere der Verordnung (EG) 1935/2004 und der GMP-Verordnung (EG) 2023/2006; eine harmonisierte EU-Positivliste für Druckfarben gibt es nicht. Deshalb dienen die Schweizer Verordnung SR 817.023.21 (Anhang 10) und die Leitlinien der EuPIA weithin als Referenz, und die deutsche Druckfarbenverordnung gilt ab dem 1. Januar 2027. In den USA müssen die Bestandteile die Anforderungen der FDA an Materialien mit Lebensmittelkontakt erfüllen.

RechtsraumRechtsgrundlage oder ReferenzBedeutung für Druckfarben auf Einschlagpapieren
EUVerordnung (EG) 1935/2004Materialien dürfen Bestandteile nicht in Mengen auf Lebensmittel abgeben, die die Gesundheit gefährden oder die Lebensmittel unvertretbar verändern
EUGMP-Verordnung (EG) 2023/2006Qualitätssystem für den Druck; Druckfarben auf der Seite ohne Lebensmittelkontakt dürfen weder durch das Substrat noch durch Abklatschen übergehen
Schweiz (Marktreferenz)Verordnung SR 817.023.21, Anhang 10Positivliste von Stoffen für Druckfarben mit Lebensmittelkontakt, in Europa weithin als Benchmark genutzt
BranchenleitlinienEuPIA-Leitlinien und AusschlusslisteHinweise der Druckfarbenhersteller zur Rohstoffauswahl und zur guten Praxis bei Druckfarben für Lebensmittelverpackungen
DeutschlandDruckfarbenverordnung (21. Änderungsverordnung der Bedarfsgegenständeverordnung)Nationale Positivliste für Druckfarben auf Materialien mit Lebensmittelkontakt; gilt ab dem 1. Januar 2027, nachdem die Übergangsfrist am 31. Dezember 2026 endet
UKÜbernommene Verordnungen (Assimilated Regulations) 1935/2004 und 2023/2006 (GB); Nordirland folgt den EU-RegelnDieselben Grundsätze wie in der EU
USAFDA-Rahmen für Lebensmittelkontakt (21 CFR 174-178, GRAS, Prior Sanction oder wirksame Food Contact Notification)Bestandteile von Druckfarben benötigen eine gültige Grundlage für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen; Stellungnahme des Lieferanten für die konkrete Verwendung einholen

Einen Überblick über die Unterlagen, die Qualitätsabteilungen von Ketten üblicherweise anfordern, bietet der Beitrag Konformität von Lebensmittelkontaktverpackungen in EU, UK und USA.

Migrationsarme und mineralölfreie Druckfarben

„Migrationsarm“ bezeichnet Farbsysteme, die so formuliert und geprüft sind, dass die Migration ihrer Bestandteile bei bestimmungsgemäßer Verwendung unter den geltenden Grenzwerten bleibt. Für Lebensmittel-Einschlagpapiere verlangen Einkäufer üblicherweise wasserbasierte oder migrationsarme Farbsysteme, die frei von Mineralölbestandteilen sind. Zum einen gelten Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) bei Papierverpackungen für Lebensmittel als anerkanntes Problem, zum anderen haben viele Händler und Ketten eigene Beschränkungen. Derzeit gibt es keinen verbindlichen EU-Grenzwert für Mineralöl in Verpackungen; die Anforderungen ergeben sich daher meist aus Kundenspezifikationen.

Kann der Druck Fettbeständigkeit oder Geruch beeinträchtigen?

Ja, wenn die Druckfarbe oder ihre Trocknung die Papieroberfläche verändert oder Rückstände hinterlässt. Der Druck auf der Seite ohne Lebensmittelkontakt mit moderater Flächendeckung lässt die Lebensmittelkontaktseite normalerweise unverändert, doch starke Vollflächen und schlecht getrocknete Farbe können die Barrierewirkung schwächen und Geruch oder Geschmack beeinflussen.

Prüfungen, die bei der Freigabe eines neuen Einschlagpapiers sinnvoll sind:

  • Fettbeständigkeit an bedruckten Mustern, nicht nur am unbedruckten Papier, besonders bei Designs mit großen Vollflächen (Prüfmethoden im Beitrag KIT-Test und Bewertung der Fettbeständigkeit)
  • Geruch und Fremdgeschmack, bewertet mit sensorischen Verfahren wie denen der Normenreihe EN 1230 für Papier und Karton
  • Reibfestigkeit der bedruckten Seite, auch bei Berührung mit fettigen Fingern
  • Migrations- oder Extraktionsprüfung, soweit die Lebensmittelsicherheitsspezifikation der Kette dies verlangt

Zu Bemusterung und Freigabe vor der Produktion siehe Bemusterung und Qualitätskontrolle bei Verpackungen.

Checkliste für die Druckdaten bedruckter fettdichter Einschlagpapiere

Bestätigen Sie vor dem Versand der Druckdaten:

  • Lebensmittelkontaktseite festgelegt, Druck auf der gegenüberliegenden Seite
  • Anzahl der Farben und Pantone-Referenzen, mit Erwartungen an die Farbwirkung auf dem gewählten Papier (weiß, natur oder braun)
  • Design als offener, fortlaufender Rapport angelegt oder, falls vereinbart, im Register auf jeden Bogen abgestimmt
  • Flächendeckung moderat, keine großen randabfallenden Vollflächen oder Fotos
  • Feine Linien und kleine Schrift auf eine dünne, flexogerechte Wiedergabe geprüft (kleine ausgesparte Schrift vermeiden)
  • Rapportlänge und Logoabstand auf Bogengröße oder Abrisslänge abgestimmt
  • Anforderungen an die Druckfarbe benannt: wasserbasiert oder migrationsarm, mineralölfrei, benötigte Konformitätsnachweise
  • Freigabeweg vereinbart: digitaler Proof, Druckmuster auf dem Produktionspapier oder Freigabe an der Maschine

Senden Sie Ihr Briefing über die Seite individuell bedrucktes fettdichtes Papier oder nutzen Sie Druckdaten einreichen, um Druck und Lebensmittelkontakt prüfen zu lassen.