Ein Datenblatt nennt eine Fettbeständigkeit von „KIT 8“. Ein Wettbewerbsangebot nennt für ein günstigeres Papier „KIT 10“. Hält das zweite Papier Burgerfett besser zurück? Nicht unbedingt. Der KIT-Test, das übliche Prüfverfahren für die Fettbeständigkeit von Lebensmittelpapieren, misst nur eine Eigenschaft, die Ölabweisung der Oberfläche, und das unter genau festgelegten Bedingungen. Richtig eingesetzt sind KIT-Werte ein schnelles, reproduzierbares Mittel zur Vorauswahl. Verlässt man sich allein auf sie, landet eine Kette leicht bei einem Einschlagpapier, das auf dem Lieferweg durchfettet. Im Folgenden: wie der Test funktioniert, wie die Skala 1-12 zu lesen ist, welche weiteren Prüfungen die Lücken schließen und wie Sie eine Spezifikation für individuell bedrucktes fettdichtes Papier formulieren, die reale Lebensmittel berücksichtigt.

Was ist der KIT-Test zur Prüfung der Fettbeständigkeit?

Der KIT-Test ist ein genormtes Laborverfahren, das bewertet, wie gut eine Papieroberfläche Öl abweist. Dazu dienen zwölf nummerierte Testlösungen mit zunehmender Aggressivität. Der KIT-Wert ist die höchste Lösungsnummer, die das Papier innerhalb der Prüfzeit nicht verfleckt. Das Verfahren ist als TAPPI T559 und als ISO 16532-2 veröffentlicht.

Entwickelt wurde die Methode in der Papierindustrie, um Papiere zu prüfen, die mit fluorchemischen Fettabweisungsmitteln ausgerüstet sind. Diese senken die Oberflächenenergie, sodass Öl abperlt, statt das Blatt zu benetzen. „KIT“ bezeichnet den Satz der Testlösungen (englisch „kit“) und ist keine Abkürzung. Weil der Test schnell geht und wenig Ausrüstung braucht, ist er zum Standardwert für die Fettbeständigkeit auf Datenblättern von fettdichten und fettbeständigen Papieren geworden, auch für heutige fluorfreie Sorten.

Wie wird der KIT-Test durchgeführt?

Ein Tropfen jeder Testlösung wird auf eine konditionierte Papierprobe gegeben, etwa 15 Sekunden belassen und abgewischt. Anschließend wird die Stelle auf Dunkelfärbung geprüft. Die Prüfperson arbeitet sich in der Reihe nach oben, bis eine Lösung zum Versagen führt. Die zuletzt bestandene Lösung ergibt den Wert.

Im Überblick:

  • Die Proben werden vor der Prüfung in einem Normklima (typischerweise 23 °C und 50 % relative Luftfeuchte) konditioniert, weil der Feuchtegehalt das Ergebnis beeinflusst.
  • Die Prüfung beginnt mit einer Lösung aus dem mittleren Bereich und geht je nach Ergebnis nach oben oder unten.
  • Jeder Tropfen wird vorsichtig auf die Probenoberfläche gegeben, bleibt die vorgeschriebene Zeit stehen und wird dann mit einem sauberen Tuch oder Wattebausch entfernt.
  • Bestanden ist die Prüfung, wenn sich das Papier unter dem Tropfen nicht verdunkelt. Jede sichtbare Dunkelfärbung (das Öl hat das Blatt benetzt oder ist eingedrungen) gilt als nicht bestanden.
  • Es werden mehrere Prüfkörper getestet. Das Ergebnis wird als höchste bestandene Lösung angegeben, oft mit einem Hinweis, welche Seite geprüft wurde.

Woraus bestehen die zwölf KIT-Lösungen?

Die Lösungen sind Mischungen aus Rizinusöl, Toluol und Heptan. KIT 1 ist reines Rizinusöl, ein zähes, langsam benetzendes Öl. Mit jeder höheren Nummer ersetzt mehr Toluol und Heptan das Rizinusöl. Beide haben geringere Oberflächenspannung und Viskosität und benetzen Papier deutlich leichter.

KIT-LösungRizinusöl (Vol.-%)Toluol (Vol.-%)n-Heptan (Vol.-%)
110000
29055
3801010
4701515
5602020
6502525
7403030
8303535
9204040
10104545
1105050
1204555

Die Mischungsverhältnisse entsprechen der Veröffentlichung in der TAPPI-Methode. Für jede formale Prüfung ist die aktuelle Ausgabe von TAPPI T559 oder ISO 16532-2 zu verwenden.

Wie liest man einen KIT-Wert?

Höher ist besser: Ein Papier mit KIT 10 weist eine aggressivere Testflüssigkeit ab als eines mit KIT 5. Ein Wert von 0 oder 1 bedeutet, dass das Papier kaum Ölabweisung an der Oberfläche bietet. Werte in der oberen Hälfte der Skala sind typisch für Papiere, die als fettdichte oder fettbeständige Einschlagpapiere verkauft werden.

Richtwerte zur Einordnung (die Konventionen der Lieferanten unterscheiden sich, daher als Orientierung und nicht als Norm zu verstehen):

KIT-BereichWas er nahelegtTypische Eignung
0-2Kaum Ölabweisung der OberflächeTrockene Produkte, Tablettauflagen mit nur zufälligem Fettkontakt
3-5Mäßige AbweisungGebäck, Kekse, kalte Sandwiches, leichter Feinkosteinsatz
6-8Gute AbweisungBurger, Brathähnchen, Pommes im Körbchen, die bald nach dem Servieren verzehrt werden
9-12Hohe AbweisungSehr fettige Speisen, Fish and Chips, längere Warmhalte- oder Lieferzeiten (mit Praxistests)

Ein KIT-Wert ist die Eigenschaft einer bestimmten Papierseite unter bestimmten Bedingungen. Achten Sie beim Vergleich von Datenblättern auf Folgendes:

  • Welche Seite geprüft wurde (beschichtete Seite, Filzseite, Siebseite) und ob dies die Lebensmittelkontaktseite Ihres Einschlagpapiers ist
  • Ob flache oder geknickte Proben geprüft wurden
  • Konditionierungsklima und Anzahl der Prüfkörper
  • Ob der Wert ein Typwert, ein Mindestwert oder das Ergebnis einer einzelnen Charge ist

Was sagt der KIT-Test nicht aus?

KIT misst, wie schnell ölartige Flüssigkeiten die Oberfläche bei Raumtemperatur innerhalb von Sekunden benetzen. Er misst nicht, wie lange heißes Fett braucht, um durch das Blatt zu dringen, wie sich die Barriere an einer Falzlinie verhält oder wie das Papier mit Dampf und Wasser zurechtkommt. Genau das entscheidet oft darüber, ob ein eingewickelter Burger durchfettet.

Die wichtigsten Lücken und ihre Bedeutung für Einschlagpapiere:

  • Zeit und Temperatur: Lebensmittelfette sind bei Serviertemperatur dünnflüssiger als bei Raumtemperatur, und ein Burger liegt Minuten in seiner Verpackung, nicht 15 Sekunden.
  • Knicke und Falze: Beim Einwickeln reißen Beschichtungen auf, und die Fasern an der Falzlinie werden belastet. KIT-Werte am flachen Blatt können spürbar höher ausfallen als die Leistung im geknickten Zustand.
  • Wirkprinzip: Echtes fettdichtes Papier widersteht Öl durch eine dichte, porenarme Struktur und nicht durch niedrige Oberflächenenergie. Zwei Papiere mit ähnlicher Praxisleistung können unterschiedliche KIT-Werte zeigen. Ein oberflächenbehandeltes Papier kann im KIT gut abschneiden und trotzdem mit der Zeit Öl durchlassen.
  • Wasser: KIT sagt nichts über Dampf, Saucen oder Kondenswasser aus. Ein Papier mit hohem KIT-Wert kann im nassen Zustand trotzdem weich und schwach werden.
  • Fehlstellen: Ein Papier kann die KIT-Tropfen an den meisten Stellen bestehen und dennoch vereinzelte Poren haben, durch die Fett durchtritt.

Deshalb eignet sich KIT am besten als Vorauswahl und zur Kontrolle der Chargenkonstanz, in Verbindung mit den folgenden Prüfungen und einem Test am tatsächlichen Lebensmittel.

Fettdicht oder fettbeständig: Was ist der Unterschied?

Im Sprachgebrauch des Handels bezieht fettdichtes Papier seine Fettbarriere aus dem Blatt selbst: stark ausgemahlener, dichter Faserstoff mit sehr wenig offenem Porenraum. Fettbeständiges Papier ist meist ein leichteres, offeneres Blatt, das durch eine Beschichtung oder Oberflächenbehandlung ölabweisend gemacht wird. Keine der beiden Bezeichnungen ist ein Prüfergebnis, und keine garantiert einen KIT-Wert.

Der Unterschied zeigt sich genau in den oben genannten Lücken. Ein strukturell fettdichtes Blatt behält seine Barrierewirkung an Falzen und über die Zeit tendenziell bei, kann im KIT aber niedriger abschneiden, als seine tatsächliche Leistung vermuten lässt. Ein oberflächenbehandeltes, fettbeständiges Papier kann im KIT gut abschneiden und dennoch dort Barrierewirkung verlieren, wo ein Falz die Behandlung aufbricht. Manche Lieferanten verwenden „fettbeständig“ auch für jedes Papier mit einem KIT-Wert über einem festgelegten Minimum. Behandeln Sie beide Begriffe als bloße Beschreibung und legen Sie zusätzlich einen KIT-Mindestwert, eine Prüfung an geknickten Proben und einen Praxistest fest. Die Materialunterschiede behandelt der Leitfaden Fettdichtes Papier, Pergamentpapier und Wachspapier: die Unterschiede.

Welche weiteren Fett- und Wasserprüfungen gibt es?

Die Normenreihe ISO 16532 umfasst drei Verfahren zur Fettbeständigkeit: Permeabilität (Teil 1), die KIT-Prüfung der Oberflächenabweisung (Teil 2) und den Terpentintest auf Fehlstellen (Teil 3). Die Wasseraufnahme wird separat mit dem Cobb-Test gemessen, und viele Einkäufer ergänzen einen Praxistest mit Lebensmitteln.

PrüfungNormWas gemessen wirdWarum es für Einschlagpapier relevant ist
KIT (Oberflächenabweisung)TAPPI T559, ISO 16532-2Höchste Testlösung, die die Oberfläche nicht benetztSchnelle Vorauswahl; Konstanz von Charge zu Charge
PermeabilitätsprüfungISO 16532-1Ob und wie schnell Fett über die Zeit durch das Blatt dringtNäher an den realen Bedingungen bei der Warmhaltung
TerpentintestISO 16532-3 (auch TAPPI T454)Zeit, bis Terpentin durch Fehlstellen in fettdichten Papieren und Pergamin dringtErkennt Fehlstellen und Schwachstellen in echtem fettdichtem Papier
Cobb-WasseraufnahmeISO 535, TAPPI T441Aufgenommene Wassermenge in Gramm pro Quadratmeter in festgelegter Zeit (z. B. Cobb60 = 60 Sekunden)Saucige, dampfende oder nasse Speisen; niedriger ist besser
Prüfung an geknickten ProbenAnwendung der oben genannten Verfahren an gefalteten PrüfkörpernBarrierewirkung an den FalzlinienEinschlagpapiere werden immer gefaltet
Praxistest mit Lebensmittel oder FettsimulationInterne oder vereinbarte MethodeVerfärbung am realen Produkt bei Serviertemperatur über die reale WarmhaltezeitDas für eine Kette aussagekräftigste Ergebnis

Cobb-Werte lesen

Der Cobb-Wert wird in g/m² mit der Prüfzeit angegeben, zum Beispiel „Cobb60: 20 g/m²“. Eine niedrigere Zahl bedeutet, dass das Papier weniger Wasser aufnimmt. Ungestrichene Papiere nehmen Wasser schnell auf, gestrichene fettbeständige Papiere können deutlich niedrigere Werte erreichen. Bei einem Burgerpapier, das Dampf aus dem Brötchen abbekommt, oder einem Kebabpapier mit Sauce ist eine Cobb-Anforderung ebenso wichtig wie der KIT-Wert. Bei sehr nassen Lebensmitteln kann ein dispersionsbeschichtetes oder PE-beschichtetes Einschlagpapier nötig sein. Die Optionen vergleicht der Leitfaden Barrierebeschichtungen für Papierverpackungen.

Bedeutet ein hoher KIT-Wert, dass PFAS enthalten sind?

Nein. Hohe KIT-Werte wurden früher mit fluorchemischen Ausrüstungen verbunden, doch fluorfreie fettdichte Papiere und Barrierebeschichtungen erreichen inzwischen mittlere bis hohe KIT-Werte. KIT misst die Leistung, nicht die Chemie. Der PFAS-freie Status muss daher gesondert bestätigt werden.

In der EU beschränkt die Verordnung (EU) 2025/40 (EU-Verpackungsverordnung, PPWR) PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt seit dem 12. August 2026, einschließlich eines Grenzwerts von 50 ppm für alle PFAS, auch polymere PFAS. In den USA werden PFAS-Fettabweisungsmittel nach der Ankündigung der FDA aus dem Jahr 2024 nicht mehr für den Lebensmittelkontakt verkauft, und viele Bundesstaaten verbieten absichtlich zugesetzte PFAS in Lebensmittelverpackungen. Fordern Sie neben dem KIT-Wert eine Erklärung an, dass keine PFAS absichtlich zugesetzt wurden, sowie Prüfdaten zum Gesamtfluor. Regeln und Prüfung behandelt der Leitfaden PFAS-freie Lebensmittelverpackungen.

Wie sollte eine Spezifikation für Einschlagpapier den KIT-Wert verwenden?

Legen Sie einen KIT-Mindestwert für die Lebensmittelkontaktseite fest und nennen Sie die Prüfmethode sowie die Angabe, ob sie für flache oder geknickte Proben gilt. Ergänzen Sie ein Cobb-Limit, wenn das Lebensmittel nass ist, und verlangen Sie vor der Freigabe eines neuen Papiers einen Praxistest am realen Produkt. Danach dient KIT als Routinekontrolle bei jeder Lieferung.

Ein praxisnaher Spezifikationsblock für ein bedrucktes Burger-Einschlagpapier könnte so aussehen:

ParameterBeispielangabeHinweise
MaterialFluorfreies fettdichtes Papier, weißOder gestrichenes fettbeständiges Papier, falls vereinbart
Grammatur35 g/m² ± Toleranz des LieferantenToleranz im Angebot bestätigen lassen
FettbeständigkeitKIT ≥ vereinbarter Wert, TAPPI T559 / ISO 16532-2, Lebensmittelkontaktseite„Geknickt“ ergänzen, wenn an gefalteten Proben geprüft wird
WasseraufnahmeCobb60 ≤ vereinbarter Wert, ISO 535Nur bei nassen Lebensmitteln oder Dampf
PraxistestKein sichtbares Durchschlagen nach vereinbarter Zeit bei Serviertemperatur, Produkt XProdukt und Warmhaltezeit festlegen
PFASKeine absichtlich zugesetzten PFAS; Einhaltung der PPWR-Grenzwerte, darunter 50 ppm für alle PFAS einschließlich polymerer PFAS (EU) / Grenzwert des jeweiligen Bundesstaats (USA)Durch Prüfbericht belegt; Daten zum Gesamtfluor auf Anfrage
DokumentationKonformitätserklärung (DoC), Prüfberichte je Charge oder nach vereinbarter HäufigkeitSiehe Leitfaden zum Lebensmittelkontakt

Die Werte selbst hängen vom Lebensmittel, von der Papiersorte und von der Prüfpraxis des Lieferanten ab. Sie werden in der technischen Abstimmung vereinbart und nicht aus der Spezifikation einer anderen Kette übernommen. Welche Unterlagen für den Lebensmittelkontakt erwartet werden, fasst der Leitfaden Konformität von Verpackungen mit Lebensmittelkontakt zusammen.

Einen einfachen Praxistest im eigenen Betrieb aufsetzen

Ein kurzer Test mit dem tatsächlichen Menüartikel beantwortet die Frage, die KIT nicht beantworten kann: Wird dieses Einschlagpapier in Ihrem Betrieb durchfetten oder weich werden? Dafür braucht es kein Labor, nur gleichbleibende Bedingungen.

  • Das Produkt genau so einwickeln, wie es das Personal tun wird, mit dem vorgesehenen Falz
  • Unter realistischen Bedingungen aufbewahren: auf dem Pass, in der Tüte oder im Lieferkarton, für die längste realistische Zeit
  • In festgelegten Abständen auspacken (zum Beispiel nach 5, 10 und 20 Minuten) und die Innen- und Außenseite des Papiers fotografieren
  • Sichtbares Durchschlagen auf der Außenseite, Aufweichen und Einreißen an den Falzen bewerten
  • Jedes Kandidatenpapier am selben Tag und mit derselben Charge des Lebensmittels wiederholen

Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den KIT- und Cobb-Werten. Wenn das beste Papier im Test nicht dasjenige mit dem höchsten KIT-Wert ist, vertrauen Sie dem Test. Hintergründe zur Materialwahl finden Sie im Leitfaden zu fettdichtem Papier, Pergamentpapier, Wachspapier und Feinkostpapier. Für Beutelformate mit derselben Fragestellung lesen Sie den Leitfaden zu fettbeständigen Lebensmittelbeuteln.

Nächster Schritt

Nennen Sie bei der Anfrage bedruckter Einschlagpapiere das Lebensmittel, die Warmhaltezeit und die KIT- oder Cobb-Werte, die Sie bereits verwenden. Fragen Sie außerdem nach der Prüfmethode des Lieferanten und der geprüften Papierseite. Die Seite individuell bedrucktes fettdichtes Papier enthält das vollständige Briefing für Einschlagpapier. Alternativ können Sie uns Ihre Spezifikation zur technischen Prüfung senden.