Wer das Papier für Tablettauflagen allein nach dem Druckbild auswählt, sieht spätestens auf dem ersten Tablett mit frittiertem Hähnchen, was gefehlt hat. Wer es allein nach der Fettbeständigkeit auswählt, sieht die teuer bezahlte Aktion stumpf und flach gedruckt. Die richtige Sorte liegt zwischen dem, was die Speisen mit dem Blatt machen, und dem, was das Design vom Blatt verlangt. Dieser Leitfaden vergleicht die fünf am häufigsten eingesetzten Papiere für individuell bedruckte Tablettauflagen: fettdichtes Papier (weiß und braun), Kraftpapier, Offsetpapier sowie glänzend und matt gestrichenes Papier, jeweils mit Entscheidungsregeln nach Speisenangebot.

Welches Papier eignet sich am besten für Tablettauflagen?

Zuerst entscheiden die Speisen, dann das Design. Fettdichtes Papier mit etwa 40 g/m² passt zu frittierten und fettigen Speisen, Kraftpapier mit etwa 70 g/m² zu einem natürlichen, unkomplizierten Auftritt. Offsetpapier mit etwa 80 g/m² liefert bei trockenen Speisen die beste Farbwirkung für das Geld, und gestrichenes Papier, glänzend oder matt, mit etwa 90 bis 115 g/m² ergibt den stärksten Fotodruck.

KriteriumFettdichtes Papier (ca. 40 g/m²)Kraftpapier (ca. 70 g/m²)Offsetpapier (ca. 80 g/m²)Gestrichen glänzend (ca. 90-115 g/m²)Gestrichen matt (ca. 90-115 g/m²)
FettbeständigkeitHoch, sofern es eine echte fettdichte Sorte istGering bis mittelGeringGeringGering
FarbbrillanzMittel; durchscheinendGeringer; brauner GrundtonHochAm höchstenHoch, weicher
FotodruckEingeschränktSchwachGutAusgezeichnetSehr gut
Steifigkeit des BlattsGering; flexibelMittelMittelHochHoch
HaptikLeicht, raschelnd, leicht durchscheinendNatürlich, leicht rauGlattes PapierGlatt, glänzendGlatt, zurückhaltend
Geeignet für Kontakt mitFrittiertem, Burgern, FischTrockenen Backwaren, Sandwiches, SnacksTrockenen Speisen, SalatenVerpackten ArtikelnVerpackten Artikeln, Getränken
Typische OptikWrap-artig, funktionalHandwerklich, StreetfoodSauber, StandardmenüWerblich, KindermotiveHochwertiges Café

Die Gewichte sind marktübliche Bereiche, keine festen Sorten; konkrete Sorten und Grammaturen werden im Angebot bestätigt. Einen Überblick über Papierfamilien für Verpackungen finden Sie im Leitfaden Verpackungspapiere im Überblick.

Ist fettdichtes Papier die richtige Wahl für Tablettauflagen?

Fettdichtes Papier ist die richtige Wahl, wenn Speisen oder deren Verpackung Fett auf die Auflage abgeben: frittiertes Hähnchen, lose eingeschlagene Burger, Fish and Chips, Kebab. Es ist ein dünnes, dichtes, stark ausgemahlenes Papier, das dem Eindringen von Öl widersteht, sodass das Fett an der Oberfläche bleibt und nicht durchschlägt. Bei trockenen Speisen ist es oft unnötig, und seine Durchscheinbarkeit sowie die geringe Steifigkeit schränken die Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Das sollten Sie bei der Festlegung beachten:

  • Gewicht: Etwa 40 g/m² sind für Tablettauflagen typisch; schwerere Sorten bringen mehr Steifigkeit, kosten aber mehr
  • Farbe: Weiß und Braun sind beide erhältlich; Weiß ergibt sauberere Farben, Braun wirkt natürlich und handwerklich und kaschiert Flecken
  • Barriere: Lassen Sie einen gemessenen Wert für die Fettbeständigkeit angeben, etwa den KIT-Wert, und fordern Sie eine Bestätigung der Fluorfreiheit an; siehe KIT-Test und Fettbeständigkeitsbewertung und PFAS-freie Lebensmittelverpackungen
  • Durchscheinen: Auf dünnen, durchscheinenden Blättern kann der Druck von der Rückseite sichtbar sein; bei einer Auflage ist das meist unkritisch, beeinflusst aber die Wahl des Motivs
  • Planlage: Dünne Blätter können sich bei Feuchtigkeit oder Hitze wellen; Stapelung, Lagerung und Passform auf dem Tablett sind deshalb wichtig

Die Unterschiede zwischen fettdichtem Papier, Pergamentpapier, Wachspapier und Feinkostpapier behandelt der Leitfaden fettdichtes Papier, Pergamentpapier, Wachspapier und Feinkostpapier im Vergleich; dort liegt der Schwerpunkt auf den Einschlagpapieren.

Offset, glänzend oder matt: Was bringt gestrichenes Papier?

Gestrichenes Papier trägt einen glatten mineralischen Strich, der die Druckfarbe an der Oberfläche hält. Das ergibt schärfere Details, kräftigere Farben und eine kontrollierte Oberfläche. Glänzender Strich reflektiert Licht und lässt Farben satter wirken; matter Strich reduziert Blendung und Fingerabdrücke und macht kleine Schrift auf dem Tisch besser lesbar. Ungestrichenes Offsetpapier ist saugfähiger und ergibt weichere, natürlichere Farben bei geringeren Kosten.

Die praktischen Unterschiede:

  • Glanz ist bei Fotos und kräftigen Farbflächen am stärksten; er kann aber Licht reflektieren und Fingerabdrücke sowie Abriebspuren zeigen
  • Matt ist unter Restaurantbeleuchtung leichter lesbar und wirkt zurückhaltender und hochwertiger
  • Ungestrichenes Offsetpapier hat eine etwas griffigere Oberfläche, nimmt Handschrift besser an und ist in der Regel die günstigste der drei Varianten
  • Der Strich ist keine Fettbarriere: Öl kann durch das Blatt dringen und den Druck beeinträchtigen, besonders an Rändern und Falzen
  • Schwerere gestrichene Blätter wirken wertiger und liegen flacher, wiegen aber mehr und kosten pro Blatt mehr

Ist die Auflage vollfarbig bedruckt, trägt sie verpackte Speisen oder Getränke und liegt nicht unter losen frittierten Speisen, ist gestrichenes Papier eine gute Wahl. Steht auf demselben Tablett ein Korb mit Pommes frites oder unverpackten Burgern, ist fettdichtes Papier oder eine Kombination in der Regel die bessere Lösung: ein fettdichtes Einschlagpapier oder eine Korbeinlage im Korb, darunter eine gestrichene Auflage.

Wann ist Kraftpapier für Tablettauflagen sinnvoll?

Kraftpapier ist sinnvoll, wenn die Marke einen natürlichen, handwerklichen oder Streetfood-Auftritt wünscht und das Motiv mit ein oder zwei kräftigen Farben auskommt. Kraftpapier ist typischerweise ungebleicht oder leicht gebleicht und braun, wodurch helle und leuchtende Farben abgedämpft werden: Weißdruck ist schwierig, und Fotos verlieren an Wirkung.

Im Einzelnen:

  • Das typische Gewicht liegt bei etwa 70 g/m², was mehr Körper ergibt als fettdichtes Papier mit 40 g/m²
  • Einfaches Kraftpapier ist keine Fettbarriere; legen Sie bei frittierten Speisen fettdichtes oder fettbeständiges Kraftpapier fest
  • Dunkle Farben (Schwarz, tiefes Rot, Dunkelgrün) lassen sich am besten wiedergeben; helle Töne und Pastellfarben wirken stumpf
  • Kraftpapier passt zu Diner-, Burger-Shack- und Handwerksbäckerei-Konzepten und zur Optik von Kartons und Tüten aus Kraftpapier im selben Sortiment

Eine Kraftpapier-Auflage farblich auf weiße bedruckte Artikel abzustimmen, kann schwierig sein. Besprechen Sie die zu erwartende Farbabweichung und geben Sie ein gedrucktes Muster im Vergleich mit den übrigen Artikeln Ihres Sets frei.

Sind 40 g/m² oder 90 g/m² besser für Tablettauflagen?

Keines von beiden ist pauschal besser. Fettdichtes Papier mit 40 g/m² ist leicht, flexibel und ölbeständig und kostet pro Blatt meist weniger als schwereres gestrichenes Papier; gestrichenes Papier mit 90 g/m² ist steifer, deckend und fototauglich, hat aber keine Fettbarriere. Wählen Sie 40 g/m² für ölige Speisen und 90 g/m² und mehr für hochwertigen Druck bei trockeneren Artikeln.

FrageFettdichtes Papier, 40 g/m²Gestrichen, 90 g/m²
Liegen ölige Speisen direkt darauf?Ja, geeignetNein, es wird fleckig
Ist Vollfarb-Fotografie wichtig?EingeschränktJa, stark
Muss es flach liegen, ohne sich zu wellen?Kann sich wellenLiegt flacher
Ist der Preis pro Blatt bei hohen Mengen entscheidend?NiedrigerHöher
Muss das Design von beiden Seiten lesbar sein?Scheint durchDeckend

Für eine grobe Gewichtsprüfung: Ein A3-Blatt wiegt bei 40 g/m² etwa 5 g und bei 90 g/m² etwa 11 g, die schwerere Variante braucht also mehr als das Doppelte an Papier pro Blatt. Die Größentabelle finden Sie im Leitfaden zu Größen von Tablettauflagen.

Wie wirkt sich die Papierwahl auf Druck und Lebensmittelkontakt aus?

Das Papier bestimmt, welche Druckverfahren infrage kommen und wie sich die Farbe auf dem Blatt verhält. Gestrichene und Offsetpapiere lassen sich gut im Offsetdruck bedrucken; fettdichtes Papier und Kraftpapier werden häufig im Flexodruck bedruckt; der Digitaldruck eignet sich für kleine Auflagen auf gestrichenem und Offsetpapier. Bei einer Tablettauflage berührt die bedruckte Seite oft Lebensmittel oder deren Verpackung, daher spielt auch die Eignung von Druckfarbe und Beschichtung eine Rolle.

Drei weiterführende Leitfäden:

Welches Papier für welches Speisenangebot?

Wählen Sie das Papier passend zu den Speisen, die am wahrscheinlichsten auf dem Tablett liegen, und verwenden Sie nach Möglichkeit ein Papier je Format.

SpeisenangebotEmpfohlenes PapierBegründung
Burger, frittiertes Hähnchen, Fish and ChipsFettdichtes Papier, weiß oder braunHält Öl zurück, praxistauglich, hält Farbdesigns einfach
Pizzastücke, Backwaren, SandwichesFettdichtes Papier oder KraftpapierTrocken bis mäßig fettig, natürliche Optik
Cafeteria und KantineOffsetpapier oder matt gestrichenMenüs und Informationen gut lesbar, weniger Fett
Café mit hochwertigem ImageMatt gestrichen oder KraftpapierOptik und Haptik, Lesbarkeit
KindermenüsUngestrichenes Offsetpapier zum Ausmalen; glänzend gestrichen für reine DruckmotiveOffsetpapier nimmt Wachsmal- und Filzstift an; Glanz gibt kräftige Farben
Events und AktionenGlänzend gestrichenFotografie und kräftige Farben, kurze Nutzung

Die Recyclingfähigkeit hängt vom Papier, vom Strich oder der Beschichtung, von der Verschmutzung durch Speisen und von den örtlichen Sammelvorgaben ab. Mit Speisen verschmutztes Papier wird oft anders behandelt als sauberes Papier; die Fragen dazu behandeln die Leitfäden Ist fettdichtes Papier recyclingfähig oder kompostierbar? und recyclingfähige, kompostierbare und biologisch abbaubare Verpackungen. Verzichten Sie auf unbelegte Aussagen wie „umweltfreundlich“ auf der Auflage selbst.

Checkliste: Papierangaben für die Angebotsanfrage zu Tablettauflagen

Senden Sie die folgenden Angaben, damit das passende Papier ausgewählt und ein gedrucktes Muster vorgeschlagen werden kann:

  • Speisen, die am häufigsten auf dem Tablett liegen, und ob Frittiertes die Auflage direkt berührt
  • Bevorzugte Papierfamilie und Grammatur, oder die aktuelle Auflage als Referenzmuster
  • Farbvorgaben: Sonderfarben (Pantone, HKS), CMYK und ob das Motiv randabfallend angelegt ist
  • Oberfläche: glänzend, matt oder naturbelassen
  • Benötigte Dokumentation: Konformitätserklärung für den Lebensmittelkontakt, Aussage zu Fluorfreiheit oder PFAS, Angaben zur Druckfarbe
  • Format und Eckenform
  • Menge je Motiv

Den übrigen Teil der Anfrage finden Sie im Leitfaden zur Angebotsanfrage für Verpackungen. Größen und Formen finden Sie bei den individuell bedruckten Tablettauflagen und Tischsets, oder senden Sie uns Ihre Papieranforderungen.