Standardgrößen für Mailerboxen gibt es nicht: Eine individuelle Mailerbox wird nach dem verpackten Produkt bemessen und dann gegen die Post- oder Kurierklasse geprüft, in der sie verschickt werden soll. Die entscheidende Zahl ist meist 25 Millimeter, die maximale Dicke eines Royal Mail Large Letter. Kommt eine Box auf 26 mm, rutscht sie bei jeder Bestellung in eine teurere Paketklasse. Ähnliche Schwellen gibt es in den Niederlanden und in Deutschland, anderswo berechnen Kurierdienste nach Volumen. Bei der Dimensionierung geht es daher weniger um die Wahl aus einer Tabelle als darum, auf die Preisgrenze hin zu konstruieren, mit Blick auf Material, Produkt und Toleranzen.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Mailerbox-Maße angegeben werden, für welche Briefkastenformate meist konstruiert wird und wie sich eine Größenstaffel aufbauen lässt. Er ergänzt unsere Hauptseite zu individuell bedruckten Mailerboxen, die Konstruktion, Material und Druck behandelt.

Wie werden Mailerbox-Größen gemessen?

Mailerbox-Größen werden normalerweise als Innenmaße in der Reihenfolge Länge x Breite x Höhe in Millimetern angegeben. Die Länge ist die längere Seite der Öffnung, die Breite die kürzere Seite, die Höhe das Maß vom Boden bis zum geschlossenen Deckel. Die Grenzen von Post und Kurierdiensten beziehen sich dagegen immer auf die Außenmaße, Sie benötigen also beide Maßangaben.

Der Unterschied zwischen Innen- und Außenmaß ist die Materialstärke, die in manchen Richtungen mehrfach zählt. Bei einer Mailerbox im Stil des FEFCO-Typs 0427 sind die Seitenwände gerollte Wandteile in doppelter Materialstärke, und die Front des Deckels wird in den Boden gesteckt. Als grobe Orientierung gilt:

MaßWas zum Außenmaß beiträgtFaustregel
LängeGerollte Seitenwände in doppelter Materialstärke an beiden EndenEtwa 4 x Materialstärke addieren
BreiteEinsteckfront und RückwandEtwa 2-3 x Materialstärke addieren
HöheBodenteil plus DeckelteilEtwa 2 x Materialstärke addieren, zuzüglich einer eventuellen Deckelwölbung

Diese Vielfachen sind Näherungswerte; der genaue Zuschlag hängt von der Stanzkontur, der Lage der Rillungen und der Materialstärke ab und wird auf der Stanzkontur festgelegt. Wichtig ist vor allem: Eine nominelle Innenhöhe von 25 mm passt nicht in eine Außengrenze von 25 mm.

Das Produkt richtig vermessen

Messen Sie das Produkt so, wie es verpackt wird, einschließlich Umhüllung, Seidenpapier, Banderole oder Einlage, und addieren Sie ein kleines Spiel, damit sich die Box ohne Wölbung schließen lässt. Bei weichen Waren wie gefalteter Bekleidung gilt das Maß, auf das der Packer das Produkt tatsächlich komprimiert, nicht die ideale Faltung. Eine Box, die auf der Zeichnung passt, am Packplatz aber mit Kraftaufwand geschlossen werden muss, wölbt sich am Deckel, und ein gewölbter Deckel ist oft genau das, was eine Briefkastenbox über die Dickengrenze schiebt.

Briefkasten- und Kleinpaketformate nach Markt

Briefkastenformate erlauben die Zustellung, ohne dass der Empfänger zu Hause sein muss; das senkt neben dem Porto auch die Zahl fehlgeschlagener Zustellungen. Die folgenden Werte werden von den Transportdienstleistern üblicherweise genannt. Postprodukte und Grenzen ändern sich, prüfen Sie daher die aktuellen Bedingungen, bevor eine Stanzkontur freigegeben wird.

Markt und FormatMaximale AußenmaßeMaximalgewichtHinweis zur Konstruktion
UK: Royal Mail Large Letter353 x 250 x 25 mm750 gDie Dicke ist für Boxen die entscheidende Grenze
UK: Royal Mail Small Parcel450 x 350 x 160 mm2 kgNächsthöhere Klasse; deutlich mehr Platz
NL: PostNL brievenbuspakje (Briefkastenpäckchen)380 x 265 x 32 mm2 kg7 mm mehr Höhe als ein UK Large Letter
DE: Deutsche Post Großbrief (bis 31. Dezember 2026)353 x 250 x 20 mm500 gSehr flach; nur für flache Artikel geeignet
DE: Deutsche Post Maxibrief (bis 31. Dezember 2026)353 x 250 x 50 mm1 kgHöheres Briefformat; schwerere Artikel laufen über Paketprodukte

Die Deutsche Post hat neue nationale Briefformate ab 1. Januar 2027 angekündigt: Der Großbrief bleibt bei 353 x 250 mm, erlaubt aber bis zu 30 mm Höhe und 1.000 g, während der Maxibrief auf bis zu 381 x 305 x 30 mm und 2.000 g festgelegt wird (die Maxibrief-Höhe von 50 mm und die Maxibrief-Variante mit Zuschlag entfallen; die Warensendung behält eine Höhe von 50 mm). Prüfen Sie auf deutschepost.de, welches Format an Ihrem Versanddatum gilt.

Zwei Punkte gelten für alle Formate. Erstens prüfen die Transporteure mit einem Schlitz oder einer Schablone: Eine Box, die auf dem Papier im Maß liegt, aber am Deckel gewölbt ist, kann die Prüfung dennoch nicht bestehen. Zweitens zählt bei den Gewichtsgrenzen die Box mit. Eine Mailerbox in E-Welle im Briefkastenformat wiegt typischerweise einige Dutzend Gramm, was relevant ist, wenn das Produkt nahe an einer Gewichtsgrenze liegt.

In den USA gibt es für Boxen kein echtes Briefkastenformat

USPS „Flats“ (große Umschläge) sind auf etwa 15 x 12 x 0,75 in begrenzt und müssen flexibel und gleichmäßig dick sein. Eine starre Mailerbox aus Wellpappe wird daher in der Regel als Paket behandelt, nicht als Flat. Bei Sendungen in die USA ist der Hebel für die Dimensionierung das Volumengewicht, nicht ein Briefkastenschlitz.

Eine Mailerbox unter einer Dickengrenze konstruieren

Um eine Außengrenze von 25 mm oder 32 mm einzuhalten, gehen Sie von der Grenze aus und rechnen nach innen: Ziehen Sie die Materialstärke für Deckel und Boden ab, ziehen Sie eine Sicherheitsreserve für Deckelwölbung und Fertigungstoleranz ab, und was bleibt, ist die maximale Produkthöhe.

Ein Rechenbeispiel für eine Box im Format UK Large Letter in E-Welle:

SchrittBeispielwert
Äußere Dickengrenze25,0 mm
Sicherheitsreserve für Wölbung und Toleranzetwa 2,0 mm
Deckel und Boden (2 x E-Welle mit je etwa 1,5 mm)etwa 3,0 mm
Maximal verfügbare Innenhöheetwa 20 mm

Dieselbe Rechnung in F-Welle (etwa 0,8-1,0 mm) schafft rund einen weiteren Millimeter Innenhöhe, weshalb die F-Welle für Briefkastenboxen mit etwas dickeren Artikeln beliebt ist. Der Preis dafür ist eine geringere Stauchfestigkeit, die wir in unserem Leitfaden zu Wellpappequalitäten für Mailerboxen behandeln.

Weitere Details, die Briefkastenboxen innerhalb der Grenze halten:

  • Verzichten Sie bei Briefkastenvarianten auf Deckelteile in doppelter Materialstärke; bei dieser Höhe genügt meist ein einlagiger Deckel mit Einsteckverschluss.
  • Halten Sie Aufreißstreifen und Klebeverschlüsse flach, denn dicke Klebebandlagen erhöhen die Höhe.
  • Legen Sie fest, wie die Box verschlossen wird. Ein gesteckter Deckel kann leicht aufspringen; ein Selbstklebestreifen mit Abziehfolie hält ihn flach.
  • Prüfen Sie an den Vorabmustern die geschlossene Box mit der schwersten und dicksten Produktvariante gegen eine physische Prüflehre.

Volumengewicht: warum wenige Millimeter Geld kosten

Die meisten Transporteure berechnen das höhere von tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht. Das Volumengewicht ergibt sich aus Außenlänge x Breite x Höhe, geteilt durch einen Divisor. Im internationalen Express sind 5000 cm³ je kg üblich; US-Inlandsdienstleister verwenden meist 139 Kubikzoll je lb (USPS hat den Divisor für Pakete über 1 Kubikfuß am 12. Juli 2026 von 166 auf 139 geändert; bei UPS-Endkundentarifen wurde 166 verwendet), je nach Service und Kontovereinbarung. Einige Transporteure runden die Maße zudem auf den nächsten vollen Zentimeter oder Zoll auf, wodurch sich schon kleine Reduzierungen stärker auswirken.

Ein Beispiel mit dem Divisor 5000: Eine Box mit 400 x 300 x 150 mm hat ein Volumengewicht von 3,6 kg. Verkleinert man sie auf 380 x 280 x 120 mm, sinkt es auf rund 2,55 kg. Wiegt das Produkt 1 kg, bezahlt der Kunde in beiden Fällen für Luft, doch die zweite Box kostet bei vielen Tarifen eine ganze Gewichtsklasse weniger.

Ein kleineres Boxvolumen hilft auch mit Blick auf künftige EU-Vorgaben. Frühestens ab 2030 wird die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) den Leerraumanteil in E-Commerce-Verpackungen auf 50 % begrenzen, und zwar als Pflicht für denjenigen, der die Box befüllt; siehe unseren Leitfaden zu E-Commerce-Verpackungen und PPWR.

Größentabelle für Mailerboxen und Versandkartons

Es gibt keinen Standard für Mailerbox-Größen; die Größentabellen der Transporteure führen die Kartons auf, die diese verkaufen, nicht eine Norm für individuelle Mailerboxen. Die folgende Staffel ist ein praktischer Ausgangspunkt, aufgebaut um die oben genannten Postklassen. Die Innenmaße berücksichtigen E-Welle und eine kleine Sicherheitsreserve.

GrößenklasseRichtwert Innenmaß (mm)Ca. ZollTypischer InhaltVersand in der Regel als
UK-Briefkastenbis ca. 340 x 240 x 2013,4 x 9,4 x 0,8Gefaltete Bekleidung, Bücher, flache KosmetiksetsRoyal Mail Large Letter
NL-Briefkasten (brievenbusdoos)bis ca. 365 x 250 x 2514,4 x 9,8 x 1,0Wie oben, etwas dickere ArtikelPostNL brievenbuspakje
Kleinca. 200 x 150 x 607,9 x 5,9 x 2,4Einzelnes Accessoire, Hautpflege, kleine ElektronikKleinpaket
Mittelca. 300 x 220 x 10011,8 x 8,7 x 3,9Bestellungen mit mehreren Artikeln, Geschenksets, KerzenKleinpaket oder Kurier
Großca. 430 x 330 x 15016,9 x 13,0 x 5,9Sperrige Bekleidung, Bundles, Abo-BoxenRoyal Mail Small Parcel oder Kurierklasse

Betrachten Sie diese Werte als Platzhalter, bis Ihre eigenen Bestelldaten bestätigen, wo die Klassengrenzen liegen. Die folgende Methode ersetzt die allgemeine Tabelle durch Größen, die zu Ihren Produkten passen.

Wie viele Mailerbox-Größen sollte eine Marke vorhalten?

Die meisten Marken mit einem breiten Sortiment können den Großteil ihrer Bestellungen mit drei bis fünf Größen abdecken. Weniger Größen bedeuten größere Auflagen je Größe und niedrigere Stückkosten; mehr Größen verringern Leerraum und Portokosten. Die richtige Anzahl ergibt sich aus Bestelldaten, nicht aus einer Standardtabelle.

Ein praktisches Vorgehen:

  • Exportieren Sie die Bestellpositionen mehrerer Monate samt der Produkte je Bestellung.
  • Gruppieren Sie die Bestellungen nach den gemeinsamen Packmaßen ihres Inhalts.
  • Stellen Sie diese den Post- und Kurierklassen gegenüber, die Sie nutzen.
  • Legen Sie für jede Klasse, in die die meisten Bestellungen fallen, eine Größe fest, und prüfen Sie, ob eine mittlere Größe eine große Leerraumlücke schließt.
  • Prüfen Sie die größten Bestellprofile: Eine gelegentliche übergroße Bestellung wird möglicherweise besser in einem braunen Standardkarton versendet, als dafür eine eigene bedruckte Mailerbox zu fertigen.

Jede zusätzliche Größe braucht eine eigene Stanzform und in der Regel eigene Druckplatten oder eine eigene Druckeinrichtung. Wenn Größen dieselbe Grundfläche haben und sich nur in der Höhe unterscheiden, lassen sich Teile der Druckdaten gemeinsam nutzen, was den Aufwand für Druckdaten und Freigaben senkt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Variantenzahl (SKU-Anzahl) behandelt der Leitfaden zu Kostentreibern bei Verpackungen.

Checkliste zur Größe vor der Angebotsanfrage

  • Produkte und Kombinationen je Box, Packmaße und Gewichte, einschließlich Umhüllung und Einlagen.
  • Innenmaße (L x B x H) je Größe oder die Bitte um einen Größenvorschlag auf Basis Ihrer Produktdaten.
  • Ziel-Versandformat je Größe mit maximalen Außenmaßen und maximalem Gewicht.
  • Materialwunsch, mit Hinweis, wo die Dicke begrenzt ist.
  • Verschluss: nur Einsteckverschluss, Aufreißstreifen, Anzahl der Klebestreifen.
  • Jahresmengen je Größe, damit eine Größenstaffel gemeinsam kalkuliert werden kann.

Senden Sie diese Angaben mit Ihrem Briefing zu den Druckdaten über die Seite zu individuell bedruckten Mailerboxen oder anhand unseres Leitfadens zur Angebotsanfrage für Verpackungen. Die Maße werden vor der Angebotserstellung auf der Stanzkontur geprüft.