Wer in der Gastronomie To-go-Tüten aus Papier oder Plastik vergleicht, fängt in der Regel nicht bei null an. Manche Einkäufer sind bereits auf Papier umgestiegen und fragen sich, ob Plastik bei suppenlastigen oder regenexponierten Lieferbestellungen noch seinen Platz hat. Andere nutzen weiterhin Plastik und sehen, wie Gebühren, Abgaben und Verbote Markt für Markt hinzukommen. Dieser Vergleich zeigt, wie sich beide Materialien bei Speisenbestellungen bewähren, woher die tatsächlichen Kostenunterschiede kommen und wie die aktuellen Vorschriften in der EU, in Deutschland, im Vereinigten Königreich und in den USA die Wahl beeinflussen. Haben Sie sich bereits für Papier entschieden, behandelt der Hub zu individuell bedruckten To-go-Tüten Formate und Spezifikation.

Sollte ein Restaurant To-go-Tüten aus Papier oder Plastik einsetzen?

Für die meisten Restaurants in der EU, im Vereinigten Königreich und in den USA ist Papier heute die Standardlösung für To-go-Tüten: Es passt zur regulatorischen Entwicklung, bietet einen flachen Boden für Menüboxen und entspricht dem, was die meisten Gäste erwarten. Plastik behält Vorteile bei Nässebeständigkeit und Gewicht und kann bei nassen Bestellungen oder in bestimmten Märkten weiterhin passen, ist aber zunehmend mit Gebühren, Abgaben und Beschränkungen belegt.

Oft ist es keine Entweder-oder-Entscheidung. Mehrere Ketten setzen bei nahezu allen Bestellungen auf Papier und halten für Flüssigkeiten eine kleine Option aus Kunststoff oder mit Kunststoffbeschichtung vor, oder sie nehmen stattdessen Papiertüten mit besserer Nassfestigkeit. Die richtige Antwort hängt von Bestellmix, Lieferbedingungen und den Märkten ab, in denen Sie tätig sind.

Wie verhalten sich Papier- und Plastiktüten in der Praxis?

Papiertüten punkten bei Bodenstabilität, Druckbild und Vereinbarkeit mit den Vorschriften; Plastiktüten bei Nässebeständigkeit, Gewicht pro Tüte und Lagerplatz. Hitze und Fett wirken sich auf beide unterschiedlich aus.

EigenschaftPapiertüten (Kraftpapier)Plastiktüten (PE)
Boden und StandfestigkeitSOS-Beutel und Blockbodenbeutel stehen aufrecht, Boxen bleiben waagerechtViele Plastiktüten haben keinen flachen Boden; Ausführungen als Blockbodenbeutel und Seitenfaltenbeutel gibt es, sie sind aber seltener
Feuchtigkeit und RegenVerliert nass an Festigkeit; nassfeste Qualitäten helfenUnempfindlich gegen Wasser und Kondenswasser
FettSaugt Öl auf und kann Flecken zeigen; bei öligen Bestellungen sind Innenbeschichtungen oder behandelte Papiere nötigFett dringt nicht durch
DampfPapier nimmt etwas Feuchtigkeit auf und atmet leicht, wird aber weichHält Kondenswasser im Inneren; Speisen können schwitzen
Festigkeit im trockenen ZustandHoch für das Gewicht, bei passender QualitätHohe Reißfestigkeit und Dehnung bei sehr geringem Gewicht
Gewicht pro TüteHöherDeutlich geringer
Lagerung im RestaurantSperrigere StapelKompakt
DruckFlexodruck auf Kraftpapier; naturbelassene oder weiße OptikFlexodruck auf Folie; leuchtendere Farben auf weißer Folie
OriginalitätssicherungEtiketten, Klebeverschlüsse, AufreißstreifenHeißsiegelungen und Etiketten
KundenwahrnehmungGilt bei Speisenbestellungen weithin als StandardZunehmend hinterfragt, je nach Markt unterschiedlich

Die Zeile zur Feuchtigkeit ist in der Praxis die wichtigste. Eine Papiertüte voller heißer Speisen im geschlossenen Thermorucksack des Fahrers hat es von innen mit Kondenswasser zu tun; eine Plastiktüte hält Regen ab, schließt aber Dampf ein. Wie sich Papier unter Hitze, Dampf und Öl verhält und wie Nassfestigkeit und Innenbeschichtungen das verändern, steht im Leitfaden zu fettbeständigen To-go-Tüten.

Sind Papiertüten für To-go teurer als Plastiktüten?

Pro Tüte kostet Papier in der Regel mehr als eine dünne Plastiktüte, vor allem, weil sie gewichtsmäßig deutlich mehr Material enthält. Der Stückpreis ist aber nur ein Teil der Kosten: Auf Plastiktüten entfallen zunehmend Gebühren, Abgaben, EPR-Gebühren und Steuern, die für Papier nicht oder nicht in gleichem Umfang anfallen, und das Verhältnis unterscheidet sich je nach Markt.

Die Kostenelemente im Vergleich:

KostenelementPapiertütenPlastiktüten
Material pro TüteMehr Material nach GewichtDeutlich weniger Material nach Gewicht
Weiterverarbeitung und DruckFlexodruck, Druckplatten je Format und FarbeFlexodruck, Druckplatten je Format und Farbe
Fracht und LagerungSchwerer und sperriger je tausend TütenLeichter und kompakter
EPR-GebührenFällig nach Gewicht des in Verkehr gebrachten Papiers; Gebühren variieren je Land und können nach Recyclingfähigkeit gestaffelt seinFällig nach Gewicht des Kunststoffs; Kunststoffsätze liegen je kg typischerweise höher
Spezifische Abgaben und SteuernIn der Regel keine speziell für PapiertütenDeutschland: Abgabe an den Einwegkunststofffonds; UK: Plastic Packaging Tax auf Kunststoff mit geringem Rezyklatanteil
KundengebührenEngland: keine Gebühr auf Papier; die Gebühren in Schottland (10 Pence), Wales (5 Pence) und Nordirland (25 Pence) erfassen auch Papier; einige US-Bundesstaaten verlangen eine Gebühr auf PapiertütenEngland: mindestens 10 Pence auf Einweg-Plastiktüten; andere Märkte unterschiedlich

Da Papier schwerer ist, können gewichtsbasierte Gebühren auf Papier spürbar ausfallen, auch wenn der Satz je kg niedriger liegt. Kalkulieren Sie die vollen Kosten pro Tüte je Markt, einschließlich der Gebühren, die Sie als Unternehmen zahlen, das die Verpackung in Verkehr bringt, statt Stückpreise ab Werk zu vergleichen. Wie Material, Druck und Menge in einen Stückpreis einfließen, erläutert der Leitfaden zu Kostentreibern bei Verpackungen.

Was sagen die aktuellen Vorschriften zu To-go-Tüten?

In allen vier Regionen drängt die Regulierung Einweg-Plastiktüten zurück, mit Verboten sehr leichter Plastiktüten, Abgaben, Gebühren und Steuern. Papiertüten unterliegen dagegen in einigen US-Bundesstaaten und britischen Landesteilen Vorgaben zu Recyclinganteil und Gebühren. Die Pflichten hängen von Ihrer Rolle ab, etwa als Markeninhaber, Importeur oder Betrieb; klären Sie sie daher mit der zuständigen Behörde oder dem jeweiligen Compliance-System.

Europäische Union

  • Die Richtlinie (EU) 2015/720 verpflichtet die Mitgliedstaaten bereits, den Verbrauch leichter Kunststofftragetaschen (unter 50 µm) zu senken, entweder über Verbrauchsziele oder dadurch, dass diese nicht kostenlos abgegeben werden; deshalb unterscheiden sich Gebühren und Verbote je nach Land.
  • Die Verordnung (EU) 2025/40, die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), gilt allgemein ab 12. August 2026. Zu den Beschränkungen in Anhang V ab 1. Januar 2030 gehören sehr leichte Kunststofftragetaschen, mit Ausnahmen.
  • Frühestens ab 1. Januar 2030 müssen Kunststoffverpackungen außerdem Mindestziele für den Rezyklatanteil erfüllen, wobei der Prozentsatz von der Verpackungskategorie abhängt, und alle Verpackungen müssen die Recyclingfähigkeitsklassen A, B oder C erreichen.
  • Die EU-Einwegkunststoffrichtlinie (EU) 2019/904 (SUP-Richtlinie) sieht für leichte Kunststofftragetaschen eine erweiterte Herstellerverantwortung vor, einschließlich der Kosten für Reinigungsaktionen gegen Vermüllung.
  • Papiertüten mit einer Innenbeschichtung oder Beschichtung aus Kunststoff bewegen sich in einer Grauzone: Die Leitlinien der Kommission zur SUP-Richtlinie behandeln kunststoffbeschichtete Papierprodukte als Einwegkunststoff, und unter der PPWR behandelt die Leitlinien-Bekanntmachung der Kommission vom 5. Juni 2026 (C(2026) 3702, rechtlich nicht bindend) Verpackungen auf Papierbasis mit 5 % oder mehr Kunststoff für die Beschränkungen nach Anhang V ab 1. Januar 2030 als Einwegkunststoffverpackungen; in der Gastronomie betreffen diese Beschränkungen den Verzehr vor Ort, nicht Takeaway. Prüfen Sie Kunststoffanteil und aktuelle Rechtslage, bevor Sie kunststoffbeschichtete Tüten wählen.

Die übrigen Regelungen der Verordnung behandelt der PPWR-Leitfaden.

Deutschland und Österreich

  • Der deutsche Einwegkunststofffonds (Einwegkunststofffondsgesetz) erhebt eine Abgabe je Kilogramm, die zahlt, wer die Produkte erstmals auf dem deutschen Markt bereitstellt (häufig der Importeur). Zu den veröffentlichten Sätzen gehören rund 3,801 € je kg für leichte Kunststofftragetaschen und 0,876 € je kg für Tüten und Folienverpackungen. Diese Sätze können sich ändern, prüfen Sie daher die aktuellen Werte der EWKFondsV.
  • Am Verkaufsort befüllte To-go-Tüten gelten nach deutschem Verpackungsrecht (ab 12. August 2026 das VerpackDG) als Serviceverpackungen; das Restaurant muss sich bei LUCID registrieren.
  • In Österreich werden Verpackungen nach der Verpackungsverordnung 2014 über Sammelsysteme lizenziert.

Weitere Informationen bietet der Leitfaden zur Verpackungs-Compliance in Deutschland und Österreich.

Vereinigtes Königreich

  • In England gilt eine Mindestgebühr von 10 Pence auf Einweg-Plastiktüten (bis 70 µm); Papiertüten werden in England nicht berechnet. Die Gebühren in Schottland (mindestens 10 Pence seit 1. April 2021) und Wales (mindestens 5 Pence seit 1. Oktober 2011) erfassen auch Einweg-Papiertüten, und die nordirische Abgabe von 25 Pence (seit 1. April 2022) gilt für neue Tragetaschen aus jedem Material, die für 5 £ oder weniger verkauft werden, mit Ausnahmen wie Tüten für heiße Speisen zum Mitnehmen.
  • Die Plastic Packaging Tax gilt für Kunststoffverpackungen mit weniger als 30 % Rezyklatanteil, ab 1. April 2026 mit 228,82 £ je Tonne; Hersteller und Importeure von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr müssen sich registrieren.
  • Für Hersteller im Vereinigten Königreich fallen EPR-Gebühren für Verpackungen nach Material an, mit einer Staffelung nach Recyclingfähigkeit ab dem zweiten Jahr.
  • Wales hat eine zweite Phase der Beschränkungen für Einwegkunststoffe, die auch Tragetaschen umfasste, verschoben.

Weitere Informationen bietet der Leitfaden zu Verpackungsvorschriften im Vereinigten Königreich.

Vereinigte Staaten

  • Regelungen zu Tüten werden auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen getroffen. California SB 1053 verbietet Plastiktragetaschen an der Kasse in erfassten Geschäften ab 1. Januar 2026; dort müssen Recyclingpapiertüten aufgedruckte Kennzeichnungen tragen (Hersteller, Herstellungsland, Prozentsatz des Post-Consumer-Anteils), für mindestens 10 Cent verkauft werden und ab 1. Januar 2028 mindestens 50 % Post-Consumer-Recyclinganteil enthalten (der für 2026 und 2027 geltende Text sieht keinen Zwischenprozentsatz vor). New York verbietet die meisten Plastiktragetaschen an der Kasse und erlaubt Städten und Landkreisen, eine Gebühr von 5 Cent je Papiertüte zu erheben, legt aber keinen Mindest-Recyclinganteil auf Staatsebene für Papiertüten fest und nimmt Tüten aus, die Restaurants zum Mitnehmen oder zur Lieferung von Speisen verwenden. New Jersey verbietet Papiertragetaschen an der Kasse in Lebensmittelgeschäften ab 2.500 sq ft, und sein Recycled Content Law verlangt, dass im Bundesstaat verkaufte Papiertragetaschen mindestens 40 % Post-Consumer-Recyclinganteil enthalten (20 % bei Tüten für 8 lb oder weniger).
  • Ob ein Restaurant als erfasstes Geschäft gilt, hängt von den Definitionen des jeweiligen Gesetzes ab (die Definition in California SB 1053 umfasst größere Lebensmittelmärkte, große Geschäfte mit Apotheke sowie lizenzierte Convenience Stores, Food Marts und Spirituosengeschäfte, nicht aber Restaurants); prüfen Sie daher den Wortlaut für jeden Bundesstaat und jede Stadt, in denen Sie tätig sind.
  • Mehrere Bundesstaaten haben EPR-Gesetze für Verpackungen, die Pflichten in der Regel dem Markeninhaber auferlegen.

Weitere Informationen bietet der Leitfaden zu Verpackungsvorschriften für die Gastronomie in den USA.

Die Regeln für Plastiktüten werden ausführlicher im Beitrag zu Vorschriften für Kunststofftragetaschen behandelt, die Gesetze für Papiertüten im Einzelhandel in Papiertüten-Vorschriften nach Märkten.

Darf man To-go-Tüten aus Papier als umweltfreundlich bezeichnen?

Nicht ohne Weiteres. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ werden zunehmend eingeschränkt, daher sollte jede auf eine Tüte gedruckte Aussage konkret, zutreffend und belegbar sein, zum Beispiel ein angegebener Recyclinganteil in Prozent, den Sie dokumentieren können.

In der EU gilt die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel ab 27. September 2026 und verbietet allgemeine Umweltaussagen ohne anerkannte hervorragende Umweltleistung. Im Vereinigten Königreich gelten der Green Claims Code der CMA und der DMCC Act 2024. In den USA bleiben die FTC Green Guides (16 CFR 260) in Kraft, und California SB 343 schränkt Aussagen zur Recyclingfähigkeit ein (Durchsetzung seit 14. Juli 2026 durch ein Bundesgericht vorläufig untersagt; prüfen Sie den Verfahrensstand). Dass Papier die Standardlösung ist, rechtfertigt für sich genommen keine Aussage. Mehr zu Umweltaussagen bietet der Leitfaden zu recyclingfähigen und kompostierbaren Verpackungen.

Wann ist Plastik weiterhin sinnvoll?

Plastik bleibt eine vertretbare Wahl, wenn Nässe das größte Risiko ist und die örtlichen Vorschriften es zulassen: bei suppen- und flüssigkeitslastigen Bestellungen, bei Fahrradlieferungen im Dauerregen oder in Märkten, in denen sich die Vorgaben für Papiertüten kaum erfüllen lassen. Selbst dann stellen viele Betreiber fest, dass nassfestes Papier, dicht schließende Behälter und besser passende Größen das Problem ohne Plastiktüte lösen.

Fragen, die Sie vor dem Beibehalten einer Plastikoption klären sollten:

  • Liegt das Problem an der Tüte oder an auslaufenden Behältern darin? Bessere Deckel und dichte Behälter beheben nasse Tüten oft.
  • Würde eine nassfeste Papiertüte die Lieferzeit überstehen?
  • Welche Gebühren, Abgaben und Entgelte gelten für Plastiktüten in jedem Markt, in dem Sie tätig sind?
  • Verkompliziert der Einsatz zweier Tütenmaterialien Lagerhaltung, Schulung und Reklamationen?

Brauchen Sie dennoch Plastik, behandelt der Hub zu individuell bedruckten Plastiktüten Materialien, Foliendicke und Druck.

Entscheidungsregeln

  • Sind die meisten Bestellungen in Boxen verpackt, trocken oder mäßig fettig und dauert der Transport weniger als etwa eine halbe Stunde, wählen Sie Papier und legen Sie Qualität, Innenbeschichtung und Größe sauber fest.
  • Sind Sie in Märkten mit Abgaben, Gebühren oder Beschränkungen für Plastiktüten tätig, kalkulieren Sie die vollen Plastikkosten einschließlich der Gebühren, bevor Sie annehmen, Plastik sei günstiger.
  • Treten Nässeschäden häufig auf, testen Sie nassfestes Papier und die Abdichtung der Behälter, bevor Sie das Material wechseln.
  • Erwägen Sie kunststoffbeschichtetes Papier, prüfen Sie zuerst die aktuelle Rechtslage in jedem Markt.
  • Planen Sie, Umweltaussagen aufzudrucken, legen Sie konkrete, dokumentierte Aussagen fest, bevor die Druckdaten final sind.

Nächster Schritt

Ist Papier die Antwort, stehen als Nächstes Format, Größe, Qualität und Verschluss an. Gehen Sie diese im Hub zu individuell bedruckten To-go-Tüten durch und fordern Sie über die Kontaktseite ein Angebot an. Nennen Sie dabei die Märkte, in denen die Tüten eingesetzt werden, damit Anforderungen an Recyclinganteil und Kennzeichnung bei der technischen Prüfung berücksichtigt werden können.